Hoppla, Elon: 40 Starlink-Satelliten fallen Sonnensturm zum Opfer
Das war ein teurer Unfall: von 49 frisch gestarteten Starlink-Satelliten hat es 40 in einem Sonnensturm so gegrillt, dass sie zum Absturz gebracht werden mussten:
Gruß,
Naclador
Naclador , Göttingen, Donnerstag, 10.02.2022, 12:08 vor 1457 Tagen 5067 Views
Das war ein teurer Unfall: von 49 frisch gestarteten Starlink-Satelliten hat es 40 in einem Sonnensturm so gegrillt, dass sie zum Absturz gebracht werden mussten:
Gruß,
Naclador
Friedrich , Donnerstag, 10.02.2022, 12:37 vor 1457 Tagen @ Naclador 4390 Views
Zitate aus er FAZ:
"In einer Höhe von 210 Kilometern wurden sie planmäßig ausgesetzt. Dort sollten sie eine Art Proberunde um die Erde drehen und dann Kurs auf die finale Umlaufbahn in Höhe von 550 Kilometern nehmen."
Proberunde - - wasn das? Wie geht das? Mit welchem Antrieb und welchem Kraftstoff wird das bewerkstelligt? Und warum wird das gemacht? Wieso wird der Kraftstoff nicht für spätere Korrekturen gespart???
"... lag derer atmosphärische Widerstand beim Start der Rakete aufgrund des von der Sonne ausgehenden Teilchensturms bis zur Hälfte über den Werten früherer Starts."
In 210 kM Höhe? Der "atmosphärische Widerstand" ist wegen der Sonnenaktivität um bis zu 50% höher? Gibts dazu nähere Angaben? Ist das eine völlig neue Erkenntnis? Oder warum startet man bei solchen Bedingungen überhaupt?
Zitate aus dem handelsblatt:
"Ein solcher Sturm habe am Freitag die Atmosphäre erwärmt und verdichtet, wodurch sich die Anziehungskraft der Erde auf die Satelliten um bis zu 50 Prozent verstärkt habe, so Space X."
Ist das nun Unsinn oder ist da "irgendwie" etwas Wahres dran??
Sowohl das Erwärmen von Gasen als auch von Plasmen verdünnt und verdichtet nicht! Niemals! Es sei denn, ein anderer Effekt ist ursächlich.
Und hier ist es nicht der "atmosphärische Widerstand", sondern sie Erdanziehungskraft verstärkt sich. Ein vollkommen neues physikalisches Phänomen! Lernt man doch bereits in der Schule und später im Studium, dass die Gravitation einzig (!) von der Masse abhängt und nicht vom irgendwelchen Temperaturen! Lesen wir weiter:
"Zwar habe das Bodenpersonal noch versucht, die kompakten Satelliten zu retten: Diese wurden in eine Art „Ruhezustand“ versetzt, in dem die flachen Satelliten besonders geringen Zugkräften ausgesetzt waren. Doch die atmosphärischen Kräfte waren zu stark, heißt es in der Mitteilung."
„Ruhezustand“ ... flache Satelliten ... geringere Zugkräfte ... ah so! Na dann ...
"In diese ungewöhnlich niedrige Umlaufbahn schickt SpaceX sie, damit Blindgänger wieder in die Atmosphäre eintreten und für die Raumfahrt keine Gefahr darstellen."
Aha ... Blindgänger ... so so.
Alles klar?
Naclador , Göttingen, Donnerstag, 10.02.2022, 12:48 vor 1457 Tagen @ Friedrich 3939 Views
Du hast völlig Recht, die Begründung ergibt vorne und hinten keinen Sinn.
Dass allerdings 40 Satelliten abgeschrieben werden müssen, ist ja an sich schon eine bemerkenswerte Nachricht. Warum sie die Dinger ausgerechnet in einen Sonnensturm starten, begreife ich auch nicht. Da müsste doch der Kachelmann für Sonnenwetter rechtzeitig gewarnt haben? So ein Sonnensturm kommt ja nicht plötzlich, der braucht schon eine Weile für die 150 Mio Kilometer bis zu uns.
Fragen über Fragen...
mh-ing , Donnerstag, 10.02.2022, 14:18 vor 1457 Tagen @ Naclador 3431 Views
bis der Sonnensturm die Erde erreicht, das Licht braucht ca. 8 min.
Da der Start bis zum Aussetzen der Satelliten, bis deren genaue Positionierung länger als diese Zeit dauert, wird vermutlich es einfach ein unglücklicher Zufall gewesen sein.
