Gestern war der 30.Jahrestag der gewalttätigen Ausschreitungen in Rostock-Lichtenhagen. Werden die Ukrainer die nächsten Opfer sein?

Plancius @, Dienstag, 23.08.2022, 12:20 vor 1277 Tagen 3296 Views

bearbeitet von Plancius, Dienstag, 23.08.2022, 12:24

Gestern jährten sich zum 30. mal die gewalttätigen Ausschreitungen von zumeist Rostocker Jugendlichen gegen eine zentrale Asylunterkunft in Rostock-Lichtenhagen.

https://de.wikipedia.org/wiki/Ausschreitungen_in_Rostock-Lichtenhagen

Rostock war nach der Wende wie viele andere ostdeutsche Städte vom Kollaps der Industrie und der damit verbundenen Massenarbeitslosigkeit betroffen. In den Rostocker Plattenbausiedlungen Evershagen, Lütten Klein und Lichtenhagen konzentrierten sich sozialer Abstieg, Verarmung und Perspektivlosigkeit. Viele Menschen wanderten in den aussichtsreicheren Westen ab. Diejenigen, die im gut bezahlten Staatsdienst untergekommen sind oder irgendwie die Kurve in der freien Wirtschaft gekriegt haben, zogen in schickere Stadtviertel um oder bauten sich ein Haus in den neuen Retortensiedlungen rund um Rostock.

Anfang der 90er Jahre gab es einen starken Einwanderungsdruck seitens der Aussiedler aus der ehemaligen Sowjetunion, Bürgerkriegsflüchtlingen aus Jugoslawien und Asylanten von überall her.

In Rostocks Plattenbauten wurden zunächst sehr viele russische und kasachische Aussiedler untergebracht. Erst später kam die Einquartierung der Asylanten in Lichtenhagen hinzu.

Der Sozialneid der Rostocker richtete sich eigentlich vornehmlich gegen die russischen Aussiedler in Lütten Klein, die mit vielen Tausend DM Starthilfe pro Person bedacht worden sind und die „Russen“ daraufhin mit neuen Autos aufwarten konnten oder sogar ein neues Eigenheim bzw. eine Gebrauchtimmobilie beziehen konnten. Dieser materielle Reichtum in kurzer Zeit war für die angestammte, nun abgehängte Bevölkerung in Rostocks Plattenbauten unerreichbar und schürte Aggressionen gegen die neuen Zuwanderer.

Die Explosion des aufgestauten Sozialneids richtete sich aber letztendlich gegen die doch sehr kulturfremden Asylanten in Lichtenhagen, die in die Grünanlagen urinierten, kackten und ihren Müll überall hinterließen. Hier ernteten die gewalttätigen Jugendlichen auch den Beifall der älteren, angestammten Nachbarschaft.

Nun sind dieses Jahr in einer ähnlich gelagerten sozial angespannten Situation in Mecklenburg wiederum viele Ausländer, in diesem Fall Ukrainer, angekommen. Und wieder sind viele Menschen durch die hohe Inflation und explodierende Energiekosten bis in die einst gut situierte Mittelschicht hinein von Abstiegsängsten bedroht.

Urlauber und Tagestouristen an der mecklenburgischen Ostseeküste sind dieses Jahr sehr verärgert über die stark gestiegenen Kosten, seien es nun Übernachtung, Restaurant oder Parkgebühren, verbunden mit einer spürbar nachgelassenen Servicequalität allerorten. Man kann die Unzufriedenheit den Leserbriefen der Ostseezeitung oder des Nordkuriers entnehmen oder in den sozialen Netzwerken nachlesen.

Gleichzeitig sehen die Einheimischen wie Urlauber, wie die ukrainischen „Flüchtlinge“ ihre Audi Q7, BMW X6, Tesla oder auch ihren einfachen Mittelklassewagen am Rostocker Bahnhof, in der Innenstadt oder in Orten wie Ahrenshoop oder Prerow in der ersten Reihe der teuersten Parkplätze für lau parken, während der normale Urlauber mittlerweile 12 bis 15 EUR für ein Tagesticket am Strandzugang berappen muss.

