Mal was anderes zur späten Nachtstunde: Was ist "Leben"?

helmut-1 @, Siebenbürgen, Samstag, 19.03.2022, 22:35 vor 1421 Tagen 2949 Views

Da gabs ein Bild von einer jungen Frau im rumänischen Facebook:

https://ibb.co/y0C7zBZ

Dazu eine Passage von Tolstoi:

"Wenn ich die Uhr zurückdrehen könnte, würde ich es tun!
... Ich würde die Stunden und Sekunden an allen Uhren der Erde zurückdrehen ...
... Ich würde die Zeit einfrieren, um bestimmte Menschen zu umarmen...
... Ich würde es einmal, zweimal, dutzende Male tun, bis ich wieder das Gefühl hätte, dass das Leben einen Sinn hätte.
Leider werde ich das nicht tun können, denn das Leben und die Zeit haben nur einen Sinn: immer vorwärts, keine Sekunde zurück.
Es wird immer nur ein weiteres MORGEN geben, nicht einmal ein weiteres GESTERN ..."
Lew Tolstoi ---

Daraufhin habe ich geschrieben (ich übersetze gleich auf deutsch):

Die Zeit zurückdrehen, - das wäre nicht schlecht. Noch einmal von vorne anfangen, auch das wäre ganz gut. Aber nur mit dem Wissen, das man sich in den vielen Jahren resp. Jahrzehnten erworben hat.

Aber genau das geht nicht. Ich hatte den Plan, die 100 Jahre zu erreichen. Die Voraussetzungen, gesundheitlich und auch genetisch, die hätte ich dafür. Seit einiger Zeit, nachdem ich gesehen habe, was sich alles in unserem Leben verändert hat, frage ich mich ernsthaft, ob ich das überhaupt noch will.

Ich bin meinem Schöpfer auf Knien dafür dankbar, dass ich eine Jugendzeit erleben durfte, die keine Generation je erlebt hat, weder vor mir, noch nach mir. Es waren die 70er Jahre.

Vielleicht muss mir das als Genugtuung reichen. Dieses Leben, und vor allem das, was die Politik daraus macht, kann auf keinen Fall besser, sondern nur schlechter werden.

Klar, wenn man 20 ist, denkt man nicht in dieser Art. Kann man ja gar nicht. Man hat ja keine Vergleichsmöglichkeit. Das Alter bringt den Vorteil, aber auch den Nachteil mit sich, dass man eben vergleichen kann.

Tja, - Philosophie am Abend, - erquickend und labend.
Vielleicht. Vielleicht auch nicht.

Wie Zeit funktioniert ....

NST @, Südthailand, Sonntag, 20.03.2022, 04:32 vor 1421 Tagen @ helmut-1 2407 Views

bearbeitet von NST, Sonntag, 20.03.2022, 04:38

Die Zeit zurückdrehen, - das wäre nicht schlecht. Noch einmal von vorne anfangen, auch das wäre ganz gut. Aber nur mit dem Wissen, das man sich in den vielen Jahren resp. Jahrzehnten erworben hat.

Aber genau das geht nicht. Ich hatte den Plan, die 100 Jahre zu erreichen. Die Voraussetzungen, gesundheitlich und auch genetisch, die hätte ich dafür. Seit einiger Zeit, nachdem ich gesehen habe, was sich alles in unserem Leben verändert hat, frage ich mich ernsthaft, ob ich das überhaupt noch will.

.... ist möglicherweise überhaupt noch nicht verstanden.

Im Buddhismus gibt es ja Wiedergeburt - besser gesagt das Rad der Wiedergeburt.
Solange man diesem Zyklus unterworfen ist, passiert offenbar nichts ausser Leiden.

Nach einem mehr oder weniger leidvollen Leben, wird man wiedergeboren - vergisst das Vergangene aber nahezu vollständig - nur diverse Formen von Déjà-vu verbleiben, mehr oder weniger wahrnehmbar. Unser Sonnensystem durchlebt nicht einmal den kompletten Zyklus des Universum - und die paar Menschen samt Tierreich - haben als Einzelwesen schon jede mögliche Position in einem ihrer Vorleben schon mehrmals durchlaufen - auf der Erde (seit der Planet existiert).

