Haben wir im Forum alles bis zum Erbrechen durchdiskutiert.
Die Realwirtschaft schöpft Geld, weil sie gibt Sicherheiten und auf der Basis dieser Sicherheiten wird dann ein Kredit gewährt und dieses Geld wird geschaffen, also geschöpft.
Ja, so lief das damals, als die Unternehmen noch unbelastete Sicherheiten hatten. Nach Corona dürfte es kaum noch kleine und mittelständische Unternehmen geben, die noch unbelastetes Eigentum haben, ergo wird es da auch keine Geldschöpfung geben.
Der Staat dagegen gibt keine Sicherheiten,sondern begibt Staatsanleihen und dieses Geld wird nicht geschöpft, sondern ist bereits vorhanden.
Das ist der Fall, wenn die Staatsanleihen von privaten Investoren gekauft werden, und letztere mit Guthaben zahlen und keine Kredite für den Ankauf der Staatsanleihen aufnehmen.
Wenn dagegen, wie seit 2008 zunehmend der Fall, ein großer Teil der Staatsanleihen über die nationalen Notenbanken von der EZB gekauft werden, oder wenn die Anleihen von privat auf Pump gekauft werden, dann haben wir es sehr wohl mit Geldschöpfung zu tun.
Rechenbeispiel: Ein Unternehmen benötigt einen Kredit über 30 Mrd. und stellt dafür Sicherheiten und zahlt den Kredit zurück und die Sicherheiten werden zurückgegeben.
Ein kleines oder mittleres Unternehmen ist nicht für 30 Mrd. kreditwürdig und hat in dieser Größenordnung auch keine Sicherheiten anzubieten. Die Unternehmen, um die es mir geht, haben eher gar kein unbelastetes Eigentum mehr.
Die Bank hat also 30 Mrd. in der Kass` und der Wirtschaft fehlen sie, weil Kredite, die zurückgezahlt wurden, sind nun mal nicht mehr im Umlauf.
Die Bank hat keine 30 Mrd. in der Kasse, sondern einen Kreditvertrag im Wert von 30 Mrd. plus Zinsen und eine Verbindlichkeit in Höhe von 30 Mrd. auf dem Girokonto des Unternehmens (Großkonzern, bei solchen Beträgen). Bis auf die Zinsen hat sie nur ihre Bilanz verlängert, sie hockt nicht plötzlich auf Geld, das sie vorher nicht hatte. Wo sonst sollen denn die 30 Mrd hergekommen sein? Aus den Spareinlagen etwa? Wie sollen sie der Realwirtschaft fehlen?
Die 30 Mrd. sind jetzt mehr im Umlauf als vorher, die Bank hat sie geschaffen. Schlecht ist es, wenn das Unternehmen zu tilgen anfängt, denn dabei wird Geld vernichtet.
Das ist ganz schlecht für die Konjunktur und die Bank kann mit den 30 Mrd. auch nicht so recht was anfangen.
Glücklicherweise kommt eine weise Staatenlenkerin und begibt eine Anleihe über 30 Mrd. und freudestrahlend kauft die Bank die Anleihe, weil ihr Problem ist jetzt gelöst und der Staat gibt die 30 Mrd. natürlich sogleich aus und das Geld ist jetzt wieder im Umlauf und alle sind glücklich und das BIP kann wieder wachsen.
Die Bank hat die 30 Mrd. nicht und kann damit entsprechend auch nicht shoppen gehen. Was sie machen kann, ist den Kreditvertrag bei der ZB als Sicherheit hinterlegen und sich so refinanzieren.
Also echt, Leuts, das haben wir alle x-mal durchdiskutiert, das sollte eigentlich jeder Schreiber im Schlaf wissen.
Also ich hab das damals alles ganz anders gelernt als Du.
Gruß Mephistopheles
Gruß,
Naclador