Aber bei den geplanten 12000 Stück, die gesamt ausgesetzt werden sollen, ist das ohnehin nur Pinaz und nicht der Rede wert.
DT , Freitag, 11.02.2022, 12:34 vor 1456 Tagen @ mh-ing 2422 Views
denn oft handelt es sich um energiereiche Protonen aus koronalen Massenauswürfen der Sonne, und die müssen erstmal die 150 Mio km Sonne-Erde zurück legen.
Naclador , Göttingen, Freitag, 11.02.2022, 18:39 vor 1456 Tagen @ DT 2316 Views
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igelei, Lammd des Stasi2.0-Rollcommanders, Donnerstag, 10.02.2022, 12:56 vor 1457 Tagen @ Friedrich 3663 Views
bearbeitet von igelei, Donnerstag, 10.02.2022, 13:49
Zitate aus er FAZ:
"In einer Höhe von 210 Kilometern wurden sie planmäßig ausgesetzt. Dort sollten sie eine Art Proberunde um die Erde drehen und dann Kurs auf die finale Umlaufbahn in Höhe von 550 Kilometern nehmen."Proberunde - - wasn das? Wie geht das? Mit welchem Antrieb und welchem Kraftstoff wird das bewerkstelligt? Und warum wird das gemacht? Wieso wird der Kraftstoff nicht für spätere Korrekturen gespart???
"... lag derer atmosphärische Widerstand beim Start der Rakete aufgrund des von der Sonne ausgehenden Teilchensturms bis zur Hälfte über den Werten früherer Starts."
In 210 kM Höhe? Der "atmosphärische Widerstand" ist wegen der Sonnenaktivität um bis zu 50% höher? Gibts dazu nähere Angaben? Ist das eine völlig neue Erkenntnis? Oder warum startet man bei solchen Bedingungen überhaupt?
Zitate aus dem handelsblatt:
"Ein solcher Sturm habe am Freitag die Atmosphäre erwärmt und verdichtet, wodurch sich die Anziehungskraft der Erde auf die Satelliten um bis zu 50 Prozent verstärkt habe, so Space X."Ist das nun Unsinn oder ist da "irgendwie" etwas Wahres dran??
Sowohl das Erwärmen von Gasen als auch von Plasmen verdünnt und verdichtet nicht! Niemals! Es sei denn, ein anderer Effekt ist ursächlich.
... presst die Restmoleküle von weiter oben in Richtung Erde. Das ist auch der Grund, warum bei Planeten ohne Magnetfeld und mit geringer Schwerkraft der Sonnenwind die Atmosphäre bis auf minimale Reste wegbläst.
Und hier ist es nicht der "atmosphärische Widerstand", sondern sie Erdanziehungskraft verstärkt sich. Ein vollkommen neues physikalisches Phänomen! Lernt man doch bereits in der Schule und später im Studium, dass die Gravitation einzig (!) von der Masse abhängt und nicht vom irgendwelchen Temperaturen! Lesen wir weiter:
Der Druck da oben ist zwar sehr klein (im Bereich so 10^-3 bis 10^-4 Pa), aber damit ändern sich natürlich auch die prozentualen Verhältnisse um Größenordnungen bei wertmäßig sehr kleinen Änderungen.
https://www.wikiwand.com/de/Barometrische_H%C3%B6henformel
Das mit der erhöhten Gravitation ist natürlich Schwachsinn.
MfG
igelei
QuerDenker , Donnerstag, 10.02.2022, 13:03 vor 1457 Tagen @ Naclador 3518 Views
Hallo,
ich tippe auf Sonnenwind induzierten - also 'elektrostatischen' - Ausfall der Elektronik.
Bei dem heutigen 'Jugendwahn' in der Branche, vermute ich mal, dass nur noch Entwickler der 'Maker'-Generation - also schnelle Entwicklung mit Ziel der Kostenminimalisierung (i.d.R. diametral zu Kostenoptimierung!) und damit+dafür eben 'kurzlebig'
- am Werke (oder gar 'werkeln'?) waren
Denn andere Satelliten - teils Jahrzehnte im Orbit - haben ja bereits viele solche Sonnenstürme ohne Komplettausfall 'überstanden'...
Und es ist - war? - nebenbei üblich relevante Komponenten in Satelliten redundant zu verbauen.
