Wie heizen in den nächsten Wintern? Bitte um Rat.

Naclador @, Göttingen, Mittwoch, 20.04.2022, 11:32 vor 1390 Tagen 4608 Views

bearbeitet von Naclador, Mittwoch, 20.04.2022, 11:39

Moin,

kurze Lagebeschreibung:

Ich wohne mit meiner Familie in einem Reihenmittelhaus Baujahr 1966, 110 m², ursprünglich kohlebefeuert, zur Zeit beheizt mit einer alten Ölheizung (vermutlich 80er Jahre). Dämmung ist kaum vorhanden außer am Dach, da liegt Styropor unter der Teerpappe. Trotzdem ist unser Heizenergiebedarf mit ca. 1800 Litern im Jahr recht bescheiden, dank der Lage (zwei Wände perfekt gedämmt durch die Nachbarhäuser, eine Wand halb in der Erde dank Hanglage).

Da Öl knapp und teuer ist und bleiben wird, und darüber hinaus politisch nicht mehr erwünscht, überlegen wir einen Technologiewechsel. Gas scheidet aus, da unsere Regierung sich leider weigert, weiterhin günstiges Gas aus Russland abzunehmen.

Wärmepumpe halte ich für energetischen Blödsinn. Da wäre es noch sinnvoller, per Infrarotheizung direkt mit Strom zu heizen, als dass man aus der im Winter kalten Außenluft Wärme entnimmt und damit Wasser warm macht, das dann mit den entsprechenden Verlusten in unseren ungedämmten Heizungsrohren bis in unsere alten Rippenheizkörper läuft, mit einer viel zu niedrigen Vorlauftemperatur.

Meine bevorzugte Lösung wäre eine Pelletheizung. Da muss man an der Installation nur wenig ändern, genug Raum für einen Pelletbunker wäre da (dort wo früher die Eierkohlen lagerten). Was haltet Ihr davon? Wie schätzt Ihr die zukünftige Verfügbarkeit von Pellets ein? Angeblich werden die zu 85% im Inland produziert. Für die Heizungsanlage selbst könnte man 45% Förderung abgreifen.

Eine Alternative wäre die erwähnte Infrarotheizung, dann könnte die ganze Wasserinstallation weg. Müsste man aus Kostengründen aber mit Photovoltaik kombinieren. Kann das im Winter klappen? Wahrscheinlich müsste man in den ganz dunklen Monaten Strom zukaufen. Angeblich gibt aber Strahlungswärme das beste Wohngefühl, selbst wenn man die Raumtemperatur ein paar Grad niedriger hält. Hat jemand damit Erfahrungen?

Kennt Ihr noch andere Heizmöglichkeiten? Eigene Biomasse haben wir leider nicht zur Verfügung, wir haben nur ein winziges Gärtchen.

Viele Grüße,
Naclador

haustechnikdialog forum, dort wird dir gut geholfen (angepasstes Beispiel)

Joe68 @, Mittwoch, 20.04.2022, 11:44 vor 1390 Tagen @ Naclador 4019 Views

bearbeitet von Joe68, Mittwoch, 20.04.2022, 11:59

Wieviel m2 beheizt du denn?
Es lässt sich, üerschlagsweise mit der Schweizer Formel, die Leistung des Wärmeerzeugers, ableiten. Daraus lässt sich dann ableiten ob eine WP in Betracht kommt (dein Haus ist ja seitlich sehr gut gedämmt, da Mittelhaus)

Aus dem Bauch heraus würde ich dir, für die Übergangszeit ein oder mehrere Split-Klima-Anlagen und für den Kernwinter einen Pelletkaminofen empfehlen.
Bleibt dann die Frage nach dem Warmwassererzeuger. Wenn die zentrale Heizung wegfällt, dann wäre eine Warmwasser-WP oder Durchlauferhitzer möglich.

https://www.haustechnikdialog.de/Forum/46/haustechnikforum



...Heizlastermittlung nach Weiersmüller
Diese Methode wird vom Schweizer Bundesamt für Energie vorgeschlagen und liefert für Wohnbauten mit Kesselleistungen < 100 kW gute Ergebnisse. Weiersmüller schlägt eine Berechnung der Heizlast aus dem Jahresverbrauch und einer abgeschätzten Jahresheizzeit vor.

