# Valery Pyakin: Demonstrationen - die große Falle für den Widerstand #

Arbeiter @, Freitag, 26.08.2022, 12:20 vor 1274 Tagen 6798 Views

bearbeitet von Arbeiter, Freitag, 26.08.2022, 12:24

Der Nutzen von Demonstrationen
Das unnütze Ablassventil für den Unmut der Bevölkerung

Wahlweise als Video oder abgedruckt als Text

Valery Pyakin:

"Sehen Sie, all diese Unruhen, Demonstrationen und Volksreden sind nur Teil der Pläne der Manipulatoren. Tatsächlich hat es in Russland auch so eine Zeit gegeben....

... Deshalb besteht die Aufgabe aller Manipulatoren darin, die Menschen daran zu hindern, sich das Wissen über die Steuerung anzueignen, sie sollen ihre Unzufriedenheit in Massenprotesten, auf der Straße, bei Demonstrationen zum Ausdruck bringen. Was wird dadurch erreicht? Nichts. Aber das Potenzial des Menschen ist ausgeschöpft. Verstehen Sie, durch die Teilnahme an einer Demonstration werden die persönlichen Ressourcen aufgebraucht. Und dann kann es zu einer Situation kommen, in der man sich persönlich einschränken muss, um weiterleben zu können – irgendwo anders, härter arbeiten und auf Teilnahme an etwas anderem verzichten. Das heißt, durch die Teilnahme an Straßendemonstrationen hat man sich selbst seiner Einflussnahme auf die Steuerung beraubt . Und diese Steuerung erfolgte weiter, wie vorher auch und wird weiter erfolgen, mit denselben Personen die dafür bestimmt wurden…"

https://fktdeutsch.wordpress.com/2022/08/26/interview-alina-lipp-und-valeriy-pyakin-tei...

Auch die Teile 1-4 sind interessant.

Gruß Arbeiter

Hier liegt Pyakin leider falsch - persönliche Erfahrungen

Plancius @, Freitag, 26.08.2022, 13:13 vor 1274 Tagen @ Arbeiter 5552 Views

Ich kann die Argumente von Pyakin leider nicht nachvollziehen, ich habe ganz gegenteilige Erfahrungen mit Demos gemacht. Auf den Demos habe ich keine Kraft verschlissen, sondern habe Kraft getankt.

Ich bin absolut kein Demogänger, aber die Corona-Maßnahmen haben auch mich auf die Straße getrieben. Der Winter 2020/21 mit all den Lockdowns und der damit verbundenen Isolation war schon sehr belastend, aber im Winter 2021/22 kam erschwerend hinzu, dass der Lockdown und die Isolation nicht mehr für alle galt, sondern nur noch für die Ungeimpften.

Ohne Demos wäre ich wohl in eine tiefe Depression gefallen, aber so war meine mehrmalige Teilnahme an Demos pro Woche eine Möglichkeit, Gleichgesinnte zu finden und das Schicksal der unbarmherzigen Ausgrenzung und Stigmatisierung seitens vieler Mitmenschen zu ertragen.

Auf den Demos habe ich auch eine einzigartige Energie verspürt, die meinen Körper durchdrungen hat und statt mir Kraft zu rauben, mir Kraft gegeben und mich aufgebaut hat.

Wir sind nicht nur marschiert, sondern sind auch noch hinterher in einen Imbiss gegangen oder haben einen Glühwein getrunken. Das war eine richtige Wohltat.

Und ich muss ehrlich sagen: Ich freue mich schon auf die diesjährige Demosaison ab Oktober/November. Denn mir fehlen nach wie vor die Gesprächspartner, mit denen ich die aktuelle Situation besprechen und analysieren kann. Das persönliche Umfeld ist an Diskussionen zumeist desinteressiert, meine beruflichen Kontakte beten den Sermon unserer Medien im wesentlichen nach.

Fazit: Demos verschleißen keine Kräfte, sondern bauen sie auf. Zumindest was die Corona-Demos und die baldigen Inflations-/Energie-Demos betrifft.

Gruß Plancius

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"Natürlicher Verstand kann fast jeden Grad an Bildung ersetzen, aber keine Bildung den natürlichen Verstand." ARTHUR SCHOPENHAUER

Es geht um Zeit, Resourcen, Geld

Arbeiter @, Freitag, 26.08.2022, 14:49 vor 1273 Tagen @ Plancius 4517 Views

Zeit, finanzielle Resourcen, Geld (Viel fahren von weiter her an, gerade bei Großdemos), Spenden, Bußgelder, Rechtsanwalt usw. Und was hätten sie in der Demozeit sonat alles zu können. Sinnloses Verletzungrisiko, Gefängnis.

Lokale Spaziergänge oder Treffen sind davon ausgenommen.

Die Menschen gehen auf Demos und denken jetzt haben sie was gemacht, anstatt die gleiche Zeit & Geld effektiver für Ihre Interessen einzusetzen.

Wir wissen ja das die großen Demos alle von entsprechenden Maulwürfen organisiert oder sogar staatlich gefördert werden. Z.B. Pegida. Stuttgart 711 - Ballweg. Da war es besonders offensichtlich.

Gruß

Arbeiter

Kannst du mir mal das Geheimis erklären...

Mephistopheles, Freitag, 26.08.2022, 15:28 vor 1273 Tagen @ Arbeiter 4509 Views

bearbeitet von Mephistopheles, Freitag, 26.08.2022, 15:36

Die Menschen gehen auf Demos und denken jetzt haben sie was gemacht, anstatt die gleiche Zeit & Geld effektiver für Ihre Interessen einzusetzen.

...wie einer Zeit, die in einer Zivlisation niemals zu keiner Zeit! - "seine" Zeit ist und Geld - "gebet dem Kaiser, was des Kaisers ist", das niemals sein Geld ist noch jemals war noch von Natur aus existiert, effektiver für seine Interessen, die er niemals hat, einsetzen kann?