Wenn Elon jetzt doch Entwickler oder auch nur 'Draufschauer' bisschen mehr Erfahrung sucht - ich wüsste da wen
Besten Gruß
QuerDenker
--
10cc: 'communication is the problem to the answer'
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igelei, Lammd des Stasi2.0-Rollcommanders, Donnerstag, 10.02.2022, 13:11 vor 1457 Tagen @ QuerDenker 3304 Views
... Kann natürlich sein, dass die nur auf der Oberseite (erdabgewandt) geschirmt sind und noch als stack flogen und damit aus einem anderen Vektor getroffen wurden, aber dann müsste der schon ein ziemlicher Depp sein, wenn der den Schutz vor Sonnenstürmen nicht implementiert hat. Wie gesagt, wohl eher unwahrscheinlich.
MfG
igelei
QuerDenker , Donnerstag, 10.02.2022, 13:21 vor 1457 Tagen @ igelei 3339 Views
Hallo @igelei,
... Kann natürlich sein, dass die nur auf der Oberseite (erdabgewandt) geschirmt sind und noch als stack flogen und damit aus einem anderen Vektor getroffen wurden, aber dann müsste der schon ein ziemlicher Depp sein, wenn der den Schutz vor Sonnenstürmen nicht implementiert
hat. Wie gesagt, wohl eher unwahrscheinlich.
"ziemlicher Depp"
Wenn man sich neuentwickelte Elektronik ansieht, ist leider 'Alles' möglich!
Aber wir werden wohl Beide nicht gebeten werden dieses zu analysieren ;o)
Besten Gruß
QuerDenker
--
10cc: 'communication is the problem to the answer'
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igelei, Lammd des Stasi2.0-Rollcommanders, Donnerstag, 10.02.2022, 13:26 vor 1457 Tagen @ QuerDenker 3027 Views
.
Mirko, Česko, Donnerstag, 10.02.2022, 13:32 vor 1457 Tagen @ Naclador 3879 Views
Von NW nach SO .. im Augenblich dachte ich, gleich gibt es ein hellen Blitz. Der Joint war gut, aber die Kette am Himmel![[[zigarre]]](images/smilies/zigarre.gif)
--
Gesunde Menschen zu schädigen, um die Gesundheit der Schwächsten zu erhalten, ist eine Entscheidung der rückständigen Logik.
sensortimecom
, Donnerstag, 10.02.2022, 14:28 vor 1457 Tagen @ Naclador 3561 Views
Auf noaa.space.wether gab es den letzten Monaten keinen geomagnetischen Sturm über Stufe G3 ("moderat"). Habe das verfolgt.
Was mit all den vielen Satelliten und dem terrestrischen Internet passiert, wenn es wirklich mal zu einem G5/R5-Ausbruch, oder gar zum "Carrington-Ereignis" kommt, wage ich nicht zu denken.
Naclador , Göttingen, Donnerstag, 10.02.2022, 15:15 vor 1457 Tagen @ sensortimecom 3352 Views
Mit moderatem Sonnenwind muss so ein Satellit doch dauernd klar kommen. Wie kann denn das sein, dass Ihm da gleich 80% der Salve abrauchen? Oder ist das nur beim Start kritisch, wenn der Sonnenwind die Atmosphäre komprimiert und dadurch die Zielorbit nicht erreicht wird? Kann das jemand aufklären?
Beste Grüße,
Naclador
Ulli Kersten, Donnerstag, 10.02.2022, 17:30 vor 1457 Tagen @ sensortimecom 3255 Views
Auf noaa.space.wether gab es den letzten Monaten keinen geomagnetischen Sturm über Stufe G3 ("moderat"). Habe das verfolgt.
Was mit all den vielen Satelliten und dem terrestrischen Internet passiert, wenn es wirklich mal zu einem G5/R5-Ausbruch, oder gar zum "Carrington-Ereignis" kommt, wage ich nicht zu denken.
Einer, der es beurteilen kann, ist der Abteilungsleiter für Katastrophenschutz in der Behörde für Inneres in Hamburg, Professor Rechenbach, der auf dem Extremwetterkongress ganz lapidar sagte:
Bisher haben wir bezogen auf das Sonnen- oder Weltraumwetter in Deutschland keinerlei Vorsorge getroffen. Wenn uns da etwas trifft, dann ist für Wochen Steinzeit.
Er hat nicht weiter ausgeführt, was Wochen Steinzeit bedeuten. Kann man ja mal in einer stillen Stunde drüber nachdenken.
Und weiterhin stufen die Experten (müsste ich jetzt raussuchen, bin aber in Zeitdruck) einen Sonnensturm als höchste Wahrscheinlichkeit für die Auslösung eines Blackouts ein, höher noch als Hacker oder zu wenig Gas.
Hier seine kurze Aussage bei 18:56
https://youtu.be/dZwc11u5-20?t=1136
Ich glaube, 99,99 % der Leute denken, wenn sie sowas hören ... naja, das war 1859, heute wird das schon nicht mehr passieren.
