Wie zentrale Weihnachts-Wahrheiten autoritativ verborgen gehalten werden

Falkenauge @, Mittwoch, 30.12.2020, 08:18 vor 1845 Tagen 2946 Views

Seit Jahrhunderten lehren die Katholische und die Evangelische Kirche eine ganz bestimmte Version des Weihnachtsgeschehens, wie es angeblich in den Evangelien des Neuen Testamentes geschildert werde. Und durch die Autorität der Pfarrer, Bischöfe und Päpste, die es ja als gelehrte Theologen schließlich wissen müssten, folgte und folgt ihnen gehorsam die große Masse der Menschen. Doch wie, wenn sich das so gar nicht aus den Evangelien ergibt, und auch geschichtliche Nachforschungen im frühen Christentum ganz andere Festgestaltungen ausmachen? Was liegt diesem Vorenthalten wesentlicher Wahrheiten zugrunde?

Die Kirchen halten die Menschen in einem geführten Gemeinschafts-, d.h. Gruppenbewusstsein, in dem der Einzelne wie im Traum auf die Bilder und Gedanken, die ihm erzählt werden, keinen Einfluss ausüben, und kaum zwischen Wahrheit und Unwahrheit unterscheiden kann.

https://fassadenkratzer.wordpress.com/2020/12/30/wie-zentrale-weihnachts-wahrheiten-aut...

Schwieriges Thema

nereus @, Donnerstag, 31.12.2020, 11:52 vor 1844 Tagen @ Falkenauge 997 Views

Hallo Falkenauge!

Gestattest Du mir, daß ich Deiner Interpretation nicht folge?

Du schreibst u.a.: Doch die beiden Erzählungen von Lukas und Matthäus sind so unterschiedlich und einander so stark widersprechend, dass sich beide unmöglich auf ein und denselben Knaben beziehen können, sondern zwei verschiedene Jesus-Knaben betreffen müssen. So führen Lukas und Matthäus schon völlig verschiedene Stammbäume der Vorfahren Josephs an. Bei Lukas stammt Joseph in direkter Linie von dem Priester Nathan, einem der Söhne König Davids ab, bei Matthäus dagegen von König Salomo, einem anderen Sohn König Davids. Nimmt man die Evangelien ernst, kann es sich nicht um dieselbe Familie, sondern es muss sich um zwei verschiedene Familien handeln.

Was bei einer Forschung zu den Vorfahren nicht wirklich ungewöhnlich wäre.
Der Vater hatte Eltern, Großeltern und so weiter und die Mutter ebenso.
Das setzt zwei Familienstammbäume geradezu voraus. [[zwinker]]

Etwas verzwickter wird es bei Joseph, der offiziell ja nicht der leibliche Vater gewesen war. Rechtlich gesehen war er es aber doch.
Im Orient spielten Frauen keine große Rolle und daher bezogen sich die Stammbäume vorwiegend auf die Männer. Daher könnte Lukas beim Bezug auf Heli die Abstammung von Maria gemeint haben.
Das bleibt aber Spekulation, da über Marias Eltern nur in apokryphen Schriften etwas gesagt wird und die nannte man dort Anna und Joachim.

Der Kirchenhistoriker Eusebius brachte sogar eine Schwagerehe ins Gespräch.
Wenn ein Mann ohne Söhne starb, war es üblich daß der Bruder die Frau heiratete, um ggf. doch noch einen Sohn zu bekommen.
Somit könnten Eli und Jakob Halbbrüder gewesen sein.
Doch auch das ist pure Spekulation.

Will sagen: Aus den Angaben des Neuen Testament eine schlüssige Genealogie herzuleiten, halte ich zumindest für gewagt.

Der Kirche würde ich dazu nichts anlasten.
Immerhin hat sie ja dafür gesorgt, daß dieser (scheinbare) Widerspruch von Beginn zu lesen war. Hätte sie nur eine Erzählung gewollt, wären die gegensätzlichen Schriften längst vernichtet worden.

Ich wünsche an dieser Stelle allen gelben Lesern und Schreibern einen guten Rutsch ins neue Jahr.

mfG
nereus

Genealogie

Falkenauge @, Freitag, 01.01.2021, 10:24 vor 1843 Tagen @ nereus 828 Views

Hallo nereus,
ein gutes Neues Jahr und vielen Dank für die Beschäftigung mit dem Thema.

Bei den Juden ging es immer um die männliche Abstammungslinie. Es ist willkürlich, bei Matthäus von der männlichen und bei Lukas von der weiblichen Abstammungslinie zu sprechen. Der Unterschied bleibt also bestehen.
Und welchen Sinn hätte die Aufführung der Abstammungslinie des Jesus-Knaben je über Joseph die männliche Linie hinauf, wenn Joseph jeweils nicht der leibliche Vater wäre? Die Rolle des Heiligen Geistes muss haben und hat auch eine ganz andere spirituelle Bedeutung.

Gruß
Falkenauge

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