Ich glaube nicht an das "gemütlichere Österreich"

sensortimecom ⌂, Freitag, 21.05.2021, 10:04 (vor 1700 Tagen) @ Eugen A. Tagpfau1679 Views
bearbeitet von sensortimecom, Freitag, 21.05.2021, 10:38

Seit ich denken kann, habe ich in diesem Land nur Ärger, Kummer, Stress und wieder Stress erlebt. In den 60er/70er/80er-Jahren war es halt so, dass der durchschnittliche Stadtbewohner am Freitag abend in irgend eine Pension oder ein Hotel in den Alpen geflohen ist, dort gefaulenzt (oder auch Sport zb. wandern oder Ski fahren betrieben) und sich dann Sonntag abend wieder zähneknirschend im stundenlagen Stau auf die Heimreise gemacht hat - um wieder eine neue 70-Std.-Woche zu absolvieren. Meistens hatte man im Keller oder in der Garage noch eine Werkstätte um sich ein bisserl was dazu zu verdienen. Das war lustig, gesund, und man hat sich mordsmäßig viel eingebildet auf den hohen Lebensstandard. Man höre sich dazu den Song "Skifoarn" von Wolfgang Ambros an...

Wenn von einem "gemütlichen Österreich" die Rede ist, dann traf das höchstens auf Teile von Wien, N.Ö. und das Burgenland zu. Und natürlich auf den Sektor Verstaatlichte Betriebe und Öffentliche Bedienstete. Dort tickten die Uhren immer anders. (Schliesslich war Österreich ja durch seine politische Konstellation in zwei Häften geteilt: in eine nach "DDR-Muster" agierende, und in eine kleinere, nach Art der heutigen "Tigerstaaten" arbeitende. Letztere erwirtschaftete den hohen Lebensstandard für die anderen).

Die Milleniums-Generation spielt nicht mehr mit, weder hinsichtlich Politik noch Stress im Beruf noch Stress in der Freizeit. Sie lebt grossteils von der Substanz die ihre Eltern und Grosseltern erwirtschaftet haben. Aber der Ärger und Kummer ist auch für sie derselbe.


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