Welche Gründe gibt es, anders zu wählen? Woher die Angst?

heller, Donnerstag, 26.08.2021, 20:16 (vor 1605 Tagen)1810 Views

Nein, es geht nicht um das Ziegenproblem! (uuuh, lange her!)

Ich beziehe mich auf einen Satz in einem früheren Faden mit ganz anderem Thema:
Wenn die AfD nicht diesen blinden Flecken mit der Atomenergie hätte, würde ich diesmal tatsächlich mal wieder wählen gehen, wobei der AfD meine beiden Stimmen sicher wären. Aber leider, leider ... ist die AfD keine wirkliche Alternative, sondern eben nur eine Opposition.

Darauf möchte ich antworten:
Und so warten die Unzufriedenen weiter auf die Partei, an der sie nichts mehr auszusetzen haben ... und wählen weiter die COVID-Parteien [[kotz]]

Mir scheint das ein Problem was vermutlich viele Wähler haben und nicht nur die "AfD-zumindest-in-Betracht-Zieher".

Was könnte die Lösung sein?

Angenommen von 7 Parteien gibt es 3, deren Programm (oder Außenwirkung oder Hosenfarbe oder was weiß ich) mit Deinen Erwartungen übereinstimmt.
Partei 1 zu 75% und die andern beiden mit 50%. Der obige Wähler scheint sich aber nicht nach Übereinstimmungen zu richten sondern nach Antipathie:
Also sind bei Partei 1 eben 25% Schrott und bei den andern beiden doppelt so viel: 50%.
Du hast in 16 Jahren 4 Mal die (Bundes-)Wahl.
Also wählst Du halt 2 x Partei Nr 1 und je einmal die anderen beiden.
Wo ist das Problem?

Bei den Aktien würdest Du doch auch nicht alle Eier in einen Korb tun, oder?

Und verlangst Du nicht von 80% der Bundesblockparteiwahlbürger, sie sollen endlich anders wählen?
Wenn die alle so ticken wie Du, wird es eben ganz genau so weitergehen wie bisher.
Ich versteh das! Nicht?
[[zwinker]]
(Ich finde übrigens Atomkraft auch unter aller Kanone!)

Und ich verstehe auch gut Deine Angst,
dass - wenn Du AfD wählst - dann AfD mit 30% in die Regierungsverantwortung kommt.
Und wenn Du Linke wählst, wir bis zur nächsten Wahl den Kommunismus realisiert haben.
[[rofl]]
Und es gibt ja noch die Parteien wie die Basis, Freie Wähler ...

Es geht bei der Wahl
1) nicht um Mitgliedschaft in einer Partei, sondern eine kleine Korrektur für die nächsten 4 Jahre
2) erst recht nicht um Heirat.
3) um Deine klitzekleine Stimme (eine von 30 Mio?). Sie erscheint Dir nur so groß, weil es 100% DEINER Stimme ist. Wenn die ein Dreißigmillionstel zu wenig ist: überzeuge Mitmenschen, es Dir gleich zu tun.
4) um Verzögerung und Behinderung der Maschinerie, die in die falsche Richtung düst. M.E. ist der fette Block der Altparteien nur noch mit Besitzstandswahrung (Machterhalt) beschäftigt und weltfremd. Statt weiterer Panik und Hysterie wäre eine Pause besser - mal ein oder zwei Jahre nicht nur ohne Merkel, sondern ganz ohne Bundestag und Regierung. Noch besser eine Minderheitsregierung mit Aufhebung des Fraktionszwangs.
5) nur um den Bundestag. Das Papier der Wahlprogramme ist geduldig. In der Realität haben die Medien mehr Einfluss als der Bundestag.

Also entspannen und ggf. würfeln.

Man kennt ja in Deutschland den Ausdruck "Protestwähler".
Aber gab es denn je eine wirklichen Protestwahlausgang? (so wie vielleicht die Trumpwahl 2016)
Oder war es nicht immer so, dass es sich um läppische 3-5 Prozente handelte,
und die eigentlichen Protestwähler statt FDP dann CDU oder die Grünen wählten?

Fragen also:
Wie machen wir es den Medien schwer?
Wie schaffen wir eine Minderheitsregierung mit Aufhebung des Fraktionszwangs.
Welchen Strategien kann man seinen Freunden an die Hand geben, mal anders zu wählen (egal ob links, rechts, FreieWähler, Basis oder ähnliches). Es geht eher darum den Freunden tatsächlich die Wahl zwischen Pest und Cholera und XY zu erleichtern.

Schönen Abend


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