Theoretische Grundlage:

Das Individuum existiert in einer Zivilisation nicht aus sich heraus, sondern als Derivat ebendieser. Ohne diese Zivilisation wäre es, das Individuum niemals zur Existenz gelangt, "hätte niemals das Licht der Welt erblickt"

Dadurch, dass das Individuum in einer Zivilisation nicht aus sich heraus existiert, kann es auch keine eigenen Interessen haben; alle seine Interessen sind entweder identisch mit den Interessen der Zivilisation, oder selbstzerstörerisch gegen diese gerichtet.

Geld ist kein Ding an sich, sondern ein Derivat der Zivilisation. Es existiert nicht aus sich heraus. Man kann Geld also entweder nur im Interesse der Zivilisation einsetzten oder selbstzerstörerisch scheinbar, gegen sie, in Wirklichkeit aber gegen sch selber.

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Thema dieses Threads ist die Entfremdung, also das dumpfe Gefühl, nicht aus sich heraus, sondern nur aus dem Willen und zum Zweck anderer, anonymer Mächte, zu existieren und handeln zu können.

Entfremdung ist ein Thema, das viele beschäftigt, viele festgestellt haben, für das jedoch noch niemals eine Lösung gefunden wurde.

Das bringt mich auf ein ganz anderes Thema, was definitiv nicht zu diesem Thread gehört, sondern mal in einem eigenen Thread geklärt werden müsste.
Darum will ich es hier nur anschneiden: Wie ist es eigentlich mit den Inseln im Ozean, die bis zu ihrer Entdeckung durch die Europäer nur ihren Bewohnern bekannt waren, Osterinsel, Samoa, Philippinen, viele andere, wo die Menschen ohne Arbeitsteilung und ohne Ausbeutung durch andere Menschen nur für sich lebten, also im Einklang mit sich und der Natur?

Leider waren diese Menschen wohl auch nicht besonders glücklich, sonst wäre es den Missionaren, praktisch im ersten Anlauf, wohl kaum gelungen alle diese vielfältigen Kulturen, noch bevor man sie eigentlich kennenlernte, so gründlich zu zerstören, dass diese Menschen volständig ihre Geschichte vergaßsen und sie damit verloren haben.

Aber das nur nebenbei.

Gruß Mephistopheles

Die Zivilisation ist mMn ein Derivat von Geld

Morpheus @, Sonntag, 28.08.2022, 04:32 vor 1272 Tagen @ Mephistopheles 2496 Views

Hallo Mephistopheles,

Die Menschen gehen auf Demos und denken jetzt haben sie was gemacht, anstatt die gleiche Zeit & Geld effektiver für Ihre Interessen einzusetzen.


...wie einer Zeit, die in einer Zivlisation niemals zu keiner Zeit! - "seine" Zeit ist und Geld - "gebet dem Kaiser, was des Kaisers ist", das niemals sein Geld ist noch jemals war noch von Natur aus existiert, effektiver für seine Interessen, die er niemals hat, einsetzen kann?

Was sind denn das immer für Sätze? Wer soll den das verstehen? Ich empfinde diese Antworten nur noch als respektloses "Stress verbreiten".


Theoretische Grundlage:

Das Individuum existiert in einer Zivilisation nicht aus sich heraus, sondern als Derivat ebendieser. Ohne diese Zivilisation wäre es, das Individuum niemals zur Existenz gelangt, "hätte niemals das Licht der Welt erblickt"

Wie kommst Du denn darauf? Das mag heute vielleicht so sein, aber mMn gab es Zustände der menschlichen Zivilisation, da war das definitiv andersherum und wir reden da von vielen Individuen der letzten tausend Jahre, wobei weniger der letzten ca. 230 Jahre und gar nicht der letzten 90 Jahre in dem westlichen Teil der Zivilisation. In der aktuellen afrikanischen Zivilisation wirst Du mMn noch Individuen finden, die ohne Zivilisation existieren können. Solche Leute leben hier in Südamerika auch noch. Die arbeiten zwar mal gegen Geld, wenn sie etwas kaufen wollen, aber idR leben die als reine Selbstversorger und teilweise zu hundert Prozent in der Natur, aber auch in oder vielleicht am Rande der Zivilisation.

Dadurch, dass das Individuum in einer Zivilisation nicht aus sich heraus existiert, kann es auch keine eigenen Interessen haben; alle seine Interessen sind entweder identisch mit den Interessen der Zivilisation, oder selbstzerstörerisch gegen diese gerichtet.

Meinst Du nicht, dass Dein Denken arg negativ ist? Es gibt auf der Welt wenige Flecken ohne Zivilisation aber jede Menge Menschen, die in der Zivilisation mitschwimmen, aber keinesfalls von ihr abhängen. In Deutschland muss man die sicher mit der Lupe suchen. Aber Du tust immer so generalisierend.

Geld ist kein Ding an sich, sondern ein Derivat der Zivilisation. Es existiert nicht aus sich heraus. Man kann Geld also entweder nur im Interesse der Zivilisation einsetzten oder selbstzerstörerisch scheinbar, gegen sie, in Wirklichkeit aber gegen sch selber.

Hier wird es mMn ja nun ganz falsch. Die Zivilisation hat sich mittels Geld entwickelt und niemals ist das Geld aus der Zivilisation entstanden. Hier ist meine Theorie dazu genauer nachzulesen.
Wenn Du Deine genau gegenteilige Theorie bitte auch mal etwas ausführlicher darlegen könntest, wäre ich Dir sehr dankbar. Denn wenn Du richtig liegst, müsste ich meine Theorie völlig korrigieren.

