Energie: Wird in der EU bereits das Kissengas angegriffen? / Cyberangriff auf Tankstellenversorger

Ikonoklast, Mittwoch, 02.02.2022, 21:02 vor 1618 Tagen 4476 Views

bearbeitet von Ikonoklast, Mittwoch, 02.02.2022, 21:11

Hallo Forum,

wegen der Erdgasknappheit in Europa habe ich mich auf die Suche nach den Angaben zu der Höhe des Kissengases in den europäischen Speichern begeben.
Zur Erklärung erst einmal die Begriffsdefinitionen:

Kissengas:

Da ein gewisser Mindestdruck aufrechterhalten werden muss, kann nie die gesamte Gasmenge aus dem Speicher entnommen werden; ein Teil bleibt als sogenanntes Kissengas immer im Speicher.

Arbeitsgas:

Mit Arbeitsgas bezeichnet man dagegen den Anteil, der ein- und ausgespeichert werden kann. Dessen Menge ist also relevant für den Nutzeffekt des Gasspeichers.

Also gilt:

Gesamtkapazität Gasspeicher - Kissengas = Arbeitsgas (Das Gas, welches (ohne Probleme beim Gasdruck) ein- und ausgespeichert werden kann)

Etwas schwieriger war die Suche nach dem Anteil von Kissengas in den Speichern, hier gibt es nur ungefähre Angaben:

In Kavernen ist das Kissengas auch zur Gewährleistung der Standfestigkeit erforderlich. Der Kissengasanteil beträgt etwa 1/3 bis 1/2 vom maximalen Speichervolumen und verbleibt permanent im Speicher.

Also kann man unwissenschaftlich sagen, dass im Durchschnitt die Kissengasbestände wahrscheinlich bei 41,5% ( (((50-33)/2)+33)))=41,5 )des Gasspeichers beginnen.

Und wenn wir nun bei AGSI+ die aktuellen Gasspeicherstände ansehen:

Österreich 22,01%
Belgien 34,53%
Bulgarien 32,3%
Kroatien 32,93%
Frankreich 34,29%
Deuschland 35,90%
Ungarn 33,07%
Litauen 33,53%
Niederland 26,23%
Rumänien 37,48%
Slowakei 31,52%
Ukraine 20,90%

Dann kann man davon ausgehen, dass einige bestimmt bereits das Kissengas angreifen. Das Fazit hierzu dürfte sich erübrigen... Vielleicht nur so viel, man fährt wohl auf Verschleiß. Wer sich mit Instandhaltung ausgkennt, weiß was das bedeutet(n kann).

Damit es nicht unter geht:

Es hat ein Cyberangriff auf den Ölhändler Marquard & Bahls (Oiltanking) gegeben:

Das Hamburger Unternehmen Marquard & Bahls konnte plötzlich die Be- und Entladesysteme nicht mehr steuern – damit fällt ein wichtiger Zulieferer der Mineralölwirtschaft vorübergehend aus. Sehr unterschiedliche Branchen waren zuletzt von ähnlichen Attacken betroffen.

Auch Tankstellen können derzeit nicht mehr beliefert werden.

Nein, das Kissengas kann nicht entnommen werden und wird nirgends in Betracht gezogen.

Ulli Kersten, Mittwoch, 02.02.2022, 21:12 vor 1618 Tagen @ Ikonoklast 3672 Views

Und wenn wir nun bei AGSI+ die aktuellen Gasspeicherstände ansehen:

Österreich 22,01%
Belgien 34,53%
Bulgarien 32,3%
Kroatien 32,93%
Frankreich 34,29%
Deuschland 35,90%
Ungarn 33,07%
Litauen 33,53%
Niederland 26,23%
Rumänien 37,48%
Slowakei 31,52%
Ukraine 20,90%

Dann kann man davon ausgehen, dass einige bestimmt bereits das Kissengas angreifen.

Nein, es wird nur über das Arbeitgas berichtet. Die Tankanzeige in deinem Diesel-PKW berücksichtigt auch nicht das vorhandene Motoröl.

Auch Tankstellen können derzeit nicht mehr beliefert werden.

