Wieder einmal ein kleiner Reisebericht - diesmal von der Zukunft der Elektromobilität (mT)

DT @, Dienstag, 25.05.2021, 21:43 vor 1695 Tagen 3485 Views

bearbeitet von DT, Dienstag, 25.05.2021, 22:28

Über Pfingsten waren wir ja bei der Familie meines Schwagers in Hamburg. Er ist ja nicht nur Tesla-Aktionär, sondern fährt selber ein Tesla Model 3 und hat auch für seine Frau einen Honda E gekauft. Also die Familie komplett auf Elektromobilität umgestellt.

Bei den Ausflügen mit unseren beiden Familien durfte ich daher sowohl das Model 3 als auch den Honda E fahren.

Der Model 3 hat bereits die neue Hardware, auf der ein Tesla-eigener Chip verbaut ist, der dann zu Full Self Driving führen soll. Ich bin im Full Self Driving mode sowohl in Richtung Wedel (Wesen) als auch Richtung Süden (Lüneburger Heide) gefahren, sowohl in der Stadt wie auch auf Landstraßen und auf der A7.

Ich muß sagen, ich bin schon schwer beeindruckt. In der Stadt macht die Kiste noch ein paar Zicken, aber das mit dem Abstand und mit dem Ampel- und Schildererkennen funktioniert hervorragend. So richtig selber fahren kann er in der Stadt noch nicht, der Schwager hat erst die Beta-Version.

Außerhalb von Hamburg geht das full self driving schon sehr gut, auf der Autobahn hat er allerdings Probleme, Schilderbrücken zu erkennen. Was aber schon geht, ist selbständig zu überholen! Man stellt zB 140 km/h ein und der Tesla schaut dann, ob links frei ist und zieht vorbei. Man muß allerdings noch mit dem linken Blinker bestätigen.

Die Rundumsicht und das Rundumerkennen ist fantastisch. Ich fand, daß man viel besser auf dem Display sieht, wer links hinter einem oder rechts im toten Winkel ist, als mit dem üblichen Schulterblick.

Südlich von Hamburg waren jede Menge Baustellen am Elbtunnel und auf den Elbbrücken, aber die neue Hard- und Software konnte das gut handhaben. Die Fahrzeit war allerdings am Tag und auch ohne Regen.

Das Laden am Supercharger in der Nähe der Lüneburger Heide ging ruck-zuck, ca 20 min um von 42% auf 80% zu kommen, und der gesamte Ausflug hat an Strom nur 10,40 EUR gekostet. Der Tesla hat laut der Anzeige ca 440 km Reichweite. Ich bin sehr moderat gefahren und hab auf die Beschleunigungsspielchen verzichtet, daher war mein Verbrauch eher moderat.

Der kleine E-Honda ist ein flotter Flitzer und hat mit 4 Leuten ganz schon flott beschleunigt. Er hat vorne ein komplett elektronisches Display und auch zwei Kameras anstatt Außenspiegel, die dann innen angezeigt werden. Tote Winkel gehören auch der Vergangenheit an.

Was ich noch hinzufügen wollte: Kaufpreis T3 incl FSD: 60k€, da bin ich nicht sicher, wie das war mit dem Bonus, ich glaube, das Auto ist jetzt ca 2 Jahre alt, damals gabs glaub ich noch weniger Förderung. Der Honda E war abzgl Förderung 28k€ teuer. Jetzt müssen noch Wallboxen in die Tiefgarage, incl. Stromzähler, Leitung legen, abzgl. Förderung werden auch nochmal 4-5k€ fällig.

Was ich auch gesehen habe: Dutzende von ID3, ich glaube auch ID4 von WeShare, als Car-to-go.
Kein Wunder, hab mal nachgesehen:
https://www.kfz-betrieb.vogel.de/vw-tochter-weshare-startet-mit-400-id3-modellen-in-ham...

Was mir aufgefallen ist: in Hamburg wird irrsinnig viel gebaut, richtig große Blocks mit Dutzenden von Wohnungen. Ich weiß nicht genau, wie stark die Wohnungsnot ist, aber mir sieht das nach Überbauen aus. In der Hafencity Hunderte von neuen Wohnungen, entlang der Autobahn, aber auch in Altona am alten Bahnhof 6000 Wohnungen, dazu noch Brachflächen. Wahnsinn. Und das alles für 5000 EUR/m² und mehr. Ob da keine Überversorgung an Wohnungen entsteht?