Grüße
Morpheus

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Komplett verdreht

Mephistopheles, Sonntag, 28.08.2022, 06:44 vor 1272 Tagen @ Morpheus 2536 Views

bearbeitet von Mephistopheles, Sonntag, 28.08.2022, 07:07

Hallo Mephistopheles,

Die Menschen gehen auf Demos und denken jetzt haben sie was gemacht, anstatt die gleiche Zeit & Geld effektiver für Ihre Interessen einzusetzen.


...wie einer Zeit, die in einer Zivlisation niemals zu keiner Zeit! - "seine" Zeit ist und Geld - "gebet dem Kaiser, was des Kaisers ist", das niemals sein Geld ist noch jemals war noch von Natur aus existiert, effektiver für seine Interessen, die er niemals hat, einsetzen kann?

Was sind denn das immer für Sätze? Wer soll den das verstehen? Ich empfinde diese Antworten nur noch als respektloses "Stress verbreiten".

Was ist daran schwer zu verstehen?
Ich habe lediglich gesagt, in einer Zivilisation ist keiner Herr seiner Zeit, sondern eingespannt in anonyme, von ihm nicht beeinflussbare, arbeitsteilige Abläufe und sein Geld ist nicht "sein" Geld, sondern gesetzliches Zahlungsmittel, das er nicht selber herstellen darf in eigenem Interesse.
Ist das echt so schwer?


Theoretische Grundlage:

Das Individuum existiert in einer Zivilisation nicht aus sich heraus, sondern als Derivat ebendieser. Ohne diese Zivilisation wäre es, das Individuum niemals zur Existenz gelangt, "hätte niemals das Licht der Welt erblickt"

Wie kommst Du denn darauf? Das mag heute vielleicht so sein, aber mMn gab es Zustände der menschlichen Zivilisation, da war das definitiv andersherum und wir reden da von vielen Individuen der letzten tausend Jahre, wobei weniger der letzten ca. 230 Jahre und gar nicht der letzten 90 Jahre in dem westlichen Teil der Zivilisation. In der aktuellen afrikanischen Zivilisation wirst Du mMn noch Individuen finden, die ohne Zivilisation existieren können.

Ohne Zivilisation würden in Afrika südlich der Sahara etwa 30 Millionen Menschen leben und nicht über eine Milliarde.

Solche Leute leben hier in Südamerika auch noch.

Ohne Elektrizität? Ohne Straßen? Ohne Verkehrsmittel? Ohne medizinische Versorgung? Ohne Schulen?

Die arbeiten zwar mal gegen Geld, wenn sie etwas kaufen wollen, aber idR leben die als reine Selbstversorger und teilweise zu hundert Prozent in der Natur, aber auch in oder vielleicht am Rande der Zivilisation.

1% der südamerikanischen Bevölkerung oder weniger als 1%? Wer zahlt deren Krankenversorgung?

Dadurch, dass das Individuum in einer Zivilisation nicht aus sich heraus existiert, kann es auch keine eigenen Interessen haben; alle seine Interessen sind entweder identisch mit den Interessen der Zivilisation, oder selbstzerstörerisch gegen diese gerichtet.

Meinst Du nicht, dass Dein Denken arg negativ ist? Es gibt auf der Welt wenige Flecken ohne Zivilisation aber jede Menge Menschen, die in der Zivilisation mitschwimmen, aber keinesfalls von ihr abhängen. In Deutschland muss man die sicher mit der Lupe suchen. Aber Du tust immer so generalisierend.

Es gibt weltweit außer einigen Jägern und Sammlern (wo gibt es sie noch?) niemanden, der nicht von gekauften Nahrungsmitteln, gekaufter Energie, gekaufter Mobilität und gekaufter Ausbildung abhängig ist. Auch wenn er nicht selber bezahlt. Ohne Bezahlung würden aber diese Dinge nicht existieren.

Geld ist kein Ding an sich, sondern ein Derivat der Zivilisation. Es existiert nicht aus sich heraus. Man kann Geld also entweder nur im Interesse der Zivilisation einsetzten oder selbstzerstörerisch scheinbar, gegen sie, in Wirklichkeit aber gegen sch selber.

Hier wird es mMn ja nun ganz falsch. Die Zivilisation hat sich mittels Geld entwickelt und niemals ist das Geld aus der Zivilisation entstanden.

Das ist eine komplette Verdrehung der Tatsachen.
Natürlich fahren Autos auf asphaltierten Straßen und der Autoverkehr wird durch asphaltierte Straßen erheblich gefördert; aber das Auto wurde nicht aus dem Grund erfunden, damit die asphaltierten Straßen befahren werden. Es war umgekehrt.

Geld ist ein Abgabemittel. Niemals ist jemand auf die Idee gekomen, Geld zu erschaffen, um seine Arbeitsleistung abgeben zu können; es war umgekehrt. Mittels Geld wurden Abgaben erhoben. Das Geld für das hergestellte Produkt gehört, wenn es verkauft wird, nicht mehr dem Hersteller, sondern lediglich das um Steuern und Abgaben reduzierte Geld.
Daher kommt es auch, dass ein Handwerker im Schnitt 5 Std. arbeiten muss, um sich eine Handwerkerstunde leisten zu können.*)**)

Gruß Mephistopheles

*) Das soll jetzt keine Kritik sein; im Gegenteil. Ohne die arbeitsteilige Gesellschaft müsste er wahrscheinlich 10 oder 20 Std. arbeiten und über 90% seiner Produkte könnte er wahrscheinlich überhaupt nicht herstellen.

**) Die Zivilisation wird dann untergehen, und zwar genau in dem Moment, wo es günstiger ist, in Produkt selber ohne Einsatz von Energie als arbeitsteilung mit Energieeinsatz zu produzieren.
Dieser Satz ist nur eine Abwandlung der Theorie, dass Ölfördrung in dem Moment aufhören wird, in dem man mehr als ein Barrel Öl auwenden muss, um ein Barrel Öl zu fördern.

