"Eigentum verteilt Macht"

tar ⌂ @, Gehinnom, Mittwoch, 17.11.2021, 08:04 vor 1528 Tagen 2522 Views

blog.anep-economics.org: Wie das System von 200 souveränen Nationalstaaten multinationalen Konzernen legale Steuervermeidung ermöglicht

zeit.de: "Eigentum verteilt Macht"

Mal abgesehen vom Klimagedöns sehr lesenswert.

Kurz: Eigentum konzentriert sich in multinationalen Konzernen, die mittlerweile 80 % des Welthandels intern verwalten, womit es sich beim Welthandel um keinen (freien) Markt mehr handelt. Die Nationalstaaten haben bisher keine Möglichkeit (wahrgenommen), deren politischer Macht entgegenzutreten, die sie selbst verursacht haben. Er sieht eine mögliche Lösung im Ändern der Buchhaltungsregeln unter Einpreisung des Raubbaus an der Natur.

Den letzten Punkt finde ich, gelinde gesagt, dubios. Es braucht schärfere Kontrollen bzgl. Umweltschutz usw. - aber wie will man denn Raubbau einpreisen? Wenn ich da an diverse Katastrophen denke... Fukushima, dem Ölaustritt im Golf von Mexiko (und zig andere - vor erst einem Monat sind hunderttausende Liter Öl an der Küste Kaliforniens aus einer Pipeline ausgetreten), usw.

Property, Power and Politics: Why We Need to Rethink the World Power System

Das Buch setzt sich u.a. kritisch mit den politischen Zusammenhängen und den diesbzgl. ignoranten Wirtschaftswissenschaften auseinander.

--
Gruß!™

Time is the school in which we learn,
Time is the fire in which we burn.


BTC: 12aiXGLhHJVETnmGTLbKtAzJNwqh6h6HN4

Ein bestimmtes Eigentum

Falkenauge @, Mittwoch, 17.11.2021, 08:38 vor 1528 Tagen @ tar 1891 Views

Das Bundesverfassungsgericht urteilte einmal in seinen guten Zeiten:

„Soweit es um die Funktion des Eigentums als Element der Sicherung der persönlichen Freiheit des Einzelnen geht, genießt dieses einen besonderen Schutz. … Dagegen ist die Befugnis des Gesetzgebers zu Inhalts- und Schrankenbestimmungen umso weiter, je mehr das Eigentumsobjekt in einem sozialen Bezug und einer sozialen Funktion steht.“

Ein Wirtschaftsunternehmen ist keine Sache, die dem privaten, persönlichen Gebrauch des Eigentümers, sondern gemeinsam mit notwendigen Mitarbeitern der Bedürfnisbefriedigung vieler anderer Menschen und der gemeinsamen Einkommenssicherung dient. Die unbegrenzte Verfügungsbefugnis über Produktionsmittel, Finanzkapital und Gewinn oder gar der Verkauf des ganzen Unternehmens, die das Privateigentum gewährt, hat enorme soziale Auswirkungen für andere Menschen. Da die Arbeitnehmer eines Betriebes de facto Produktionsmittel sind, werden sie z. B. bei einer Veräußerung wie eine Sache gleichsam mitverkauft und je nach Verschlankung, Aufteilung, Fusion oder Zerschlagung des Unternehmens mitverschoben oder entsorgt. Sie sind mit ihrer wirtschaftlichen Existenz der Macht der Kapitaleigentümer weitgehend hilflos ausgeliefert.

Der unternehmerisch Tätige braucht die Verfügungsbefugnis über das Kapital, aber nicht unbegrenzt für die eigene private Tasche. Dieses Eigentum muss auf ein soziales Funktionseigentum eingeschränkt werden.

Siehe: Die kalte Macht des Kapitals ...

Sehr guter Punkt: Warum Privateigentum immer nur binär denken?

