Danke für den Tip
Hörspiel-Klassiker von Friedrich Dürrenmatt
Nächtliches Gespräch mit einem verachteten Menschen
Dialog mit dem Henker eines korrupten Staates
Ein Mann steigt nachts durchs Fenster in die Wohnung eines Schriftstellers ein. Er kommt nicht um zu stehlen – er ist der Henker, den der anonyme totalitäre Staat ausschickt, den unbequemen Gegner aus dem Wege zu räumen. Als Handlanger der Herrschenden darf er nur im Schutze der Dunkelheit seinem Geschäft nachgehen.
Sein Opfer erwartet ihn; es tritt dem Mann, der mit seiner Liquidierung beauftragt ist, gefasst und mit Verachtung entgegen. So entspinnt sich jene unheimliche Dialogszene, die Friedrich Dürrenmatt im Untertitel dieses Hörspiels einen "Kurs für Zeitgenossen" nennt. Das Opfer rekapituliert seinen Kampf, einen Kampf um "Selbstverständlichkeiten in einer traurigen Zeit". Der Henker spricht zu ihm von der Macht und Ohnmacht seiner Auftraggeber. Er lehrt den Schriftsteller die Demut des Sterbens und überzeugt ihn davon, dass der Geist von jenen, die den Leib töten, niemals besiegt werden kann. So kreist dieses nächtliche Gespräch um die großen Fragen der Menschheit – Fragen nach Leben und Tod, Furcht und Hoffnung und nach den Möglichkeiten der Selbstbehauptung des Individuums in einer feindlichen Welt.
Mit Herbert Fleischmann und Josef Dahmen.
Regie: Theodor Steiner
hr 1960
https://www.hr2.de/programm/hoerspiel/hoerspiel-klassiker--naechtliches-gespraech-von-f...
Herrlich sowas!
PS
https://www.srf.ch/play/radio/hoerspiel/audio/naechtliches-gespraech-mit-einem-verachte...
--
Wer warnen will, den straft man mit Verachtung.
Die Dummheit wurde zur Epidemie.
So groß wie heute war die Zeit noch nie.
Ein Volk versinkt in geistiger Umnachtung.
Erich Kästner "Große Zeiten"