Das ist auch der Grund für meine These, dass uns das Ende der Zivilisation schneller bevorstehen könnte, als viele, die in der Schule bei Mathematik immer krank waren, glauben wollen.

Meph

Warum immer so negativ? Du kannst es doch auch verständlich formulieren. Warum machst Du es so selten?

Morpheus @, Sonntag, 28.08.2022, 13:11 vor 1272 Tagen @ Mephistopheles 2395 Views

Hallo Mephistopheles,

Die Menschen gehen auf Demos und denken jetzt haben sie was gemacht, anstatt die gleiche Zeit & Geld effektiver für Ihre Interessen einzusetzen.


...wie einer Zeit, die in einer Zivlisation niemals zu keiner Zeit! - "seine" Zeit ist und Geld - "gebet dem Kaiser, was des Kaisers ist", das niemals sein Geld ist noch jemals war noch von Natur aus existiert, effektiver für seine Interessen, die er niemals hat, einsetzen kann?

Was sind denn das immer für Sätze? Wer soll den das verstehen? Ich empfinde diese Antworten nur noch als respektloses "Stress verbreiten".


Was ist daran schwer zu verstehen?
Ich habe lediglich gesagt, in einer Zivilisation ist keiner Herr seiner Zeit, sondern eingespannt in anonyme, von ihm nicht beeinflussbare, arbeitsteilige Abläufe und sein Geld ist nicht "sein" Geld, sondern gesetzliches Zahlungsmittel, das er nicht selber herstellen darf in eigenem Interesse.
Ist das echt so schwer?

Nein, offensichtlich ist es leicht!!
Du kannst es auch so formulieren, dass man es leicht verstehen kann.
Es gibt zwei Varianten:
1) Du denkst so kompliziert "mit dem Kaiser oder so, wie im oberen Zitat". Dann solltest Du die Zeit aufwenden, um Deine Gedanken so zu sortieren, dass der zweite Text rauskommt, den Jedermann schnell verstehen kann. Sonst müssen alle Leser diese Zeit aufwenden und das ist was ich mit respektlos meinte. Du verschwendest damit die Zeit der Leser, die nämlich Dein Geschwurbel vom "Kaiser" in deine eigene zweite Textvariante übersetzen müssen. Das ist leider bei fast allen Deiner Beiträge so, nur scheint es Dir irgendwie nicht aufzufallen. Oder
2) Du denkst einfach und schreibst es extra kompliziert hin, um die Leser vorsätzlich zu verwirren. Sollen die Leser sich dumm und klein fühlen und Dich als den großen Meister huldigen. Das wäre nicht respektlos sondern boshaft und würdelos.
Könntest Du Dich nicht bitte einfach um verständliche, klare Sätze bemühen, die den Sachverhalt den Du meinst auch wirklich in direkter Form ausdrücken.
Was spricht dagegen?


Theoretische Grundlage:

Das Individuum existiert in einer Zivilisation nicht aus sich heraus, sondern als Derivat ebendieser. Ohne diese Zivilisation wäre es, das Individuum niemals zur Existenz gelangt, "hätte niemals das Licht der Welt erblickt"

Wie kommst Du denn darauf? Das mag heute vielleicht so sein, aber mMn gab es Zustände der menschlichen Zivilisation, da war das definitiv andersherum und wir reden da von vielen Individuen der letzten tausend Jahre, wobei weniger der letzten ca. 230 Jahre und gar nicht der letzten 90 Jahre in dem westlichen Teil der Zivilisation. In der aktuellen afrikanischen Zivilisation wirst Du mMn noch Individuen finden, die ohne Zivilisation existieren können.


Ohne Zivilisation würden in Afrika südlich der Sahara etwa 30 Millionen Menschen leben und nicht über eine Milliarde.

Solche Leute leben hier in Südamerika auch noch.


Ohne Elektrizität? Ohne Straßen? Ohne Verkehrsmittel? Ohne medizinische Versorgung? Ohne Schulen?

Die arbeiten zwar mal gegen Geld, wenn sie etwas kaufen wollen, aber idR leben die als reine Selbstversorger und teilweise zu hundert Prozent in der Natur, aber auch in oder vielleicht am Rande der Zivilisation.


1% der südamerikanischen Bevölkerung oder weniger als 1%? Wer zahlt deren Krankenversorgung?

Dadurch, dass das Individuum in einer Zivilisation nicht aus sich heraus existiert, kann es auch keine eigenen Interessen haben; alle seine Interessen sind entweder identisch mit den Interessen der Zivilisation, oder selbstzerstörerisch gegen diese gerichtet.

Meinst Du nicht, dass Dein Denken arg negativ ist? Es gibt auf der Welt wenige Flecken ohne Zivilisation aber jede Menge Menschen, die in der Zivilisation mitschwimmen, aber keinesfalls von ihr abhängen. In Deutschland muss man die sicher mit der Lupe suchen. Aber Du tust immer so generalisierend.


Es gibt weltweit außer einigen Jägern und Sammlern (wo gibt es sie noch?) niemanden, der nicht von gekauften Nahrungsmitteln, gekaufter Energie, gekaufter Mobilität und gekaufter Ausbildung abhängig ist. Auch wenn er nicht selber bezahlt. Ohne Bezahlung würden aber diese Dinge nicht existieren.

Sorry das stimmt einfach nicht. Hier bei uns im Land gibt es Leute, die das nicht machen. Klar sind das Ausnahmen, aber die leben vom Angeln, vom Jagen, vom Sammeln, von der Hühnerhaltung. Ich weiß auch nicht wie die durchkommen, aber sie arbeiten eigentlich nicht und sie bekommen auch keine Sozialleistungen, aber sie leben doch. Sie arbeiten manchmal doch, weil sie es "mitnehmen", wie einen gepflückten Apfel, aber sie brauchen es nicht. Es geht, weil der Staat sie in Ruhe lässt.