Manche. Aber andere können und helfen aus.

Theoretisch ja, praktisch unmöglich

Ulli Kersten, Mittwoch, 02.02.2022, 21:45 vor 1618 Tagen @ Ikonoklast 3425 Views

Ich musste telefonisch nachfragen.

Wenn kein Überdruck mehr im Gasspeicher ist, kommt auch nichts mehr raus. Wenn was rauskommen sollte, müsste man am anderen Ende Luft reinblasen, dann wird (restliche Kissen-)Gas rausgedrückt. Aber die Luft vermischt sich dann schnell mit dem Gas und raus kommt halbe halbe oder so. Vollkommen unbrauchbar.

Man spricht hier von UEG und OEG

der_Chris @, Nördl. Ruhrgebiet, Donnerstag, 03.02.2022, 09:53 vor 1618 Tagen @ Ulli Kersten 2613 Views

UEG untere Explosionsgrenze 4.5
OEG Obere Explosionsgrenze 16.5

In Mischung mit Luft ist Erdgas unter normalen Bedingungen im Bereich von 4,5 Vol.-% bis 16,5 Vol.-% zündfähig.

Heißt weniger als 4,5 % Luft im Erdgas passiert nix, mehr als 16,5% passiert auch nix mehr.

Würde man Luft in die Pipeline und Gasspeicher drücken (um diese weiter zu leeren), könnte, nein wird man ein explosionsfähiges Gemisch erzeugen. Deswegen kann man das Gas nur über Zwischenverdichter fördern und diese brauchen, wie jede, nennen wir es mal Pumpe, auf der Saugseite einen gewissen Vordruck. Sonst dreht der Verdichter frei und die benötigten Energie zum Verdichten übersteigt die schöpfbare Energieausbeute.

Bei zu wenig Vordruck kommt irgendwann auch nix mehr raus...

Übrigens hier mal sehr anschaulich, gut bebildert erklärt:

Gastransport und Speicherung

--
Gruß
Der_Chris

Verhaltensregeln gegenüber deutschen Politkern:
*Verachten* Auslachen* Verhöhnen* Ignorieren*
Und niemals Aufmerksamkeit schenken!

"Passiert nichts" stimmt nicht, explodiert nur nichts.

Naclador @, Göttingen, Donnerstag, 03.02.2022, 10:09 vor 1618 Tagen @ der_Chris 2584 Views

Moin der_Chris,

oberhalb der OEG explodiert das Luft-Gas-Gemisch nicht mehr, brennt aber ganz hervorragend. Das wäre also immer noch keine gute Idee, so viel Luft in die Tanks zu pumpen. Nun könnte man natürlich auf den Gedanken kommen, stattdessen ein chemisch inertes Gas einzubringen, wie Stickstoff oder Argon. Aber die kosten um die 30 € pro 10 m³ als Flaschenware, im Großtank vielleicht etwas günstiger, aber das ist definitiv unwirtschaftlich.

Theoretisch könnte man auch die Lager mit Wasser vollaufen lassen um das Kissengas heraus zu bekommen, aber dann wird das Gas feucht, was Probleme bei der Kompression macht, Salzkavernen würden sich auflösen und oberirdische Gastanks würden dem Wasserdruck nicht standhalten.

Außerdem kriegst Du die Tanks ja nie wieder trocken.

Es bleibt bei Ullis Ansage: praktisch unmöglich.

Gruß,
Naclador

Nichts anderes führte ich aus - sog. Kissengas kriegt man nicht gefördert

der_Chris @, Nördl. Ruhrgebiet, Donnerstag, 03.02.2022, 10:38 vor 1618 Tagen @ Naclador 2552 Views

Verstehe deine Grätsche nicht...
Ist wie eine 11 kg Propangasflasche. Bei Umgebungsdruck (~1 bar) hat auch der Rest in der Flasche diesen Druck und den kriegt man nicht mehr raus.
Bei Kavernen und Porenspeichern sowie dem gesamten Rest in der Pipeline braucht man einen gewissen "Gegen"druck, in meiner Ausführung als Vordruck bezeichnet, um über Verdichterstationen noch was raus zu lutschen.
Mit Stickstoff "nachdrücken", so wie man in der chemischen Industrie Rohrleitungen spült und vom Medium entleert, scheidet aus Kostengründen aus und wäre aufgrund der Mengen auch viel zu gefährlich (Stickstoff ist giftig), mit Luft drücken scheidet ebenfalls aus, weil man erst ein explosionsfähiges und dann ein zündfähiges Gemisch herstellt.