Beispiel:

Ein Wohnhaus hat einen Verbrauch von 90.000 kWh/Jahr für Heizung und Warmwasser.
Für das Schweizer Mittelland liegt diese Zeit etwa bei 3000 Stunden.
Die benötigte Kesselleistung beträgt: 90.000 kWh/3.000 h = 30 kW.
(Umrechnung: 1 Liter Heizöl entspricht ca. 1 m³ Gas entspricht ca. 10 kWh → Heizöläquivalent)
In Deutschland wird statt der Jahresheizzeit die Anzahl der Kessel-Volllaststunden verwendet. Je nach energetischem Standard (Altbau, sanierter Altbau, Neubau) und Standort werden von Kesselherstellern für Wohngebäude zwischen 1.600 und 2.100 Volllaststunden genannt....

https://de.wikipedia.org/wiki/Heizlast


Laut dem oben genannten Forum:

Jahresverbr./300(bei WW)=Heizleistung

z.b. 1800L,Öl/300=6KW Kesselleistung bzw. WP.

https://www.haustechnikdialog.de/Forum/t/87892/Angabe-Oelverbrauch-mit-ohne-Brauchwasser-

Prima, danke!

Naclador @, Göttingen, Mittwoch, 20.04.2022, 11:51 vor 1390 Tagen @ Joe68 2791 Views

Da schau ich mal hin.

Es sind ca. 110 m², hab ich gerade noch nachgetragen.

Warmwasser ist bei uns eh elektrisch und soll es auch bleiben, da wir nicht alle Wände für neue Warmwasserleitungen aufreißen wollen. Unser Stromverbrauch ist dennoch recht niedrig, wir verbrauchen zu sechst etwa so viel wie ein typischer Drei-Personen-Haushalt, laut unserem Energieversorger.

Außerdem können wir so die Heizungsanlage im Sommer für vier bis sechs Monate außer Betrieb nehmen, was viel Energie spart gegenüber Ganzjahresbetrieb.

Mit einem Kaminofen für Pellets werden wir allerdings nicht hinkommen, da wir damit nicht beide Etagen warm kriegen. Also entweder müsste der Ofen zusätzlich Wasser für die Heizkörper erwärmen, oder wir bräuchten pro Etage einen Ofen.

Die Klimageräte werde ich mir auch anschauen.

Viele Grüße,
Naclador

Freunde hier in CR haben eine sehr gute Holzheizung ..

Mirko2, Mittwoch, 20.04.2022, 11:52 vor 1390 Tagen @ Naclador 3450 Views

Im Keller ist ein großer Tank mit dem Inhalt von 10000 Heißwasser, der Holzkessel heißt das Wasser im Tank auf und gibt es dann an die Heizung weiter. Der Holzkessel ist nicht größer als eine moderne Gasheizung, was riesig ist, ist der Warmwassertank.

Wozu das viele Wasser?

Naclador @, Göttingen, Mittwoch, 20.04.2022, 12:07 vor 1390 Tagen @ Mirko2 3176 Views

Die Idee ist dann wohl, dass man durch den riesigen Tank Wärmeverluste vermeidet wegen besserem Volumen-Oberfläche-Verhältnis? Aber die 10.000 L erst einmal auf Temperatur zu bekommen kostet doch irre Mengen an Energie?

Mal davon abgesehen habe ich leider nicht genug Platz für so einen riesigen Pufferspeicher.

Viele Grüße,
Naclador

Ähnliche Überlegungen hatte ich auch getroffen...

Andudu, Mittwoch, 20.04.2022, 12:59 vor 1390 Tagen @ Naclador 3037 Views

...so 2007 herum, als wir ein altes Haus kauften. Öl erschien mir damals schon problematisch, auch weil kein entsprechend sicherer Lagerplatz existierte (bis dahin waren Öl-Einzelöfen drin, die manuell befüllt wurden). Gas gabs nicht. Erdwärme konnten wir nicht bezahlen. Außerdem hatte ich die Krisensicherung im Hinterkopf.

Ich hab mich damals dann für einen Holzvergaser entschieden, denn eines dürfte im Schwarzwald immer irgendwie verfügbar sein: Stückholz. Ob das im Rest von Deutschland auch so ist, ist eine andere Frage. Kombiniert ist das Ding mit 2000l Pufferspeicher (die auch von der Solarthermie geheizt werden, bringt im Winter aber fast nichts).

