Dominium maris baltici
Hallo eesti
Das ganze Baltikum? Da war doch noch ein aufmüpfiges Völkchen, die Litauer, die sich wie Asterix nicht besatzen ließen.
Wir dürfen auf der Grundlage der debitistischen Gesetzmäßigkeiten das gegenwärtige Geschehen nicht außerhalb der längeren historischen Zusammenhänge interpretieren.
Das Schwedisches Reich hielt von 1611 bis 1721 mehrere bedeutende Provinzen im Raum der Ostsee außerhalb des eigentlichen Kernlandes in tributäre Abhängigkeit. Es ging um das 'Dominium maris baltici', die Herrschaft über das Baltische Meer - die Ostseeherrschaft. Rund einhundertfünfzig Jahre von 1558 bis 1721 dauerte das russische Ringen um die Herrschaft im Baltikum. Es handelte sich um das "Zeitalter der Nordischen Kriege", das als eine eigenständige Geschichtsepoche im frühneuzeitlichen Osteuropa betrachtet wird. Es gelang Russland erst nach dem dritten, "Großen Nordischen Krieg", im Baltikum dauerhaft Fuß zu fassen. Zar Peters Niederlage bei Narwa im November 1700 war ein wichtiger Anlass für eine umfassende Modernisierung der russischen Armee. Damit war der Grundstein für die Reichshauptstadt St. Petersburg gelegt. Bis zum Ersten Weltkrieg wurde dem Russischen Reich der Besitz der baltischen Provinzen nicht mehr streitig gemacht. Grund dafür war das preußisch–habsburgisch–russische Einvernehmen über die Bewahrung und Weiterentwicklung ihrer konvergierenden Machtinteressen. Dieser "Allianz der drei schwarzen Adler" fiel am Ende des 18. Jahrhunderts die polnische Adelsrepublik durch Teilung zum Opfer, wodurch Preußen der Aufstieg zur europäischen Großmacht ermöglicht wurde. Das Einvernehmen der drei Großmächte garantierte aber auch, dass die russische Herrschaft über die baltischen Provinzen nicht ernsthaft in Frage gestellt wurde.
https://www.owep.de/artikel/187-baltikum-russlands-bruecke-nach-europa
"Das frühneuzeitliche Russland hat diese Grenze überwunden, indem es sich nach Westen ausdehnte. Für Russland hatte dabei das Baltikum auch die Funktion einer Brücke zur westeuropäischen Kultur. In der gegenwärtig entstehenden neuen europäischen Ordnung fällt den baltischen Staaten wieder eine vergleichbare Funktion zu. Weil Russland auch langfristig auf eine stabile Brücke nach Westeuropa angewiesen ist, könnte dies ein Ansatzpunkt sein, um die Unabhängigkeit der baltischen Staaten dauerhaft im Rahmen einer gemeinsam mit Russland und den NATO-Staaten entwickelten gesamteuropäischen Friedensordnung abzusichern."
Nach dem Schlingern des US-Imperiums wird das russische Zentralmachtsystem (aktiv) auf der Grundlage seiner Zentralmachtordnung (passiv) Wolfram von Schelihas Ansatzpunkt nicht Genüge tun. Nach dem schnellen bevorstehenden Erfolg Russlands über die Ukraine wird sich das ZMS erneut dem 'Dominium maris baltici' und der Wiederherstellung des alten zaristischen Reiches mit der Einverleibung des Gebiets der heutigen Staaten Estland, Lettland, Litauen im Baltikum zuwenden. Paul C. Martins Erkenntnisse, dass es "der die Vorfinanzierung aller Entwicklungen notwendig machende Systemcode selbst ist" und dass das "Geld [] ein Kriegskind [ist], nichts anderes. Ist es groß und stark, wird es zum Kriegsvater" sind zu beherzigen. Infolge der allseits vertretenen Abneigung gegen ein Brüsseler-Prinzipat wird Westeuropa letztendlich in tributär-politische Abhängigkeit Russlands gelangen.
Gruß - Ostfriese