Naclador @, Göttingen, Mittwoch, 17.11.2021, 09:42 vor 1528 Tagen @ Falkenauge 1737 Views

Es würde sehr viel Sinn ergeben, wenn mit wachsender Größe des Unternehmens die Verfügungsrechte des Eigentümers abnehmen würden. So könnte man große Unternehmen besser regulieren, ohne sie gleich verstaatlichen zu müssen.

Gruß,
Naclador

Sehr gut ein zentrales Problem erkannt ! ..

Beo2 @, NRW Witten, Mittwoch, 17.11.2021, 11:06 vor 1528 Tagen @ Falkenauge 1541 Views

bearbeitet von Beo2, Mittwoch, 17.11.2021, 11:44

Das Bundesverfassungsgericht urteilte einmal in seinen guten Zeiten:
„Soweit es um die Funktion des Eigentums als Element der Sicherung der persönlichen Freiheit des Einzelnen geht, genießt dieses einen besonderen Schutz. … Dagegen ist die Befugnis des Gesetzgebers zu Inhalts- und Schrankenbestimmungen umso weiter, je mehr das Eigentumsobjekt in einem sozialen Bezug und einer sozialen Funktion steht.“

Nur leider bleibt dieses Urteil in der gesellschaftlichen Praxis ohne Folgen.

Ein Wirtschaftsunternehmen ist keine Sache, die dem privaten, persönlichen Gebrauch des Eigentümers, sondern gemeinsam mit notwendigen Mitarbeitern der Bedürfnisbefriedigung vieler anderer Menschen und der gemeinsamen Einkommenssicherung dient. Die unbegrenzte Verfügungsbefugnis über Produktionsmittel, Finanzkapital und Gewinn oder gar der Verkauf des ganzen Unternehmens, die das Privateigentum gewährt, hat enorme soziale Auswirkungen für andere Menschen.

Auch hier, sehr gut beschrieben! Ich möchte es ergänzen:

Ein Haufen Kapital allein, egal ob Finanz- oder Sachkapital (= Produktionsmittel), kann niemals ein Unternehmen oder eine Unternehmung sein. Es ist ein Haufen toter Sachen und kann Nichts produzieren. Ein Haufen Kapital oder ein Kapitalgeber (Investor) wird ein Teil'! oder ein Teilnehmer eines Unternehmens ERST durch die darin tätige Arbeitskraft. Nur die Arbeitskraft kann irgendetwas produzieren, und zwar sowohl das Kapital als auch die Produkte.
Die Arbeitskraft (sowie die übergeordnete "Natur") war und ist der Erschaffer aller Produktionsmittel und aller Produkte von Wirtschaftstätigkeit. Daraus folgt für mich zwingend, dass die Arbeitskraft in jedem gesellschaftlichen Werteskala höher stehen muss als das Kapital, was auch praktische Konsequenzen haben muss. Das ist das eine.

Zweitens, die Produkte jedes Unternehmens, egal ob Waren oder Dienstleistungen, enstehen aus einer "Fusion" (= Einsatz und Verbrauch) von Kapital und Arbeitskraft. Daraus folgt für mich, dass das Produkt jedes U. selbstverständlich Eigentum sowohl der Kapitalgeber als auch der Arbeitserbringer zu sein hat .. und damit auch die dafür erzielten Erlöse, prinzipiell zu gleichen Teilen. Welche praktischen betriebswirtschaftlichen Konsequenzen auf der Unternehmensebene das haben könnte und sollte, dafür habe ich konkrete Lösungen = Stichwort: paritätische Mitbestimmung & Ergebnisbeteiligung von Kapitalgebern UND Arbeitserbringern.

Drittens, es kann doch nicht sein, dass die Inhalte der Staatsverfassung am Fabriktor aufhören zu gelten .. wie das gegenwärtig der Fall ist.

Und viertens, was ich noch erwähnen möchte: ist das private Eigentum an wirtschaftlich verwertbarem Grund & Boden (mit allem drauf und drin) in wenigen Händen. Auch hier haben wir ein weiteres dickes "Eigentumsproblem" im Kapital'Ismus**.

