"Schuldenschnitt der EZB würde gegen EU-Recht verstoßen" - da lachen doch die Huehner!

CalBaer @, Montag, 15.02.2021, 09:14 vor 1783 Tagen 4388 Views

Gutachten: Schuldenschnitt der EZB würde gegen EU-Recht verstoßen
https://www.epochtimes.de/wirtschaft/gutachten-schuldenschnitt-der-ezb-wuerde-gegen-eu-...

Eine reine Beruhigungspille, man wird es trotzdem machen! Und die Gerichte werden es wieder abnicken.

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Ein ueberragender Teil der Oekonomen, Politiker, Banker, Analysten und Journalisten ist einfach unfaehig, Bitcoin richtig zu verstehen, weil es so revolutionaer ist.
Info:
www.tinyurl.com/y97d87xk
www.tinyurl.com/yykr2zv2

Wenn die EZB einmal damit anfängt, eine von ihr gekaufte Staatsanleihe zu erlassen, wäre das ein Fass ohne Boden.

BerndBorchert @, Montag, 15.02.2021, 10:35 vor 1783 Tagen @ CalBaer 3677 Views

bearbeitet von BerndBorchert, Montag, 15.02.2021, 10:41

Was sagt die Erfahrung? Welche ZBs haben sowas in der Geschichte schon gemacht, und wie ist es ausgegangen?

Ist das überhaupt gut für das betreffende EU-Land? - wenn es sich auch nur eine kleine Anleihe bei der EZB erlassen lässt, bekommt es dann überhaupt noch neue Kredite auf dem Markt?

Der Artikel vergisst, dass es ebenfalls gegen das Prinzip der Staatsfinanzierung verstösst, wenn die ZB eigene Staatsanleiehen auf dem Offenen Markt aufkauft und sie dann langfristig behält. Offen-Markt Käufe wurden erst 2008 erlaubt. Inzwischen sind schon ca. 60% aller EU Staatsanleihen in Besitz der EZB (darin enthalten ca. 20% durch die klassischen, unproblematischen Repo-Geschäfte).

Bernd Borchert

Das sind doch wunderbare Nachrichten ;-) bald hat die EZB 100% aller Staatsanleihen, dann Schuldenerlass und wir sind alle schuldenfrei.oT

igelei, Lammd des Stasi2.0-Rollcommanders, Montag, 15.02.2021, 10:56 vor 1783 Tagen @ BerndBorchert 3332 Views

Und das Brötchen beim Bäcker kostet 100 Euro. Und die Woche drauf 200. owT

BerndBorchert @, Montag, 15.02.2021, 11:12 vor 1783 Tagen @ igelei 3369 Views

Was so gesehen überhaupt gar kein Problem darstellt.

Linder, Montag, 15.02.2021, 13:39 vor 1783 Tagen @ BerndBorchert 3373 Views

Denn hier trifft es nur Sparer in €. Wer 2021 noch immer größere Summen auf Giro- und Sparkonten liegen hat, in Tagesgeld oder LV-Versicherungen, usw., der kann mit Geld ohnehin nicht umgehen. Nimmt man es ihm, erwischt man keinen Falschen.
Wer aus 1923 nichts gelernt hat, lernt es eben jetzt auf die etwas härtere Tour.

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◇◇◇ GENESEN - GELACHT - GELOCHT ◇◇◇

Das wären ja nur 100% Infla pro Woche, das wird nicht reichen, eher 1,- 10,- 100,- 1000,- in vier Wochen. oT

igelei, Lammd des Stasi2.0-Rollcommanders, Montag, 15.02.2021, 14:59 vor 1783 Tagen @ BerndBorchert 2975 Views

Das wird nicht geschehen

Mephistopheles, Montag, 15.02.2021, 15:02 vor 1783 Tagen @ BerndBorchert 3471 Views

bearbeitet von Mephistopheles, Montag, 15.02.2021, 15:11

Was sagt die Erfahrung? Welche ZBs haben sowas in der Geschichte schon gemacht, und wie ist es ausgegangen?

Lies die Nachrichten:

https://www.google.com/search?source=hp&ei=lzgqYIPmLPKYjLsPluS_-Ak&iflsig=AINFC...

https://www.google.com/search?ei=DoAqYLX-Nv2G1fAPwvqS8AE&q=100+j%C3%A4hrige+staatsa...

https://www.google.com/search?ei=jIAqYPSeL7qM1fAP1fuK8Aw&q=100+j%C3%A4hrige+staatsa...

Die Staatsanleihen werden umgewandelt in 100jährige Anleihen. In 100 Jahren sehen wir dann weiter, was schon einmal den Riesenvorteil hat, dass keiner der Verantwortlichen noch in Amt und Würden sein wird.

Es wird so laufen wie bei den 100-jährigen britischen Pachtverträgen auf Hongkong. Das waren m.W. die ersten 100-jährigen Verträge. Diese Verträge hat China strikt eingehalten, schon alleine, um den kriegslüsternen Briten und den Amis in ihrem Gefolge, keinen Vorwand zu liefern, militärisch zu intervenieren. Aber irgendwie dachte selbst bei den Briten nach ablauf dieser Verträge kein Mensch mehr daran, diese um weitere 100 Jahre zu verlängern.

Das wird wahrscheinlich auch mit den Titeln der EZB in 100 Jahren passieren. Irgendwie wird kein Mensch daran denken, die um weitere 100 Jahre zu verlängern.

Gruß Mephistopheles

Kein Problem? Welcher Wirtschaftsteilnehmer - egal ob Bäcker oder Großkonzern oder Angestellter (Lohn) - kann dann noch kalkulieren? Wie lange geht das gut? owT

BerndBorchert @, Montag, 15.02.2021, 15:22 vor 1782 Tagen @ Linder 3036 Views

Gut geht das keine Woche, kann sich aber 1...2 Jahre hinziehen.