Ich gehe davon aus, dass man bereits vor Erreichen des Gaspolster (=Kissengas) an die Grenze der Förderfähigkeit gelangt. Hier stehen dann (An-)Saug und Druckprobleme an.

Ich weiß nicht, wie die Gasverdichter aufgebaut sind, könnte mir aber ein mehrstufiges Turboverdichterverfahren vorstellen. In meiner aktiven Zeit in der Chemie haben wir solche Apparate zum Verdichten von Chlor eingesetzt, um dann gekühltes und verdichtetes Chlor flüssig zu Lagern.

Beim Erdgas erfolgt der Transport in der Pipeline ja gasförmig. Das sich immer weiter verzweigende Netz bis zum Hausanschluss bedingt dabei auch einen stetigen Druckabbau. Druckschwankungen aufgrund eines schlechten Füllgrads der Verdichter hätten m.E. nach auch unangenehme Auswirkungen auf die sog. letzte Meile, also das städtische Netz.

Deswegen glaube ich, dass wir schon in Probleme kommen werden, bevor die errechnete Restmenge erreicht ist.

--
Gruß
Der_Chris

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Ich wollte Dir auch gar nicht widersprechen, lediglich klarstellen, dass oberhalb der OEG auch nicht alles töffte wäre.

Naclador @, Göttingen, Donnerstag, 03.02.2022, 10:47 vor 1618 Tagen @ der_Chris 2436 Views

Was da technisch für Verdichter eingesetzt werden, kann ich auch nicht sagen, aber sicher werden sie nicht vordruckfrei arbeiten können, und die Lager sind für Unterdruckbetrieb ja auch nicht ausgelegt.

Viele Grüße,
Naclador

Was ist Dein Problem mit Stickstoff? N2 ist Hauptbestandteil der Atemluft. (owT)

FOX-NEWS @, fair and balanced, Donnerstag, 03.02.2022, 11:06 vor 1618 Tagen @ der_Chris 2386 Views

bearbeitet von FOX-NEWS, Donnerstag, 03.02.2022, 11:17

--
[image]

Afuera!

Du kannst auch selber mal die Ente oder Dr. G befragen...

der_Chris @, Nördl. Ruhrgebiet, Donnerstag, 03.02.2022, 11:19 vor 1618 Tagen @ FOX-NEWS 2509 Views

Obwohl Luft zu über 78 % aus Stickstoff besteht und Stickstoff ein Inertgas und somit ungiftig ist, müssen bei der Handhabung von gasförmigem Stickstoff in größeren Mengen Sicherheitsmaßnahmen getroffen werden.

Beispielsweise wenn aufgrund der Menge an Stickstoff die Gefahr besteht, dass Personen Arbeitsbereiche wie Maschinenräume betreten, welche aus Brandschutzgründen mit Stickstoffgas gefüllt sind, und durch Verdrängung kein oder nur eine ungenügende Menge an Sauerstoff für die Atmung vorhanden ist.
Betritt eine Person einen solchen Bereich, kommt es zu einer heimtückischen, da durch die betroffene Person nicht bewusst wahrnehmbaren, normobaren Hypoxie durch Stickstoff, welche nach einigen Sekunden zu leichten Bewusstseinsstörungen gefolgt von Bewusstlosigkeit und nach wenigen Minuten zum Tod durch Erstickung führt.

Der Grund für diese Gefahr liegt darin, dass der menschliche Körper über keine hinreichend schnelle Sensorik im Glomus caroticum zur Erkennung der Unterversorgung mit Sauerstoff verfügt.

Ein Atemzug reiner Stickstoff wird gemeinhin als potentiell tödlich angesehen. In reinem Stickstoff erfolgt sofortige Ohnmacht und kurz darauf der Tod.