Um einem Missverständnis vorzubeugen: Ich plädieren NICHT für eine kommunistische Staatswirtschaft. Ich plädiere für eine Soziale Marktwirtschaft, anstelle des Kapital'Ismus**. Dafür kann ich zahlreiche praktische Lösungen anbieten.

Mit Gruß, Beo2
______________________________
*) -ismus/-istisch = bezogen auf, orientiert am, bestimmt/beherrscht durch, dienlich/verpflichtet dem, Primat/Diktat des ...
*) KAPITAL'Ismus = KapitalRENDITE'Ismus = Alles für das Kapital, Nichts für die Arbeitskraft! = "Kapitalrendite_ist_der_oberste Sinn_&_Zweck_von_Wirtschaft_und Arbeit"-Ideologie = Ausdruck einer kollektiven Geisteskrankheit (Soziopathie); Verzerrung/Deformation des Sinns wirtschaftlicher Tätigkeit.

Weitere Ergänzungen

Miesepeter @, Mittwoch, 17.11.2021, 15:03 vor 1528 Tagen @ Beo2 1406 Views

bearbeitet von Miesepeter, Mittwoch, 17.11.2021, 15:13

Auch hier, sehr gut beschrieben! Ich möchte es ergänzen:

Dito


Ein Haufen Kapital allein, egal ob Finanz- oder Sachkapital (= Produktionsmittel), kann niemals ein Unternehmen oder eine Unternehmung sein. Es ist ein Haufen toter Sachen und kann Nichts produzieren. Ein Haufen Kapital oder ein Kapitalgeber (Investor) wird ein Teil'! oder ein Teilnehmer eines Unternehmens ERST durch die darin tätige Arbeitskraft. Nur die Arbeitskraft kann irgendetwas produzieren, und zwar sowohl das Kapital als auch die Produkte.
Die Arbeitskraft (sowie die übergeordnete "Natur") war und ist der Erschaffer aller Produktionsmittel und aller Produkte von Wirtschaftstätigkeit. Daraus folgt für mich zwingend, dass die Arbeitskraft in jedem gesellschaftlichen Werteskala höher stehen muss als das Kapital, was auch praktische Konsequenzen haben muss. Das ist das eine.

Der Kapitalgeber gibt nicht nur sein Kapital her. Er setzt es aufs Spiel. Er entscheidet, was überhaupt der Tätigkeitsinhalt der gemeinsamen Unternehmung sein soll, wählt und und strukturiert die Realisierung, und zwar auf eigenes Risiko. Die Arbeitskraft erschafft keineswegs allein alle Produktionsmittel und Produkte von Wirtschaftstätigkeit, ebensowenig wie die Bauarbeiter alleine ein Gebäude erschaffen. Ohne Bauarbeiter entseht kein Haus, aber ebensowenig entsteht es ohne Bauherrn oder Architekt (zumindest in der arbeitsteiligen Marktwirtschaft)

Es ist ein Irrtum zu glauben, dass die Verwaltung bzw der Entscheidungsprozess hinsichtlich des Einsatzes von Kapital = die entscheidende Lenkungsfunktion wirtschaftlicher Tätigkeit keine qualifizierte Arbeit darstellt.


Zweitens, die Produkte jedes Unternehmens, egal ob Waren oder Dienstleistungen, enstehen aus einer "Fusion" (= Einsatz und Verbrauch) von Kapital und Arbeitskraft. Daraus folgt für mich, dass das Produkt jedes U. selbstverständlich Eigentum sowohl der Kapitalgeber als auch der Arbeitserbringer zu sein hat .. und damit auch die dafür erzielten Erlöse, prinzipiell zu gleichen Teilen. Welche praktischen betriebswirtschaftlichen Konsequenzen auf der Unternehmensebene das haben könnte und sollte, dafür habe ich konkrete Lösungen = Stichwort: paritätische Mitbestimmung & Ergebnisbeteiligung von Kapitalgebern UND Arbeitserbringern.