Linder, Montag, 15.02.2021, 15:39 vor 1782 Tagen @ BerndBorchert 3196 Views

Der Mensch erträgt fast alles, egal wie hart es ist.
Man sieht ja, gegen Corona-Maßnahmen lehnt sich auch Niemand ernsthaft aus, ebenso wenig gegen Zwangsimpfung unserer Alten und Schwachen.

Mit der Billionenschweren Gelddruckorgie wird die EZB nicht so schnell aufhören, es wird früher oder später auch so zu einer ausgedehnten Preisinflation kommen.
Mit einer starken, dann galoppierenden Inflation, die schlussendlich in Hyperinflation endet, könnte man zumindest danach das Geldsystem wieder frisch starten und eine Blütephase einläuten.
Sozusagen Ende mit Schrecken.
Schrecken ohne Ende bedeutet so weiter machen wie bisher, mit Corona oder einer anderen Krankheit bzw. Krise als Aufhänger, Diktatur statt Demokratie, 100-jährigen Staatsanleihen und permanente Verarmung der Masse.

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◇◇◇ GENESEN - GELACHT - GELOCHT ◇◇◇

Ich glaube auch nicht, dass man es wagen wird

BerndBorchert @, Montag, 15.02.2021, 20:38 vor 1782 Tagen @ Mephistopheles 3129 Views

bearbeitet von BerndBorchert, Montag, 15.02.2021, 20:47

@Miesepeter hatte vor ca. 2 Wochen schon mehrere Möglichkeiten aufgezählt, den Schuldenerlass zu umgehen, aber etwas zu tun, was praktisch äquivalent ist. Z.B. 100-jährige Anleihen, eventuell zinslos, oder sogar ewige, also ohne Termin - wobei @dottore gesagt haben soll, ein Kredit ohne Termin ist keiner.

Auch das dauernde Aufkaufen von Anleihen - insbesondere die gerade (am Markt) emittierten - ist eine solche Möglichkeit. Genau das wird ja seit Jahren von der EZB praktiziert.

Die Frage ist, wann es auffällt, also dass sich etwas wirtschaftlich Schlimmes, wenn nicht Katastrophales einstellt, Inflation bzw. Hyperinflation z.B.. Wie ist eigentlich die finanz-debitistische Argumentation, dass etwas Schlimmes passieren *muss* - Warum kann es nicht ewig funktionieren?

Bernd Borchert

Ein Frage noch: weiß jemand noch, ob in der Griechenlandkrise Schulden (teilweise) erlassen wurden? auf wessen Kosten, im Sinne von: wer waren die geschädigten Gläubiger? die EZB als Gläubiger/Anleihehalter nicht, oder?

Warum kann es nicht ewig funktionieren?

Linder, Montag, 15.02.2021, 21:07 vor 1782 Tagen @ BerndBorchert 3086 Views

Weil irgendwann die Zinslast höher ist als das BIP.
Praktisch ist jedoch vor dessen Eintritt die Masse bereits so verarmt, dass es entweder zu Aufständen kommt oder die Banken Gefahr laufen einen Bankrun zu riskieren, weil man in der Breite das Fiatmoney-System zu verstehen beginnt.
Ehe das eine oder andere eintritt, muss die Politik einschreiten und den Bürgern Perspektiven eröffnen, was nur mit einem Restart funktioniert.

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100-jaehrige Anleihen verschaffen nur temporaer etwas Luft

CalBaer @, Montag, 15.02.2021, 21:16 vor 1782 Tagen @ Mephistopheles 3121 Views

Das duerfte schnell aufgebraucht sein. Was kommt dann? 200-, 500- und spaeter 1000-jaehrige Anleihen? Demnach haette Rom nie untergehen duerfen, es koennte sich mit diesem Trick bis in die heutige Zeit problemlos finanzieren. Aber mal Spass beiseite. Welches Unternehmen oder welche Privatperson hat schon so lang laufende Verbindlichkeiten, so dass sie die Ruecklagen dort anlegen wuerden? Sie koennten zwar diese Anleihen vor Faelligkeit am Markt verkaufen, nur ist der Erloes nicht kalkulierbar, es wird zum Lotteriespiel. Der Bedarf duerfte sich daher sehr in Grenzen halten, es sei denn die ZB schafft ihn massenhaft kuenstlich. Wie man es dreht und wendet, es fuehrt kein Weg am Great Reset vorbei.

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Info:
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Perpetual Bonds (Anleihen ohne Laufzeitbegrenzung)

InflationDeflation, Montag, 15.02.2021, 22:42 vor 1782 Tagen @ CalBaer 3012 Views

z.B. hier von Aroundtown SA, ein in Luxemburg ansässiges Unternehmen, das Anteile an Gewerbeimmobilien insbesondere in Deutschland und den Niederlanden hält. Der Schwerpunkt liegt auf Büro-, Hotel- und Gewerbeimmobilien.

Anfang 2021: Aroundtown begibt Perpetual Bond über 600 Millionen Euro

Wie das im MDAX gelistete Unternehmen mitteilte, wurde eine Anleihe ohne Fälligkeitsdatum (Perpetual Bond) über 600 Millionen Dollar mit einer Verzinsung von 1,625 Prozent erfolgreich begeben.

https://www.finanzen.net/nachricht/aktien/anleiheemission-aroundtown-begibt-perpetual-b...

Wieso sollte das Inflation erzeugen

Morpheus @, Dienstag, 16.02.2021, 02:39 vor 1782 Tagen @ BerndBorchert 2959 Views

Hallo BerndBorchert,

ich glaube nicht, dass dieser Schulden-Erlass eine Inflation nach sich ziehen würde. Denn das Geld ist ja bereits mit dem Kauf der Anleihen in den Kreislauf eingespeist worden. Es zirkuliert ja schon seit geraumer Zeit.

