Oder hat sich mal jemand von uns an einer Demo gegen die Willkür bei Assange beteiligt? Ich nicht, - weil mir sowas noch nicht untergekommen ist. Aber organisiert habe ich sowas auch nicht, obwohl ich vielleicht den Mumm und das Mundwerk dazu hätte.
...wir leben in einer globalisierten Welt, in der die Zumutungen jeden Tag größer werden. Man könnte ununterbrochen gegen irgendwas demonstrieren, dabei scheitert man ja i.d.R. schon daran, herauszufinden, was jetzt überhaupt stimmt, denn die Medien sind bekanntermaßen einseitig und paternalistisch (und berichten dann auch nicht oder nur negativ über Demos, die sie nicht wollen, was sie vollkommen wirkungslos macht).
Die meisten Menschen sind unpolitisch und schon von ihrem kleinen Leben oft überfordert (geht mir selbst manchmal so), die interessieren sich mehrheitlich gar nicht für die sprichwörtliche Sau, die täglich durchs Dorf getrieben wird, das ist allenfalls mal für einen Smalltalk interessant, wenn das Wetter gerade nichts hergibt 
Wir werden beherrscht, wie immer! Eine kleine Schicht der Leute, die über die entsprechende kritische Analysefähigkeit verfügt und nicht zum Apparat gehört, bemerkt das und regt sich darüber auf, aber es ist i.d.R. fruchtlos und vergällt einem nur das Leben. Für mich gilt das in besonderer Weise, weil ich von der Persönlichkeitsstruktur (introvertiert) weder zum Organisator noch zum Politiker tauge aber meinen empört plappernden Geist auch nicht ausknipsen kann.
Die Leute gehen nur auf die Straße, wenn sie selbst massiv negativ betroffen sind (und die Eliten haben gelernt, das zu vermeiden bzw. den Betroffenenkreis klein und ungefährlich zu halten und nur in kleinen Schritten zu erweitern, wenn eine Gewöhnung eingetreten ist, Salamitaktik).
Ich weiß nicht, ob es ein besseres System geben kann, ich bin da nicht ganz so pessimistisch wie andere hier im Forum. Aber wenn es jemals eines geben soll, müssen wir ehrlich gegen uns und die menschliche Natur sein und auch die Schwächen anerkennen und mitdenken.