Übersehen wird so aber, dass die Kapitalgeber im Gegensatz zu den anderen Arbeitserbringern per se keinerlei Einkommen aus den Erlösen erhalten. Sie erhalten Einkommen ausschliesslich aus dem Ergebnis. Einë Parität müsste also auch beinhalten, dass die Kapitalgeber ebenfalls ein Einkommen aus den Erlösen erzielen.


Und viertens, was ich noch erwähnen möchte: ist das private Eigentum an wirtschaftlich verwertbarem Grund & Boden (mit allem drauf und drin) in wenigen Händen. Auch hier haben wir ein weiteres dickes "Eigentumsproblem" im Kapital'Ismus**.

Vermögenskonzentration ist eine Funktion des Systems. Sicherlich könnte man durch neue Spielregeln innerhalb des Systems diese Konzentration vermindern oder verlangsamen. Dabei wäre dann zu fragen, ob man den Anreiz zu erfolgreicher Lenkung sämtlicher Wirtschaftstätigkeit verringern will (Kapitaleinkommen aus wirtschaftlicher Tätigkeit) oder aber ob es nicht andere Mittel gibt, die Bildung von Kapitalimperien zu unterbinden (zb Vermögenshöchstgrenzen, Erbschaftsfolgen unterbrechen usw).

Die Frage selbst ist nur ein untergeordnetes, praktisches Problem. Ein Blick in die Geschichtsbücher legt nahe, dass dies früher oder später gelöst wird...und danach das Spiel wieder von vorne beginnt.


Um einem Missverständnis vorzubeugen: Ich plädieren NICHT für eine kommunistische Staatswirtschaft. Ich plädiere für eine Soziale Marktwirtschaft, anstelle des Kapital'Ismus**. Dafür kann ich zahlreiche praktische Lösungen anbieten.

Die soziale Marktwirtschaft wird es in den Phasen Frühling bis Spätsommer des neuen Durchlaufs wieder geben. Jetzt steht erst einmal der Winter vor der Tür, und die Staatswirtschaft wird weiter zunehmen, egal wie sie sich nennt (kommunistisch, faschistisch, feudalistisch, ökologisch, global-humanistisch o.a.). Erkennbar daran, dass der Staat zunehmend anstelle der Verbraucher festlegen wird, welche Güter nachgefragt werden. Die Marktwirtschaft wird da vielerorts stark oder ganz unter die Räder kommen.

Gruss,
mp

.. und noch ein paar Berichtigungen ..

Beo2 @, NRW Witten, Mittwoch, 17.11.2021, 16:57 vor 1528 Tagen @ Miesepeter 1339 Views

bearbeitet von Beo2, Mittwoch, 17.11.2021, 17:55

-> Die Arbeitskraft (sowie die übergeordnete "Natur") war und ist der Erschaffer aller Produktionsmittel und aller Produkte von Wirtschaftstätigkeit. Daraus folgt für mich zwingend, dass die Arbeitskraft in jedem gesellschaftlichen Werteskala höher stehen muss als das Kapital, was auch praktische Konsequenzen haben muss. Das ist das eine.

Der Kapitalgeber gibt nicht nur sein Kapital her. Er setzt es aufs Spiel.

Genau dasselbe tut auch jeder lohnabhängige Arbeitsgeber, da er seine Arbeitskraft ja an jedem Arbeitstag zu 90% im Unternehmen verbraucht. Er ist deshalb nach jedem "Feierabend" zwangläufig mindestens weitere 2-3 Arbeitsstunden (inkl. der Fahrzeiten) ausschließlich damit beschäftigt, seine Arbeitskraft zu pflegen und wiederherzustellen .. und das, nachdem er bereits die Maschinen und Werkhallen des Kapitalisten feinsäuberlich gepflegt und instandgesetzt hatte. Das kostet ihn nicht nur Geld und "Freizeit", sondern auch ein Stück Gesundheit, da die Wiederherstellung der verbrauchten AK so gut wie nie vollständig gelingen kann. Schließlich sind ja auch noch der Partner, die Eltern und die Kinder usw. da.