[image]
Geplante Überbauung des alten Bahnhofs Hamburg-Altona.

https://www.neubaukompass.de/neubau/altohna-meine-mitte-hamburg/

PS: Tipp vom Schwager: Tesla nachkaufen. Jetzt wo alle auf Elon einschlagen und der big shortie sie auch noch shortet. Und er empfiehlt auch PINTEREST sowie CRISPR. Meine Tesla-shorts sind jetzt bei -92%.

DT

PPS: Beim Zurückfahren habe ich eine wunderschöne Stelle vom ICE aus an der alten Strecke von Göttingen nach Kassel entdeckt: entlang der Werra bei Witzenhausen. Ich bin die alte Strecke das letzte Mal Ende der 80er Jahre gefahren, bevor die Neubaustrecke Anfang der 90er in Betrieb ging. Aber die Fahrt entlang der Werra von Witzenhausen via Hedemünden, Hann Münden bis nach Kassel (das letzte Stück entlang der Fulda) war wunderschön, vor allem das Tal der Werra und die gelben Rapsfelder überall. Wundert mich, daß das noch nicht bei den Eisenbahnliebhabern im Netz mehr auftaucht.

Aber wir haben doch kaum Bimbes für einen E-Flitzer

Knappe @, Dienstag, 25.05.2021, 22:07 vor 1695 Tagen @ DT 2584 Views

bearbeitet von Knappe, Dienstag, 25.05.2021, 22:27

Meine Freundin hat recht viel Bimbes (Helmut Kohl Zitat) und könnte in ihrem Carport-Eigentum sogar eine (geförderte) Ladestation installieren.
Da würde ich doch sofort zuschlagen und mir irgendwann mal (so um 2025) einen E-Flitzer kaufen.

Aber sie hält stur an ihrem Euro4-Diesel fest, den ich ihr vor zwei Jahren sehr günstig überlassen habe.
Den habe ich vorher 10 Jahre als Zweitwagen sehr schonend gefahren:-)
Wer versteht da noch die Frauen?

Mal schauen, ob deine E-Auto-Werbung "vom super reichen Schwager" ein gelber Hit wird.
Hast du die LmaA-Impfe auch gut vertragen (so wie bis dato meine Friedhofsblumenfrau)?
Knappe

Mit Wasserstoff in die Zukunft der Mobilität - Prof. Johann Lehner

Konjunktion ⌂ @, Irgendwo und Nirgendwo, Mittwoch, 26.05.2021, 08:44 vor 1694 Tagen @ DT 1671 Views

Hallo DT,

ich empfehle hierzu einen sehr interessantes Interview/Vortrag von Prof. Johann Lehner:

https://nuoviso.tv/steinzeit/steinzeit-tv/mit-wasserstoff-in-die-zukunft-der-mobilitaet...

In den ersten ca. 45min geht er explizit auf das Thema eMobilität ein. Aus meiner Sicht sehr erhellend.

Aus dem Inhalt:

Ausgehend von der aktuellen Energiesituation in der BRD sollen zunächst nachhaltige Energieträger für die Zukunft gefunden werden.
Zu Beginn wird auf die etablierten Technologien und Energieträger eingegangen, speziell für die Mobilität. Dazu wird aus aktuellen Daten die Energiesituation anhand von leicht übersichtlichen Diagrammen gezeigt.
Wie sehr sich fossile und elektrische Energieträger für die Mobilität eignen wird in Abhängigkeit der Verfügbarkeit und Handhabung verglichen.

Wasserstoff, von der Politik in den Fokus gerückt, hat als Energieträger für die Mobilität gewisse Nachteile, denn von der Herstellung bis zur Nutzung für den Verkehr gibt es einen großen Energieverlust, der in der politischen Debatte nicht wirklich berücksichtigt wird. Nahezu 75% der verfügbaren Energie gehen verloren und man kann das zur Zeit favorisierte Verfahren zurecht als pure Energieverschwendung bezeichnen.
Abhilfe könnte hier eine innovative Technik schaffen. Das hier im Gespräch vorgestellte Verfahren bietet einen ganz neuen Ansatz, denn die Energiebilanz zeigt einen erheblich geringeren Aufwand bei der Herstellung von Wasserstoff wie mit der bisher üblichen Gleichstrommethode.

Diese Technologie ist seit 2012 bekannt und wurde auch schon erfolgreich erprobt, wenn auch bisher nur in experimentellen Einzelfahrzeugen.
Die Auswirkungen auf unsere industrielle Energieinfrastruktur wären bei Einführung solch einer Energieform denkbar gravierend, was vielleicht der Hauptgrund ist warum so eine umwelt- und resourcenschonende Technik bisher keine Beachtung fand.

BG, Konjunktion

--
Als Konjunktion wird in der Logik eine bestimmte Verknüpfung zweier Aussagen oder Aussagefunktionen bezeichnet.

Werbung