Geld ist kein Ding an sich, sondern ein Derivat der Zivilisation. Es existiert nicht aus sich heraus. Man kann Geld also entweder nur im Interesse der Zivilisation einsetzten oder selbstzerstörerisch scheinbar, gegen sie, in Wirklichkeit aber gegen sch selber.

Hier wird es mMn ja nun ganz falsch. Die Zivilisation hat sich mittels Geld entwickelt und niemals ist das Geld aus der Zivilisation entstanden.


Das ist eine komplette Verdrehung der Tatsachen.

Also, wenn Du den ausführlichen Text, den ich im Beitrag verlinkt hatte, gelesen hättest, könnten wir über dieselben Dinge reden. Hier verfolgst Du eine Deiner Lieblings-Strategien. Einfach von etwas ganz anderem zu reden.
Hier noch mal der Text, um den es ging.
Und hier noch eine Sammlung von Thesen zu diesem Thema: Zivilisationstheorie

Natürlich fahren Autos auf asphaltierten Straßen und der Autoverkehr wird durch asphaltierte Straßen erheblich gefördert; aber das Auto wurde nicht aus dem Grund erfunden, damit die asphaltierten Straßen befahren werden. Es war umgekehrt.

Ja natürlich!!


Geld ist ein Abgabemittel. Niemals ist jemand auf die Idee gekomen, Geld zu erschaffen, um seine Arbeitsleistung abgeben zu können; es war umgekehrt. Mittels Geld wurden Abgaben erhoben. Das Geld für das hergestellte Produkt gehört, wenn es verkauft wird, nicht mehr dem Hersteller, sondern lediglich das um Steuern und Abgaben reduzierte Geld.

Ja!!!

Daher kommt es auch, dass ein Handwerker im Schnitt 5 Std. arbeiten muss, um sich eine Handwerkerstunde leisten zu können.*)**)

Ja!!!


Gruß Mephistopheles

*) Das soll jetzt keine Kritik sein; im Gegenteil. Ohne die arbeitsteilige Gesellschaft müsste er wahrscheinlich 10 oder 20 Std. arbeiten und über 90% seiner Produkte könnte er wahrscheinlich überhaupt nicht herstellen.

Auch richtig!!!


**) Die Zivilisation wird dann untergehen, und zwar genau in dem Moment, wo es günstiger ist, in Produkt selber ohne Einsatz von Energie als arbeitsteilung mit Energieeinsatz zu produzieren.

Das mag sein. Es gibt viele Gründe für den Untergang. Aber diskutieren wollte ich über etwas ganz anderes.

Dieser Satz ist nur eine Abwandlung der Theorie, dass Ölfördrung in dem Moment aufhören wird, in dem man mehr als ein Barrel Öl auwenden muss, um ein Barrel Öl zu fördern.

Das ist auch der Grund für meine These, dass uns das Ende der Zivilisation schneller bevorstehen könnte, als viele, die in der Schule bei Mathematik immer krank waren, glauben wollen.

Ja, könnte, insbesondere wenn wir weiter so dumm bleiben und das Gas, was noch für über hundert Jahre reichen würde, nicht nutzen. Wie dumm muss man sein?

Grüße
Morpheus

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Teils teils

re-aktionaer @, Freitag, 26.08.2022, 16:54 vor 1273 Tagen @ Arbeiter 3923 Views

Wenn man sich die gegenwärtigen oppositionellen Bewegungen ansieht, so fehlt diesen scheinbar völlig der nötige organisatorisch- intellektuelle Unterbau zur praktischen Machtbildung bzw. ist dieser erst seit ca. 5-10 Jahren im Entstehen. D.h. es gibt zwar die empörten Bürger aber wenig politische Praxis und Theorie, keinen konkreten Plan zur Machtergreifung. Das ist ein wesentlicher Unterschied zu den 68ern, die aus einer intelektualiserten Elite und mit dem Geld osteuropäischer Geheimdienste entstanden sind. Ich denke dass dieser Prozess aber gerade beginnt. In den letzten 10 Jahren ist eine alternative Öffentlichkeit entstanden und somit eine Parallelwelt auf die das Establishment keinen Einfluss mehr nehmen kann. Ohne Werkzeuge wie Massenmedien muss jedes System zur offenen Repression greifen um oben zu bleiben. Auch das erleben wir gerade. Offene Repression ist jedoch aber auf Dauer nicht leicht aufrecht zu erhalten, erzeugt sie doch auch wesentlich mehr Widerstand als Manipulation, die man als solche zumeist gar nicht erkennt.
Aktuell erachte ich ca. 30% der Menschen als Regimefeindlich. Das ist nicht gerade wenig.
Mit jeder Repressionsmaßnahme. mit jedem zensierten Blog, mit jeder politischen Krise werden es mehr werden.
Die meisten heutigen Systemgegner, sind restauratorisch gesinnt - sie wollen das System zurück, das man bis zur Unkenntlichkeit entstellt hat. Sie wollen das Deutschland der 80er Jahre. Dieser Herbst wird viele dazu bringen, das ganze System weghaben zu wollen. Erstaunlich dabei - Sämtliche europäische Regierungen haben eigentlich alles unternommen, was man braucht, wenn man eine Revolution im Land haben will. Es gibt mir tatsächlich zu denken, ob man nicht genau das haben will. Denn soviel historisches und politisches Wissen traue ich den Regierungen doch noch zu. Die Frage ist also - was haben sie im Köcher?

Ref.: "Die Frage ist also - was haben sie im Köcher?" Antwort: „Great Reset“. Ein totalitäres System.

sprit @, Freitag, 26.08.2022, 17:32 vor 1273 Tagen @ re-aktionaer 4008 Views

Es sind bereits diverse „Young Global Leaders“ in den Regierungen im Einsatz.
Young Global Leaders (YGL), was created by Klaus Schwab (WEF).