Obwohl, wenn so ein laues Lüftchen dem Elon 40 Satelliten vom Himmel holt, wird vielleicht doch etwas klarer, was ein richtiger Sturm mit unser heutigen Technik machen wird (nicht würde)
Risikobewertung: Eintrittswahrscheinlichkeit 100 %, Schadenshöhe unermesslich, wie wird das von Versicherungen eingestuft, die machen doch immer solche Berechungen?
100 multipliziert mit unermesslich?
DT , Freitag, 11.02.2022, 12:32 vor 1456 Tagen @ Ulli Kersten 2474 Views
Ich habe mehrfach hier ausgeführt, daß unsere Stromversorgungs- und Kommunikationssysteme gegen "Sonnenstürme" im herkömmlichen Sprachgebrauch geschützt sind durch Varistoren.
1859 beim Carrington-Event, der ein X-Flare war, war das noch nicht der Fall, und über kilometerlange Morseleitungen konnte eine hohe Spannung induziert werden.
Wir hatten nach 2000 schon mehrfach X-Flares, die die Erde frontal getroffen hatten und Polarlichter bis nach Rom sichtbar gemacht hatten, zB im Oktober 2003. Da ist genau NICHTS passiert.
Auch Tausende von Satelliten rauchen bei den X-Flares nicht ab.
Im vorliegenden Fall handelt es sich tatsächlich um "Sonnenwind" im Sinne von stark erhöhter Teilchenfluktuation und Konvektion, der die Satelliten von ihrer Bahn abgebracht hat.
Das hat nichts mit Elons "Inkompetenz" bei "neuer Elektronik" oder mangelnder Schirmung oder vergessenen Varistoren zu tun. Am ehesten noch mit einem starken Sturm zu vergleichen, der Schiffe abtreibt.
Naclador , Göttingen, Freitag, 11.02.2022, 18:42 vor 1456 Tagen @ DT 2342 Views
Und wäre das nicht erheblich billiger gewesen, als fast 80% der Satelliten abschreiben zu müssen?
Gruß,
Naclador
sensortimecom
, Freitag, 11.02.2022, 19:02 vor 1456 Tagen @ DT 2423 Views
bearbeitet von sensortimecom, Freitag, 11.02.2022, 19:06
Bei einem starken Sonnensturm kommt es zur grossflächigen Verschiebung des Erdmagnetfeldes, und dadurch werden in allen elektrischen Leitern Spannungen induziert. Auch zb. in Trafostationen. Einiges kann abgefangen werden, aber bei einem "Carrington-Ereignis" ist alles zu spät.
Einen geomagnetischen Sturm der Stärke G5 hat es IMO weder 2000 noch 2003 gegeben. Kann mich erinnern dass es einmal "G4" gegeben hat, und der ist auch nicht voll Richtung Erde gekommen.
DT , Freitag, 11.02.2022, 20:03 vor 1456 Tagen @ sensortimecom 2415 Views
bearbeitet von DT, Freitag, 11.02.2022, 20:07
https://de.wikipedia.org/wiki/Geomagnetische_St%C3%BCrme_von_Halloween_2003
Diese Serie von Stürmen war die größte jemals vom GOES-System aufgezeichnete Serie von Sonneneruptionen. Funkwellenbezogene Messungen ergaben eine Belastung durch Röntgenstrahlen von X45 an der oberen Erdatmosphäre, zunächst war sie auf X28 geschätzt worden.[3] Dabei entspricht X der obersten Klasse der Einteilung der Sonneneruptionen und X45 entspricht in dieser Skala einer Röntgenintensität von 4500 µW/m². Die stärkste zuvor gemessene Belastung mit einem Wert von X20 wurde am 2. April 2001 und am 16. August 1989 erreicht.[4] Die "Geomagnetischen Stürme Halloween 2003" werden mit den geomagnetischen Stürmen von 1859, dem Carrington-Ereignis, verglichen.
Wieso sollen die Varistoren bei einem Carrington-Ereignis oder stärkerem die Überspannungen nicht ableiten? Wie sollen sie dann die Netze zerstören?
Das Carrington Ereignis wird auf X15 bis X42 geschätzt:
https://www.google.com/url?sa=t&rct=j&q=&esrc=s&source=web&cd=&...
