-> "Hier wird die aus einem Euroland, .... überwiesene Geldsumme (ZB-Geld) von der BuBa erzeugt, ..."
Wie erzeugt denn (technisch) die BuBa das Geld?
Folgendermaßen:
Angenommen, ein griechisches U2 kauft bei einem deutschen U1 Ware für 1-Million Euro und bekommt die Rechnung zugesandt. Das U2 erteilt nun seiner Hausbank B2 einen Überweisungsauftrag über 1-Million Euro. Seine Hausbank B2 leitet nun den Überweisungsauftrag an die griechische ZB weiter. Die gr. ZB leitet nun den Auftrag (inkl. ihrer eigenen Zustimmung) an die deu. BuBa weiter. Die BuBa bucht nun 1-Million ZB-Geld auf das ZB-Konto der Hausbank B1 des deutschen U1 und bucht den gleichen Betrag bei sich auf das Target2-Konto (Aktivseite) = Bilanzverlängerung bei der BuBa. Die Hausbank B1 bucht ihrem Kunden U1 nun 1-Million "Luftnummer" auf dessen Girokonto und behält die 1-Million ZB-Geld für sich selbst = Bilanzverlängerung bei B1. Die BuBa benachrichtigte inzwischen die gr. ZB, dass der Zahlungsauftrag umgehend erledigt wird ...
Die gr. ZB bekommt also die Auftragsbestätigung von der deu. BuBa und belastet nun das ZB-Konto der gr. Hausbank B2 mit 1-Million. Sie bucht diesen Betrag zugleich auf das eigene (hier negative) Target2-Konto, welches sich hier auf der Passivseite der gr. ZB-Bilanz befindet = nennt man dann: Passivatausch (= Bilanzsumme unverändert). Die gr. Hausbank B2 belastet nun das Girokonto des Kunden U2 mit 1-Million = Bilanzverkürzung bei B2. Fertig ist der Kuchen!
Was folgt daraus:
_ 1) Der große Gewinner dieser Transaktion ist die Hausbank B1 des deu. Exporteuers U1, denn sie bekam 1 Million ZB-Geld von der BuBa aus dem heiteren Himmel gutgeschrieben, für Nichts, ohne jegliches eigenes Zutun. Nun kann sie unbeschwert das 50-fache an Kreditvolumen erzeugen, gegen Zins versteht sich.
__ Und nebenbei gesagt: Dies ist zugleich eine unverhoffte Geldspritze für die deutsche Volkswirtschaft und es erspart in gleicher Höhe deutsche Staatsverschuldung. Es ist aber schlecht für die gr. Volkswirtschaft, da sie 1-Million an ZB-Geld in einer inländischen GBank verloren hat. Die gr. ZB muss nun etwas kaufen, gr. Staatsanleihen, Devisen oder Gold, um diese Geldsumme im Inlandsmarkt zu ersetzen.
_ 2) Der große Verlierer dieser Transaktion ist die Hausbank B2 des gr. Importeurs U2, denn sie verlor 1-Million ZB-Geld. Ein paar solcher Transaktionen können diese gr. Bank sofort in die Insolvenz treiben, wenn sie die von ihr erzeugten Verbindlichkeiten (Kreditvolumen) nicht mehr mit ZB-Geld ausreichend decken kann. Sie muss dann umgehend das von ihr erzeugte Kreditvolumen schnellstens absenken (= sog. Kreditklemme), oder aber: sie muss sich ZB-Geld bei einer anderen gr. Bank ausleihen. Das nennt sich: Interbanken-Kreditwirtschaft. Soo "helfen" sich die GBanken untereinander aus, gegen Zins versteht sich. Nebenbei gesagt: Das GBanken-Giralgeld ist niemals überweisungsfähig, denn GBanken akzeptieren von außen kommende Zahlungen ausschließlich in ZB-Geld. Keine GBank akzeptiert das Giralgeld einer anderen GBank: weder für sich selbst, noch für ihre eigenen Kunden. Sie wissen, dass dieses "Geld" (Geldderivat) reine, ungedeckte Luftnummer ist.
__ Dieses Sich-Ausleihen klappt aber nicht immer: Gibt es nämlich Gerüchte über eine "bevorstehende Finanzkrise", bekommen Banken kalte Füße und verleihen ihr ZB-Geld an andere Banken nicht mehr. Dies ist dann der Banken-Supergau, wie er in 2008 in Europa stattgefunden hat. Und dies ist ein Szenario, das sich aktuell wieder abzeichnet: Der Interbanken-Kreditzins ist schon deutlich gestiegen.
Ein weiteres Thema wäre in diesem Zusammenhang: Was bedeuten bilaterale Handelsbilanz-Ungleichgewichte, realwirtschaftlich gesehen? Sie sind tatsächlich ein "Anschreiben von realen Leistungen" (= reale Verschuldung) der importierenden Volkswirtschaft bei der exportierenden. Es fehlt ja "noch" eine reale Gegenleistung - hierbei wird doch immer reale, "geronnene Arbeitsleistung" (z.B. der deutschen Malocher) exportiert. Es ist deshalb besser: einen Handelsdefizit zu haben - wie es die richtig schlauen US-Amerikaner tun - um immer auf der ganz sicheren Seite zu stehen:
+ https://de.statista.com/statistik/daten/studie/15635/umfrage/handelsbilanz-der-usa/
ZITAT: "Im Jahr 2020 betrug das Handelsbilanzdefizit der USA rund 975,91 Milliarden US-Dollar. Die Statistik zeigt den Handelsbilanzsaldo der USA von 2010 bis 2020. Die Handelsbilanz bezeichnet den Wert der Warenexporte minus dem Wert der Warenimporte."
Eine reale Gegenleistung werden die US-Amerikaner für ihre, Jahrzehnte lang währenden Importüberschüsse niemals liefern, außer bedrucktem Papier .. es sei denn: Kanonengranaten und Bomben von oben herab. Der deutsche Exportweltmeister ist deshalb in seiner breiten Menschenmasse immer der Volldepp, zumal exportierende Unternehmen grundsätzlich "keine Löhne" zu zahlen brauchen: sie benötigen diese ja nicht auf ihrer Einnahmenseite (für Warenabsatz) zurück! Die Einnahmenüberschüsse aus Exporten bleiben deshalb immer in den privaten Taschen dieser Unternehmenseigner stecken und werden nicht an ihre lohnabhängigen Malocher weiter gegeben. Da gibt es einen langen Rattenschwanz an Wirkungen und unerwünschten Nebenwirkungen.
Die beste und volkswirtschaftlich stabilste/sicherste Lösung ist immer: eine völlig ausgeglichene Außenhandelsbilanz.
Mit Gruß, Beo2