Reallohnsteigerungsillusion. Wie man in die selbstgestellte Gedankenfalle tappt

Mephistopheles, Datschiburg, Freitag, 05.02.2021, 09:02 (vor 354 Tagen) @ Zandow424 Views
bearbeitet von Mephistopheles, Freitag, 05.02.2021, 09:21

Hallo Mephistopheles,


auch bei steigender Abgabenquote gab es Jahrzehnte steigender Reallöhne. Und das in nahezu allen modernen
Volkswirtschaften.

Ja, ja, der Sohn des Industriearbeiters ist plötzlich Bankangestellter und hat damit seinen Reallohn gesteigert, weil in der Industrie gibt es keine Arbeitsplätze mehr für ihn.
Die Tochter der Hauswirtschafterin ist jetzt Angestellte bei der Krankenkasse (hette letzthin damit zu tun; totlal weiberverseucht) und hat damit ihren Reallohn gesteigert.

So weit der erste Eindruck. In Wirkölichkeit gibt es diese Industriearbeitsplätze und die Hauswirtschafterinnenarbeitsplätze natürlich nach wie vor, nur eben nicht in Deutschland, sondern in China und Indien. Wenn man den realen Realllohn betrachten wollte, dann müsste man deren Arbeitslöhne in die Betrachtung miteinbeziehen. In Wirklichkeit leben nämlich die Bankmitarbeiter und die KrankenkassenangestelltInnen von den Exportüberschüssen der deutschen Industrie; nur dass sich eben die Arbeitsplätze nicht mehr in Deutschland befinden.
Im Endeffekt sind die Reallöhne gesunken, wenn man alle Löhne, die bei Herstellung anfallen, korrekterweise miteinbezieht.

Bis es dann halt irgendwann mal gekippt ist.

irgendwann ist immer gut.

In USA vor ca. 40 Jahren, bei uns vor ca. 10 Jahren (Italien
und Frankreich etwas eher).

Mindestlohngesetzgebung. In Deutschland Hartz IV. Die Mindestlöhne gelten eben nicht in Mexico und Hartz IV nicht in China.

Derzeit sehr interessant bei dieser Betrachtung die aufstrebenden asiatischen Staaten.


Gruß, Zandow

Gruß Mephistopheles

--
Wenn wir nicht das Institut des Eigentums wiederherstellen, können wir nicht umhin, das Institut der Sklaverei wiederherzustellen, es gibt keinen dritten Weg. Hillaire Belloc


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