"We estimate the Carrington flare to be no less than ~X15 and believe that it is more likely to be ~X42. It is important to note that small deviations in both the geomagnetic latitude and in the scaling result in large deviations in the predicted X-ray flux."
sensortimecom
, Freitag, 11.02.2022, 21:01 vor 1455 Tagen @ DT 2365 Views
bearbeitet von sensortimecom, Freitag, 11.02.2022, 21:10
... in einer Trafoanlage, wo es um Mittel- und Hochspannung geht. Viel Glück.
Hannes, Freitag, 11.02.2022, 21:11 vor 1455 Tagen @ sensortimecom 2331 Views
---
Hannes, Freitag, 11.02.2022, 21:22 vor 1455 Tagen @ sensortimecom 2387 Views
Guten Abend, Zeit-Experte,
hier liegst Du aber falsch, denn @DT sieht das schon ganz realistisch. Ich glaube auch, dass er "echt" ist, nur "anderster" ein bissel.
OK
Hier ad hoc zur info:
https://docplayer.org/107951919-Schadenerfahrungen-an-hs-ms-und-ns-schaltanlagen-von-pv...
q. e. d.
Schlaumeiernd
H.
sensortimecom
, Freitag, 11.02.2022, 21:30 vor 1455 Tagen @ Hannes 2374 Views
... und die Eintragungen dort bezüglich der Gefahren von extremen Sonnenstürmen bei Trafosystemen überarbeiten! Warum tut er das nicht, wenn es alles besser weiss?
Das gleiche gilt auch für dich, klaro. Nicht nur für DT.
Ach ja, und den guten alten Carrington bittschön als Flunkerer und Schwurbler brandmarken, bitte. Wenn schon, denn schon....
DT , Samstag, 12.02.2022, 00:16 vor 1455 Tagen @ sensortimecom 2378 Views
Du hast doch gelesen, daß die Sonnestürme Ende Oktober 2003 X45 waren und Carrington zwischen X20 und X42.
Ich habe Dir mehrfach die Argumente genannt. Damals gab es KEINE Varistoren, keine SF6 Schutzschalter.
Firmen wie Dehn
https://www.dehn.de/de/ueberspannungsschutz-einfamilienhaus-ohne-ab
oder ABB
https://new.abb.com/low-voltage/de/produkte/installationsgeraete/ueberspannungsschutz/t...
leben davon, überall Überspannungsschutz einzubauen. Wie gesagt, in der Schweiz sind selbst kleine Varistoren in kleinen Hausschaltanlagen eingebaut, die haben in den 80ern mit einem EMP gerechnet bei einem Atomkrieg und wollte das gesamte Netz sicher machen.
Aber auch in Deutschland ist die Sicherung ganz gut.
Die Infrastruktur altert natürlich, wie man in dem von Hannes verlinkten Dokument schön gesehen hat. Müßten wir nicht jährlich >1 Bio EUR an Reparationen an die Besatzer abführen, sondern könnten unsere Infrastruktur auf Vordermann bringen, wären wir in einer ähnlich guten Lage wie die Schweiz.
DT
sensortimecom
, Samstag, 12.02.2022, 07:00 vor 1455 Tagen @ DT 2414 Views
bearbeitet von sensortimecom, Samstag, 12.02.2022, 07:27
Du hast doch gelesen, daß die Sonnestürme Ende Oktober 2003 X45 waren und Carrington zwischen X20 und X42.
Woher weisst du, dass beim Carrington-Ereignis 1859 ein Sonnensturm der Stärke zwischen X20 und X42 war? Warst du damals dabei? Hast du nachgemessen?
Übrigens, auf der Wikipedia-Seite über "Magnetischem Sturm" ist Interessantes über die Ereignisse im 20. Jhdt. zu lesen.
Da sind Trafos ausfallen, tagelange Black-outs gabs, Anlagen des US-Militärs fielen aus, ja fast ein Atomkrieg wurde ausgelöst. Und ja, die Überspannungen in Leitungen sollen beim Ereignis 1921 in Quebec 10x so gross gewesen sein wie beim Ereignis 1969, an das ich mich - ob du's glaubst oder nicht(!) - sogar persönlich erinnern kann: ich saß damals in einem Büro in einer Linzer Bahnbaumaschinen-Firma und zeichnete Schaltpläne, als mich ein Kollege aufmerksam machte ich solle mal die riesigen Sonnenflecken anschaun (das konnte man, weil den ganzen Tag lang Industrienebel auf der Stadt lag...).
Aber egal. Dann heisst es auf Wikipedia wieder, 2000 und 2003 wären noch viel stärkere Sonneneruptionen gewesen, und die hätten aber - welch Wunder! - keine Schäden bekannt werden lassen.
Alles ERSTUNKEN und ERLOGEN. Von A bis Z.