Mit der aktuellen Erfahrung würde ich sagen: kann man machen, aber Luxus ist anders. Ich plane eigentlich einen Kombikessel zu kaufen, der Stückholz und Pellets verheizen kann, ansonsten muss man im Winter nämlich jeden Tag anheizen und kann nicht verreisen oder sowas. Dank Pufferspeicher reicht zwar einmal am Tag, so mit 2-4 mal nachlegen, aber es nervt. Auch das Holzhandling (z.Z. lasse ich mir Holzbriketts liefern) ist sehr viel unbequemer als die Pellets reinpumpen zu lassen, eher nicht "alte Leute geeignet", weil viel zu schleppen. Dafür ist es aber halt relativ günstig und hierzulande relativ krisensicher, notfalls könnte ich auch selbst mit Kettensäge günstig "Holz machen" gehen, praktizieren hier viele.

Außerdem haben wir natürlich die Dämmung verbessert, insbesondere Dank neuer Fenster, Außendämmung steht allerdings noch aus.

Ob Pellets so der Bringer sind, weiß ich nicht, einige sind glücklich damit, der Schornsteinfeger neulich meinte aber, da würden viele jammern, weil die Brenner so anfällig sind. Da sollte man also genau hinschauen, die Technik ist offenbar anspruchsvoller...

"Wir sollten darauf verzichten, Holz zu verheizen."

hörby, Mittwoch, 20.04.2022, 13:01 vor 1390 Tagen @ Naclador 3576 Views

Die Bundesregierung hat ein klares Ziel: Zum Heizen soll mehr auf erneuerbare Energien gesetzt werden. Das bedeutet das Aus für Heizungen mit Öl und Erdgas. Nun fordert das Umweltbundesamt aber auch ein Verbot für Holzöfen und kritisiert die Förderung der Pelletkessel.
Was die Gründe für die Forderung sind, den aktuellen Stand der Diskussion um Holz- und Pelletöfen und mögliche Alternativen zum Heizen mit Holz findet ihr in diesem Artikel.

https://www.swp.de/panorama/heizen-holz-verbot-pallets-oefen-foerderung-neue-heizung-62...

Kommt nach Dieselgate ein Holzofengate?

Aus Bundesmitteln (BAFA) werden „kleine Holzfeuerungsanlagen“ mit bis zu 45% Zuschuss zum Kaufpreis sowie günstigen Krediten über die Förderbank KfW subventioniert. Mit den laut Umweltbundesamt aktuell allein 11,2 Mio. Holzöfen und weiteren Pelletheizungen wird inzwischen lt. dem Umweltmagazin GEO mit Berufung auf Datenerhebungen des Umweltbundesamts mehr Feinstaub PM2,5 ausgestoßen, als mit dem gesamten Straßenverkehr über Bremsen- und Reifenabrieb sowie Abgase. In Wohngebieten wurde abends bei Betrieb von Holzöfen schon die dreifache Feinstaubbelastung des berühmten Stuttgarter Neckartors zur Rush-Hour gemessen.

Daher forderte auch Dirk Messner, der Präsident des Umweltbundesamts zuletzt:

"Wir sollten darauf verzichten, Holz zu verheizen."
Da Holz ein buntes Stoffgemisch darstellt, ist es der ineffizienteste aller zulässigen Brennstoffe. Daher benötigt ein durchschnittliches Wohnhaus bei Einsatz einer Pelletheizung laut dem Wirtschaftsverband der Pellethersteller im Schnitt 4,7 Tonnen des Brennmaterials pro Jahr. Es fällt dadurch nach Angabe der Schweizer Umweltbehörde auch eine gegenüber Gas um 60% erhöhte Menge an CO2 für die gleiche Menge an erzeugter Wärmeenergie an, nämlich 56,4 g/Megajoule bei Gas und 92 g/MJ bei jeglicher bestmöglich betriebenen Holzheizung. Zudem stoßen Holzöfen deutlich höhere Mengen hochgiftiger polyzyklischer Kohlenwasserstoffe aus. Bei einem Betrieb mit feuchtem Holz waren die gemessenen Werte hundert bis tausendfach höher als bei Gasheizungen.

--
Mfg.H.

Danke, davon hatte ich natürlich auch gehört. Glaube aber nicht, dass das Verbot kommen wird.

Naclador @, Göttingen, Mittwoch, 20.04.2022, 14:08 vor 1390 Tagen @ hörby 2802 Views

Lieber hörby, vielen Dank für Deinen Beitrag.