Solange ein Wesen es nicht schafft, dem Rad der Wiedergeburten zu entkommen, passiert eigentlich gar nichts - die denkbaren Varianten wiederholen sich in den Mrd. Jahren lediglich. Das Leben innerhalb der Wiedergeburten ist eigentlich ein statischer Zustand - nur in unserer Wahrnehmung geht es immer vorwärts.

Mit falscher Wahrnehmung und falschen Ansichten - z.B. den wissenschaftlichen Konzepten wird das nicht einmal einer KI auffallen .... selbst die können uns aus der Endlosschleife nicht erretten - bestenfalls die Durchlaufgeschwindigkeit des Zyklus erhöhen.

Der Ausstieg ist offenbar nur über eigene richtige Wahrnehmung u. Ansicht überhaupt denkbar.
Gruss

--
[image]
Jeder arbeitet im Ausmass seines Verstehens für sich selbst und im Ausmass seines Nicht-Verstehens für jene, die mehr verstehen!

Klasse. Danke, unterschreibe ich! Nur ....

Alpenfex, Sonntag, 20.03.2022, 09:05 vor 1421 Tagen @ helmut-1 1851 Views

... eine kleine Änderung für mich persönlich. Die 70er waren Internatszeit, Horror pur. In den 80er kam die große Befreiung. Mir tun die jungen Leute von heute leid, sie sind zumeist komplett verseucht, der "Große Plan" ist in ihren Köpfen installiert. Mich plagt eines, was hätten wir denn zu ändern vermocht? Warum haben wir es zugelassen?

Eine Antwort habe ich noch nicht gefunden.

Jetzt muss man etwas differenzieren.

helmut-1 @, Siebenbürgen, Sonntag, 20.03.2022, 11:36 vor 1421 Tagen @ Alpenfex 1606 Views

bearbeitet von helmut-1, Sonntag, 20.03.2022, 11:46

Ich bin Bj. 1951. Meine Internatszeit war Ende der 50er und in den 60ern. Natürlich habe ich da auch so meine persönlichen (besonders negative) Erfahrungen, gerade im Volksschulalter. Das (und die persönlichen Erlebnisse meiner angetrauten Weiblichkeiten) hat bewirkt, dass sowohl meine erste Frau (zwei Kinder) als auch meine zweite Frau (ein Kind) mit meiner Anschauung völlig konform gingen, dass es ein Verbrechen an der Entwicklung der Kinder wäre, diese Kinder in die Hände der Pinguine (egal ob männlich oder weiblich) zu geben.

Das, was Du an Negativem in den 70ern erlebt hast, habe ich in den 60ern erlebt. Deshalb war ich in der Zeit der 70er, als man "Freiheit pur" erleben durfte, anders aufgestellt als Du. Es waren noch die Auswirkungen in den 80ern zu spüren, aber spätestens ab 1985 begann es, rückwärts zu gehen.

Dass der Große Plan in den Köpfen der Jungen installiert ist, beruht auf Tatsachen. Das Schlimme dabei ist, dass sie das nicht merken und oft sogar negieren.

Du schreibst: "was hätten wir denn zu ändern vermocht? Warum haben wir es zugelassen?"

Auch ich habe mir oft diese Frage gestellt. Es gibt genügend Entschuldigungen, warum unsereiner das damals nicht hat erkennen können, wohin der Stecken schwimmt.Aber das hilft so jemanden wie uns, der sich in der Verantwortung der jüngeren Generation gegenüber sieht, insbesondere in der Verantwortung seiner Familie, nicht weiter.

Ich weiß noch sehr gut, wie es in den 70ern und Anfang der 80er geheißen hat: Wachstum des Bruttosozialproduktes. Das war der "Gott", der alles in Händen hielt. Ein älterer Mann hat mir damals gesagt: Passt auf, was ihr macht. Das kann nicht gutgehen, Ihr werdet noch die Zeche dafür bezahlen.

