Enttäuscht haben mich die meisten AfD-Wahlplakate.
Die Texte sind oftmals missverständlich. Sie gleichen weitgehend alten REP-Wahlplakaten, die ich letztlich bei einer Fahrt durch Berlin-Moabit massenhaft sah.
Möglicherweise wurde dieselbe Werbeagentur beauftragt, denn der Stil ähnelt sich sehr, auch die Fehler: Der Parteiname erscheint winzig. Selbst im knappen, ihm überlassenen Feld, hätte er größer aufgedruckt werden können.
Es ist schon bedauerlich genug, dergleichen an eine Firma zu vergeben, die vielleicht auch Waschmittel und Hundefutter bewirbt. Die Mitglieder hätten es sicherlich besser gekonnt; ein Graphiker hätte die angenommen Vorschläge aus der Mitgliedschaft bearbeiten können.
Im Gegensatz zu Besserwissenden behaupte ich aus der Erfahrung mit "Splitterparteien", dass Wahlplakate insbesondere für kleine Parteien und solche, die von den Medien geschnitten werden, extrem wichtig sind. Es gab schon Gruppen, die darauf verzichteten. Bahner z.B. mit seiner Demokratischen Alternative war so schlau: Er beschränkte sich auf Litfaßsäulen und scheiterte trotz guter Stimmung für ihn. Kein Mensch guckt dorthin!
Kleine und geschnittene Parteien sollten die Plakate-Möglichkeit nutzen, ihre Anliegen vorzutragen und sich bekannt zu machen.
Wo keine Plakate hängen, sind sie nicht präsent; der potentielle Wähler bleibt zu Hause oder wählt gar "das geringere Übel".
"Berliner Wohnungen für Berliner" kündet es von der AfD. Wir wissen, wer heute als Berliner bezeichnet wird. "... (zuerst) für Deutsche", das wäre es gewesen! Es hätte Widerspruch erregt. Dem hätte man argumentativ begegnen können: Jeder Mensch hat eine Heimat, und in der genießt er "Privilegien" - sonst hat er keine! Man wäre obendrein ins Gespräch gekommen.
"Hier Tempo 30 verhindern" - das ist fast nicht anwendbar, da vielerorts schon Tempo 30 "herrscht". Ohne das "Hier" wäre das Plakat überall einsetzbar gewesen.
Und wie wäre es endlich mal mit "(selbstbestimmte) Völker statt EineWelt(-Diktatur)" oder meinetwegen "OneWorld"?
Gut ist "Darf ich noch nach Kreta, Greta?". Allerdings hätte man das kein süßes kleines Mädchen fragen lassen sollen, sondern wenigstens eine Jugendliche Die Kleine ist auch am Badesee glücklich - Hauptsache Spaß und Freude, dafür braucht man keine 1500 km.
Sehr gut fand ich "... unsere Renten gehören uns, nicht der ganzen Welt" (oder ähnlich). Das ist endlich mal Tacheles!
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Ab jetzt wird durchregiert. Wir kennen keine rote Linie mehr. Verbote bedeuten auch mehr Freiheit. Krieg bedeutet Frieden, Freiheit ist Sklaverei, Unwissenheit ist Stärke. Hass bedeutet Liebe. Gebt ihnen keinen Millimeter preis.