Aus Bundesmitteln (BAFA) werden „kleine Holzfeuerungsanlagen“ mit bis zu 45% Zuschuss zum Kaufpreis sowie günstigen Krediten über die Förderbank KfW subventioniert. Mit den laut Umweltbundesamt aktuell allein 11,2 Mio. Holzöfen und weiteren Pelletheizungen wird inzwischen lt. dem Umweltmagazin GEO mit Berufung auf Datenerhebungen des Umweltbundesamts mehr Feinstaub PM2,5 ausgestoßen, als mit dem gesamten Straßenverkehr über Bremsen- und Reifenabrieb sowie Abgase. In Wohngebieten wurde abends bei Betrieb von Holzöfen schon die dreifache Feinstaubbelastung des berühmten Stuttgarter Neckartors zur Rush-Hour gemessen.

Da sind aber eher die Scheitholz-Kaminöfen verantwortlich, nicht moderne Pellet-Kessel. Die haben ziemlich passable Abgaswerte.


Daher forderte auch Dirk Messner, der Präsident des Umweltbundesamts zuletzt:

"Wir sollten darauf verzichten, Holz zu verheizen."
Da Holz ein buntes Stoffgemisch darstellt, ist es der ineffizienteste aller zulässigen Brennstoffe.

So ein Unfug. Heizöl ist auch ein "buntes Stoffgemisch". Lediglich Gas ist relativ aufgeräumt, was die Chemie angeht. Wieso sollte Holz deswegen ineffizient verbrennen?

Daher benötigt ein durchschnittliches Wohnhaus bei Einsatz einer Pelletheizung laut dem Wirtschaftsverband der Pellethersteller im Schnitt 4,7 Tonnen des Brennmaterials pro Jahr. Es fällt dadurch nach Angabe der Schweizer Umweltbehörde auch eine gegenüber Gas um 60% erhöhte Menge an CO2 für die gleiche Menge an erzeugter Wärmeenergie an, nämlich 56,4 g/Megajoule bei Gas und 92 g/MJ bei jeglicher bestmöglich betriebenen Holzheizung.

Boah, na klar brennt Gas effizienter. Aber das ist ein fossiler Brennstoff. Ich denke, die sind pfui?! Das CO2 aus den Pellets haben die Bäume beim Wachsen brav aus der Atmosphäre gefischt. Bis auf Verarbeitung und Transport sind die Dinger CO2-neutral - ich dachte, darum ginge es dem Umweltbundesamt?

Zudem stoßen Holzöfen deutlich höhere Mengen hochgiftiger polyzyklischer Kohlenwasserstoffe aus. Bei einem Betrieb mit feuchtem Holz waren die gemessenen Werte hundert bis tausendfach höher als bei Gasheizungen.

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Pellets sind aber kein feuchtes Holz! Die sind furztrocken. Es kommt allein auf die Verbrennungstemperatur an, welche Nebenprodukte entstehen. Und es sind auch nicht alle polyzyklischen Kohlenwasserstoffe "hochgiftig". Dass in Gasheizungen so gut wie keine PZK entstehen, liegt in der Natur der Sache.

An ein Verbot von Pelletöfen glaube ich nicht, da ein guter Teil der grünen Stammwählerschaft auf solche Anlagen umgestiegen ist. Mit irgend etwas werden die Leute wohl heizen müssen, gell?

Viele Grüße,
Naclador

Darauf bin ich bisher glücklicherweise noch nicht angewiesen.

Naclador @, Göttingen, Donnerstag, 21.04.2022, 09:19 vor 1389 Tagen @ Mephistopheles 1787 Views

Wald hat es hier aber zur Genüge. Wenn es hart auf hart kommt, könnte man auch Holz "wildern" gehen.

Gruß,
Naclador

Kaminofen + Solaranlage

Zorro @, Mittwoch, 20.04.2022, 17:16 vor 1390 Tagen @ Naclador 3024 Views

bearbeitet von Zorro, Mittwoch, 20.04.2022, 17:28

Hallo Naclador,

mit einem Kaminofen der 8 kW Klasse bekommst du eine ganze Wohnung warm. Edelstahlrohr in den alten Kamin reingestellt oder so´n Ding außen an der Fasade entlang. Alles vorher mit dem Schornsteinfeger absprechen und den Aufstellungsort des Ofens möglichst zentral in der Wohnung.