Und ja, bitte logge dich auf Wikipedia ein, und berichtige die Sache mit den Gefährdungen von Trafostationen und Überlandleitungen. Erkläre ihnen, dass es dafür schon Varistoren gibt.
DT , Samstag, 12.02.2022, 11:36 vor 1455 Tagen @ sensortimecom 2311 Views
die die Magnitude des Carrington Event abschätzt.
https://www.dasgelbeforum.net/index.php?id=596897
Anstatt einfach zu sagen "alles erstunken und erlogen" versuchen diese Wissenschaftler,
wenigstens wissenschaftlich an die Sache ranzugehen.
Unter anderem basieren die Einschätzungen auf den Original Magnetogrammen von damals.
Welche sachlichen Argumente gibt es dagegen?
sensortimecom
, Samstag, 12.02.2022, 12:39 vor 1455 Tagen @ DT 2302 Views
bearbeitet von sensortimecom, Samstag, 12.02.2022, 13:05
Warum ich das schrieb, ist sonnennklar: Entweder auf Wikipedia
a) stimmt die Story von den Ereignissen im 20 Jhdt. nicht - die im 21. Jhdt. schon - oder
b) stimmen der Absatz über die Ereignisse und die Messwerte 2000 und 2003 nicht - die Story vom 20. Jhdt. schon - oder
c) stimmt beides nicht. Und auch Carrington hätte gelogen.
Logisch, denn: Es können nicht vor 100 Jahren bei geringeren Sonneneruptionen und Flares als vor 20 Jahren(!) Trafos kaputt gegangen und tagelange Blackouts passiert sein, während nachher gar nichts war.
Ich halte aber die Stories über die Ereignisse in Quebec 1921 etc. für durchaus plausibel! Warum sollten die Leute gelogen haben? Also hat man wahrscheinlich die Klasseneinteilung und Werte G1...G5 und für die Flares X1...X5 viel später einfach nach Daumen mal Pi hingetrimmt. Oder aber, es gab zu früheren Zeiten eine viel grössere durchschnittliche Sonnenaktivität, von der wir (bzw. auch die Wissenschaftler, die um vor dem Millenium diese Messwerte festlegten) einfach zu wenig wissen. Anders ist das nicht zu erklären.
Dass es aber zu früheren Zeiten viel häufiger Sonnenflecken gab, kann ich selber bestätigen. Das hat nichts mit dem sog. "natürlichen Sonnenzyklus" zu tun (der ist vielleicht einem mächtigeren Zyklus, den wir nicht kennen, überlagert). Auch jeder Ältere, den du fragst, wird das auch bestätigen. Es wäre nicht auszuschliessen dass stärkere Sonnenaktivität auch Einfluss auf das Wetter und das Klima zur Folge hatte....
DT , Samstag, 12.02.2022, 13:03 vor 1455 Tagen @ sensortimecom 2274 Views
![[image]](http://chaac.meteo.plus/de/klima/sonne-1820.png)
Die Aussage: es gab früher viel mehr Sonnenflecken als heute, da kannst Du jeden Älteren fragen, ist immer korrekt, außer man befindet sich gerade in einem lokalen Maximum.
In der Tat sind die momentanen SF Maxima nicht mehr so stark wie in den letzten Maxima im 20. Jh.
Die Sonnenflecken wurden seit Galileo beobachtet und haben Zyklen von 11 Jahren:
![]()
Diesem Zyklus ist noch ein längerer Zyklus überlagert. Daß sie Einfluß aufs Klima haben können wird vermutet.
https://de.wikipedia.org/wiki/Sonnenaktivit%C3%A4t
https://www.uni-mainz.de/presse/52970.php
" Internationales Forscherteam bestätigt Einfluss des 11-Jahres-Rhythmus der Sonne auf das Klima bestimmter Regionen
Rhein-Beobachtung liefert Erkenntnisse zur Verbindung zwischen Perioden geringer Sonnenaktivität und extremen Kälteereignissen in Mitteleuropa
27.08.2012
Wissenschaftler haben lange vermutet, dass der 11-Jahres-Rhythmus der Sonne Einfluss auf das Klima bestimmter Regionen der Welt haben könnte. Allerdings reichen die Temperaturaufzeichnung häufig nicht weit genug zurück, um eindeutige Muster aufzeigen zu können. Jetzt hat ein internationales Team von Forschern einen neuen Ansatz gefunden, der genau diese Vermutung bestätigt. Sie zeigten nicht nur, dass ungewöhnlich kalte Winter in Mitteleuropa während Phasen geringer Sonnenaktivität vorkamen, sondern auch dass die Anzahl der Sonnenflecken zu dieser Zeit auf ein Minimum reduziert war. Der Schlüssel zu dieser Forschung ist Deutschlands größter Fluss: Der Rhein.