Langfristig zeigt sich dann darin, dass die durchschnittliche Lebenserwartung - von durchschnittlicher Lebensqualität ganz zu schweigen - von Menschen, die überwiegend aus einem Arbeitslohn ihren Lebensunterhalt bestreiten, deutlich niedriger ist als diejenige von Menschen, die überwiegend durch Kapitaleinkünfte leben.

Er entscheidet, was überhaupt der Tätigkeitsinhalt der gemeinsamen Unternehmung sein soll, wählt und und strukturiert die Realisierung, und zwar auf eigenes Risiko.

Wieso entscheidet ER ganz allein? .. wenn es sich doch um eine GEMEINSAME Unternehmung handelt? Das widerspricht der offensichtlichen Sachlogik.

Die Arbeitskraft erschafft keineswegs allein alle Produktionsmittel und Produkte von Wirtschaftstätigkeit, ebensowenig wie die Bauarbeiter alleine ein Gebäude erschaffen. Ohne Bauarbeiter entseht kein Haus, aber ebensowenig entsteht es ohne Bauherrn oder Architekt (zumindest in der arbeitsteiligen Marktwirtschaft).

Wenn ich von Arbeitskraft rede, dann rede ich von aller! Arbeitskraft .. auch der des mitarbeitenden! Kapitaleigners usw.. Gewerbliche Lieferanten jeglicher Art (egal ob 1-Mann oder größer) sind wiederum andere Unternehmen, die gesondert, jedoch nach den gleichen Kriterien betrachtet werden müssen.

Es ist ein Irrtum zu glauben, dass die Verwaltung bzw der Entscheidungsprozess hinsichtlich des Einsatzes von Kapital = die entscheidende Lenkungsfunktion wirtschaftlicher Tätigkeit keine qualifizierte Arbeit darstellt.

Das ist ein Missverständnis deinerseits. Ich meine grundsätzlich alle! in einem U. direkt beteiligte Arbeitskraft und Arbeitsleistung. Für den Arbeitsaufwand des reinen Investors muss es grundsätzlich und berechtigterweise einen Kapitallohn geben. Dagegen ist nichts einzuwenden .. jedoch gegen die Art und Weise von dessen "Berechnung und Bemessung".

-> Zweitens, die Produkte jedes Unternehmens, egal ob Waren oder Dienstleistungen, enstehen aus einer "Fusion" (= Einsatz und Verbrauch) von Kapital und Arbeitskraft. Daraus folgt für mich, dass das Produkt jedes U. selbstverständlich Eigentum sowohl der Kapitalgeber als auch der Arbeitserbringer zu sein hat .. und damit auch die dafür erzielten Erlöse, prinzipiell zu gleichen Teilen. Welche praktischen betriebswirtschaftlichen Konsequenzen auf der Unternehmensebene das haben könnte und sollte, dafür habe ich konkrete Lösungen = Stichwort: paritätische Mitbestimmung & Ergebnisbeteiligung von Kapitalgebern UND Arbeitserbringern.

Übersehen wird so aber, dass die Kapitalgeber im Gegensatz zu den anderen Arbeitserbringern per se keinerlei Einkommen aus den Erlösen erhalten. Sie erhalten Einkommen ausschliesslich aus dem Ergebnis.

... wobei das "Ergebnis" vollständig aus den Erlösen - nach ganz bestimmten! Regeln - heraus gerechnet wird. Und wer diese "Berechnungsregeln" definiert hatte und aufrecht erhält, wissen wir ja. Das wurde von keinem Naturgesetz diktiert.
Und zweitens, wieso eigentlich gehört "das Ergebnis" einer gemeinsamen Unternehmung allein den Kapitaleignern!? Wo bleibt die Sachlogik? Der sog. Arbeitslohn ist nur reine Kostendeckung für die Arbeitsgeber. Wo bleibt deren "Ergebnis"?

Eine Parität müsste also auch beinhalten, dass die Kapitalgeber ebenfalls ein Einkommen aus den Erlösen erzielen.