Gesamtkosten für das Projekt, maximal 5000,- €

Holz besorgen (4 Schüttmeter langen pro Winter) und 1 Palette Kohlebriketts (das wiederum nicht unbedingt dem Schornsteinfeger auf die Nase binden <img src=" />
Zur Not kannst du die Möbel der Nachbarn kleinsägen und verfeuern, die sind ja zwischenzeitlich verhungert oder erfroren..[[zigarre]]

Eine Solaranlage bringt dir für lastintensive Verbraucher in den Monaten Dezember und Januar sehr wenig. Selbst mit einer 30kWp Anlage lassen sich da nur 600kWh im Monat produzieren. zieht man den normalen Verbrauch des Haushalts ab, wären vielleicht noch 200kWh übrig, die hätte eine Wärmepumpe ruck zuck verblasen.

In der Übergangszeit März, April sieht das schon ganz anders aus. Hier hättest du Strom im Überfluss, zumindest dieses Jahr. (ungewöhnlich viel Sonne)

Allerdings wird die Dachfläche bei dir höchstens 8-10 kWp Belegung hergeben und mit Batterie und dem ganzen Gerödel, bist du spontan min. 40.000,-€ ärmer.
Stromkosten allerdings die nächsten 10-20 Jahre nahezu Null.
Und die Möglichkeit das Brauchwasser elektrisch mit einer Wärmepumpe zu betreiben, weil kalt duschen, ist nicht jedermanns Sache :-P

Soweit mein Senf dazu.

VG Zorro

--
Haftungsausschluss! - Beachten Sie bei "Börsenpostings & Analysen" bitte den Disclaimer des Gelben Forums!
Die in diesem Posting enthaltenen Angaben stellen keine Aufforderung zum Kauf oder Verkauf von Wertpapieren oder anderen Anlageinstrumenten dar.

Wärmepumpe kommt mir wie gesagt nicht ins Haus.

Naclador @, Göttingen, Donnerstag, 21.04.2022, 09:11 vor 1389 Tagen @ Zorro 2148 Views

Moin Zorro,

mit einem Kaminofen der 8 kW Klasse bekommst du eine ganze Wohnung warm. Edelstahlrohr in den alten Kamin reingestellt oder so´n Ding außen an der Fasade entlang. Alles vorher mit dem Schornsteinfeger absprechen und den Aufstellungsort des Ofens möglichst zentral in der Wohnung.

Gesamtkosten für das Projekt, maximal 5000,- €

An sich eine schöne Idee, aber wir leben auf zwei Etagen, die kriege ich mit einem Kamin nicht beide warm. Oben klappt das sehr gut (wir haben bereits einen kleinen Scheitholz-Kamin auf dem Flur).

Eine Solaranlage bringt dir für lastintensive Verbraucher in den Monaten Dezember und Januar sehr wenig. Selbst mit einer 30kWp Anlage lassen sich da nur 600kWh im Monat produzieren. zieht man den normalen Verbrauch des Haushalts ab, wären vielleicht noch 200kWh übrig, die hätte eine Wärmepumpe ruck zuck verblasen.

Danke, das bestätigt meine Vermutung. Wärmepumpe wollte ich eh nicht, aber auch für Infrarotheizung müsste im Winter Strom zugekauft werden.

In der Übergangszeit März, April sieht das schon ganz anders aus. Hier hättest du Strom im Überfluss, zumindest dieses Jahr. (ungewöhnlich viel Sonne)

Und damit dann keine Heizkosten bei Infrarotheizung oder der Lösung über Klimaanlagen. Dann kann man sich zwei, drei teure Wintermonate vielleicht leisten.

Allerdings wird die Dachfläche bei dir höchstens 8-10 kWp Belegung hergeben und mit Batterie und dem ganzen Gerödel, bist du spontan min. 40.000,-€ ärmer.

Wir haben Flachdach, aber aufgeständert krieg ich da schon einiges an Fläche zusammen. Aber die hohen Investitionskosten schrecken mich noch. Außerdem sollen ja Solarteure gerade schwer zu kriegen sein...

Stromkosten allerdings die nächsten 10-20 Jahre nahezu Null.
Und die Möglichkeit das Brauchwasser elektrisch mit einer Wärmepumpe zu betreiben, weil kalt duschen, ist nicht jedermanns Sache :-P

Warmwasser ist eh elektrisch bei uns, aber nicht mit Wärmepumpe sondern direkt. Duschen ist ohne externen Strom also eh nicht drin, höchstens Baden wenn man das Wasser auf dem Kamin warm macht oder sich einen solarbetriebenen Tauchsieder in die Wanne hängt.