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Keine Abmahnung ohne vorherigen Kontakt!

Der Great Reset ist ein Rohrkrepierer ...

Arbeiter @, Freitag, 26.08.2022, 22:05 vor 1273 Tagen @ sprit 3873 Views

Die Leute um Schwab mit Ihren Computersimulation haben völlig die Bodenhaftung verloren.

Das ganze Geschafel kannst Du - zumindest für Europa - glatt ignorieren.

Das sind alles Anfänge, die in Abbrüchen enden.

Es ist jetzt schon offensichtlich, daß das Projekt eine Nummer zu groß für die Möchtegern-Elite ist.

Fehler in der Rechnung

Mephistopheles, Freitag, 26.08.2022, 19:35 vor 1273 Tagen @ re-aktionaer 3825 Views

Wenn man sich die gegenwärtigen oppositionellen Bewegungen ansieht, so fehlt diesen scheinbar völlig der nötige organisatorisch- intellektuelle Unterbau zur praktischen Machtbildung bzw. ist dieser erst seit ca. 5-10 Jahren im Entstehen. D.h. es gibt zwar die empörten Bürger aber wenig politische Praxis und Theorie, keinen konkreten Plan zur Machtergreifung. Das ist ein wesentlicher Unterschied zu den 68ern, die aus einer intelektualiserten Elite und mit dem Geld osteuropäischer Geheimdienste entstanden sind. Ich denke dass dieser Prozess aber gerade beginnt. In den letzten 10 Jahren ist eine alternative Öffentlichkeit entstanden und somit eine Parallelwelt auf die das Establishment keinen Einfluss mehr nehmen kann. Ohne Werkzeuge wie Massenmedien muss jedes System zur offenen Repression greifen um oben zu bleiben. Auch das erleben wir gerade. Offene Repression ist jedoch aber auf Dauer nicht leicht aufrecht zu erhalten, erzeugt sie doch auch wesentlich mehr Widerstand als Manipulation, die man als solche zumeist gar nicht erkennt.

In 10 Jahren haben wir ganz andere Probleme

Die BRD 2032, wenn es sie noch gibt, wird mit der BRD 2022 genau so wenig zu tun haben wie Russland 1999 mit der Sowjetunion 1989.

Die Bemerkung "wenn es sie noch gibt", bezieht sich darauf, dass sch 1989 auch kein Sowjetgenosse vorstellen konnte, dass die UdSSR 1999 nicht mehr existiert.

Und doch war es so.

Aktuell erachte ich ca. 30% der Menschen als Regimefeindlich. Das ist nicht gerade wenig.
Mit jeder Repressionsmaßnahme. mit jedem zensierten Blog, mit jeder politischen Krise werden es mehr werden.

Das Regime braucht nicht mehr als 1-2% Zustimmer. Würde also 98% Regimefeinde locker aushalten.

Die meisten heutigen Systemgegner, sind restauratorisch gesinnt - sie wollen das System zurück, das man bis zur Unkenntlichkeit entstellt hat. Sie wollen das Deutschland der 80er Jahre. Dieser Herbst wird viele dazu bringen, das ganze System weghaben zu wollen. Erstaunlich dabei - Sämtliche europäische Regierungen haben eigentlich alles unternommen, was man braucht, wenn man eine Revolution im Land haben will. Es gibt mir tatsächlich zu denken, ob man nicht genau das haben will. Denn soviel historisches und politisches Wissen traue ich den Regierungen doch noch zu. Die Frage ist also - was haben sie im Köcher?

Es wird keine Revolution geben. Dazu fehlt die Energie - im wörtlichen Sinne..

Gruß Mephistopheles

warum provozieren unsere Regierungen Unruhen?

JJB @, Dresden, Freitag, 26.08.2022, 20:05 vor 1273 Tagen @ re-aktionaer 4294 Views

es gibt die Theorie, zB von peter Denk, daß die Globalisten ihre Gouvernance 4.0 (vulgo: Eine-Welt-Technokratenregierung, great reset) damit durchdrücken wollen, indem man die aktuellen Regierungen als komplett unfähig diskreditieren kann. Seiner Theorie nach passt dies den Kräften, die die unioplare regelbasierte Weltordnung bekämpfen wollen, auch gut in den kram, also überlässt man die Anrißbirne den Schwab, Gates & Co.

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"das ist die Seuche unserer Zeit: Verrückte führen Blinde!" (Shakespeare, King Lear)

Nette Theorie

Arbeiter @, Freitag, 26.08.2022, 22:11 vor 1273 Tagen @ JJB 3688 Views

von einem netten Menschen - das wars aber auch.

Die Oppositions-Strategie ist eine spannende Sache, was haltet Ihr von dieser Variante?

Morpheus @, Sonntag, 28.08.2022, 05:02 vor 1272 Tagen @ re-aktionaer 2730 Views

Hallo re-aktionaer,

ich habe mir zu dem Thema eine Menge struktureller Gedanken gemacht und habe das jetzt mal versucht so aufzubereiten, dass man eine ziemliche komplexe Strategie in einer guten Stunde, wie ich hoffe, verständliche rüberbringen kann.

Es geht im Kern darum den Demokraten zwei Dinge zu nehmen, mit den sie sich bislang stets verteidigen bzw. alle anderen Platt machen konnten.

1) Die Moral von der freien Gesellschaft, von der ich im Gegenentwurf ganz klar aufzeige, dass diese freie Gesellschaft NUR bei der Opposition zu finden sein wird und NICHT im ANSATZ bei einer Gesellschaft die auf Herrschaft beruht, deren krassen Nachteile durch unsinngste Vorschriften wir alle gerade am eigenen Leib erleben durften und dürfen.
2) Die manipulierbaren Massen, die bei den meisten Fragen unbeteiligt sind und missbräuchlich benutzt werden, warum u.a. auch eine direkte Demokratien nicht sinnvoll ist und warum wir innerhalb der Demokratie oder mit Wahlen gar niemals etwas werden ändern können. Was die Demokraten natürlich nur allzu gut wissen.