Die Staaten haben bisher (bis auf Deutschland) nie Schulden getilgt sondern stets nur leicht aufgeschuldet. Die Geldnachfrage des "Schuldners Staat" war also stets negativ. Da fällt also keine Geld-Nachfrage weg, die für ein plötzliches Überangebot sorgen würde.
Die private Geldnachfrage zwecks Schuldentilgung ist davon nicht betroffen, Steuern müssen auch weiter in etwa gleicher Höhe bezahlt werden. Deshalb sehe ich nicht, warum die Inflation anziehen sollte.

Was sich aber inflationär bemerkbar machen wird sind die Corona-Hilfen und die zusätzliche Verschuldung der Unternehmer, die mehr Geld in den Umlauf bringen. Aber dazu gibt es aus ganz anderen Gründen keine Alternative. Und ich denke, dass den Regierenden jede Inflation derzeit verdammt viel lieber ist als jeglicher Ansatz von Deflation.

Was schwierig werden könnte, wenn die Staaten nach einem Schulden-Erlass die Neuverschuldung nach dem gleichen Schema mit direktem Aufkauf durch die EZB rasch erhöhen würden. Das darf nicht passieren, aber man könnte nach der Entschuldung vielleicht von dem ewigen Aufkaufen durch die EZB wieder wegkommen.

Viele Grüße
Morpheus

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Ausnahmen bestätigen die Regel

Linder, Dienstag, 16.02.2021, 08:06 vor 1782 Tagen @ InflationDeflation 2878 Views

Sehr lang oder gar unbegrenzt laufende Anleihen gibt es zwar, allerdings sind dies nur Ausnahmen die die Regel bestätigen und von daher recht selten.
Es ist sogesehen die offensichtliche Bankrotterklärung des Systems, welche Jeder erkennt der nur genau genug hinsieht.

Zinsen sind in Summe stets positiv, auch jene von Staatsanleihen, etc.
Null- oder gar Minuszinsen sind lediglich ein temporäres Ereignis, sie enden unweigerlich in und mit einem Crash, einer Währungsreform, Krise, oder wie auch immer man den unausweichlichen Reset nennen mag.

Banken begeben in letzter Zeit auch kleine Konsumkredite (meist bis ca. 1000 €) zu Null- oder dezenten Minuszinsen, als Lockangebot sozusagen und um ihre Bilanzen zu verlängern. Das Konzept ist jedoch nicht nachhaltig, wird somit in der Breite keine Schule machen. Es ist lediglich ein Beispiel für die Absurdität des Systems in seiner Endphase.

Egal ob mit Corona, einer anderen Krise oder ohne, die Zinslast ist früher oder später nicht mehr stemmbar, weil das Wirtschaftswachstum niemals auf Dauer mit dem exponentiellen Wachstum der Schulden mithalten kann.
Gehirnakrobatische Seiltänze wie ewige Anleihen ändern daran nichts, sie verlängern nur das Leiden.

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◇◇◇ GENESEN - GELACHT - GELOCHT ◇◇◇

Das ist eine irrationale Gier nach den letzten mickrigen Zinsen (1,6%) - das Geld, was die Investoren da hinlegen, ist nicht nur fast weg, wenn die Zinsen sich erhöhen, sondern auch bei Inflation, und

BerndBorchert @, Dienstag, 16.02.2021, 08:43 vor 1782 Tagen @ InflationDeflation 2915 Views

bearbeitet von BerndBorchert, Dienstag, 16.02.2021, 08:48

natürlich auch, wenn die Firma pleite geht. 3 Damokles-Schwerter auf einmal.
Bernd Borchert

Anders geht es auch gar nicht

FOX-NEWS @, fair and balanced, Dienstag, 16.02.2021, 09:49 vor 1782 Tagen @ Mephistopheles 3020 Views

Es sei denn, man würde die ZB-Bilanzregeln ändern. Dann schreibt die Bank ohne Gegenbilanzierung gut, etwas, was dottore Willkürgeld nannte. Kann man machen, geht aber ziemlich bald in die Hose, wenn man den Geschichtsbüchern glauben darf.

100 Jährige würden das Problem in der Tat lösen, da sie via Geldwertverschlechterung wie eine indirekte Steuer hier und jetzt tilgen. Die Rückzahlung in dann wertlosem Geld ist nur noch der formale Schlussakt.

Grüße

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Afuera!

Wenn es nicht mehr weiter geht, dann macht man die Währungsreform

FOX-NEWS @, fair and balanced, Dienstag, 16.02.2021, 10:02 vor 1782 Tagen @ Linder 2887 Views

So war es immer. Dieser Moment ist aber noch weit weg, da sich für die Politik immer noch Wege finden, die geringeren Widerstand bieten. Die hören grundsätzlich erst 5 nach 12 auf, wenn alles in Scherben liegt.

Diese Entwicklung ist offensichtlich und unvermeidlich, und bietet jedem die Möglichkeit der Vorsorge, leider nicht allen, denn es muss ja auch die geben, welche die Zeche zahlen.

Grüße

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Afuera!

Du sagst, das Erlassen von Staatsschulden (Anleihen) durch die eigene ZB sei immer schief gegangen. Was ist ein Beispiel?

BerndBorchert @, Dienstag, 16.02.2021, 10:17 vor 1782 Tagen @ FOX-NEWS 2813 Views

bearbeitet von BerndBorchert, Dienstag, 16.02.2021, 10:29

Es sei denn, man würde die ZB-Bilanzregeln ändern. Dann schreibt die Bank ohne Gegenbilanzierung gut, etwas, was dottore Willkürgeld nannte. Kann man machen, geht aber ziemlich bald in die Hose, wenn man den Geschichtsbüchern glauben darf.