Woher denn sonst!? Ich spreche in diesem Zusammenhang gerne vom notwendigen "Kapitallohn", analog zum Arbeitslohn. Und dieser Kapitallohn sollte, nach meiner Logik, selbstverständlich Gegenstand von Vertragsverhandlungen zwischen den Kapitalgebern und den Arbeitsgebern in jedem Unternehmen sein. Eine intelligente "Formel" ließe sich auch per Betriebsverfassungsgesetz (den wir ja bereits haben) für alle Unternehmen festlegen, da die hier besprochenen Sachzusammenhänge überall dieselben sind.

-> Und viertens, was ich noch erwähnen möchte: ist das private Eigentum an wirtschaftlich verwertbarem Grund & Boden (mit allem drauf und drin) in wenigen Händen. Auch hier haben wir ein weiteres dickes "Eigentumsproblem" im Kapital'Ismus**.

Vermögenskonzentration ist eine Funktion des Systems.

Soll das eine Entschuldigung oder eine Rechtfertigung sein? Und wenn Ja, dann wofür?

Sicherlich könnte man durch neue Spielregeln innerhalb des Systems diese Konzentration vermindern oder verlangsamen.

... oder verhindern. Das ließe sich durchaus intelligent und effektiv bewerkstelligen.

Dabei wäre dann zu fragen, ob man den Anreiz zu erfolgreicher Lenkung sämtlicher Wirtschaftstätigkeit verringern will (Kapitaleinkommen aus wirtschaftlicher Tätigkeit) oder aber ob es nicht andere Mittel gibt, die Bildung von Kapitalimperien zu unterbinden (zb Vermögenshöchstgrenzen, Erbschaftsfolgen unterbrechen usw).

Ich möchte aber keine "Stützbalken" für ein sanierungsfälliges, sowieso dysfunktionales Haus, sondern einen schrittweisen Umbau und Anbau .. evtl. ausgenommen die Fassade.

Die Frage selbst ist nur ein untergeordnetes, praktisches Problem. Ein Blick in die Geschichtsbücher legt nahe, dass dies früher oder später gelöst wird...und danach das Spiel wieder von vorne beginnt.

Mein Thema ist aber nicht, ob oder wie die Gesellschaft sowieso einmal sterben muss (wie alle lebenden Organismen), sondern ihre (variable) Lebensqualität und Lebenserwartung WÄHREND sie noch lebt.

Das war das 1x1 meiner BWL, sehr grob skizziert.
Mit Gruß, Beo2

Gibt es Deine BWL auch als Buch? (oT)

Naclador @, Göttingen, Donnerstag, 18.11.2021, 09:42 vor 1527 Tagen @ Beo2 1130 Views

Hohl Dir das Lehrbuch von Gerd Friedrich, da steht alles drin.

trosinette @, Donnerstag, 18.11.2021, 10:40 vor 1527 Tagen @ Naclador 1176 Views

Hier entlang Lehrbuch von Gerd Friedrich

Mit freundlichen Grüßen
Schneider

Leider nicht. Bin kein Freund vieler Worte ..

Beo2 @, NRW Witten, Donnerstag, 18.11.2021, 10:54 vor 1527 Tagen @ Naclador 1158 Views

bearbeitet von Beo2, Donnerstag, 18.11.2021, 11:34

.. kann aber konkrete Fragen beantworten. Im Detail wären durchaus unterschiedliche Lösungen möglich.

Die Basis meiner BWL ist die sachlogisch selbstverständlich zu fordernde paritätische Mitbestimmung von Kapitaleignern und Arbeitserbringern in jedem Unternehmen, auf allen Unternehmensebenen .. auch betreffend die Entlohnungshöhe für alle Beteiligten (Kapitalgeber und Arbeitsgeber).
Für die Kapitalseite kann ich mir z.B. gut eine einvernehmlich vereinbarte Verzinsung der Kapitalanteile zum marktüblichen (Banken-) Zins vorstellen .. also einen vertraglichen Kapitallohn, analog zum Arbeitslohn. Erst danach wäre ein "Betriebsergebnis" (GuV) zu ermitteln und an die Kapitaleigner und die Arbeitsgeber, je zur Hälfte, zu verteilen.

