Zum Lied:
Die Melodie ist gut gemacht, auch die Mischung zwischen den einzelnen Passagen sowie dem Refrain. "Sprechgesang" hat mich immer abgestoßen, aber in diesem Fall ist es untergeordnet (ab 4.12) und wird durch das Arrangement bereichert, - damit meine ich die Stellen, wo die E-Gitarre mit den Solos in den Vordergrund tritt.
Zum Text:
Natürlich schreckt die Einblendung von Kategorie C ab. Legt man aber die Vorurteile zur Seite und hört sich genau den Text an, dann wird man da nichts Rechtsradikales finden, sehr wohl aber den Aufruf zum Widerstand gegen das, was wir in den letzten Jahren zunehmend erleben, insbesondere seit Januar 2020.
Fazit:
Dass so etwas gleich gesperrt wird, ist das übliche Zeichen der Zeit. Solche Dinge sind dafür geeignet, andere mitzureißen. Denn es gibt einen gewissen Teil der Bevölkerung, die sehr wohl diese Perversität erkannt hat, aber - aus welchen Gründen auch immer - nicht in der Lage ist, hier aktiv die entsprechenden Maßnahmen zu ergreifen oder mitzutragen. Derartige Songs aber sind in der Lage, die Leute mitzureißen.
Die Musik hatte immer schon ein magisches Element an sich, wenn sie in der Art und vom Text her (beides muss aufeinander abgestimmt sein) eine Zielrichtung vorgibt. Man kennt das ja aus dem 3. Reich. Das war damals sehr raffiniert und vor allem gekonnt gemacht. Genauso erinnere ich mich an die extremen Anforderungen, die in unserer Einheit damals an uns gestellt wurden, und auch ich habe manchmal den Tag verflucht, an dem ich meine Anmeldung zu dieser Einheit unterschrieben habe. Aber wenn dann im Lauf-Gleichschritt das Lied gebrüllt wurde, - "...wo wir sind, da ist immer vorne, der Teufel, der lacht noch dazu.." dann tritt Stress, Entbehrung und Schweiß automatisch in den Hintergrund.
Auch das von gwg benannte Beispiel (The Rising of the Moon - The Dubliners) geht in die selbe Richtung, obwohl diese irischen Klänge für unser Musikverständnis nicht diesen Magneteffekt hat. Viel besser kann man das aus dem nachfolgenden Song erkennen (The Rising of the Moon - Irish folk song):
https://www.youtube.com/watch?v=I0zBlHlnR4Y
Hier kann man klar die Methode erkennen, - die liegt in der Betonung. Es ist ähnlich wie beim Versmaß des Anapäst, und zwar xxX, in ständiger Wiederholung. (kurz-kurz-LANG)wobei die Betonung dann auf "LANG" liegt. Am besten ist diese Art des Rhythmus bei einem Song von "Queen" zu erkennen:
https://www.youtube.com/watch?v=-tJYN-eG1zk
In diesem Zusammenhang gefällt mir ein Lied ganz besonders, das zwar sehr alt, aber trotzdem immer noch aktuell ist, und immer aktueller wird:
"Noch ist die Freiheit nicht verloren"
Text: Robert Prutz – 1841
Musik: Auf die Melodie “ Sind wir vereint zur guten Stunde “
(https://www.youtube.com/watch?v=5dCZoHVGzTU)
Es müsste darauf ein sinnvolles und gezieltes Arrangement geben. Vielleicht setz ich mich hin und schreibe was auf.
Das Einzige, was man im Net findet, ist die Version von Carthaun, und die ist nach meiner Meinung völlig daneben:
https://www.youtube.com/watch?v=9Kxb6rLzAhk
Damit man nicht den Text suchen muss, stelle ich ihn hier herein:
Noch ist die Freiheit nicht verloren
noch sind wir doch nicht ganz besiegt
In jedem Lied wird sie geboren
das aus der Brust der Lerche fliegt
sie rauscht uns zu im jungen Laube
im Strom, der sich durch Felsen drängt
sie glüht im Purpursaft der Traube
der brausend seine Bande sprengt
Der sei kein rechter Mann geachtet
dem lohne nie der Jungfrau Kuß
der nicht aus tiefster Seele trachtet
wie er der Freiheit dienen muß
Das Eisen wächst im Schoß der Erden
es ruht das Feuer in dem Stein –
Und wir allein solln Knechte werden?
Ja, Knechte bleiben, wir allein?
Laßt euch die Kette nicht bekümmern
die noch an eurem Arme klirrt
Zwing-Uri liegt in Schutt und Trümmern
sobald ein Tell geboren wird!
Die blanke Kette ist für Toren
für freie Männer ist das Schwert
Noch ist die Freiheit nicht verloren
solang ein Herz sie noch begehrt
Dass mich bei diesem Text besonders die Schönheit der deutschen Sprache anspricht, ist wohl klar zu erkennen.