Bemerkenswertes Interview in Sachen Oekologie und Ökonomie

Jacques, Dienstag, 25.08.2020, 22:14 vor 1986 Tagen 4160 Views

bearbeitet von Jacques, Dienstag, 25.08.2020, 22:35

Hier zu hören.

Nicht dass ich ein Grüner wäre, aber ich teile in vielen Punkten die Ansichten von Frau Seidl.

Themen
- Wirtschaftswachstum
- Umgang mit knappen Ressourcen
- Technologiegläubigkeit

Im übrigen eine sehr gekonnte Ausdrucksweise. 30 Minuten Hörzeit.

Kernsaetze:
"Wir können nicht ständiges Wirtschaftwachstum haben, das gibt es in der Natur nicht."
"Die Weltmarktpreise spiegeln in keiner Weise die Knappheit vieler Ressourcen (z.B. Erdoel), die Preise sind hochmanipuliert."

Irmi Seidl, interessante Denkerin.

Grüsse

Wachstum ist auch mit weniger Material bessere Produkte schaffen,

Lenz-Hannover @, Mittwoch, 26.08.2020, 00:16 vor 1986 Tagen @ Jacques 3329 Views

Handys, Hüftprothesen, Autos rosten heute nicht mehr weg, ...

Bemerkenswert oder Multi Mega gääääähn?

trosinette @, Mittwoch, 26.08.2020, 07:59 vor 1986 Tagen @ Jacques 3238 Views

Guten Tag,

"Wir können nicht ständiges Wirtschaftwachstum haben, das gibt es in der Natur nicht."


Wie oft wurde mir diese Erkenntnis bereits unter die Nase gerieben? 1 Mrd. mal oder 10 Mrd.?
Das weiß jeder Urwaldindianer, der weder lesen und schreiben noch bis 10 zählen kann.

Nur ein Einzelner verblichener aus dem Gelben Forum unternahm einst den Versuch, mir zu erklären, wieso wir haben müssen, was wir nicht haben können.

"Die Weltmarktpreise spiegeln in keiner Weise die Knappheit vieler Ressourcen (z.B. Erdoel), die Preise sind hochmanipuliert."

Die Litanei, wie es uns am Ende dann doch gelingen könnte, die ganze Welt nachhaltig zu beherrschen, ist ebenfalls Mega gäähn.

Was soll diese Kernaussage eigentlich bedeuten? Die Preise für die knappen Ressourcen sollten von der Politik wieder runtermanipuliert werden? Mangels Anreize habe ich mir das Interview natürlich nicht reingezogen.

Mit freundlichen Grüßen
Schneider

WIR? Würde, hätte, wollte, könnte....2050 und die Schweiz schreitet voran? Und die Europa-Länder, die USA, China, Indien....folgen?(oT)

bolte @, Mittwoch, 26.08.2020, 08:13 vor 1986 Tagen @ trosinette 3014 Views

./.

Das hast Du schon viel zu oft gehört, daher ist völlig klar dass es Dich nervt :-)

Amos, Mittwoch, 26.08.2020, 08:26 vor 1986 Tagen @ trosinette 3037 Views

Hallo Schneider,

die Kernaussage ist:

Fossile Energien werden nur von einer Spezies auf der Erde genutzt, dem Menschen. Sie waren daher, so lange sie noch ausreichend vorhanden waren, eine Quelle von sehr billiger Energie und der Motor jeder technisch, wirtschaftlichen Entwicklung.
Erneuerbare Energien sind praktisch unerschöpflich, aber das bedeutet nicht, dass sie dem Menschen unbegrenzt und ausschließlich zur Verfügung stehen. Alles, was auf der Erde geschieht, sei es im Erdinneren, auf der Erdoberfläche oder in der Erdatmosphäre, ist nur möglich mithilfe erneuerbarer Energien. Beansprucht der Mensch mehr davon, als ihm zusteht, macht er natürliche Prozesse unmöglich und zerstört damit seine Umwelt.