Wenn wir die hier vorgestellte Strategie verwenden brauchen wir weder Demos, noch Geld, noch Macht. Es geht NUR mit einer breiten Öffentlichkeit und die Demokraten werden als genau das dastehen was sie real sind:

Dumme, durch ihr (für das Kompetenz-Niveau) weit übermäßiges Gehalt korrumpierte, egoistische Witzfiguren mit absolut ungerechtfertigten Sonderrechten.

Und keine Angst .....

Hier als ein gut einstündiger Folienvortrag anzusehen.....

Grüße
Morpheus

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und wie komme ich jetzt an deine Folien?

Palstek @, Sonntag, 28.08.2022, 11:27 vor 1272 Tagen @ Morpheus 2357 Views

bearbeitet von Palstek, Sonntag, 28.08.2022, 11:37

Wenn ich auf deinen Link klicke sehe ich nur das:

Bild

[image]

Egal auf was ich klicke, führt alles ins nichts ... ?

Sorry und Danke für den Hinweis, Alternative bei Odysee

Morpheus @, Sonntag, 28.08.2022, 14:41 vor 1271 Tagen @ Palstek 2325 Views

Lieber Palstek,

das sind die Tücken der Technik, mit der ich mich mangels Praxis zu wenig auskenne.
Ich habe das Video jetzt auf auf Odysee hochgeladen.
Da sollte es auch ohne installiertes Telegram funktionieren.
Sorry!!!

Grüße
Morpheus

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Genau so ist es!

Weiner, Freitag, 26.08.2022, 19:24 vor 1273 Tagen @ Arbeiter 6094 Views

bearbeitet von Weiner, Freitag, 26.08.2022, 19:56

Das Blöken der Schafe erschöpft die Lungen der Schafe. Das macht sie müde, und am Ende folgen sie wieder den Leithammeln, notfalls zieht man sie am Strick.

Heute hat @Olivia davon geschrieben, dass sich bald vielleicht ein Aufruhr ergebe wegen den hohen Preisen. Das wird nicht geschehen. Die schwächsten Schafe bekommen ein Trostpflaster (eine extra Portion Heu ...) und die stärkeren dürfen sich über einen free-lunch-for-one-day freuen. Und das reicht aus zur Beruhigung.

Und wenn tatsächlich die Unruhe sehr groß würde für die Herren (an deren Existenz @Mephisto nicht glaubt), dann würden die Herren sich ggfs. entscheiden, mit dem Ausmelken und Kahlscheren etwas abzuwarten - sofern sich ihnen ergibt, dass man später, vor dem Abschlachten, noch mal eine weitere Runde Melken und Schur einlegen kann (weil die Schafe noch nicht genug ausgezehrt sind ...). Und dann fallen die Preise so schnell wieder, wie sie gestiegen sind. Und die Schafe sind zunächst mal beruhigt ...

Heute gab es einen interessanten Artikel auf ANTI-SPIEGEL, in dem sich Röper gegen die These von Wolff wehrt, dass Putin auch ein Mitspieler ist im Konzert der Mächtigen. Ich selbst bin auf der Seite von Wolff, räume aber ein, dass Wolff seine Sicht nicht ausreichend präzisiert. Wolff sieht in den großen Vermögensverwaltern die Hauptakteure, während Röper darauf hinweist, dass Kolosse wie Blackrock, Vanguard etc. (wie auch soooo viele andere Equityfirmen) nur dazu da sind, um die wahren Eigentumsverhältnisse zu verschleiern. Das ist natürlich ebenfalls richtig erkannt von Röper.

Röper gebraucht an einer Stelle seines Artikels das Bild des Parasiten, wobei er sich auf eine Rede von Putin beruft. Dieses Bild ist sehr zutreffend, wenn man aufzeigen will, dass Putin eben doch nur ein MITPSPIELER ist. Denn im Kreml kennt man die Namen der wahren Herren des SPIELES der MÄCHTIGEN allesamt.*) Aber statt dass man nun diese selbst ganz gezielt angreift, d.h. im Notfall die Parasiten tötet, hackt man lieber dem befallenen Organismus einen Arm ab - in der irrigen Annahme, das würde den Parasiten bzw. die Population der Parasiten schwächen. Das heißt, man lässt lieber die Ukrainer und junge russische Männer verbluten, statt dass man die EIGENTÜMER ins Visier nimmt. Denn würde man diese, ganz langsam einen nach dem anderen außer Gefecht setzen,**) würden sie sehr schnell panisch werden ...

Es wäre wie ein Aufstand der Schachfiguren gegen die Schachspieler. Putin ist zweifelsfrei nur ein König und Lawrow nur seine Dame, die beide indirekt gespielt werden, weil sie die Regeln des Spiels akzeptieren. Was unter anderem heißt: erst mal die Bauern opfern ...

Eine echte 'neue Weltordnung' könnte nur entstehen, wenn der König und die Dame sich zu den Bauern hinabneigen und sie fragen würden: wollen wir als Schachfiguren endlich gemeinsam den Aufstand gegen die Schachspieler wagen? Das aber getraut sich Putin nicht zu tun. Und deshalb ist er für mich eben auch nur ein Mitspieler.

All das Gerede von der Neuschöpfung einer "neuen mulitpolaren und multilateralen Ordnung souveräner demokratischer Staaten" unter russischer und chinesischer (An-) Führung ist eine komplette Illusion, die nur in ein neues Blutbad und in neue Zerstörungen führen wird - in ein neues, sinnloses Schlachten der Schafe.

Reden wir darüber wieder, wer noch da ist und dazukommen will, in zehn Jahren.

W.