--
Gruß
Der_Chris

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Wieso geht bei der Anwendung eine höhere Gefahr aus als vom Erdgas selber?

FOX-NEWS @, fair and balanced, Donnerstag, 03.02.2022, 11:33 vor 1618 Tagen @ der_Chris 2459 Views

bearbeitet von FOX-NEWS, Donnerstag, 03.02.2022, 11:38

Man macht schließlich alles, um ein Austreten des Erdgases zu verhindern. Daß man mit solchen Mengen an N2 vorsichtig umgehen muss will ich gar nicht bestreiten. Die Erdölindustrie hat jahrzehntelange Erfahrung im Einspritzen von N2 bei der Erdölförderung. Da könnte man nachfragen, falls man sich unsicher in der Handhabung wäre. [[zwinker]]

Grüße

PS: Auch mir ist bewusst, daß Sauerstoffentzug schnell tödlich ist. Mir fallen viele Gase ein, mit denen man diesen Umstand herbeiführen kann. Besonders beliebt ist da CO2, wenn es Zeit hat, sich abzusetzen ... z.B. in alten Stollen.

--
[image]

Afuera!

Weil die Mengen schlichtweg zu groß sind

der_Chris @, Nördl. Ruhrgebiet, Donnerstag, 03.02.2022, 12:11 vor 1618 Tagen @ FOX-NEWS 2461 Views

Eine Pipeline mit 4000 km Länge mit Stickstoff zu inertisieren und/oder leer zu drücken. Maria hilf...

Bei 90 cm Durchmesser beträgt das Volumen (d zum Quadrat x Pi x h /4)

2.545 Mio qm³ oder 2.545 Mrd. qdm³ = Liter


Nö, das wird nix

--
Gruß
Der_Chris

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Du hast Recht, Erdgas ist, was die Sauerstoffverdrängung betrifft, genauso tödlich wie Stickstoff. Wer mit Erdgas umgehen kann, der kann auch mit Stickstoff umgehen.

Naclador @, Göttingen, Donnerstag, 03.02.2022, 12:12 vor 1618 Tagen @ FOX-NEWS 2404 Views

Kohlenstoffdioxid dagegen ist schon in viel geringeren Konzentrationen gefährlich, da ein erhöhter CO2-Partialdruck das Abatmen von CO2 in den Lungenbläschen verhindert. Stickstoff dagegen beeinflusst die Atemprozesse nicht. Man kann also an CO2 auch dann ersticken, wenn genügend Sauerstoff vorhanden ist.

Viele Grüße,
Naclador

Verwechselung mit CO?

Hannes, Freitag, 04.02.2022, 01:02 vor 1617 Tagen @ Naclador 2310 Views

Kohlenstoffdioxid dagegen ist schon in viel geringeren Konzentrationen gefährlich, da ein erhöhter CO2-Partialdruck das Abatmen von CO2 in den Lungenbläschen verhindert. Stickstoff dagegen beeinflusst die Atemprozesse nicht. Man kann also an CO2 auch dann ersticken, wenn genügend Sauerstoff vorhanden ist.

Viele Grüße,
Naclador

so weit ich erinnere:

CO - Kohlenmonoxyd, wird vom roten Blutfarbstoff lieber aufgenommen als O2 (Sauerstoff), deshalb beliebte Selbsttoetungsmethode mit z. B. offenem Kohlenbecken im geschlossenen Raum (unvollständige Verbrennung, Kokelei)

CO2 - Kohlendioxyd, eher ungefählich, da Vergasung damit i. d. R. starke Luftnot erzeugt, Tierquälerei!!!

N2 - Stickstoff, keine Tierquälerei, meine bevorzugte Selbsttötungsmethode, theoretisch, da noch nicht probiert.

[[ironie]]

H.

Nein, keine Verwechslung.

Naclador @, Göttingen, Freitag, 04.02.2022, 08:00 vor 1617 Tagen @ Hannes 2260 Views

Das darfst Du mir glauben, Hannes, dass ich als Chemiker Kohlenmonoxid und Kohlendioxid auseinander halten kann.