Obwohl die Erdoberfläche in ihrer Gesamtheit derzeit eine Erwärmung aufweist, zeigen die neuen Daten eine Verbindung zwischen Perioden geringer Aktivität der Sonne und extremen Kälteereignissen in Mitteleuropa, insbesondere konzentriert auf die Regionen des Rheins. "Der Rhein ist als Forschungsobjekt ideal für unsere Arbeit", schwärmt Prof. Dr. Frank Sirocko, Erstautor der Studie und Professor für Sedimentologie und Paläokli-matologie am Forschungszentrum Geocycles der Johannes Gutenberg-Universität Mainz (JGU). "Wir nutzen die Eisbedeckung in der Vergangenheit als Proxy, also einen indirekten Hinweis auf die klimatischen Verhältnisse der jeweiligen Zeit. Es ist ein sehr simpler, aber zuverlässiger Hinweis: Entweder es gab Eis, oder es gab keins."
Doch wie bekommt man diese Information? Die Antwort ist einfach: Seit dem 18. Jahrhundert nutzen Flussschiffer den Rhein als Transportweg. Die Verlade- und Anlegestellen entlang des Flusses führten jährlich Buch darüber, wann Eisbedeckung die Rheinschifffahrt behinderte oder sogar unmöglich machte. Die Wissenschaftler bestimmten anhand dieser und weiterer historischer Unterlagen die Anzahl der Jahre, in denen der Rhein vollständig zugefroren war und fanden heraus, dass zwischen 1780 und 1963 der Rhein 14 Mal an verschiedenen Stellen zufror. "Allein die schiere Größe des Rheins bedeutet, dass es für ein solches Ereignis extreme Kälte braucht, was die Eisbedeckung zu einem sehr guten Proxy macht", so Sirocko.
Das Team trug nun den Zeitpunkt dieser Kälteereignisse gegen den regelmäßigen 11-Jahres-Zyklus der Sonnenfleckenaktivität auf. Sie fanden heraus, dass 10 der 14 Kälteereignisse gleichzeitig mit einem geringen Vorkommen der Sonnenflecken auftraten. "Damit zeigen wir erstmals anhand robuster Daten, dass auffallend kalte Winter in Mitteleuropa während der letzten 230 Jahre auf eine gemeinsame Ursache zurückgeführt werden können", so Sirocko.
Prof. Thomas Crowley, einer der internationalen bekanntesten US-Forscher zur Klimageschichte der letzten 1000 Jahre und Direktor der Scottish Alliance for Geoscience, Environment & Society, pflichtet seinem deutschen Kollegen bei: "Der Einfluss von Sonnenflecken auf die verschiedenen Ebenen des Klimasystems ist bei Weitem noch nicht verstanden und gibt immer wieder Anlass zu erhitzten Debatten. Die Studie wird helfen, diese Debatten nun statistisch fundierter zu führen." "
Schaut man auf einer noch längerer Skala, sieht man die Milankovic-Zyklen:
https://de.wikipedia.org/wiki/Milankovi%C4%87-Zyklen
![[image]](https://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/7/7e/Milankovitch_Variations.png)
sensortimecom
, Samstag, 12.02.2022, 13:26 vor 1455 Tagen @ DT 2331 Views
bearbeitet von sensortimecom, Samstag, 12.02.2022, 13:36
Eher mit Schätzometrie. Alles was vor der Zeit liegt, wo wir genaue Instrumente bei der Beobachtung der Sonnenaktivität, der magnetischen Stürme und der Flares haben, liegt im Dunkeln. Dass der 11-jähr. Zyklus auch regelmässig vor seiner verbürgten Beobachtung existierte, ist zwar anzunehmen, aber wie gesagt, es kann einen "mächtigeren Zyklus" geben.
Ein bisserl erinnert das Ganze an die Zeitangaben, Tabellen, Zeichnungen und Animationen aus der Evolutionstheorie und der Paläontologie.
Mephistopheles, Samstag, 12.02.2022, 17:04 vor 1455 Tagen @ sensortimecom 2245 Views
Ein bisserl erinnert das Ganze an die Zeitangaben, Tabellen, Zeichnungen und Animationen aus der Evolutionstheorie und der Paläontologie.
https://www.youtube.com/watch?v=eZEYmyRyZEA
...dann wärst du nicht hier.