An kühleren Tagen kann die deutsche Familie im Rostocker Zoo, in den Museen oder anderen öffentlichen Einrichtungen erleben, wie die ukrainische Familie wohlgelaunt mit ihren Pässen wedelt und free-of-charge am Eingang vorbei gewunken wird, während der deutsche Familienvater schon mal 50 EUR für Eintritt und Parken locker machen muss.

In Ahrenshoop zum Beispiel sitzen die Ukrainer in den teuersten Cafes und Restaurants. Anstatt sich dezent zurückzuhalten, sitzen sie manchmal in Gruppen bis 15 Personen zusammen, machen lautstark auf sich aufmerksam, sprechen Toasts aus und prosten sich zu. Vielen Einheimischen kommt es vor, als wenn sie sagen: Wir sind die neuen Herren Europas. Haltet das Maul und zahlt Steuern.

Ihnen merkt man keinerlei Empathie für die aktuellen Probleme und Befindlichkeiten des sie alimentierenden, gastgebenden Volkes an.

Hier baut sich bei der normalen Bevölkerung ein zunehmender Frust und Sozialneid auf. Viele kämpfen ob der sich abzeichnenden Kostenlawine ab Herbst mit Existenz- und Abstiegsängsten und müssen täglich mit eigenen Augen sehen, wie ihr hart erarbeitetes Steuergeld an fremde Einwanderer zum Fenster herausgeworfen wird.

2015 war die Situation noch anders. Da wurden zwar auch Milliarden Euro an die Zuwanderer aus aller Herren Länder verteilt, der normale Deutsche war aber im täglichen Leben nicht von Abstiegsängsten bedroht. Die Asylanten waren zwar im Stadtbild wahrzunehmen, sie waren aber im normalen Lebensumfeld der Deutschen nicht sichtbar. Man traf sie nicht im Restaurant, nicht im Urlaub an der Ostsee, nicht im Hotel oder im Cafe. Und sie kamen vor allem nicht mit teuren Autos, sondern man konnte sich höchstens über ein IPhone aufregen.

Ist sich die Politik dessen nicht bewusst, mit der Verteilung von Privilegien an Ukrainer, die alle zumindest auf H4-Niveau oder besser gestellt sind, Öl ins Feuer in einer sozial angespannten Lage zu gießen? Oder steckt da etwa Absicht dahinter, um Gewalt gegen diese Gruppe zu provozieren?

Ich vermute ganz stark, wenn im Herbst die Demonstrationen aufflackern werden, dann wird es mit dem enger werdenden Verteilungsspielraum und dem aufgestauten Sozialneid zu gewalttätigen Aktionen gegen Ukrainer kommen. Zumindest werden einige ihrer Autos brennen.

PS:
Wir haben jetzt die erste Familie in der weiteren Nachbarschaft (mit 3 Kindern), die wegen der gestiegenen Kosten die Raten für ihre Eigentumswohnung nicht mehr zahlen kann. Sie kann in unserer mecklenburgischen Kleinstadt jedoch in keine preiswertere Mietwohnung mehr umziehen, weil der Wohnungsmarkt mittlerweile dicht ist. 15 ukrainische Familien belegen frühere, disponible Wohnungen der örtlichen Wohnungsgenossenschaft.

In den nächsten Monaten werden noch viele Finanzierungen platzen, wenn die gestiegenen Lebenshaltungskosten voll durchschlagen. Viele Familien drängen hierdurch zusätzlich auf den preiswerteren Mietwohnungsmarkt. Da durch den unbegrenzten Zuzug von Leistungsempfängern nach Deutschland mittlerweile auch der Wohnungsmarkt in der ostdeutschen Provinz an seine Grenzen stößt, wird hier gerade ein immenser sozialer Sprengsatz scharf geschaltet.

Keine schönen Aussichten.

Gruß Plancius

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"Natürlicher Verstand kann fast jeden Grad an Bildung ersetzen, aber keine Bildung den natürlichen Verstand." ARTHUR SCHOPENHAUER

das ist pure Absicht

JJB @, Dresden, Dienstag, 23.08.2022, 14:46 vor 1277 Tagen @ Plancius 2744 Views

und auch hier fallen die dicken SUV's auf, die ich mir niemals leisten könnte.
Teile und herrsche.
Ein brandanschlag käme unseren Politikmarionetten doch mehr als gelegen, am besten vor einer Wahl.