Ja, mit CO bringt man sich bei noch viel niedrigeren Konzentrationen ums Eck, da es irreversibel ans Hämoglobin bindet. Aber CO2 geht immer noch deutlich rascher als Stickstoff.

Viele Grüße,
Naclador

Offenbar doch. Der Herr Wieler wüsste das (ist kein Chemiker wie Du, oder ElektroIng wie ich, ist bekanntlich ein Tierarzt!).

Hannes, Freitag, 04.02.2022, 15:13 vor 1617 Tagen @ Naclador 2311 Views

Das darfst Du mir glauben, Hannes, dass ich als Chemiker Kohlenmonoxid und Kohlendioxid auseinander halten kann.

Ja, mit CO bringt man sich bei noch viel niedrigeren Konzentrationen ums Eck, da es irreversibel ans Hämoglobin bindet. Aber CO2 geht immer noch deutlich rascher als Stickstoff.

Viele Grüße,
Naclador

Ein angenehmes Woenende wünsche ich uns. Habe gerade ausgelogged (Büro) und lese dies hier.

Ich schrieb aus dem Gedächtnis (meine Schulbildung DDR war "polytechnische OS", daher mein Beitrag zu u. a. "Kohlenmonoxyd" - mein Sohn lernte schon "Kohlenstoffoxid"?). Egal, mich hat das interessiert, also, ob ich mich geirrt habe in meinem Beitrag? Da ich spontan aus der Erinnung schrieb:

"so weit ich erinnere:

CO - Kohlenmonoxyd, wird vom roten Blutfarbstoff lieber aufgenommen als O2 (Sauerstoff), deshalb beliebte Selbsttoetungsmethode mit z. B. offenem Kohlenbecken im geschlossenen Raum (unvollständige Verbrennung, Kokelei)

CO2 - Kohlendioxyd, eher ungefählich, da Vergasung damit i. d. R. starke Luftnot erzeugt, Tierquälerei!!!

N2 - Stickstoff, keine Tierquälerei, meine bevorzugte Selbsttötungsmethode, theoretisch, da noch nicht probiert.

[[ironie]] "

Ich habe nun fünf Minuten nachgeguckt und finde mich in meiner Meinung voll bestätigt: Deine Korrektur "Aber CO2 geht immer noch deutlich rascher als Stickstoff." ist falsch. Wie ich schrieb, ist das Tierquälerei und ich würde immer N2 bevorzugen, das gibt es im Baumarkt und das ginge schnell. Schneller als ne Flasche Schnaps saufen, Schnaps und Abschleppseil von der Tanke, und dann von der Autobahnbrücke hopsen, wie hier mal passiert. Sauerei!

Aber dies (auch als Beleg meiner richtigen Aussage) ist m. E. eine viel erwähnenswertere "Sauerei", da es jeden Tag vieltausendfach den armen Schweinen angetan wird:

[[kotz]]

"Die Mehrzahl der Schweine in der Fleischproduktion wird vor der Tötung im Schlachthof mithilfe von Kohlenstoffdioxid betäubt – darunter auch Schweine aus der Bio-Haltung. Bei dieser Methode werden Gruppen von mehreren Tieren in sogenannten Backloader-Anlagen in eine Art Gondel getrieben und in eine Grube hinabgelassen, die mit einer hohen CO2-Konzentration angefüllt ist. Das Gas soll die Tiere bewusstlos machen, sodass sie wahrnehmungs- und empfindungslos sind, wenn im nächsten Schritt der sogenannte Entblutestich des Schlachters vollzogen wird. Doch die Betäubung ist alles andere als kurz und schmerzlos, denn die Tiere verlieren das Wahrnehmungs- und Empfindungsvermögen erst nach einer Einleitungsphase von 10 bis 30 Sekunden. In dieser Zeit bildet das Kohlendioxid auf den feuchten Schleimhäuten der Atemwege Kohlensäure, die den Schweinen einen stechenden Schmerz zufügt. [3] Bis die Tiere schließlich tatsächlich betäubt sind, leiden sie in Todesangst an Erstickungserscheinungen und versuchen panisch, zu fliehen. [3]

