Bei uns kommt es in der letzten Zeit vermehrt zu Stromausfällen ...

Plancius @, Donnerstag, 01.07.2021, 15:35 vor 1658 Tagen 3633 Views

In den letzten 6 Wochen habe ich hier - an der Mecklenburgischen Seenplatte - bereits 4 kurzfristige Stromausfälle von 5 min bis zu einer halben Stunde erlebt. Dann heißt es, alle Uhren neu zu stellen, vom E-Herd über Kühlschrank, Radio bis zum Telefon, die Programme des Servers neu zu starten, die Heizungsanlage zu überprüfen, das Internet-Radio neu zu booten.

Stromausfälle sind mir eigentlich total unbekannt, seitdem ich in der BRD lebe. Wenn es denn mal einen gab, dann wurde er wegen Bauarbeiten mehr oder weniger vorher angekündigt. Ich kann mich eigentlich nicht daran erinnern, dass ich in den vergangenen 30 Jahren die Uhrzeiten an meinen E-Geräten wegen eines unvorhergesehenen Stromausfalls neu stellen musste.

In der DDR gehörten Stromausfälle wenn nicht zum Alltag, aber doch zum Leben dazu. Taschenlampe, Kerzen und Streichhölzer lagen immer griffbereit im Flur. Insbesondere in den späten 70er Jahren kam es immer wieder mal zu stundenlangen Stromausfällen wegen Überlastung des Netzes, weil die Leute sich zunehmend 1,6kW Warmwasserboiler und E-Herde gekauft haben. Auch bei Sturm kam es häufiger zu Unterbrechungen des Stromnetzes.

In den 80er Jahren hat sich die Verfügbarkeit des Stromnetzes in der DDR jedoch spürbar gebessert. Bis auf extreme Wettersituationen, wie im Winter 1986/87 lief das Stromnetz stabil und auch die Spannungsschwankungen waren auf ein Minimum begrenzt.

Die BRD hat demgegenüber bis dato ein hervorragendes Stromnetz, das so ziemlich unterbrechungsfrei läuft. Mal sehen, vielleicht frisst sich ja langsam der Zappelstrom in unser Stromnetz hinein.

Gruß Plancius

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"Natürlicher Verstand kann fast jeden Grad an Bildung ersetzen, aber keine Bildung den natürlichen Verstand." ARTHUR SCHOPENHAUER

An der Wesermündung sehr stabiles Netz

Otto Lidenbrock, Donnerstag, 01.07.2021, 15:45 vor 1658 Tagen @ Plancius 2376 Views

Ich lebe an der Wesermündung und hier ist das Stromnetz schon seit vielen Jahren äußerst stabil, so stabil, dass ich mich an den letzten Stromausfall gar nicht erinnern kann. In meiner Kindheit war es bei starken Gewittern oft so, dass kurzzeitig der Strom ausfiel und wir uns abends mit Kerzen behelfen mussten oder die herausgesprungenen Sicherungen wieder einschalten. Heute machen selbst stärkste Gewitter, von denen wir hier nur sehr wenige haben, absolut nichts aus.

Mal sehen, wie lange das noch so bleibt!

Wirst du die Erlebnisberichte "lesen" können?

Ankawor, Donnerstag, 01.07.2021, 16:51 vor 1658 Tagen @ mabraton 2276 Views

Hallo zusammen,

Immer öfter fällt der Strom aus, das Netz wird durch viele Quellen instabil. Doch immer mehr Infrastruktur kommt ohne Elektrizität nicht mehr aus. Sind wir gut genug vorbereitet auf einen flächendeckenden, lang andauernden Stromausfall?
Ich warte gespannt auf Erlebnisberichte!

beste Grüße
mabraton

Im Sprachgebrauch hat sich eingebürgert, von Stromausfällen (zeitlich und örtlich begrenzt) und Blackouts (großflächig und langdauernd) zu sprechen. Da die Hessen in der Sendung über einen Blackout sinnieren, kannst du Berichte darüber nur über Rauchzeichen, Lichtsignale (morsen lernen) oder Trommelsprache (wie in Afrika) erhalten. Bitte beizeiten üben.

Immerhin gibt es in Hessen ein Dorf, dass sich auf einen Blackout vorbereitet hat. Aber der Mann sagt am Ende ganz richtig, dass sie sich zwar vorbereitet haben, "aber was nach vier Tagen kommt, das wissen wir nicht."

Ehrlicherweise sagt der Sprecher zuvor, dass sich die Hilfsorganisationen zwar mit Generatoren usw. vorbereitet haben, aber die Bürger müssen sich selbst versorgen.