Übrigens würde buchhalterisch wohl die Möglichkeit vorgezogen, es mit Gegenbilanzierung zu verbuchen, allerdings hätte man dann bald negatives EK der ZB, das immer negativer würde.

Egal, wie es verbucht wird: Wo hat es das geschichtlich schon gegeben? Ich wüsste konkret kein Beispiel. Z.B. hat es das nach meinem Stand bei der ältesten ZB-Währung Pfund GBP nie gegeben.

Bernd Borchert

P.S. Das geht doch auch nur dann, wenn die eigene Anleihe durch ein Offen-Markt Geschäft durch die ZB erworben wurde, oder? bei den durch Repo-Geschäfte sich in Besitz befindlichen Anleihen der ZB macht es keinen Sinn, oder? (Offenmarkt-Geschäfte gibt es für EUR und USD erst seit ca. 2008, mein Stand)

Unsinn: Schuldenerlasse können eben nicht inflationär wirken,

Manuel H. @, Dienstag, 16.02.2021, 10:19 vor 1782 Tagen @ BerndBorchert 2879 Views

Unsinn: Schuldenerlasse können eben nicht inflationär wirken, da sie das geschaffene Geld vernichten. Je weniger Geld (Guthaben/Schuldenpaare) durch "Erlass" vernichtet werden, desto weniger Geld ist "da" und kann nachfragen.
Das Gaga-Geld bei der EZB ist eh im täglichen Leben nicht nachfragewirksam, nur in den Anlagesphären.
Ein cut könnte vielleicht verhindern, dass die Heuschrecken, die jetzt unbegrenzten Zugang zur Gelderschaffung zu Null oder gar Minus-Zinsen haben, die durch den lockdown notleidenden Mittelstand von denen billigst aufgekauft und um ihre wenigen Sachwerte erleichtert werden.

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Deutschland das neue Troja?
http://www.trojaeinst.wordpress.com

Der Preisanstieg kommt via Aussenhandel und Assetpreisinflation

FOX-NEWS @, fair and balanced, Dienstag, 16.02.2021, 10:28 vor 1782 Tagen @ Morpheus 2869 Views

Mieten, Immobilen, Baukosten, alles inflationiert tüchtig vor sich hin, wenn nicht staatlich eingebremst. Gleiches gilt für Gebühren, Versicherungsprämien usw., da hier reale Kosten umgelegt werden. Und wem es noch nicht aufgefallen ist: Beim Discounter findet man immer mehr verkleinerte Packungen, um Preisanstiege zu verstecken ... Rinderhack jetzt auch im 300 gr statt 500 gr Gebinde, räumlich gut getrennt.

Grüße

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Afuera!

Wie wird denn (ZB)Geld venichtet?

FOX-NEWS @, fair and balanced, Dienstag, 16.02.2021, 10:35 vor 1782 Tagen @ Manuel H. 2835 Views

Willst du den Banken ihre Forderungen gg die ZB kürzen? Da fand nämlich der Geldmengenaufwachs (M0) statt, als die Staatsanleihen aufgekauft wurden.

Grüße

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Afuera!

Es ist genau umgekehrt: Die Schulden/Anleihe sind erlassen, das ZB-Geld, das die ZB für den Kauf der Anleihe geschaffen und ausgegeben hat, ist aber noch da! owT

BerndBorchert @, Dienstag, 16.02.2021, 10:36 vor 1782 Tagen @ Manuel H. 2838 Views

Ich sprach von Willkürgeld, also dem klassischen "Zetteldrucken"

FOX-NEWS @, fair and balanced, Dienstag, 16.02.2021, 10:43 vor 1782 Tagen @ BerndBorchert 2795 Views

Das ging immer schief, angefangen mit dem ersten Chinesen, der diese glorreiche Idee hatte.

Grüße

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Afuera!

Hume - kann man lesen, muss man aber nicht (m.L.)

Linder, Dienstag, 16.02.2021, 10:59 vor 1782 Tagen @ BerndBorchert 2839 Views

https://goldswitzerland.com/de/philosophie-der-schulden-edelmetall-mathematik/

Schulden ausbuchen, ergo erlassen, funktioniert zwar, ist aber auch nur eine kurzfristige Lösung.
Die Aktion ändert nichts an den langfristigen Folgen, zögert den Umstand nur weiter hinaus.
Sie bleibt zudem risikobehaftet, denn es besteht die Gefahr des Vertrauensverlustes in die Währung oder einer kurzzeitigen, deflationären Tendenz. Mit dem einen haben die Banker ein Problem, mit dem anderen die Politiker.

Der Frosch muss langsam auf Temperatur gebracht werden (stetige, dezente Inflation). Kühlt man ihn zwischendurch etwas ab (temporäre Deflation, o.ä.), besteht die Gefahr, dass er bemerkt was passiert und folglich aus dem Topf hüpfen möchte (Fiat ablehnt, Revolution anzettelt).
Der Weg ist gangbar aber eher suboptimal.

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◇◇◇ GENESEN - GELACHT - GELOCHT ◇◇◇

Es geht hier aber um Zentralbank/Schuldgeld-Währungen. Also weißt Du auch kein Beispiel, dass von einer ZB eigene Staatsanleihen gekauft und erlassen wurden? Schade. owT

BerndBorchert @, Dienstag, 16.02.2021, 11:12 vor 1782 Tagen @ FOX-NEWS 2786 Views

"Aufkauf von Staatsanleihen" = Verleihen von Geld

Talleyrand ⌂ @, Dienstag, 16.02.2021, 12:00 vor 1782 Tagen @ FOX-NEWS 2820 Views

Willst du den Banken ihre Forderungen gg die ZB kürzen? Da fand nämlich der Geldmengenaufwachs (M0) statt, als die Staatsanleihen aufgekauft wurden.