Die Atmung von Säugetieren wird durch den CO2-Gehalt im Blut reguliert. Bei der CO2-Betäubung riechen die Tiere das Gas bereits, bevor sie den tiefsten Punkt der Grube erreichen. Durch die Gaskonzentration in der Luft steigt der CO2-Gehalt im Blut der Schweine. Die Tiere reagieren mit vertiefter Atmung, durch die sich der Kohlendioxid-Gehalt im Blut weiter erhöht. Die Schweine geraten in Atemnot und zeigen heftige Erstickungssymptome: Sie recken die Köpfe in die Höhe, bäumen sich auf, schreien laut und versuchen, hochzuspringen. Sie geraten in Panik, hyperventilieren und versuchen, dem Gas in der Grube durch Trampeln und Drängen zu entkommen. All das sind deutliche Abwehrreaktionen auf das Gas und verzweifelte Fluchtversuche.

Im Fleisch der Tiere, die in Panik und unter Qualen gestorben sind, ist deshalb meist eine erhöhte Konzentration der Stresshormone Adrenalin und Noradrenalin zu finden. [4, 5] In verschiedenen wissenschaftlichen Untersuchungen konnte die panikverursachende Wirkung des Gases nachgewiesen werden, sodass die Betäubungsmethode als tierschutzwidrig eingestuft wurde. [4] Die Fehlerquote bei der CO2-Betäubung liegt bei schätzungsweise fünf Prozent [11] – was bedeutet, dass allein in Deutschland jedes Jahr rund 2 Millionen Tiere bei Bewusstsein getötet werden.
...

Helium, Argon und Stickstoff als Alternativen

Mittlerweile gibt es deutlich weniger belastende Betäubungsalternativen für Schweine, die den Tieren zumindest in der Betäubungsphase zusätzliches Leid ersparen könnten.
...
Im Gegensatz zu Argon und Helium ist Stickstoff kein Edelgas und könnte ein einfaches Betäubungsmittel sein, weil er ohnehin in der Luft enthalten ist. Theoretisch wäre es möglich, den Sauerstoff in der Luft herunterzufahren und zusätzlich mit Stickstoff anzureichern. Bisher ist jedoch noch nicht erforscht, inwiefern die Tiere unter Stickstoffbetäubung tatsächlich leiden würden. [9]

Es gibt also Gase, die grundsätzlich dazu geeignet wären, den Tieren zumindest in der Betäubungsphase zusätzliche Qualen zu ersparen. Doch abgesehen davon, wie sehr Tiere bei ihrer Betäubung und Schlachtung leiden – die Qual der Tiere beginnt schon deutlich früher. In der landwirtschaftlichen Tierhaltung leiden Millionen von ihnen ihr Leben lang u....

Akkordschlachtungen: Tiere teilweise bei Bewusstsein zerlegt

Todesangst, Panik und Schmerzen bei der CO2-Betäubung sind leider nicht die einzigen Qualen, denen Tiere in deutschen Schlachthöfen ausgesetzt sind. Zahllose Tiere erwachen im Laufe des Schlachtprozesses wieder aus der Betäubung und erleben ihre Tötung bei vollem Bewusstsein!

In den größten deutschen Schlachtbetrieben werden pro Stunde bis zu 750 Tiere getötet. Bei diesen Massenschlachtungen kann eine Nachkontrolle in den meisten Fällen nicht stattfinden. Die Schlachter töten Schweine im Akkord und haben für die Durchführung des Entblutungsstichs pro Tier nur etwa fünf Sekunden Zeit. [10] Unter anderem aufgrund von Zeitmangel kommt es immer wieder zu Fehlern bei der Ausführung des tödlichen Schnitts durch die Kehle. Bis zu ein Prozent der Tiere bleiben während des Ausblutens wahrnehmungs- und empfindungsfähig. Was sich wenig anhört, bedeutet in absoluten Zahlen jedoch, dass jährlich etwa 550.000 Schweine unzureichend betäubt sind, wenn sie in das Brühbad gelangen. Sie werden bei vollem Bewusstsein durch das 60 Grad heiße Wasser gezogen und ertrinken qualvoll im Brühwasser, das der Entfernung der Borsten der toten Tiere dient. [12]"

Da wäre viel mehr Aufmerksamkeit angebracht, als für den tragischen Tod des jungen Mannes, wegen Liebeskummers, wie man sagt.

