Willkommen, und gleich ne Frage
Hallo Rheingold,
willkommen hier als Poster, besser zu spät als nie, inzwischen ist die Gelddiskussion in diesem Forum ja an ihre Grenzen gestossen, bin mal gespannt, ob Du (im Rheinland duzt man sich, oder?) das wirst ändern können.
Dort stellte ich aber fest, es scheint keiner zu wissen, was Geld eigentlich ist.
Ab da begann eine Reise ähnlich der der Alice, die sich immer tiefer im Wunderland verstrickte.
Besonders geholfen hatte mir auf dieser Reise, dass ich auf dieses Forum stieß, mich darüber intensiv mit dem Debitismus beschäftigen konnte.
Das ging vielen so!
So wertvoll der Debitismus als Erklärungsmodell für unser herrschendes Geldsystem ist, so zeigt er doch keine Lösung auf.
Also hab ich mich daran gemacht, eine Lösung zu entwerfen.
Mutig
. Bei komplexeren Angelegenheiten ist es allerdings nicht ungewöhnlich, dass nicht jeder, und erst recht nicht gleich der erste Schuss sitzt....
Es hatte einen erstaunlichen Erfolg bei den Medien, die FAZ gab dem Projekt eine ganze Titelseite im Feuilleton, jedes Lokalblatt brachte das Projekt in höchsten Tönen farbig auf ihre Titelseiten, das Fernsehen war mehrfach da. Auch das Ausland berichtete fleißig.
Soviel Reichweite hat das DGF nicht zustande bekommen.
Das Rheingold thematisiert die Geldschöpfung, das bedeutet, dass wir Rheingolder unser eigenes Geld schöpfen, einkaufend Nachfrage nach unseren eigenen Produkten und Dienstleistungen schaffen und uns so leistend in Wohlstand schwingen.
Es gelang mir selbst bei den Verwendern nicht, begreiflich zu machen, dass sie ihr eigenes Geld schaffen. Da scheint es eine gedankliche Sperre zu geben, die das Verständnis von Geld verhindert.
In einem weiteren Posting werde ich erläutern, wie dieses Projekt inhaltlich und technisch funktioniert und wie stark es mit dem Debitismus verbunden ist.
Dem möchte ich auf keinen Fall vorgreifen und warte das mit grossem Interesse ab. Ich habe kurz einmal die Diskussionen im alten Forum überflogen, und daraus würde ich folgenden neuralgische Punkt nennen wollen, der den Rheingold aus meiner Sicht gegenüber Geld erheblich benachteiligt:
1) RG ist kein gesetzliches Zahlungsmittel, sondern ein Tauschmittel. Es ist also nicht allgemein gültig, sondern zirkuliert nur innerhalb einer Tauschergemeinschaft, und auch dort nur auf freiweilliger bzw eingeschränkter Basis - niemand ist verpflichtet, RG für alle seine wirtschaftlichen Transaktionen anzunehmen, sondern nur für bestimmte Angebote, die ausdrücklich zum Tausch / gegen RG angeboten werden
Im Gegensatz zu Geld: jedermann ist verpflichtet, das GZ für sämtliche wirtschaftliche Transaktionen als Zahlungsmittel anzunehmen. Darüber hinaus hat jedermann schulden/Verpflichtungen, die zwingend in GZ zu erfüllen sind - er muss also ausreichend Angebote in GZ machen, um ausreichend GZ zu erhalten
Das sind zwei völlig verschiedene Paar Schuhe.
Dem RG fehlt der allgemeine Zwang zu seiner Verwendung, die Verschuldung und daraus erwachsend auch der Leistungszwang. Wie hier im DGF breit dargelegt wurde (auf Basis der machttheoretischen Betrachtungen von Dottore) ist es aber der Zwang, der Wirtschaften erst in Gang bringt und aufrechterhält. Das freiwillige Tauschen führt eben nicht dazu, sich gegenseitig in Wohlstand zu tauschen. Ohne Zwang findet Wirtschaften nicht statt - zumindest nicht über einem rudimentären Level, wie es in Stammesgesellschaften zu beobachten ist.
Deine Rheingold-Erfahrung scheint das auch zu bestätigen, vielleicht kannst Du in Deinem kommenden Posting dazu auch Deine Gedanken mal darlegen.
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Ansonsten: abenteuerliche Vita, herzlichen Glückwunsch. Die erste Frage, die mir dabei sofort in den Sinn kommt: wie gehst Du damit um, dass wir heute eine Zeitenwende erleben, die eine Richtung einnimmt, die all den ultraliberalen, anarchischen, toleranten und sensuellen Werten, die Du offensichtlich gelebt hast, diametral entgegengesetzt ist?
Gruss,
mp