Hat mich doch neugierig gemacht, welches Haar da FoxNews in der Suppe gefunden hat. Hab mich deshalb ausführlich mit dem Artikel befasst, und genauso ausführlich kommentiere ich das jetzt. Nur so zu ein paar Punkten, ich nehm da einfach nur Stellung zu Deinem Text:
Die Bedeutung des Rechts:
Der Staat hätte sich eigentlich nur um sein Kerngeschäft zu kümmern: um das Rechtswesen.
Eigentlich war das früher schon auf deutschem Boden, - und zwar nannte man das das "Thing". Macht und Recht hing damals eng zusammen, - obwohl ein einzelner Machthaber, z.B. ein Germanenfürst, kein Recht sprechen konnte, das musste in der Versammlung geklärt und sich geeinigt werden.
Die Bedeutung des Rechts, besonders im Deutschtum, ist auffällig. Dort, wo das Deutschtum in der Diaspora existierte, trat es noch deutlicher hervor. Zum Beispiel bei den Sudetendeutschen. Am Stadthaus zu Eger (heute Cheb) befand sich eine Tafel mit einem Spruch (einmal hieß es, die Tschechen hätten ihn abgemacht, andere sagen, er wäre wieder dort, ich weiß es aktuell nicht):
Das höchste Gut des Mannes ist sein Volk
Das höchste Gut des Volkes ist sein Recht
Des Volkes Seele lebt in seiner Sprache.
Dem Volk, dem Recht und seiner Sprache treu
fand uns der Tag, wird jeder Tag uns finden.
Eine Abwandlung des "Rechts" in eine Art "Gebrauchsrecht" gab es bei den Siebenbürgern. In manchen Gemeinden gab es den sog. "geschworenen Montag", der fiel in die 1. Januarhälfte. Die Siebenbürger Sachsen hatten sich in ihrem dörflichen Leben, aber auch in den Städten, in "Nachbarschaften" gegliedert:
https://www.tartlau.eu/drupal/Nachbarschaft/Das-Nachbarschaftswesen-Siebenbuergen#:~:te...
An diesem "geschworenem Montag" wurde am ersten Tag alles besprochen, was im vergangenen Jahr gelaufen ist, die Nachbarschaftskasse kontrolliert, die Aufgaben verteilt, usw., halt alles, was organisatorischer Art war.
Was ich aber für bemerkenswert hielt:
Man sprach alles an, was Anlass zu Unstimmigkeiten oder gar Streitereien zwischen den Nachbarschaftsmitgliedern gegeben hat. In der Gemeinschaft bei dieser Zusammenkunft wurde das abschließend geklärt und jegliche Auseinandersetzung beigelegt. Es unterliegt dem ungeschriebenen Gesetz, dass nach dieser Klärung an diesem Tag alles, was in diesem Zusammenhang im letzten Jahr war, nicht mehr erwähnt werden darf, - und das endgültig. Daraufhin gab jeder jedem die Hand und es galt als besiegelt. Man verhinderte dadurch das Übertragen einer Auseinandersetzung von einem Jahr ins andere. Vermutlich kam daher der Name "geschworener Montag". Am Tag darauf gabs Fasching mit Musik und Tanz.
Weiter zum nächsten Punkt:
Wie damals das Nationale, so wird jetzt das Medizinische aus dem Geistesleben ins Politische gezerrt und missbraucht.
Da hat sich aber auch der Zeitgeist (sprich "Mode") geändert. Ich hab das bei vielen älteren Siebenbürgern beobachtet, - da war das Wort "Krankheit" so etwas wie ein Makel, - ein negatives Etikett. Wenn man sich nicht wohl gefühlt hat oder sonst irgendwas hatte, dann wurde das verschwiegen, oder übergangen, das Thema auf etwas anderes gelenkt.
Im Laufe der Zeit hat sich die "Krankheitselite" in Deutschland entwickelt. Man stellt sich mit seiner Krankheit in den Vordergrund, analysiert, diskutiert das mit allen möglichen Leuten und fühlt sich bald als Mensch zweiter Klasse, wenn man keine Krankheiten vorweisen kann. Die TV-Werbung bestätigt das ja auch, - ich glaub, ich habs ja schon mal angesprochen. Wenn man dieser Werbung glaubt, dann ist ein Großteil der Menschheit mit Reizdarm, Schlaflosigkeit, Blasenschwäche, und weiß der Teufel noch was, gesegnet. 7 von 10 Werbungspots kommen aus dem "Krankentopf".
Schon manchmal habe ich im Gespräch mit meinen Kumpels geschimpft, - "früher haben wir über die Mädels geredet, und heute reden wir nur mehr über Krankheiten?"