Das hast Du schon viel zu oft gehört, daher ist völlig klar dass es Dich nervt :-)

Ich vermute mal, eine Gruppe von Menschenfreunden ist gerade dabei, das System der Maßlosigkeit zu verbessern, ohne dass Deine aktive Mitwirkung hierzu erforderlich ist <img src=" />

Viele Grüße
amos

Das System der Maßlosigkeit maßlos verbessern.

trosinette @, Mittwoch, 26.08.2020, 09:04 vor 1985 Tagen @ Amos 3013 Views

Guten Tag,

Erneuerbare Energien sind praktisch unerschöpflich

das System der Maßlosigkeit zu verbessern

Das System der Maßlosigkeit verbessert sich, indem man maßlose Energien anzapft.
Das kling in meinen Ohren widersprüchlich.

Und was haben wir mit der unerschöpflichen Energie vor? Maßlos und unerschöpflich, iPhones, Biermixgetränke und Mobilität?

Das geht mir alles am Kern der Sache vorbei. Aber gut, wir müssen es eben so wollen und der Kern der Sache ist und bleibt sowieso unerklärlich metaphysisch.

Mit freundlichen Grüßen
Schneider

Wir Menschen brauchen Energie, fossil, Atom, Wind, Sonne. Je mehr Menschen, desto mehr davon. Davon ist nichts zu hören.(oT)

bolte @, Mittwoch, 26.08.2020, 11:07 vor 1985 Tagen @ Amos 2800 Views

Dazu hat die Frau mit Absicht nichts gesagt, auch wenn sie es besser weiß?
Klar, sie ist aber auch nicht gefragt worden. Da waren wohl der Moderator und die Frau per Telekinese ein grünes Herz und eine selbige Seele, besser nicht darüber reden?

War Dir bekannt, dass ein Mensch mit 5000kWh/a auskommt.

Amos, Mittwoch, 26.08.2020, 11:22 vor 1985 Tagen @ bolte 2884 Views

Hallo Bolte,

war Dir bekannt, dass ein Mensch mit 5000kWh/a auskommt.
Falls nicht frag den User Oberbayer.

Die Amis verbrauchen derzeit 80.000kWh pro Kopf und Jahr, aber nicht mehr lange, ob sie wollen oder nicht <img src=" />
Aber auch unsere bescheidenen 30.000kWh/a in D sind maßlos.
Deagle lässt grüßen.

Viele Grüße
amos

Wußte ich nicht. Würde aber erwarten, dass sie zur Weltbevölkerung Stellung nimmt, deine Zahlen nennt und die praktische Umsetzung.(oT)

bolte @, Mittwoch, 26.08.2020, 13:17 vor 1985 Tagen @ Amos 2723 Views

./.

Nachhaltigkeit.

aprilzi @, tiefster Balkan, Mittwoch, 26.08.2020, 08:58 vor 1985 Tagen @ Jacques 3126 Views

bearbeitet von aprilzi, Mittwoch, 26.08.2020, 09:29

Hi,

ich fand das Interview gut. Es zeigt, dass kurzfristig man die Natur ausbeuten kann. Aber hiernach gibt die Natur nichts her und das BSP kann durch die Ausbeutung der Natur nicht aufrechterhalten werden. Game Over.
Also die ganze Wachstumsphilosophie funktioniert ohne Krieg nicht. Es muss dem Nachbarvolk eins auf den Deckel geschlagen werden, um ihn auszubeuten. Also Krieg ist der Ersatz fehlender Energiestoffe und Natur-Diversität.

Also Wachstum zerstört nicht nur die Natur sondern auch die zwischenmenschlichen Beziehungen.
Wachstum ist der Killer in einer Gesellschaft und Gemeinschaft schlechthin.

Wie man in einer solchen Umwelt Nachschuldner ohne Zwang suchen soll, ist mir schleierhaft.