Soweit mein Senf dazu.

VG Zorro

Besten Dank dafür!

Viele Grüße,
Naclador

Duchlauferhitzer als Killer vieler Solar/Batteriespeicheranlagen!

Zorro @, Donnerstag, 21.04.2022, 12:14 vor 1389 Tagen @ Naclador 1994 Views

Im Gegensatz zu Kaffeemaschine, Fön, Herd, Backofen und sonstiger Krimskram, stellt der Anschluss eines Durchlauferhitzers extrem hohe Anforderungen an Wechselrichter und/oder Batterie.

Wenn auf den Typenschild Leistungsaufnahme 18kW oder 24 kW steht, kann man das praktisch vergessen.

Selbst wenn nur für wenige Minuten das Wasser erwärmt werden soll, fließen da dermaßen hohe Ströme, bzw. werden aus der Batterie gezogen, dass einem schwindelig wird.
Das können die wenigsten Batteriespeicher vertragen und machen die Grätsche. Ebenfalls wird der Wechselrichter auf "overload" gehen.

Solche Geräte kann man nur direkt vor die ganze Wechselrichteranlage schalten, praktisch vom normalen Stromnetz versorgen lassen.
Meine Lösung in Sachen Brauchwasser-Erwärmung ist eine Wärmepumpe mit 300L Speicher. Sowas kostet 2500,-€, zieht zwischen 1000W und 2500W, wenn der Zusatzheizstab aktiviert ist und lässt sich normal ins Solarkonzept einbinden.
Der Vorteil hier, je nach Wetterlage und Gesamtgröße der Solaranlage mit Batterie, lässt sich die Gasheizung ab dem Monat April komplett ausschalten.
Zwar ist der Gasverbrauch für die Warmwasseraufbereitung nur 1,8qm3 bei 2 Heizzyklen täglich, jedoch umgerechnet in KWh sind das etwa 20,5kWh Tagesverbrauch. Diesen multipliziert mit den aktuellen Tarifen von 20-25 Cent, ergibt rund 5,- € Kosten fürs warme Wasser!
Rechnet man 200 Tage an denen man entspannt die Sonnenenergie fürs Warmwasser nutzen kann, sind hier schon 1000,- € die an Gaskosten nicht zu zahlen sind!

Grüsse Zorro

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Die in diesem Posting enthaltenen Angaben stellen keine Aufforderung zum Kauf oder Verkauf von Wertpapieren oder anderen Anlageinstrumenten dar.

Wenn Du schon Warmwasserleitungen liegen hast, macht das Sinn.

Naclador @, Göttingen, Donnerstag, 21.04.2022, 12:22 vor 1389 Tagen @ Zorro 1814 Views

Moin Zorro,

bei uns liegen aber keine Warmwasserleitungen, d.h. ich müsste alle Wände aufstemmen und nochmal 5000€ plus für den Klempner locker machen.

Dass ich den Durchlauferhitzer nicht an die Solaranlage klemmen kann, ist mir völlig klar. Daher sage ich ja: Duschen ohne externen Strom wird es bei uns nicht geben.

Wieso Du Dir allerdings eine Wärmepumpe nur für's Warmwasser leistest, ist mir nicht klar. Ein Tauchsieder mit 2 kW am Solarstrom tut's doch auch, und den kriegst Du für 'nen Fuffi. Einfach in den Warmwasserspeicher hängen und fertig. Wen juckt der Wirkungsgrad, wenn der Strom gratis ist?

Gruß,
Naclador

Bleibe beim Öl zzgl. 1 KW Notstrom - dann läuft das immer, ggf. ein Holz / Kohleofen dazu.

Lenz-Hannover @, Donnerstag, 21.04.2022, 13:56 vor 1389 Tagen @ Naclador 1931 Views

1-3 Jahre würde ich in den teuren / sauren "Apfel" beißen mehr zu machen, wer weiß, wie dann die gesamte Lage ist.

Gas können die rein technisch nicht abstellen und es würde auch nur schaden, weil die Menschen dann eHeizlüfter kaufen. Somit wird es bei Energiemangel ZWANGSLÄUFIG zu Stromabschaltungen kommen und damit werden dann indirekt zwangsläufig alle Heizungen abstellen.

1 Mini Akku fürs Licht.

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