Mehrere Experten sagen, dass es zum Hochfahren nach einem Blackout (wenn überhaupt) mindestens 7 Tage dauert. Ein Drittel der Menschen ist bis dahin 4 Tage vollkommen unversorgt.

Die Sendung im Hessischen Rundfunk ist besser als gar nichts und sie ist hier beim Zuschauer bekannt. (Der Zuschauer bin ich [[freude]] Sonst kenne ich keinen, der es gesehen hat. Noch weniger welche, die sich dafür interessieren.)

Blackout Nordostamerika 2003

eesti @, Schwedt und Cranz(Ostpreußen), Donnerstag, 01.07.2021, 17:20 vor 1658 Tagen @ Ankawor 2178 Views

Damals war es es schönes Durcheinander,
Wikieintrag dazu in englischer Sprache
Nicht vergessen, es funktioniert keine Heizungssteuerung, fast kein moderner Gasherd, nichts.
Üblicherweise ist es dann kalt, minus 10°C, denn das Schlimme kommt nach Murphy immer dann, wenn man es genau nicht gebrauchen kann.

Und wenn die Logistik zusammen bricht, weil keine Tankstelle ohne Strom funktioniert, dann sieht es schnell unschön aus.
Mit dem e-Auto ist dann eh kein Hinkommen zur Arbeit mehr möglich, selbst wenn der Rasenmäher noch Benzin hat.
Wer ein normales Auto hatte, konnte aus Texas beim Stromausfall wegen Wintereinbruch wenigstens noch zu den Verwandten fahren, wo es Wärme und Essen gab.

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MfG
LR

Alles ist ein Windhauch.

Bei 4 Tagen ohne Strom in einer Stadt war meine Erfahrung anders: Ziemlich ruhig alles

Ankawor, Donnerstag, 01.07.2021, 20:36 vor 1658 Tagen @ eesti 2150 Views

Ich verlinke unten mal einen Beitrag, den ich vor längerer Zeit geschrieben hatte.

Das Entscheidende war für mich im Rückblick, dass der Strom einfach weg ist und jeder glaubt, dass er bald oder etwas später wieder kommt. Jeder hat also in seinem Haus vor sich hin gewartet und gefroren und Langeweile geschoben.

Allerdings gab es in den vier Tagen immer Wasser und es war eine gutsituierte Gegend. Ohne fließendes Wasser wären wohl auch die guten Sitten schnell vergessen worden.

Wasser ist das alles Entscheidende. Je städtischer, desto entscheidender.

Mein damaliger Beitrag und Folgebeiträge:
https://dasgelbeforum.net/index.php?id=363340

Diese "Machart" von Film ist im Jahr 2021 psychologisch kontraproduktiv!

Zorro @, Donnerstag, 01.07.2021, 18:22 vor 1658 Tagen @ mabraton 2149 Views

...würde man aus der Praxis zeigen, wie einfach es ist, wie Otto-Normalo über die Runden kommt und mit welch bescheidenen Mitteln dies möglich ist, hätte das mehr Lerneffekt, als ewig die monströsen Schiffsdiesel aus Krankenhäusern zu zeigen, welche nach 2 Tagen auch platt sind.

Leser vom Gelben sollten wissen, dass hochgeschätzt 1000,-€ Investition pro Haushalt reichen, um 4 Wochen ohne Strom schadlos zu überstehen. (mal von Winter -30 Grad abgesehen...)

Hätte eine Regierung maßgebliches Interesse seine Bürger vor Schaden zu Schützen, gäbe es genug Möglichkeiten, dies mit Nachdruck durchzusetzen.

Solche Art Filme, hat man vor vielen Jahren schon veröffentlicht und kaum einer ist privat einen Schritt weiter gekommen. (Es passiert halt auch "zu wenig" - das müsste man triggern... <img src=" />

Ähnlich wie bei der Impfung ist hier ein täglicher, breitflächiger, medialer Druck erforderlich. Die Spiegeleier bei Kerzenlicht zu genießen, den Tempranillo im Glas und auf Handys rumzudaddeln, ist Lagerfeuerromantik, mehr aber auch nicht!

VG Zorro

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Mutet tatsächl. etwas "alibiartig" an; dennoch Spagat zwischen Prepper-World und Nanny-Staat ist dem Öffentl.-Rechtl. nicht leicht (oT)

Wayne Schlegel @, Donnerstag, 01.07.2021, 19:09 vor 1658 Tagen @ Zorro 1711 Views

(oT)

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