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*) Die eben ermordete Duga deckte in ihren Artikeln und Interviews sehr viele der Strippen auf, an denen die Marionetten im Westen gezogen werden. Diese Insiderinformationen konnte sie sich nicht selbst erarbeiten (dazu war sie noch zu jung), sondern sie hat sie bekommen.****) Und weil sie (pflichtgemäß) alles ausgesprochen hat, wurde sie früh auf die Liste der sanktionierten Personen gesetzt und schließlich ermordet. Und es wurde ihr nur mit dem Orden einer "Heldin" gedankt. So wie vielen dieser Tage gefallenen jungen Russen.

**) Wie durch Duga erkennbar wurde, wäre es gar nicht nötig, den wahren Mächtigen den Kopf abzuschlagen oder sie von Elon Musk auf den Mond schießen zu lassen. Es wäre nur nötig, der Weltöffentlichkeit das Marionettenspiel im Detail und mit nachprüfbaren Quellen darzulegen und die Strippenzieher anklagend ***) zu benennen. Das war in etwa auch das Positivum hinter der einstigen Idee von WikiLeaks.

***) Die Anklage würde, wenn die Wahrheit nach 'gerichtlicher' Prüfung sich bestätigt, die Forderung begründen, das 'Eigentum' der Mächtigen einzuziehen und sie zu verbannen (so haben es die alten Griechen in der Polis gemacht). Für die 'bessere' Verwaltung des dann frei werdenden Vermögens und die gerechtere Verteilung von Überschüssen (oder der frei werdenden Arbeitszeit, wenn auf Wachstum verzichtet wird) bräuchte man aber einen Plan B. Den aber haben die zum Aufstand bereiten Könige, Damen, Springer, Türme, Läufer und Bauern nicht. Sie kennen ja nur die bisherigen Regeln des Spiels ...

****) Ergänzung I: Im 'Kreml' kennt man die Namen schon allein deswegen, weil die heutigen Herren im Kreml ab der zweiten Hälfte der 1990er Jahren in einem Überlebenskampf waren: die wahren Mächtigen wollten damals ein neues Set von Figuren auf das Schachspiel stellen, wogegen die alten Figuren sich gewehrt haben, erfolgreich, wie man sieht - jedoch um den Preis, die alten Spielregeln anzuerkennen.

Ergänzung II: Auf dem Schachspiel stehen im aktuellen Stadium zwei Farben, die schwarze (russisch-chinesisch) und die weiße (USA/Europa). Es könnte sich eine dritte Farbe etablieren (rot, Deutschland) - doch dann wird es sehr kompliziert mit den Regeln. Es wäre ein TAUROGGEN-Moment. Sehr wahrscheinlich würde dann China aus der Pseudo-Allianz mit Russland wieder ausscheren, und man hätte plötzlich ein vierfarbiges Schach. Geopolitisches Schach geht aber nur mit zwei Farben, maximal drei.

PUTIN bzw. Russland wird Deutschland allerdings erst dann in sein Kalkül ziehen, wenn sich hier eine so starke Opposition (zur gegenwärtigen, regierungsamtlichen Politik) gebildet hat, dass sie den Russen tragfähig genug für eine Kooperation erscheint. Das müsste eine Opposition nicht nur in Worten sondern auch in Taten sein. Und sie müsste so stark sein, dass sie außerdem mit Russen und Chinesen frei und souverän verhandeln kann. Das ist primär eine geistige (heute sagt man 'mentale') Angelegenheit ...

Wir gehen immer davon aus ....

NST @, Südthailand, Samstag, 27.08.2022, 06:11 vor 1273 Tagen @ Weiner 3876 Views

bearbeitet von NST, Samstag, 27.08.2022, 06:36

Eine echte 'neue Weltordnung' könnte nur entstehen, wenn der König und die Dame sich zu den Bauern hinabneigen und sie fragen würden: wollen wir als Schachfiguren endlich gemeinsam den Aufstand gegen die Schachspieler wagen? Das aber getraut sich Putin nicht zu tun. Und deshalb ist er für mich eben auch nur ein Mitspieler.

..... dass wir uns in einem realen Leben befinden. Es könnte aber auch so sein, Putin entspricht dem Prof. Moriarity (leider nur auf Englisch) - die Szene aus Star Trek TNG - auf dem Holodeck erklärt diese Möglichkeit.

Prof. Moriarity beobachtet - wie sich der Ausgang und Zugang öffnet - während das Spiel im Hintergrund einfach weiter läuft .....

Mit diesem Wissen versucht er ein persönliches Ticket zu lösen und am Ende glaubt er, er hätte den Ausgang durchschritten. Geschafft hat er aber nur, den Übertritt in den nächste Simulation, welche von den Programmieren extra für ihn neu geschaffen wurde. Alles andere sind so oder so immer nur Statisten, mehr als Speicherplatz erfordert das nicht.

Star Trek TNG -- The Holodeck: Professor Moriarity

Wenn die Grundannahme falsch ist, stimmt auch keine der Ableitungen. Aus einem Spiel lässt sich dann nur ein weiteres generieren .... oder anders aus einer Kopie lässt sich kein Original herstellen.
Gruss

--
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Jeder arbeitet im Ausmass seines Verstehens für sich selbst und im Ausmass seines Nicht-Verstehens für jene, die mehr verstehen!

Duginas Artikel

mabraton @, Samstag, 27.08.2022, 07:14 vor 1273 Tagen @ Weiner 4019 Views

Hallo Weiner,

kannst Du bitte Links zu Daria Duginas Hintergrundartikeln bereitstellen.

Beste Grüße
Marc

ich schließe mich an :-)

Manuel H. @, Samstag, 27.08.2022, 07:16 vor 1273 Tagen @ mabraton 3638 Views

Wenn es da etwas sogar auf Englisch oder Deutsch gibt, wäre das natürlich super.

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