Zwangsgelder für den (anderen) „Goldstandard“?

Das Alte Periskop, Mittwoch, 02.09.2020, 09:53 vor 1978 Tagen 3359 Views

Mir liegt eine Gehaltsabrechnung aus DE vor: Brutto € 4.569, LSt + Soli € 523, KV (AG+AN) € 704 [[top]]

Und für was werden die sog. KV-Beiträge (Jahressumme in DE um die rd. 3-400 Mrd.) letztendlich verwendet?

Ein Beispiel, was möglicherweise einige Schreiber, aber sicherlich einige Leser hautnah berühren wird. Rd. 200.000 Hernien-OP’s werde jährlich in DE durchgeführt und annähernd so viele Netze werden implantiert. Wie viele davon reimplantiert werden bleibt ein Geheimnis. Damit ist diese OP statistisch vorne mit dabei. Aber, wer kann und will heute schon noch nähen? Ich war in den letzten Jahren zweimal auf international besetzten Hernien-Symbosien, da gab es doch einmal einen Chirurgen der von seinen „netzfreien“ Erfolgen mit Shouldice und Desarda berichtete und was für ein Sturm der Entrüstung ging da unter seinen Kollegen los.
Mohan Desarda, ein indischer Chirurg, propagiert seit längerem eine OP-Technik (der kann noch Nähen, sic!) die einen Bruchteil der Kosten des „Goldstandards“ verursacht und – mittlerweile wohl kaum mehr zu bestreiten – gute Langzeiterfolge zeigt. Erfährt dies der Zwangsgeldzahler?

Aber die Deutschen sind oder waren nicht nur Fußball-Weltmeister, auch in anderen Disziplinen, z.B. bei den künstlichen Hüft- und Kniegelenken, frönen sie „Gold“.
https://de.statista.com/statistik/daten/studie/182669/umfrage/hueftgelenksoperationen-i...

Und abschließend ein bitteres Le Bon-Bonbon:
Die Schwester unserer Mostbäuerin war an Krebs erkrankt, die Ärzte prognostizierten eine Restlebenszeit von max. 12 Monaten. Sie erhielt in mehreren Wellen nach der Diagnose den „Goldstandard“ – eine Chemo – vor einigen Tagen ist sie mit viel Schmerz und Qual nach 7 Monaten verstorben. Mit in ihrem Grab liegt ein Giftcocktail der etwa € 60.000 gekostet hat, und der Begriff „Goldstandard“ trifft hier den Nagel auf den Kopf, aber eben einen anderen!

Hier die Antwort, was mit unseren Beiträgen zur Krankenversicherung alles finanziert wird. Nicht für Personen mit hohem Blutdruck geeignet!!

Albrecht @, Mittwoch, 02.09.2020, 10:37 vor 1978 Tagen @ Das Alte Periskop 3227 Views

bearbeitet von Albrecht, Mittwoch, 02.09.2020, 10:49

Hallo "Das Alte Periskop",

hier in dem interessanten Video wird die Antwort gegeben, wofür das viele Geld der Beitragszahler ausgegeben wird.
Warum sind unsere Krankenversicherungsbeiträge so hoch? Hier die Antwort!

Man beachte auch die Personen im Hintergrund, womit sie sich beschäftigen, wie sie vor sich hin träumen als ginge das niemanden etwas an.

Die Deutschen zahlen gerne die zweithöchsten Steuern der Welt, die höchsten Sozialabgaben der Welt und dürfen als Gegenleistung des Staates ihre Kinder in schlechte Schulen und Universitäten schicken und fahren über ein marodes Straßennetz zur Arbeit...


Gruß
Albrecht

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SCHEITERT DER €URO, ENDET DIE KNECHTSCHAFT!

Die Großen hören auf zu herrschen, wenn die Kleinen aufhören zu kriechen.
Friedrich von Schiller (1759 - 1805)

Das Abkommen ist nebensächlich

Echo @, Mittwoch, 02.09.2020, 12:31 vor 1978 Tagen @ Albrecht 2090 Views

Es fallen nicht allzu viele unter das Abkommen, da es an bestimmte Bedingungen geknüpft ist. Im Video ist die Rede von gerade mal 33000 türkischen Familien, die das Angebot gerne wahrnehmen. Dann gibt es noch den Missbrauch, wonach die Ausländischen Verwandten einfach einfliegen und sich hier behandeln lassen. Versichertenkarte genügt - egal welche.