Grüße

Welche Forderung sollten die Banken gegen die ZB haben? Die Banken haben ihre Anleihentitel an die ZB weitergereicht und dafür Zentralbankgeld bekommen. Die Banken haben nun keinerlei Forderungen an die ZB, sondern die ZB hat Forderungen an den Staat.

"Aufkauf von Staatsanleihen" ist eine extrem missverständliche Ausdrucksweise. Gekauft wird da nix, sondern es wird Geld verliehen. Wer eine Staatsanleihe hält, leiht dem Staat Geld. Dieses Geld bekommt er bei Ende der Laufzeit der Anleihe zurück.

Die ZB hat ihre Bilanz erweitert, um das Geld zu erzeugen, das sie dann verliehen hat.
Deine Frage, wie Zentralbankgeld vernichtet wird, beantwortet sich also so: bei Laufzeitende fliesst das Geld zur ZB, diese löscht beide Seiten der Bilanz, Geldsumme und Anleihentitel.

Gruß
T

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https://talleyrandssudelbuch.art.blog

Streichung von Schulden verhindert die deflationäre Depression

Talleyrand ⌂ @, Dienstag, 16.02.2021, 12:05 vor 1782 Tagen @ BerndBorchert 2868 Views

Richtig. Die Rückzahlung von Schulden vernichtet das geschuldete Geld (ausser den Zins, der in der Zwischenzeit gezahlt wurde.) Gläubigerverzicht verhindert die deflationäre Depression; da Überschuldete keine Geschäfte mehr tätigen und keine Schulden mehr machen können.

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Guthaben auf Zentralbankkonten sind Forderungen gg die ZB

FOX-NEWS @, fair and balanced, Dienstag, 16.02.2021, 12:37 vor 1782 Tagen @ Talleyrand 2823 Views

bearbeitet von FOX-NEWS, Dienstag, 16.02.2021, 12:41

Diese sind beim Aufkauf der Staatsanleihen (QE Operationen) entstanden. Wenn die ZB die Staatsanleihen nicht an den Emittenten nach Ablauf zurückreicht, dann bleibt diese Position offen stehen. Kann man schlecht finden, muss man nicht.

Grüße

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Afuera!

Ich hatte nur gesagt, daß so etwas Willkürgeld gleichen würde. Dafür gibt es Beispiele.

FOX-NEWS @, fair and balanced, Dienstag, 16.02.2021, 12:46 vor 1782 Tagen @ BerndBorchert 2795 Views

So etwas wie QE ist wohl auch erst seit '71 möglich, als die Goldbindung gelöst wurde.

Grüße

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Afuera!

Aktiva und Passiva

Talleyrand ⌂ @, Dienstag, 16.02.2021, 12:54 vor 1782 Tagen @ FOX-NEWS 2869 Views

"Guthaben auf Zentralbankkonten sind Forderungen gegen die ZB"

Das ist in dieser Undifferenziertheit gar nicht verständlich.

Eine Bilanz besteht immer aus Soll (Passiva) und Haben (Aktiva).

Forderungen gegen die ZB = Passiva: im Fall der "gekauften Staatsanleihe" steht hier die Summe, die die ZB geschöpft hat, um sie zu verleihen
Auf der Aktivseite steht der Schuldtitel, also die Staatsanleihe.

Bei Fälligkeit fließt das verliehene Geld an ZB zurück, wo es vernichtet wird: Bilanzverkürzung.
Würde die ZB auf Rückzahlung des verliehenen Geldes verzichten, müsste sie den Verlust tragen. Sie kann vielleicht nicht technisch insolvent werden, aber es würde das Vertrauen in die Währung aushöhlen.

Ich glaube nicht, dass das jemals stattfindet. Man wird den Weg der Inflationierung gehen. Der Staat zahlt seine alten Schulden mit neuen Schulden zurück und vertraut auf die heilsame Wirkung der Inflationierung auf die Gesamtschuld.

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Früher bedeutete das Währungsreform / Debt Jubilee

Miesepeter @, Dienstag, 16.02.2021, 14:26 vor 1782 Tagen @ BerndBorchert 2876 Views

Ich kenne auch kein Beispiel, in vergangenen Tagen hat man die Schuldenlast der Staatsschuldner erleichtert, indem man die Deckung des Geldes aufgehoben hat und dadurch dem Staat neues Verschuldungspotential eröffnet hat, einen allgemeinen Schuldenerlass verordnet hat, das Währungssystem neu gestartet hat oder aber gleich die Gläubiger "ausgebucht" hat.
Aber "Fiat" Zentralbanken gibt es noch nicht so lange, historisch gesehen man steckt noch in den Kinderschuhen und lernt hinsichtlich des Wesens des Geldes und eines mehrstufigen Geldsystems noch dazu, und da hat sich doch in den vergangangene 80 Jahren einiges an neuen Diskursen ergeben (nicht zuletzt PCMs Debitismus).

Ein lesenswerter Text zu dem Thema "debt cancellation" von Paul de Grawe hierzu / Auszug:


What happens when the government debt held by the central banks is explicitly cancelled? I will argue that economically nothing of substance happens.

As long as the government bonds are on the balance sheet of the ECB, these bonds do not exist anymore from an economic point of view. This is so because, as I argued earlier, when a government bond is on the central bank’s balance sheet, a circular flow of interest payments is organised from the national treasury to the central bank and back to the treasury. So, the burden of the debt for the national government has become zero. The central bank can cancel that debt (i.e. set the value equal to zero) thereby stopping the circular flow of interest payments. This would not make a difference for the burden of the debt.

What happens when the bonds that are kept on the balance sheet of the central bank come to maturity? The ECB has promised that it would buy new bonds to replace those that come to maturity. Again, no difference with outright cancellation. Thus, as long as the government bonds remain on the balance sheet of the central bank, it does not make a difference from an economic point of view at what value these bonds are recorded on the balance sheet of the central bank. These can be recorded at their face value, their market value, or they can be given a value of zero (debt cancellation): from an economic view this does not matter because the government bonds on the balance sheet of the central bank cease to exist.