Einzig die Drohung mit Krieg, kann den Menschen existenziell dazu bewegen, wegen dem kurzfristigen Vorteil zu Überleben, zu derartigen Nachschuldner zu werden. Dabei aber wird die Gesellschaft zu einem mafiaartigen Verein zwangsläufig.

Gruß .

Es sollte nicht philosophiert werden, wenn es noch nicht nötig ist.

trosinette @, Mittwoch, 26.08.2020, 09:48 vor 1985 Tagen @ aprilzi 2989 Views

Guten Tag,

Wachstumsphilosophie

Es gibt keine Wachstumsphilosophie, so wie es auch keine Krebs- oder Suchtphilosophie gibt.

Also Wachstum zerstört nicht nur die Natur sondern auch die zwischenmenschlichen Beziehungen. Wachstum ist der Killer in einer Gesellschaft und Gemeinschaft schlechthin.

Viel bemerkenswerter finde ich den Gedanken, dass die Geldwirtschaft, als Ausgangspunkt des Übels, mir zwischenmenschliche Beziehungen aufzwingt. Ich habe mit Legionen von Leuten zwischenmenschliche Beziehungen, die mir ohne Geldwirtschaft niemals über den Weg gelaufen wären. Kunden, Kollegen, Angestellte, Praktikanten, Dienstleister, Lieferanten, Paketzusteller, Beamte, Bäcker usw. usf.

Geldwirtschaft zwingt uns erst zur Bildung von Gesellschaft. Vor der Geldwirtschaft gab es nur Gemeinschaft.

Und die Frage ist, wieso wir alle bei der Geldwirtschaft mitmachen und erst da wird es philosophisch.

Mit freundlichen Grüßen
Schneider

Meine Antwort

aprilzi @, tiefster Balkan, Mittwoch, 26.08.2020, 10:12 vor 1985 Tagen @ trosinette 2985 Views

Viel bemerkenswerter finde ich den Gedanken, dass die Geldwirtschaft, als Ausgangspunkt des Übels, mir zwischenmenschliche Beziehungen aufzwingt. Ich habe mit Legionen von Leuten zwischenmenschliche Beziehungen, die mir ohne Geldwirtschaft niemals über den Weg gelaufen wären. Kunden, Kollegen, Angestellte, Praktikanten, Dienstleister, Lieferanten, Paketzusteller, Beamte, Bäcker usw. usf.

Alle diese Beziehungen sind mafiaartig. Du gehst jemandem anderen auch auf den Geist. Wenn einer in dieser Auflistung nicht spurt, wird er erledigt. Das sind notwendige Beziehungen, die aber ein Ziel haben, nämlich der Konkurrenz zu schädigen. Es ist halt der Krieg untereinander getarnt als Fortschritt im Sinne des Wachstums.

Es bleibt Krieg auch wenn es ein Kleinkrieg ist.

Gruß

Dr. Martin hatte einen Doktortitel der Philosophie und war ein Hardcore Wachstumsideologe

Amos, Mittwoch, 26.08.2020, 11:09 vor 1985 Tagen @ trosinette 3138 Views

Da bist Du auf dem Holzweg Herr Schneider,
Dr. Martin hatte einen Doktortitel der Philosophie und war Wachstumsideologe und hat sogar seine eigene Philosophie entwickelt die er Debitismus nannte.

Viele Grüße
amos

Was soll Dr. Paul C. Martin gewesen sein?

Hausmeister @, Mittwoch, 26.08.2020, 11:58 vor 1985 Tagen @ Amos 3230 Views

Du urteilst, ohne ihn offenbar überhaupt gelesen zu haben.
Oder Du warst bzw. bist nicht in der Lage oder Willens, ihn zu verstehen.