Ich hab das damals nicht für voll genommen, - schließlich kannte ich ja nichts anderes als das Heil im Wachstum. Wie sehr dieser Mann recht gehabt hat, wurde mir spätestens 2007/ 2008 klar, nach den Lehmann-Brothers.

In Wien gabs zu meiner Zeit die "Hochschule für Welthandel". Weiß nicht, obs das heute noch gibt. Aber - obwohl ich dort niemals drin war - ich kann mir gut vorstellen, dass man dort nur das Handwerkszeug gelernt hat, wie dieses oder jenes durchzuführen ist, beginnend mit Swift usw. Über die politischen Hintergründe wurde sicher dort nicht resümiert.

Die Antwort auf Deine Frage: Nein, wir hätten nichts ändern können. Wir haben es zugelassen, weil wir es nicht besser wussten. Wir hatten keine Möglichkeit, diese Entwicklungen vorherzusehen. Und diejenigen, die diese Veränderungen angestrebt und vielleicht schon vorhergesehen haben - Leute wie Soros, Rothschild, Rockefeller, etc - die haben geschwiegen.

Es ist heute - für mich im Kleinen erkennbar - nicht anders. Da weise ich das Polizeipräsidium und die Stadtverwaltung auf eklatante Unfallschwerpunkte hin, und gebe auch Alternativen auf, wie man diese beseitigt. Aber es kommt nichts. Erst, wenn wieder mal ein paar Tote da zu Buche schlagen, wird was unternommen. Aus diesem Grunde habe ich bei meinen Kommentaren und Anregungen immer das Angebot gemacht, den Polizeifahrzeugen, die diese Unfallaufnahmen durchführen, noch "Beserl und Schauferl" zur Verfügung zu stellen, damit sie danach aufräumen können.

Genau das obliegt unserer Generation nun, - "Beserl und Schauferl". Wir haben die Zeichen der Zeit nicht erkannt, nicht erkennen können.Die APO der 60er haben wir als Spinner deklariert, die RAF als Kriminelle. Obwohl bei diesen Gruppen in mancher Hinsicht schon der Durchblick festzustellen war.

Also, nehmen wir nun Beserl und Schauferl und versuchen wir, unsere Nachkommen auf das vorzubereiten, was sich vermutlich ereignen wird. Das Video, was ebbes erwähnt hat, ist mehr als aufschlussreich.

https://youtu.be/T7kZBP556HM?t=4583

Da wir im rum. Facebook auch eigene Zirkel betreiben, da kam eine Erinnerung per Video an einen schönen Abend in einem typisch siebenbürgischen Kellerlokal. Musik, Tanz, usw. Ausgelassenheit pur. Ich habe dazu heute früh einen Kommentar geschrieben:

Sicher sind das schöne Erinnerungen. Die Frage stellt sich, ob wir das jemals wieder erreichen. Ich persönlich bin ein unverbesserlicher Optimist. Aber das, was ich in den letzten Tagen erfahren habe, über Videos von Leuten, die eine gute Übersicht über die geopolitische Lage in Europa haben, das hat mich sehr nachdenklich gemacht.

Wir, das Volk, tragen auch unseren beträchtlichen Anteil zu dieser Entwicklung bei. Ich bin sicher kein ängstlicher Mensch, aber ich sehe Dinge in anderen Zusammenhängen, die in den Medien der Nato-Länder kaum angesprochen werden. Die Schuld der europäischen Völker begründet sich damit, dass sie sich nicht ausreichend und umfassend informieren und, - wenn notwendig - die Macht der Straße für sich in Anspruch nehmen.

Dass wir kaum noch Gelegenheit haben werden, in einem Keller zu schönen Melodien zu tanzen, das ist nicht nur zweitrangig, das ist schon drittrangig. Wenn das, was ich glaube zu erkennen, eintritt, und wenn auch nur in Teilbereichen, dann müssen wir uns alle sehr warm anziehen.

Niemanden können wir die Schuld für diese Entwicklung geben, nur uns selbst. Denn wir haben diese Idioten gewählt, die in der Regierung sind und uns sagen, was wir zu tun und zu lassen haben. Und genau diese Leute scheren sich einen Dreck darum, ob es dem Volk gut geht oder nicht.