Jemand wie ich, der eigentlich seit Jahrzehnten gesund ist, der wird doch in der heutigen Gesellschaft als suspekt angesehen. Wenn ich in einigen Kommentaren dann doch auf das eine oder andere eingegangen bin, was meine persönlichen Erfahrungen betrifft, dann in erster Linie deshalb, um in der Zeit der Corona-Hysterie aufzuzeigen, dass es auch ganz anders gehen kann.
Natürlich ist es gut, dass sich die medizinische Wissenschaft weiter entwickelt, genauso ist es gut, dass man Randgruppen nicht mehr - so wie früher - ausgrenzt oder gar sich derer schämt. Was hat man früher mit Kindern gemacht, die einen Wasserkopf oder eine Hasenscharte hatten? Man hat sie versteckt.
Aber der Medizinkult hat doch in den letzten Jahrzehnten extreme Formen angenommen, meiner Meinung nach. Stellt sich die Frage, ob damit der Nährboden dafür geschaffen wurde, dass man eine Diktatur draus machen kann.
Mittlerweile gehe ich in eine offene Konfrontation mit der Tante Corona ein. Man fragt mich, warum ich keine Maske trage. Meine Antwort: Weil ich keine brauche. Ich kann mich nicht anstecken, weil ich Blutgruppe "0" habe. Ich kann niemand anderen anstecken, weil jemand ohne Erkältungssymptome niemanden anstecken kann (das chin. Gutachten mit den tausenden Probanden stammt vom November d.J., - ich habs mehrfach angesprochen). Für mich gilt: Thema erledigt.
Noch ein Punkt:
Und in vielen von uns lauert noch diese Sehnsucht nach einem Staat, der sich fürsorglich um alles kümmert und für alles zuständig ist
Wir sind (vielleicht sogar unbewusst?) gewillt, Freiheiten gegen Sicherheiten einzutauschen. Wobei das oftmals trügerisch ist. Das Kind hat Angst davor, in der Dunkelheit in den Wald zu gehen. Es benützt die "Freiheit" nicht, unbeobachtet zwischen den Bäumen herumzugehen, es hat Angst vor dem Imaginären.
Ich hab das als kleiner Lausbub etwas anders gesehen. In unserem Mietshaus war für die 30 Wohnungen ein großes Kellersystem mit Gängen und Kellerabteilen für jede Wohnung. Dunkelheit war für mich so etwas wie ein Schutz. Ich wusste, dass da im Keller niemand sein kann, wenn kein Licht brennt. Wer sich im Keller öfters versteckt hat und dann fallweise eine Nachbarin mit "geisterhaften" Geräuschen erschreckt hat, wenn sie in ihr Kellerabteil um Kohlen gegangen ist, - das war meine Wenigkeit. Bis ich mir deshalb mal eine kräftige Ohrfeige vom Ehegatten einer dieser Frauen eingefangen habe.
Ich selbst aber befinde mich oft in der Diskrepanz, dass ich nicht weiß, wie ich über die vielen Videokameras im öffentlichen Bereich denken soll. Ja, sie werden schon der Sicherheit dienen, wenn etwas geklaut oder jemand niedergeschlagen wird. Aber: wem dienen sie noch?
Ich vergesse nicht das Zitat von Benjamin Franklin:
Wer die Freiheit aufgibt, um Sicherheit zu gewinnen, wird am Ende beides verlieren.
Oder auch Aristoteles:
Wer Sicherheit der Freiheit vorzieht, ist zu Recht ein Sklave.
Und genau das passiert nun mit uns, der Gesellschaft, dem Volk, - oder wie man das auch immer nennen mag: Weil viele unter uns glauben, nur auf diese Weise Sicherheit vor dem Tod zu erlangen, sind wir bereit, Masken zu tragen, auf alle Freiheiten zu verzichten, usw. usw.
Dabei vergessen wir völlig, dass uns der Tod in die Wiege gelegt wurde. Wir wollen ewig leben, ewig jung bleiben, und deshalb funktioniert das so gut mit der Angst, die von oben verordnet wird. Jetzt sollte man meinen, dass diese "Angst" unterschiedlich aufgenommen wird, je nach lokaler Tradition. Dem ist aber nicht so, - auch in Wien, wo ja der Tod in vielen Wienerliedern enthalten ist, verneigt man sich gläubig vor dem Gespenst "Covid" und akzeptiert das Geschäft mit der Angst.
Für mich eigentlich nicht erklärbar, aber es ist anscheinend so. Trotz traditionell humorvollen Umgangs mit diesem Thema, was die Wiener Tradition betrifft:
https://www.youtube.com/watch?v=d6xNp-mzLn0