Einen der unerbittlichsten, weil kenntnisreichsten und stets mit belegten Fakten argumentierenden Kritiker des von ihm umfassend und exakt beschriebenen, menschlichen zivilisatorischen und wirtschaftlichen Systems "Debitismus" (gemeinhin bezeichnet als "Kapitalismus") als "Hardcore Wachstumsideologe" zu disqualifizieren, stellt zwangsläufig die Frage nach dem Motiv dieses Angriffs.

Und weil ich das als einen direkten Angriff auf die Erkenntnisbasis dieses Forums empfinde, deshalb reagiere ich als Moderator.

Was also willst Du denn nun eigentlich in diesem Forum?
Bitte erkläre es mir!

Du bist seit 2011 dabei, Du solltest und müsstest es also besser Wissen!

Ich kann's nicht glauben...

& Gruß

HM

Beschreibung ist weder Ideologie noch Advokatur, aber auch keine Kritik

Miesepeter @, Mittwoch, 26.08.2020, 12:31 vor 1985 Tagen @ Hausmeister 3065 Views

Hallo HM,

Einen der unerbittlichsten, weil kenntnisreichsten und stets mit belegten Fakten argumentierenden Kritiker des von ihm umfassend und exakt beschriebenen, menschlichen zivilisatorischen und wirtschaftlichen Systems "Debitismus" (gemeinhin bezeichnet als "Kapitalismus") als "Hardcore Wachstumsideologe" zu disqualifizieren, stellt zwangsläufig die Frage nach dem Motiv dieses Angriffs.

Es ist heutzutage leider weitverbreitet, Beschreibungen als Ideologie oder Advokatur misszuverstehen. Dabei ist eine Beschreibung, oder auch eine Spekulation/Extrapolation selbstverständlich von beiden klar zu unterscheiden. Eine Beschreibung mag unvollständig sein, oder sogar falsch, aber sie differenziert sich von der Ideologie gerade daruch, dass sie nichts fordert oder vorschreibt.

Dr. Martin hat den Debitismus beschrieben und damit einen absolut grundelegenden Aspekt des sog. Kapitalismus, den vorher meines Wissens in dieser umfassenden Weise niemand vor ihm beleuchtet und sichtbar gemacht hat.

Er hat weder Forderungen aufgestellt, wie der Debistismus zu einer debitistischen Wirtschaftspolitik angewandt werden sollte, sei es für mehr Wachstum oder weniger Wachstum, noch dazu, wie er zu einer antidebitistischen Wirtschaftspolitik verwendet werden könne. Als beschreibender Beobachter war er weder Kritiker noch Advokat.

In frühen Jahren war PCM ein Goldbug, welcher der Auffassung war, dass eine goldgepeggtes Währungssystem wesentlich nachhaltiger und gerechter sei als ein Fiat-Geldsystem. Später nannte er Gold das "Gewaltmetall". Der frühe PCM war in der Tat ein von der österreichischen Schule merklich beeinflusster Denker, welcher gerne insbesondere keynesianische Wirtschaftspolitik der Lächerlichkeit preisgab. Der spätere Dottore hingegen hat, nachdem er den Debitismus (welcher sich eigentlich selbst auf u.a. keynesianische Erkenntnisse stützt) weitergedacht hat und an seine Ursprünge geraten ist, die falschen Grundlagen aller herrschenden ökonomischen Theorien erkannt und dem seine Machttheorie entgegengestellt. Spätestens da hörte er auf, ein Advokat für irgendein bestimmtes wirtschaftliches Handeln zu sein. Gewaltherrschaft lehnte er ab, Wirtschaften ohne Gewaltherrschaft ist aber nicht denkbar. Dieses Dilemma hat ihn vermutlich davon abgehalten, wirtschaftspolitisch noch irgendwelche präskriptive Aussagen zu machen.

Seine frühen deutlichen Aussagen hat er aber meines Wissens nach auch nicht widerrufen.