Gruss,
mp

Calbaer, es scheint, dass es ein weltweit erstmaliges Experiment wäre, dass eine ZB Anleihen des eigenes Landes zuerst kauft und dann erlässt. Mit uns EU Bürgern als lebende Versuchskaninchen.

BerndBorchert @, Dienstag, 16.02.2021, 14:31 vor 1782 Tagen @ CalBaer 2931 Views

bearbeitet von BerndBorchert, Dienstag, 16.02.2021, 14:44

Oder gibt es doch ein Beispiel aus der Vergangenheit?

Vielleicht eins, das schief gegangen ist? Irgendein Land muss doch schon - in der Not - auf diese Idee gekommen sein. Rhodesien, Argentinien, ...?

Bernd Borchert

Das Guthaben auf einem ZB-Konto (z.B. das einer GB bei der ZB) sind echte Euros, so wie Euro-Geldscheine es sind. Das Guthaben auf Deinem Girokonto bei Deiner Bank, das sind nur indirekte Euros.

BerndBorchert @, Dienstag, 16.02.2021, 14:39 vor 1782 Tagen @ Talleyrand 2799 Views

"Guthaben auf Zentralbankkonten sind Forderungen gegen die ZB"

Das ist in dieser Undifferenziertheit gar nicht verständlich.

Das ist aus Sicht des Kontoinhabers gesehen, also einer GB z.B., die ja alle ein Konto bei ZB haben. Dann macht es Sinn.

Bernd Borchert

Inflationierung

Miesepeter @, Dienstag, 16.02.2021, 15:37 vor 1781 Tagen @ Talleyrand 2892 Views

Ich glaube nicht, dass das jemals stattfindet. Man wird den Weg der Inflationierung gehen. Der Staat zahlt seine alten Schulden mit neuen Schulden zurück und vertraut auf die heilsame Wirkung der Inflationierung auf die Gesamtschuld.

Und das ist gar nicht so einfach. Denn dazu müssen die liquiden Mittel auch in der Realwirtschaft nachfragewirksam werden - oder man muss den Inflationsmaßstab umdefinieren und Finanztitel und Aktienindexes mit aufnehmen....vielleicht gelingt es ja, wenn als nächste Anlageklasse für die Fluchtgelder in Anlagenotstand die Rohstoffe entdeckt werden und so dann die Umverteilung aus der Realwirtschaft in die Finanzwirtschaft über die Rohstoffpreise nochmal gesteigert werden kann. Ich sehe allerdings nicht, wie der Staat von dieser Inflationierung profitieren würde, denn seine Besteuerungsbasis würde tendenziell dann wohl eher sinken als steigen.....

Wenn es einen Nachfragerückgang von 10% BIP gibt und der Staat sich von der ZB 10% BIP gutschreiben lässt und damit anstelle der Privaten nachfragt, ist daraus zunächst einmal keine hohe Inflation zu erwarten. Um eine nennenswerte Inflation in der Realwirtschaft zu erzeugen, muss es irgendwo Mangel oder wenigstens Anbietermarktmacht geben - schwierig, solange einerseits das Weltproduktionszentrum China noch versucht, seinen Währungskurs nach unten zu manipulieren und andererseits die Einkommen in der Realwirtschaft stagnieren. Andererseits ist hier auch der Hebel zur Inflationserzeugung: wenn die Einfuhr von billigen Waren aus Asien erschwert oder verunmöglicht wird, hat man sofort Mangel und Anbietermacht in jedem gewünschten Ausmass.

Für den Staat spielt aber heutzutage die Höhe der Verschuldung ohnehin nicht eine so grosse Rolle, wie allgemein gemutmaßt wird. Solange seine Schuldtitel in der Notenbank liegen, hat er effektiv keine Finanzierungskosten, sein Cashflow bleibt also auch dann tragfähig, wenn die Staatsverschuldung bei 1000% BIP liegt. Nur im Eurosystem ist das abweichend, weil dort Staat und Notenbank keine Einheit bilden.

Gruss,
mp

first things first

valuereiter @, Dienstag, 16.02.2021, 15:47 vor 1781 Tagen @ Miesepeter 2875 Views

Früher bedeutete das Währungsreform


Währungsreformen kommen erfahrungsgemäß (Beispiele: 1923 oder 1948) dann, wenn das alte Geld eh schon "kaputt" ist!

ERST müsste eine massive Geldentwertung kommen ...

... und wenn danach "alle" = der Normalbürger von der EU-vergemeinschafteten Lire 2.0 die Schnauze voll hat, kommt eine Währungsreform zwecks (allseits begrüßtem) Neustart!

solange die Konsumentenpreis-Inflation noch nicht mal trabend geschweige denn galoppierend ist, ist das eine ferne Vision!

Assetpreis-Inflationen (bei Immobilien - ohne entsprechende Mietsteigerungen! - oder bei Aktien) schaffen ja eher gefühlten Wohlstand - stören kaum jemanden <img src=" />

Rohstoffe sind real teurer, nicht in Finanzpapieren

Talleyrand ⌂ @, Dienstag, 16.02.2021, 16:36 vor 1781 Tagen @ Miesepeter 2812 Views

Servus MP

vielleicht gelingt es ja, wenn als nächste Anlageklasse für die Fluchtgelder in Anlagenotstand die Rohstoffe entdeckt werden

Falscher Tempus: Imperfekt, nicht Futur. Anders als mancher Hallodri hier setze ich meine Kommas selber.

und so dann die Umverteilung aus der Realwirtschaft in die Finanzwirtschaft über die Rohstoffpreise nochmal gesteigert werden kann. Ich sehe allerdings nicht, wie der Staat von dieser Inflationierung profitieren würde, denn seine Besteuerungsbasis würde tendenziell dann wohl eher sinken als steigen.....

