Ein paar Gedanken zu Flucht und Vertreibung und Parallelen zu heute (passt sonst nirgends)
In Zeiten, in denen sich Menschen Gedanken machen, wie sie sich dem täglichen Irrsinn des C-Regimes u.a. durch Flucht entziehen können, kam mir die Situation der
Altgläubigen in Russland in den Sinn, weil sie Parallelen zu heute zeigt: Menschen, die unbeirrt ihren eigenen Weg gehen und sich nicht vereinnahmen lassen.
Im 17. Jahrhundert, in der Zeit Peter des Grossen, initiierte der Patriarch der Russisch-Orthodoxen Kirche, Nikon, vielfältige liturgische Reformen, die ein Teil der Gläubigen - Altgläubige genannt - um keinen Preis der Welt mitmachen wollten.
Viele von ihnen flohen in das Ausland. Andere in die Weiten der Taiga, wo sie ihre althergebrachten religiösen Rituale und Überzeugungen weiterleben konnten.
Relikte dieser damaligen religiös inspirierten Siedlungsgründungen der Altgläubigen gibt es noch heute.
Anfang der 80er Jahre fanden sowjetische Geologen die Siedlung der Familie Lykow, die sich vor dem sowjetischen Geheimdienst verfolgt sah, am Oberlauf des Flusses Abakan in Sibirien.
Ursprünglich bestand die Familie aus 2 Erwachsenen und 4 Kindern. Die Mutter starb bereits 1961.
Unter ärmlichen Verhältnissen lebten sie ihren Glauben mit allen Konsequenzen weiter. Ein Standardsatz fiel bei vielen Gelegenheiten, als die Familie Lykow von den Geologen unterstützt wurde: "Das ist uns nicht erlaubt" (Der Besitz einer Uhr z.B.)
Subsistenzwirtschaft in ihrer reinsten Form, wie sie @Mephisto gefallen würde.
Wassili Michailowitsch Peskow, Redakteur der "Komsomolskaja Prawda", besuchte die Familie ab 1982 oft in ihrer Abgeschiedenheit. Er beschrieb das Eremitenleben der Restfamilie Lykow in dem sehr lesenswerten Buch Die Vergessenen der Taiga.
(edit)
Mit besten Wünschen für eine besinnliche Weihnacht
vom
--
Albatros