Gruss,
mp

Kurzum, Dr. Martin war vom Verdacht, ein Ideologe zu sein

Hausmeister @, Mittwoch, 26.08.2020, 13:02 vor 1985 Tagen @ Miesepeter 3135 Views

so weit entfernt, wie @Amos davon, ihn, sein Leben, seinen Erkenntnisweg und sein Werk verstanden zu haben.
Was mich als Moderator solange nichts angeht, solang er sich hier dementsprechend zurückhaltend äußert.

Der von ihm gewählten Bezeichnung "Hardcore Wachstumsideologe" fehlt jedoch jedes noch so winzige Maß an Zurückhaltung.

Den Versuch, dieses Forum in ideologische Grabenkämpfe, und in eine dann daraus folgende, dementsprechende ideologisierte Ausrichtung zu treiben, gab es immer wieder mal.

Solange ich hier Moderator sein darf, werde ich jegliche Ideologisierung unterbinden, da reagiere ich, aufgrund der selbst gemachten Erfahrungen meines Lebensweges, verlässlich allergisch.

Allerbesten Dank für diese Ausführungen zu Dr. Martin und seinem Schaffen.

So hätte meine Reaktion auf @Amos ausfallen sollen, ja müssen.
Das wäre tatsächlich angemessener gewesen, als meine spontane Reaktion, das muss ich unumwunden zugeben.

Gut aber, dass Du so profund ergänzt hast!

& Grüße

HM

Marktfundamentalismus

Amos, Donnerstag, 27.08.2020, 07:39 vor 1985 Tagen @ Hausmeister 2790 Views

Hallo HM,

wie kommst Du auf 2011, ich dachte mein erster Beitrag läge schon länger zurück?

Der Debitismus mit seiner Zentralmachts-Hypothese ist in meinen Augen eine marktfundamentalistische Ideologie.
Der heutige Marktfundamentalismus ist m.E. eine wesentlich größere Bedrohung für die offene und nachhaltige Gesellschaft als jede andere totalitäre Ideologie.
Mit meiner Meinung bin ich offensichtlich nicht allein, wie die Beiträge von Melethron und vielen anderen hier im Forum zeigen.
Der Umstand allein, dass die "Urschuld" für alle Menschen, in allen Kulturen, in allen "Lebenswelten" gilt, macht sie als Fundierung dessen was heute "Kapitalismus" genannt wird völlig ungeeignet.
Ja, es gibt Gemeinsamkeiten zwischen dem Begriff "Urschuld" und dem schuldrechtlichen Begriff "Schuld" es gibt aber auch Unterschiede.
Wo ist bei der Urschuld das exakt spezifizierte Fälligkeitsdatum? Wo ist die zu einer privatrechtlichen Schuld gehörende Forderung, wo deren Abtretbarkeit? Die Aufrechenbarkeit? Wo ist die nominale Fixierung?

Laut dottore ist die Urschuld jedoch zentrales Element des Debitismus, weil
ohne sie es keine Abgabenschuld und deren Derivate geben würde. Das war eben seine Philosophie, die er im Buch mit seiner „Urschuld-Bilanz“ zu untermauern versuchte.

Als notwendige Bedingung ist die Notwendigkeit zur materiellen Reproduktion ("Urschuld") sicher anzusehen. Egal in welcher Kultur.
Aber wieviel taugt sie wirklich als Erklärung des "Kapitalismus"?
Nicht alle glauben eben der Ideologie, dass sich aus der Urschuld der Kapitalismus erklären läßt.
Dieser Kapitalismus heutiger Form ist aber erst seit ca. 1760 existent und die "Urschuld" ist von ihrem Anspruch her völlig universell.
Gerade diese Universalität ist für die Erklärungskraft aber nicht ihre Stärke, sondern eine als Beschreibung disqualifizierende Schwäche.
Eventuell differenziere ich in dieser Sache zu wenig zwischen dem User Silke und dem dottore.

Wenn Du glaubst, das Forum vor meiner Meinung schützen zu müssen, mach was immer Du für richtig hältst.
Ich hege keinen Groll, aber erwarte nicht von mir, dass ich mich ändere. Ich habe meine kruden Thesen und Du hast Deine.