Ich spreche da gerne von: Wirtschaftsdemokratie auf der Ebene der BW. Und von Sozialer Marktwirtschaft auf der Ebene der VW. Und sicher, für die VW werden noch ganz andere gesetzliche Lösungen benötigt.

Das müsste gesetzlich verankert werden, sonst funktioniert es nicht. Dafür geeignet wäre eine Reform des bereits vorhandenen Betriebsverfassungsgesetzes.

Mit Gruß, Beo2

Offensichtliche Sachlogik, wo keine Logik ist.

trosinette @, Donnerstag, 18.11.2021, 11:51 vor 1527 Tagen @ Beo2 1139 Views

Guten Tag,

Wieso entscheidet ER ganz allein? .. wenn es sich doch um eine GEMEINSAME Unternehmung handelt? Das widerspricht der offensichtlichen Sachlogik.

Welche Sachlogik? Es gibt Haufenweise gemeinsame Unternehmungen, wo einer maßgeblich entscheidet, wo es lang geht z.B. in einem Fußballverein.

Vielfach hört ER sich vor der Entscheidung gerne an, was Arbeitnehmer zu sagen haben und Arbeitnehmer können entscheiden, ob sie generell an der Unternehmung teilnehmen oder nicht, oder ob sie lieber ab 7:00 oder ab 9:00 Uhr an der Unternehmung teilnehmen, sofern sie nicht Sklaven der Taktung der modernen, hochkomplexen und effizienten Fließbandproduktion bei VW sind. Die gibt es dann aber sowieso nicht mehr, wenn sich alle für die Regionalisierung allen Wirtschaftens entschieden haben.

Ich weiß: Was ich schreibe geht unsachlich und am Thema vorbei – das liegt daran, dass mir Dein Hinweis auf Sachlogik in diesem Zusammenhang auch nicht besonderes sachlich erscheint. Dein Wusch nach basisdemokratische Mitbestimmung im Unternehmensumfeld hat nichts mit Logik zutun.

Bin kein Freund vieler Worte ..

Hältst Du diese Selbstwahrnehmung nicht auch für etwas albern, nachdem Du jüngst auf Deine schier endlose Anzahl von Beiträgen in X verschiedenen Foren hingewiesen hat?

Diese merkwürdig Selbstwahrnehmung lässt mich immer an dem zweifeln, was Du sonst noch so wahrzunehmen meinst – wie z.B. die sachlogisch selbstverständlich zu fordernde paritätische Mitbestimmung von Kapitaleignern und Arbeitserbringern.

Mit freundlichen Grüßen
Schneider

Oh, das ist schon in Planung...

Andudu, Mittwoch, 17.11.2021, 09:34 vor 1528 Tagen @ tar 1898 Views

Den letzten Punkt finde ich, gelinde gesagt, dubios. Es braucht schärfere Kontrollen bzgl. Umweltschutz usw. - aber wie will man denn Raubbau einpreisen?

https://norberthaering.de/die-regenten-der-welt/nac-natural-asset-companies/

"Investoren" kaufen den Wald auf und lassen sich dann für dessen CO2-Aufnahme entlohnen und wenn du dort spazieren gehst. So in etwa kann man sich das wohl vorstellen. Null Risiko, sichere Rendite und man muss nichts weiter tun, als die Besitzurkunde sicher zu verwahren. Da wird den Damen und Herren in der Chefetage ganz warm ums Herz.

Es geht darum, unter dem kapitalistischen Mäntelchen neue Abzockmodelle fürs große Kapital zu schaffen. So ähnlich wie der Betrug mit den Klimazertifikaten. Fraglos wird das, ähnlich wie PPP, zu einer Mode aufgeblasen werden und die klammen Bürgermeister, Landeschefs usw. können gesellschaftliches Eigentum versilbern und gleichzeitig was für die Umwelt tun, geniale Marketingstrategie...

Werbung