Gruß Mephistopheles
Hannes, Freitag, 11.02.2022, 21:00 vor 1455 Tagen @ Ulli Kersten 2425 Views
Auf noaa.space.wether gab es den letzten Monaten keinen geomagnetischen Sturm über Stufe G3 ("moderat"). Habe das verfolgt.
Was mit all den vielen Satelliten und dem terrestrischen Internet passiert, wenn es wirklich mal zu einem G5/R5-Ausbruch, oder gar zum "Carrington-Ereignis" kommt, wage ich nicht zu denken.
Einer, der es beurteilen kann, ist der Abteilungsleiter für Katastrophenschutz in der Behörde für Inneres in Hamburg, Professor Rechenbach, der auf dem Extremwetterkongress ganz lapidar sagte:Bisher haben wir bezogen auf das Sonnen- oder Weltraumwetter in Deutschland keinerlei Vorsorge getroffen. Wenn uns da etwas trifft, dann ist für Wochen Steinzeit.
Er hat nicht weiter ausgeführt, was Wochen Steinzeit bedeuten. Kann man ja mal in einer stillen Stunde drüber nachdenken.
Und weiterhin stufen die Experten (müsste ich jetzt raussuchen, bin aber in Zeitdruck) einen Sonnensturm als höchste Wahrscheinlichkeit für die Auslösung eines Blackouts ein, höher noch als Hacker oder zu wenig Gas.
Hier seine kurze Aussage bei 18:56
https://youtu.be/dZwc11u5-20?t=1136
Ich glaube, 99,99 % der Leute denken, wenn sie sowas hören ... naja, das war 1859, heute wird das schon nicht mehr passieren.
Obwohl, wenn so ein laues Lüftchen dem Elon 40 Satelliten vom Himmel holt, wird vielleicht doch etwas klarer, was ein richtiger Sturm mit unser heutigen Technik machen wird (nicht würde)
Risikobewertung: Eintrittswahrscheinlichkeit 100 %, Schadenshöhe unermesslich, wie wird das von Versicherungen eingestuft, die machen doch immer solche Berechungen?
100 multipliziert mit unermesslich?
Ich habe kurz in das Video geguckt. Der Vortragende erinnert mich penetrant an einen meiner Hochschullehrer, ET Anlagen. Ein Praktiker, egal.
Mein Eindruck von der Sache: Die Satelliten des Elon sind nicht gehärtet. Wozu auch. Massenware.
Militärsatelliten sind sicherlich gehärtet. Wie Panzer, je nachdem.
Ich erinnere an eine Diskussion hier, warum die Amis nach den Vorfällen im Schwarzen Meer (der Russe hatte einem US-Kriegsschiff seine Folterwerkzeuge gezeigt), die US-Militärs erst mal die Flugzeugträger zum Dock befohlen haben? Klar.
In diese Richtung würde ich denken. Und in welcher Lage wir sind, und dass wir nicht alles erfahren, wat die Machos da veranstalten derzeit.
Ich war mal sehr stolz, als ich mit meinem noch Vorschulalter-Sohn in UK eine Tontaubenknarre in die Hand gedrückt kriegte, um gegen einen Proll-Tommy anzutreten, der unbedingt WWII nachspielen wollte. Habe sie alle getroffen (Laser, amusement park), der nicht. Cool.
Würde mich wundern, wenn der Russe die Gelegenhheit nicht ausnutzen würde, zu zeigen, was der Iwan so kann, gerade jetzt vorteilhaft.
H.
PS: Spekulieren macht Spaß.
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DT , Samstag, 12.02.2022, 00:17 vor 1455 Tagen @ Hannes 2383 Views
Das hatte nichts mit "härten" zu tun. mh-ing hat das bestätigt.
Es war ein Teilchenstrom, gegen den die Satelliten machtlos waren. Es waren keine induzierten Überspannungen.
Olivia , Samstag, 12.02.2022, 13:11 vor 1455 Tagen @ Hannes 2272 Views
Diese Frage geht mir erheblich mehr durch den Kopf als der Absturz an sich. Oder wollte Musk austesten, was "die Dinger" aushalten? Dann hätten an sich doch wenige genügt?
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For entertainment purposes only.
Rainer
, El Verger - Spanien, Freitag, 11.02.2022, 11:36 vor 1456 Tagen @ Naclador 2693 Views
Ein Bekannter hat mir geschrieben:
Hast Du gestern abend zufällig die verglühenden Satelitten gesehen ?
Sind direkt tief über Denia geflogen, ich dachte zuerst ein Flugzeug stürzt ab. Waren so 15 Stück mit einem langen glühenden Schweif.
Leider habe ich das selbst nicht gesehen.
Rainer
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