Viele Grüße
amos

Mit soviel eigener Bloßstellung hätte ich selbst ja nie gerechnet,

Hausmeister @, Sonntag, 30.08.2020, 14:20 vor 1981 Tagen @ Amos 2639 Views

niemals hätte ich gewagt, dass über Dich zu denken, oder Dir gar zu unterstellen, was Du da selbst über dich und deine ideologische Agenda von dir gegeben hast.

Danke jedenfalls für diese Offenheit.

& Gruß

HM

Jede Theorie ist so lange Diskussionsgrundlage

Mephistopheles, Sonntag, 30.08.2020, 16:06 vor 1981 Tagen @ Amos 2519 Views

bearbeitet von Mephistopheles, Sonntag, 30.08.2020, 16:38

bis sie durch eine andere Theorie entweder erweitert oder widerlegt wird.
Sehr häufig lehnen Leute - das sieht man insbesondere bei der Evolutionstheorie - eine Theorie nur deswegen ab, weil sie sie zwar weder widerlegen noch erweitern können, sondern schlicht und einfach nicht verstehen. Mit Leuten mit einer Motivation aus Verständnislosigkeit ist eine sinnvolle Diskusion nicht möglich.

Hallo HM,

wie kommst Du auf 2011, ich dachte mein erster Beitrag läge schon länger zurück?

Der Debitismus mit seiner Zentralmachts-Hypothese ist in meinen Augen eine marktfundamentalistische Ideologie.

Definitiv nicht. Dass du den Debitismus als marktfundamentalistisch interpretierst, spricht dafür, dass du ihn (den Unterschied zwischen allgemeiner und spezieller Relativitätstheorie :-P ) nicht verstanden hast. Der Debitismus ist lt. Dottore ein Staats- (Macht-)derivat und somit das Gegenteil von Marktfundamentalismus.

Der heutige Marktfundamentalismus ist m.E. eine wesentlich größere Bedrohung für die offene und nachhaltige Gesellschaft als jede andere totalitäre Ideologie.

Ach ja, die Flugzeugträger auf den Weltmeeren, welche Voraussetzung der Globalisierung sind, die werden von Marktkräften eingesetzt? Hab ich da was nicht mitbekommen? :-D
Deine Argumentation mit Marktfundmentalismus ist lächerlich.

Mit meiner Meinung bin ich offensichtlich nicht allein, wie die Beiträge von Melethron und vielen anderen hier im Forum zeigen.

Wo schreibt denn @Melethron hier im Forum? dauerlicherweise entdecke ich keine aktuellen Beiträge von ihm.

Der Umstand allein, dass die "Urschuld" für alle Menschen, in allen Kulturen, in allen "Lebenswelten" gilt, macht sie als Fundierung dessen was heute "Kapitalismus" genannt wird völlig ungeeignet.

Dass du es nicht verstanden hast, ist offensichtlich; aber wo bleibt denn die Widerlegung bzw. wenigstens eine alternative Theorie?

Ja, es gibt Gemeinsamkeiten zwischen dem Begriff "Urschuld" und dem schuldrechtlichen Begriff "Schuld" es gibt aber auch Unterschiede.
Wo ist bei der Urschuld das exakt spezifizierte Fälligkeitsdatum?

Fälligkeitsdatum der Urschuld ist immer JETZT! Wenn du es nicht glaubst, dann stelle einfach mal deine Atmung ein.

Wo ist die zu einer privatrechtlichen Schuld gehörende Forderung, wo deren Abtretbarkeit? Die Aufrechenbarkeit? Wo ist die nominale Fixierung?

Siehe auf deinen Lohnzettel mit >70% Abzügen. Alles zur Bedienung deiner - und anderer - Leute Urschuld.