Fazit: Unwissenheit der Masse lässt Schweine leiden. Wirtschaftliche Gründe auf den ersten Blick. Desinteresse m. E. das eigentlich Problem. Wird Dir jeder Psychoklempner sagen: Meide die Wahrheit, tut nur weh und macht am Ende krank.
[[hae]]

H.

Hängt an der Definition von "schneller"...

Naclador @, Göttingen, Samstag, 05.02.2022, 10:45 vor 1616 Tagen @ Hannes 2228 Views

Moin Hannes,

CO2 tötet bei geringeren Konzentrationen als Stickstoff, weil es nicht nur den Sauerstoff verdrängt, sondern das Abatmen von CO2 in der Lunge verhindert.

Dass das ein schöner Tod sei, habe ich nirgends behauptet.

Klar ist jedenfalls: von CO braucht es nur sehr geringe Mengen in der Luft, um einem das Lebenslicht auszublasen, von CO2 einige Prozente, und Stickstoff tötet nur, wenn fast kein Sauerstoff mehr übrig ist.

Bei den Schweinen würde ich mir auch humanere Tötungsweisen wünschen.

Viele Grüße,
Naclador

Verwechselst Du da nicht etwas? UEG und OEG bezüglich Luft?

eesti @, Schwedt und Cranz(Ostpreußen), Donnerstag, 03.02.2022, 13:14 vor 1618 Tagen @ der_Chris 2365 Views

Die obere Explosionsgrenze ist meines Wissens 17Vol% Erdgas IN der Luftatmosphäre, nicht Luft im Erdgas.
Die untere Explosionsgrenze ist um die 4Vol% Erdgas IN der Luftatmosphäre, nicht umgekehrt.

Ideale Durchmischung im Erdgasspeicher vorausgesetzt, könnte man theoretisch also nahezu das gesamte "Kissengas" nutzen.
Nur leider wird sich da niemand den Hut aufsetzen, denn eine ideale Durchmischung gibt es da nicht und wenn das Ding da unten in die Luft fliegt, man kann sich ausrechnen, wie groß dann der Krater sein wird.


Quelle u.a.:
https://www.swm-infrastruktur.de/dam/swm-infrastruktur/dokumente/gas/sicherheitsdatenbl...

--
MfG
LR

Alles ist ein Windhauch.

Ja da hast du recht, natürlich muss es IN Luft und nicht IN Erdgas heißen. (owT)

der_Chris @, Nördl. Ruhrgebiet, Donnerstag, 03.02.2022, 13:37 vor 1618 Tagen @ eesti 2337 Views

[[top]]

--
Gruß
Der_Chris

Verhaltensregeln gegenüber deutschen Politkern:
*Verachten* Auslachen* Verhöhnen* Ignorieren*
Und niemals Aufmerksamkeit schenken!

Falls das noch unklar ist

Ulli Kersten, Mittwoch, 02.02.2022, 21:23 vor 1618 Tagen @ Ulli Kersten 3694 Views

Hier die heutige Meldung von AGSI:

[image]

Working Gas (Arbeitsgas Speicherkapazität) = 241
In Storage (Im Lager) = 86
% Full = 35

Somit wird bei der Füllmenge nur das Arbeitsgas berücksichtigt, das Kissengas ist vollkommen uninteressant.

Ich hatte das neulich mal erwähnt, hätte es aber lieber sein lassen sollen, um Verwirrung zu vermeiden.

Ansonsten keine Panik. Bis Mitte Februar erstmal Frühling, sagt Kai Zorn.

