Ukraine, eine ganz individuelle Geschichte
hier eine Erzählung: Maulwurfperspektive, subjektiv - aber authentisch!
Meine Frau ist Tänzerin, aus Osteuropa. Daher haben wir viele russische und ukrainische Freunde.
Ukrainische Kollegin hat Eltern in der "Ost-kokaine". (Für Nicht-Völkerrechtler: Donbass).
Kiev hat den abtrünnigen Republiken nicht nur das Gas abgeklemmt und die Renten nicht mehr gezahlt, sondern auch abgelaufene Ausweise nicht mehr verlängert. Da haben sie die von den Russen bekommen, daher verwundert es nicht, daß die alle Putinfans sind.
Die Ostkokaine ist sowieso orthodox und eher nach Rußlang orientiert, der katholische Westen ist k.u.k.
In 2015 haben wir gesagt: Lena, die Leute stehen alle mit Teddys am Bahnhof und klatschen, da hol doch deine Eltern auch als Flüchtlinge hierher. Das sind wirklich Flüchtlinge und die hätten auch lieber Klos geputzt, als dem Staat auf der Tasche zu liegen, die Mama ist zudem halbblind. Teilweise haben sie das Wasser aus irgendwelchen Granattrichtern geschöpft, die die ukrainische Armee dort reingeschossen hat.
Wie dem auch sei, vielleicht hätte sich die Mama als Schleiereule verkleiden müssen und "Rassismus" rufen müssen - jedenfalls gab es kein Interesse und keinen Weg, sie als Flüchtling anzuerkennen. In der UA wäre gar kein Krieg und sie könne mit dem normalen 90 Tage Besuchervisum kommen, höchstens wenn sie krank und behandlungsbedürftig wäre, aber das sei sie ja offensichtlich nicht. (Es reichte also zur Ablehnung eine Inaugenscheinnahme vom Sachbearbeiter, kein Attest oder so). Lena hatte auch für den Pap ein Visum beantragt, dazu muss man nach Berlin auf die Botschaft und das kostet Bearbeitungsgebühr. Weil der Ausweis vom Papa aber abgelaufen war, durfte der nicht kommen, da ist dann halt der Schwager mitgekommen. Eine Woche Besuch, die Enkel angucken, etwas einkaufen (Drogerieartikel) und wieder heim - der klassische Fall. Vier Wochen später bekommt Lena eine Vorladung zur Kripo, "Vorwurf des Erschleichen von illegalen Aufenthaltstiteln". Ich bin als Muttersprachler mit also ab dorthin und hab dem Bullen meine Meinung auf hartdeutsch gesagt. Wohlgemerkt: 2015, die Zeit der Teddywerfenden und moralbesoffenen Gutmensch*Innen... Dem Ermittlungsbeamten war das Ganze auch sichtlich peinlich, er sagte, daß er das ganze genauso sähe, es aber nicht laut sagen dürfe. Wurde dann auch eingestellt.
Man sieht den täglichen Wahnsinn, und die Heuchelei.
Drushba!
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"das ist die Seuche unserer Zeit: Verrückte führen Blinde!" (Shakespeare, King Lear)