Laut dottore ist die Urschuld jedoch zentrales Element des Debitismus, weil
ohne sie es keine Abgabenschuld und deren Derivate geben würde. Das war eben seine Philosophie, die er im Buch mit seiner „Urschuld-Bilanz“ zu untermauern versuchte.

Ja. Seit dem die Menschen aufgehört haben, in akephalen Sippen zu agieren und sich zu kephalen Gemeinschaften zusammengeschlossen haben, gibt es den Debitismus als System.

Als notwendige Bedingung ist die Notwendigkeit zur materiellen Reproduktion ("Urschuld") sicher anzusehen. Egal in welcher Kultur.
Aber wieviel taugt sie wirklich als Erklärung des "Kapitalismus"?

Kapitalismus ist eine vorübergehende Erscheinung, Debitismus nicht.

Nicht alle glauben eben der Ideologie, dass sich aus der Urschuld der Kapitalismus erklären läßt.
Dieser Kapitalismus heutiger Form ist aber erst seit ca. 1760 existent und die "Urschuld" ist von ihrem Anspruch her völlig universell.

lt. Hilaire Belloc seit 1531. Dieses angesammelte Kapital war die erforderliche Vorfinanzierung, auf der der Kapitalismus aufbauen konnte. In Amerika 1776. In Frankreich Einziehung der Kirchengüter nach der Revolution 1789. Im Nachzügler Deutschland seint 1806 (Säkularisation, Hardenberg`sche Reform.

(Im Unterschied zu den Gesetzen des Hamurapi und dem Aufstand Catilinas kennen wir hier sämtliche relevanten Umstände!)

Gerade diese Universalität ist für die Erklärungskraft aber nicht ihre Stärke, sondern eine als Beschreibung disqualifizierende Schwäche.
Eventuell differenziere ich in dieser Sache zu wenig zwischen dem User Silke und dem dottore.

Wenn Du glaubst, das Forum vor meiner Meinung schützen zu müssen, mach was immer Du für richtig hältst.

Wo bleibt die verbesserte Theorie?

Ich hege keinen Groll, aber erwarte nicht von mir, dass ich mich ändere. Ich habe meine kruden Thesen und Du hast Deine.

Viele Grüße
amos

Gruß Mephistopheles

Markt ist auch ein Machtbastard

Miesepeter @, Sonntag, 30.08.2020, 16:47 vor 1981 Tagen @ Mephistopheles 2515 Views

bearbeitet von Miesepeter, Sonntag, 30.08.2020, 16:51

Der Debitismus mit seiner Zentralmachts-Hypothese ist in meinen Augen eine marktfundamentalistische Ideologie.

Eine "marktfundamentalistische Ideologie", was ist das? Ich interpretiere sie mal als Markt-Extremismus, also in etwa das, was Anarcho-Kapitalisten postulieren. Das hat mit Debitismus in der Tat nichts gemein, denn diese Vorstellung geht von der falschen Idee aus, dass Marktwirtschaft der Staatsgewalt diametral gegenüberstünde.


Definitiv nicht. Dass du den Debitismus als marktfundamentalistisch interpretierst, sprich dafür, (dass du den Unterschied zwischen allgemeiner und spezieller Relativitätstheorie :-P ) nicht verstanden hast. Der Debitismus ist lt. Dottore ein Staats- (Macht-)derivat und somit das Gegenteil von Marktfundamentalismus.

Und zwar deswegen, weil es ohne Staatsgewalt keinen Markt gibt und niemals gab. Der Markt ist sprichwörtlich der Platz, wo Güter (und in der Neuzeit auch Dienstleistungen) angeboten werden, um dafür Geld zu erhalten, mit welchem dann Schulden getilgt werden können, allervordest die auferlegten Steuerschulden.

Dottore hat als Beleg vielfach auf die Arbeit von Karl Polanyi - Die grosse Transformation - hingewiesen.