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"das ist die Seuche unserer Zeit: Verrückte führen Blinde!" (Shakespeare, King Lear)

Obwoh die Absichten vmtl. um einige Nuancen anders lagen

D-Marker @, Rostock (MV), Dienstag, 23.08.2022, 17:32 vor 1277 Tagen @ JJB 2413 Views

Der Verfassungsschutz brauchte damals ein Exempel.
Also hat er seine Rechten nach Lichtenhagen geschickt.
Erkennt man schon an der Logistik.
Die haben dann gebrandstiftet.
Ein Irrtum, glaube ich. Denn die sind so dämlich gewesen und haben das nächste Objekt in der Nähe des S-Bahnhofes, das Sonnenblumenhaus, angegriffen, und damit die Vietnamesen erwischt, eigentlich ein geachtetes Völkchen im dortigen Raum.

Sie sollten wohl die Sintis und Roma angreifen.
Denn die haben in die Büsche gepinkelt und gekackt.
Weil ihnen nichts anderes übrig blieb.
Eine zentrale Aufnahmestelle war damals in Arbeit, aber eben noch nicht funktionsfähig.

LG
D-Marker

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https://www.youtube.com/watch?v=LqB2b223mOM

Danke für den aufschlussreichen Beitrag, dessen Inhalt wohl keine positive Perspektive einer tugendhaften Zukunft bietet.

sprit @, Mittwoch, 24.08.2022, 16:55 vor 1276 Tagen @ Plancius 1698 Views

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Keine Abmahnung ohne vorherigen Kontakt!

Freiheit für Egon Olsen oder ein Beispiel für Geschichtsfälschung

D-Marker @, Rostock (MV), Sonntag, 28.08.2022, 14:21 vor 1272 Tagen @ D-Marker 1879 Views

Gestern (27.08.2022) war in Lichtenhagen eine Demo zum Gedenken an die Opfer von Lichtenhagen.
Tote gab es damals keine, aber das tut nicht so viel zur Sache.
Wichtig ist die Ideologie.

Ca 2000 bis 3000 Teilnehmer wurden herangekarrt. Hauptsächlich mit Bussen. Aus der norddeutschen Hälfte.
Die ältere Generation fehlte komplett, alles junge Menschen, die ältesten höchstens 30.
Und das zum 30. Jahrestag…

Diese fehlgeleitete Horde zog dann von Lichtenhagen nach Lütten-Klein und wieder zurück.
Allgemeingültige Plakate, gegen Rassismus z.B. , ebenfalls wurde gegendert..

Antideutsche ebenfalls prozentual vertreten.
Ein schwarzer Block mit Maskierten war auch dabei. Da ich mir das Elend bis zum Ende ansehen wollte, habe ich dann bis zum Schluss beobachtet.

Neben einem Buss pellte sich der Block mit den schwarzen Gewändern aus. (Sie wechselten ihre Klamotten.)

Zur Kenntnis nehmen musste ich, das es sich bei diesen Leuten um Menschen handelte, die höchstens 30 waren.
Meine Freunde hatten etwas dagegen, dass ich filmte. Sie betonten, dass sie mich in einem Stück wieder sehen wollten.

Zu diesen Schlägern:
Meiner Kamera-Aufnahme nach waren sie genervt vom Tageseinsatz, entkleideten sich.

Ihre Bewaffnung (Stöcke) sofort im Bus verstauten.

Auch die Masken fielen in dieser öffentlichen Umkleide.

Fehler, Kamera-Aufnahmen könnten sie identifizieren.

Begleitet wurde das Ganze durch die Polizei von MV und der Bundespolizei.

Rostocker habe ich keine bei der Demo gesehen. Kein Wunder, die wissen noch, was damals wirklich geschah.

LG
D-Marker

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https://www.youtube.com/watch?v=LqB2b223mOM

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