Eine Frage mit der ich mich seit Jahren auseinandersetze...

Andudu, Montag, 21.03.2022, 10:12 vor 1420 Tagen @ helmut-1 1313 Views

bearbeitet von Andudu, Montag, 21.03.2022, 10:18

...und mittlerweile zu dem Schluß gekommen bin, dass es vor allem ganz anders ist, als man meinen könnte.

Wenn man sich unvoreingenommen mit den verschiedensten "paranormalen" Phänomenen beschäftigt, stößt man unweigerlich darauf, dass wir weder mit der Geburt entstanden sind, noch mit dem Tod verschwinden. Das ist sozusagen die ständige übereinstimmende Konsequenz, man könnte sogar sagen empirisch "bewiesen", eigentlich schon seit Jahrzehnten (etwa mit "Das persönliche Überleben des Todes", drei Bände je 400 Seiten, so um 1930 von Emil Mattiesen, gründlicher kann man eigentlich nicht vorgehen, kennt leider kaum jemand).

Das wirft die Frage nach dem Sinn auf! Und der scheint zu sein, dass wir hier lernen (wollen, niemand muss sich das antun, es gilt anscheinend der freie Wille). Vermutlich ist es sogar ein Privileg, diese ganze unruhige Umbruchzeit mitzuerleben, denn dass sich viel ändert und noch mehr ändern wird, ist mit Händen zu greifen (also genieße es [[zwinker]] - ich weiß, fällt mir auch schwer).

Die Sichtweise, dass "unser Geist" (oder wie immer man das nennen will) überlebt und weiterwächst, hat auch was Tröstliches und wenn mich nicht alles täuscht, ist die "andere Seite" (für die meisten) sehr viel angenehmer als das "irdische Jammertal". Ich ertappe mich immer öfter dabei, dass ich die Entwicklung so sehe, wie einen Kinofilm, der für uns inszeniert wird. Man schüttelt öfter mal den Kopf, ist aber irgendwie auch gespannt, wie sich die Handlung weiter aufbaut und eigentlich ist all das egal, ein Fake, nicht wichtig. Man kann sein Leben in Elend leben und dabei glücklich sein und "das Richtige" tun, erfahren, lernen oder im Reichtum (und man kann beide Szenarios total verka*ken), es ist eigentlich einerlei, nur Kulisse für unsere persönlichen Entscheidungen, Beziehungen und letztendlich unsere Entwicklung...

"Zeitreisen" sind wissenschaftlich nicht unmöglich

sensortimecom ⌂ @, Montag, 21.03.2022, 13:46 vor 1420 Tagen @ helmut-1 1285 Views

bearbeitet von sensortimecom, Montag, 21.03.2022, 13:49

- Einen Approach lieferte Kurt Gödel in den 40er-Jahren auf Basis der Relativitätstheorie.
Er zeigte, dass ein Raum nach der allgem. RT so stark gekrümmt werden könnte, dass er in
sich selbst zurück"gebogen" ist. Die Zeit liefe dann zurück :-)

- Einen viel treffenderen Approach liefert aber die Quantenphysik. Man weiss inzwischen,
dass alle Quantenzustände, die es seit dem Urknall gab, in einer Art "Quanten-
gedächtnis" abgespeichert sind. Verfügt man eines Tages durch fortschreitende Erkenntnis
über den technologischen "Schlüssel" zu diesem Quantengedächtnis, so wären Zeitreisen in
die Vergangenheit möglich. Aber auch Parallelwelten oder simulierte Welten. Es gibt dazu
Werke eines durchaus seriösen Physikers: Dieter Schuster / Das Quantengedächtnis.

Danke für den Link. Gutes Lied und Text! Gibt es das Gelbe auch in der nächsten Inkarnation :-) ?

hanno @, Montag, 21.03.2022, 20:39 vor 1419 Tagen @ DT 1098 Views

Hallo DT,

danke für den Link. Gutes Lied und Text! Gibt es das Gelbe auch in der nächsten Inkarnation :-) ?

Grüße

hanno

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