Wieso das denn? Die Rohstoffpreise sind doch Realwirtschaft reinsten Wassers. Und wir haben bereits massive Preissteigerungen, z.B. bei "Soft commodities".
Und warum sollte die Besteuerungsbasis sinken, wenn die Preise steigen? Die Mehrwertsteuer steigt dann schon mal. Und wenn die Preise anziehen, ziehen bald auch Löhne an, und damit die Steuereinnahmen daraus. Staat profitiert gleich mehrfach an Inflation.


Für den Staat spielt aber heutzutage die Höhe der Verschuldung ohnehin nicht eine so grosse Rolle, wie allgemein gemutmaßt wird. Solange seine Schuldtitel in der Notenbank liegen, hat er effektiv keine Finanzierungskosten, sein Cashflow bleibt also auch dann tragfähig, wenn die Staatsverschuldung bei 1000% BIP liegt. Nur im Eurosystem ist das abweichend, weil dort Staat und Notenbank keine Einheit bilden.

Das gilt aber alles nur, solange die Nullzinspolitik weiterläuft. Und genau die sorgt für Wiederaufschwung (auf Pump). Normalerweise würden dann die Zinsen wieder steigen, aber genau das werden die Zentralbanken verhindern (müssen), und dann hast Du Nullzins bei 1-4 % Wirtschaftswachstum, also Inflation.

Gruß
Talleyrand

--
https://talleyrandssudelbuch.art.blog

Das Leben mit einer eigenen Zentralbank ist schon angenehm

Miesepeter @, Dienstag, 16.02.2021, 17:29 vor 1781 Tagen @ Talleyrand 2801 Views

bearbeitet von Miesepeter, Dienstag, 16.02.2021, 17:34

Hallo Talleyrand,

vielleicht gelingt es ja, wenn als nächste Anlageklasse für die Fluchtgelder in Anlagenotstand die Rohstoffe entdeckt werden


Falscher Tempus: Imperfekt, nicht Futur. Anders als mancher Hallodri hier setze ich meine Kommas selber.

Ich sehe einen Anfang, aber da ist doch noch viel Luft nach oben.

Und warum sollte die Besteuerungsbasis sinken, wenn die Preise steigen? Die Mehrwertsteuer steigt dann schon mal. Und wenn die Preise anziehen, ziehen bald auch Löhne an, und damit die Steuereinnahmen daraus. Staat profitiert gleich mehrfach an Inflation.

Zunächst führen steigende Faktorpreise bei gleichbleibenden Einkommen nicht zu mehr Nachfrage, sondern zu niedrigeren Absatzzahlen, was wiederum zu niedrigerer Beschäftigung führt, was dann zu sinkenden Umsatzen führt.

Wenn, wie Du richtig sagst, die Löhne im Anschluss an Preissteigerungen jedoch anziehen, dann läuft eine kosteninduzierte Inflation an. Aber ist das sehr wahrscheinlich?

Dafür bräuchte es Marktmacht der Arbeitnehmer. Selbst in Deutschland ist es damit nicht mehr weit her, Gewerkschaften und Streiks sind Relikte aus der Vergangenheit wie jegliche konzertierte gesellschaftliche Bürgeraktion, ausserdem gibt es billigen Arbeitnehmerimport. In den anderen Ländern Europas, mit Arbeitslosigkeit zwischen 10-20%, ist die Verhandlungsmacht der Arbeitnehmer noch geringer. Reallohnsteigerungen, selbst einen realen Inflationsausgleich kann man so nur schwer verwirklichen. Das gegenwärtige Zeitalter hat die Entmachtung des nationalen Arbeitnehmers als Leitmotiv, nicht seine Ermächtigung.

Für den Staat spielt aber heutzutage die Höhe der Verschuldung ohnehin nicht eine so grosse Rolle, wie allgemein gemutmaßt wird. Solange seine Schuldtitel in der Notenbank liegen, hat er effektiv keine Finanzierungskosten, sein Cashflow bleibt also auch dann tragfähig, wenn die Staatsverschuldung bei 1000% BIP liegt. Nur im Eurosystem ist das abweichend, weil dort Staat und Notenbank keine Einheit bilden.


Das gilt aber alles nur, solange die Nullzinspolitik weiterläuft. Und genau die sorgt für Wiederaufschwung (auf Pump). Normalerweise würden dann die Zinsen wieder steigen, aber genau das werden die Zentralbanken verhindern (müssen), und dann hast Du Nullzins bei 1-4 % Wirtschaftswachstum, also Inflation.

In extremis: Wenn die FED 100% aller US Staatsanleihen hält, und darauf 10% Zins veranschlagt, realisiert sie einen Zinsgewinn, zahlbar vom US-Staat. Diesen Gewinn schüttet die FED an wen aus?

Hinzukommt, dass all die Titel mit einem Coupon von 1% dann noch ein Zehntel ihres Marktwertes haben. Der Staat kann sie also vermutlich auch zu einem Zehntel des Nennwertes zurückkaufen. Eine Entschuldung von 90%, ganz ohne Schuldenerlass.
Alles finanziert über Kurzläufer bei der Notenbank (neutral, da Zinsausgabe = Zinseinnahme), danach kann dann wieder zu niedrigeren Zinsen langfristig finanziert werden.

Gruss,
mp

Aussenwert des Dollar stürzt ins Bodenlose (Simbabwe), wenn FED alle US-Anleihen hält

Talleyrand ⌂ @, Dienstag, 16.02.2021, 18:01 vor 1781 Tagen @ Miesepeter 2814 Views

Ich sehe einen Anfang, aber da ist doch noch viel Luft nach oben.