Danke Dir! Dann hast Du wohl recht. Was interessiert mich mein Geschwätz von vor 25 Minuten ;-)

Ikonoklast, Mittwoch, 02.02.2022, 21:29 vor 1618 Tagen @ Ulli Kersten 3189 Views

Ich behaupte nun das Gegenteil[[freude]]

Wenn es kälter wird, sinkt der Gasdruck UND die Abnahmemenge steigt.

der_Chris @, Nördl. Ruhrgebiet, Mittwoch, 02.02.2022, 21:19 vor 1618 Tagen @ Ikonoklast 3437 Views

Dann schmilzt beides, der notwendige Gasdruck im Speicher und die ausfahrbare Menge.
Noch ist’s mild, sollte der Winter nochmal zuschlagen, kann’s schnell gehen.
Tja, dann wird’s spannend.
[[trost]]

--
Gruß
Der_Chris

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Wir steigen aus! Atom, Kohle, Kohle Gas.

Durran @, Donnerstag, 03.02.2022, 07:24 vor 1618 Tagen @ Nordlicht 3141 Views

Deutschland hält weiterhin an einer umweltfreundlichen Energieversorgung fest. An einem Ausstieg an Atomkraft, Kohle und Gas gibt es nichts zu rütteln. Das hat die Politik in diesen Tagen nochmals bekräftigt.

Wir wollen unsere Energieversorgung mit erneuerbaren Energien lösen.
Von daher brauchen wir gar kein Gas mehr. Von daher sind die Füllstände der Gasspeicher völlig uninteressant.

Große Industrieverbraucher fahren allerdings jetzt schon ihre Anlagen herunter. Das Gas ist einfach zu teuer und die Preise für solch energieaufwändige Produkte kann keiner mehr bezahlen.
Bei uns hier regional haben die Glasproduzenten schon ihre Produktion heruntergefahren und Düngerfabriken ihre Produktion gedrosselt.

Die deutschen EU Milliarden werden nun als Fördermittel andere Länder für ihre zukünftigen Investitionen in Atomkraft und Kohlekraftwerke erhalten. Also wir fördern den Ausbau der Atomkraft direkt. Allerdings in anderen Ländern.

So bleibt Deutschland sauber. Und das ist doch Prima!

Das musst Du mal genauer erklären

FOX-NEWS @, fair and balanced, Donnerstag, 03.02.2022, 11:16 vor 1618 Tagen @ Durran 2545 Views

Die deutschen EU Milliarden werden nun als Fördermittel andere Länder für ihre zukünftigen Investitionen in Atomkraft und Kohlekraftwerke erhalten. Also wir fördern den Ausbau der Atomkraft direkt. Allerdings in anderen Ländern.

Wie genau soll Deutschland in Zukunft diese Fördermittel erwirtschaften?

Grüße

--
[image]

Afuera!

Es gibt nichts Wichtigeres als den Wetterbericht - Tagesschau am Aufwachen.

Ulli Kersten, Donnerstag, 03.02.2022, 12:53 vor 1618 Tagen @ Ikonoklast 2924 Views

Zunächst zur Tagesschau. Nach langer Zeit des Ignorierens hat sie nun was zum Gas gebracht:

https://www.tagesschau.de/wirtschaft/verbraucher/deutsche-erdgas-speicher-kritisch-101....

Gasvorräte haben kritische Schwelle unterschritten.
7 Tage Extremkälte (wie Febr. 2021) oder 4 Wochen Winterkälte können nicht mehr bewältigt werden.
Insbesondere Gaskraftwerke müss(t)en abgeschaltet werden.
Katar kann Deutschland nicht aus der Patsche helfen.

Zu den abzuschaltenden Gaskraftwerken wird nichts näher gesagt. Es bleibt den Zuschauern überlassen, eventuell zu überlegen, was das bedeutet. Der bereits knappe Strom wird noch knapper bzw. auch abgeschaltet.

Ob wohl die für Gasmangel geplanten Wärmehallen der Stadt Essen auch ohne Strom heizen?

Zum Wetterbericht: Die für kommende Woche erwartete Frühlingswärme wird nun vorsichtig wieder von den Karten genommen. Wenn die Lage kippt, dann siehe oben Tagesschau.

Daher nun jeden Morgen ab 5 Uhr Kai Zorn mit den Aussichten:
https://www.youtube.com/watch?v=8cr0wztF828&t=181s

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