Ich sehe die wahren Probleme jedoch an anderer Stelle. z.B. Pharmakonzerne und Verwaltung. Die Ärzte per se verdienen gar nicht mal so viel. Manche davon leisten sehr viel. Wer privat versichert ist, weiß, dass ein Arztbesuch oft gar nicht mal so viel kostet - von der Kassenpatienten-Abrechnung ganz zu schweigen.

Am Ende braucht man sich auch nicht wundern dass viele ins Füllhorn greifen. Wer clever ist, stellt sich auf die Nettoempfängerseite und versichert sich entweder zum Mindesbeitrag oder über die Familie, oder verdient so viel dass er sich privat versichern kann.

Ich bin auch in Health ETF investiert, da ich die demographische Tendenz vorausahne und die Pharmagewinne nicht verstreichen lassen will.

Allein für die sog. Telematik-Infrastruktur wurden in den letzten 10 Jahren 3 Milliarden EUR an Versichtertengeldern verschwendet.

Griba @, Dunkeldeutschland, Mittwoch, 02.09.2020, 12:49 vor 1978 Tagen @ Das Alte Periskop 1897 Views

Nutzen für Patienten, Zwangsanwender und Therapeuten: Null bis deutlich negativ
Nutzen für die Krankenverwaltung (Verbände, Kassen): schwach positiv
Nutzen für die IT-Industrie: hoch positiv
Nutzen für die Versicherungswirtschaft: bisher schwach positiv, in Zukunft aber Hauptgewinner.

Und das schlimmste, die große Mehrzahl der Patienten wird freiwillig sensibelste Daten ins Netz stellen lassen!

--
Beste Grüße

GRIBA

Arzneimittel, ambulante Behandlung und Krankenhausbehandlung, für Patienten die trotz dieser teuren Behandlung nur noch unter 2 Jahre leben

Amos, Mittwoch, 02.09.2020, 14:02 vor 1978 Tagen @ Das Alte Periskop 1917 Views

Dein letzter Absatz spiegelt das eigentliche Problem wieder!

Die GKV gibt über 60% der Beitragsgelder für Arzneimittel, ambulante Behandlung und Krankenhausbehandlung aus, für Patienten die trotz dieser teuren Behandlung nur noch unter 2 Jahre leben.
Die entsprechende Studie der KBV ist inzwischen nicht mehr öffentlich zugänglich.

Mit dem demografischen Wandel ist der sogenannte epidemiologische Wandel, der mit einer Veränderung der Krankheitslast (chronische Erkrankungen, Multimorbidität, funktionelle Beeinträchtigungen, gerontopsychiatrische Indikationen) einhergeht, eng verknüpft. Denn mit einer längeren Lebensdauer sind in der Regel mehr durchlebte Krankheiten verbunden, die ihrerseits Kosten verursachen (gegenwärtig werden in Deutschland 47 Prozent der gesamten Krankheitskosten für Patienten über 65 Jahre ausgegeben). Aus Hochrechnungen lässt sich ableiten, dass bei anhaltender demografischer Entwicklung (und unter Ausklammern von Innovation oder Preisveränderungen) die Krankenversorgung der Bevölkerung auf gegenwärtigem Niveau im Jahre 2050 zu
einer Erhöhung des Beitragssatzes in der GKV bis 43 Prozent führen wird.

Viele Grüße
amos

Keine Alternative...

Ladygent @, Mittwoch, 02.09.2020, 14:40 vor 1978 Tagen @ Das Alte Periskop 1979 Views

Ich weiß aber keine Alternative.
Mein Mann zahlt jeden Monat knapp 900€ in die GKV (Hälfte AG-Anteil).
Das ist bitter, aber wir wissen keinen anderen Weg.
Der Heilpraktiker und die „Mittelchen“, die wir dann für uns brauchen sind in der Regel homöopathisch und präventiv werden dann auch nicht bezahlt.
Die Zahnzusatz für uns beide kommt noch oben drauf...

--
In der Politik geschieht nichts zufällig! Wenn etwas geschieht, kann man sicher sein, dass es auch so geplant war!
>> F.D. Roosevelt <<

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