Das seh ich genauso

Zunächst führen steigende Faktorpreise bei gleichbleibenden Einkommen nicht zu mehr Nachfrage, sondern zu niedrigeren Absatzzahlen, was wiederum zu niedrigerer Beschäftigung führt, was dann zu sinkenden Umsatzen führt.

Bei Rohstoffen wird die Nachfrage wegen steigender Preise nicht sinken. Die Preise steigen, weil sie sich am Markt durchsetzen lassen und weil das Angebot knapp ist.

selbst einen realen Inflationsausgleich kann man so nur schwer verwirklichen. Das gegenwärtige Zeitalter hat die Entmachtung des nationalen Arbeitnehmers als Leitmotiv, nicht seine Ermächtigung.

Durchaus möglich, dass es keinen Inflationsausgleich bei den Löhnen gibt. Dann eben nur Inflation. Die Staaten sind im Übrigen eifrig dabei, alle möglichen Ersatzlöhne und Lohnersatzleistungen einzuführen. Womit? Mit neuen Staatsschulden.

Für den Staat spielt aber heutzutage die Höhe der Verschuldung ohnehin nicht eine so grosse Rolle, wie allgemein gemutmaßt wird. Solange seine Schuldtitel in der Notenbank liegen, hat er effektiv keine Finanzierungskosten, sein Cashflow bleibt also auch dann tragfähig, wenn die Staatsverschuldung bei 1000% BIP liegt.

ich halte das für einen Trugschluss

In extremis: Wenn die FED 100% aller US Staatsanleihen hält, und darauf 10% Zins veranschlagt, realisiert sie einen Zinsgewinn, zahlbar vom US-Staat. Diesen Gewinn schüttet die FED an wen aus?

Wenn die FED 100% aller US-Bonds halten würde, wäre der Dollar nicht mehr Weltleitwährung. Keiner würde dann Öl in Dollar bezahlen (denn genau diese Dollar werden dann in US-Bonds gesteckt.) Dann würde die USA eine rapide Inflation erleben, ausgelöst durch den Wertverlust des Dollars gegenüber den Exportstaaten.
Die USA würden enden wie Simbabwe.
Nebenbei: wieviel % der US-Verschuldung hält die FED derzeit?

Hinzukommt, dass all die Titel mit einem Coupon von 1% dann noch ein Zehntel ihres Marktwertes haben. Der Staat kann sie also vermutlich auch zu einem Zehntel des Nennwertes zurückkaufen. Eine Entschuldung von 90%, ganz ohne Schuldenerlass.
Alles finanziert über Kurzläufer bei der Notenbank (neutral, da Zinsausgabe = Zinseinnahme), danach kann dann wieder zu niedrigeren Zinsen langfristig finanziert werden.

das sind Glasperlenspiele. Wenn so ein Crash am US-Bondmarkt geschehen würde, dann wären die USA Geschichte. Sie würden abtreten, entweder mit Krieg nach außen oder Bürgerkrieg und Abspaltungen.

--
https://talleyrandssudelbuch.art.blog

Solider Boden: USA haben 800 weltweite Armeestützpunkte mehr als Simbabwe

Miesepeter @, Dienstag, 16.02.2021, 21:59 vor 1781 Tagen @ Talleyrand 2765 Views

In extremis: Wenn die FED 100% aller US Staatsanleihen hält, und darauf 10% Zins veranschlagt, realisiert sie einen Zinsgewinn, zahlbar vom US-Staat. Diesen Gewinn schüttet die FED an wen aus?


Wenn die FED 100% aller US-Bonds halten würde, wäre der Dollar nicht mehr Weltleitwährung.

Das ist richtig, denn es kann nicht dazu kommen, solange der Dollar die Weltleitwährung ist. Solange werden die USA nämlich andere Länder zwingen, ebenfalls einen grossen Anteil der US-Bonds zu halten, und sich darüber hinaus auch in USD zu verschulden sowie Rohstoffe in USD zu handeln.

Keiner würde dann Öl in Dollar bezahlen (denn genau diese Dollar werden dann in US-Bonds gesteckt.)

Das kann erst passieren, wenn die USA entweder militärisch geschlagen sind, oder ihr Empire aufgegeben haben. Bis dahin haben die Ölexporteure - mit Ausnahme von Russland vielleicht - diesbezüglich keine Wahl.

Nebenbei: wieviel % der US-Verschuldung hält die FED derzeit?

Magere 10%, da geht noch was: https://www.thebalance.com/who-owns-the-u-s-national-debt-3306124

Die USA haben einen Heimvorteil im Weltwirtschaftssystem, die FED ist die Zentralbank der Zentralbanken, die Zentralbanken des Restes der Welt halten einen Grossteil ihrer Reserven bei der FED in USD & Treasuries. Und das wird so weiter gehen, bis ein Konkurrenzsystem operabel ist und wechselwilligen Vasallen militärischen Schutz vor US-Strafmassnahmen gewähren kann.

Über die geopolitische Machtpolitik, auf welcher das internationale Finanzsystem beruht, gibt Michael Hudson in seinen Vorträgen viele Anekdoten und Einblicke, wie zb hier.

Gruss,
mp

Die Rückzahlung von Staatsschulden hat doch keinen Einfluss auf die ZB-Geldmenge.

FOX-NEWS @, fair and balanced, Mittwoch, 17.02.2021, 09:35 vor 1781 Tagen @ Talleyrand 2610 Views

Dies wäre nur der Fall, wenn direkt an die ZB verkauft würde. Tapering und QE sind allerdings relevant für M0.

Grüße

--
[image]

Afuera!

Weiß jemand Folgendes: Ist die EZB als Nachfrager/Käufer schon bei der Emission einer neuen Euroland-Anleihe direkt dabei? Also vom Staat direkt zur EZB? owT

BerndBorchert @, Mittwoch, 17.02.2021, 18:11 vor 1780 Tagen @ CalBaer 2590 Views

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