Der Markt ist ein Machtbastard, und Marktfundamentalisten sind Ideologen ohne Fundament. Eine Marktwirtschaft ohne Staatsgewalt hat es in der Geschichte ebensowenig gegeben wie eine Geldwirtschaft ohne Staatsgewalt. Ohne Gewalt/Macht kommt es nicht zu Wirtschaften, Dottore hat dieses Mantra wieder und wieder vorgetragen, niemand hat ihn je mit einem Gegenbeispiel wiederlegen können. Kein Wirtschaften schliesst - insbesondere - auch mit ein: Kein Marktwirtschaften.

Der Umstand allein, dass die "Urschuld" für alle Menschen, in allen Kulturen, in allen "Lebenswelten" gilt, macht sie als Fundierung dessen was heute "Kapitalismus" genannt wird völlig ungeeignet.

Die Idee der biologischen Urschuld - die Dottore in seinen frühen Büchern vertrat, ist auch hier im Forum umstritten gewesen. Sie ist nicht falsch - alles Leben kommt einher mit der Schuld, sich aufrechtzuerhalten, und muss dafür leisten - aber sie begründet den Debitismus nicht ausreichend, denn auch Tiere unterliegen dieser Urschuld, auch Ureinwohner vor der neolithischen Revolution unterlagen dieser Urschuld - und wirtschafteten trotzdem nicht.

Die Urschuld, die tatsächlich dem Debitismus zugrunde liegt, ist die erste menschengemachte "Schuld ex nihilo": die Abgabe, die Steuer, der Census. Diese erst zwingt den Mensch zum Wirtschaften. Von da an geht alles seinen Weg.

Wo ist bei der Urschuld das exakt spezifizierte Fälligkeitsdatum?


Fälligkeitsdatum der Urschuld ist immer JETZT! Wenn du es nicht glaubst, dann stelle einfach mal deine Atmung ein.

Man kann es auch anders sehen: Fälligkeitsdatum der Urschuld ist, wenn diese nicht mehr bedient werden muss.
Das Fälligkeitsdatum der wirtschaftlichen Urschuld ist eindeutig: wann immer der Machthaber das Datum zu setzen geruht hat.

Gruss,
mp

Binswanger sprach aber nicht von Wachstumszwang sonder von Wachstumsdrang

Amos, Sonntag, 30.08.2020, 18:01 vor 1981 Tagen @ Miesepeter 2531 Views

Hallo Miesepeter,

mir ging es bei meiner Antwort an Herrn Schneider mehr darum, dass ich den Dottore für einen Wachstumsbefürworter halte.

Ohne jetzt im Forum danach zu suchen, hat der dottore nach meiner Erinnerung sinngemäß öfter geschrieben, der Wachstumszwang sei unumgänglich und eine gute Sache, weil er uns alle zur Leistung anspornt.

Das sehen Prof. Binswanger, einige andere und ich ebnen nicht so.

Zitat dottore:
“Die Wirtschaft kann niemals im Gleichgewicht sein. Die entsprechenden Modelle sind schlicht primitiv, weil sie – wie auch Prof. Binswanger ausführt? – auf dem Tauschparadigma basieren. Sog. „Tauschwirtschaften“ hat es nie gegeben (vgl. Dalton, Polanyi, u.a.), sieht man von Geschenken oder dem Protztausch zwischen antiken Herrschern ab.”


Binswanger sprach aber nicht von Wachstumszwang sonder lediglich von Wachstumsdrang:

https://www.deutschlandfunk.de/oekonom-binswanger-man-muss-den-wachstumsdrang-maessigen...

Viele Grüße
amos

Amos' Wortklauberei

Rybezahl, Sonntag, 30.08.2020, 19:08 vor 1981 Tagen @ Amos 2538 Views

bearbeitet von Rybezahl, Sonntag, 30.08.2020, 19:28

Hallo Amos,

mir ging es bei meiner Antwort an Herrn Schneider mehr darum, dass ich den Dottore für einen Wachstumsbefürworter halte.

Wachstumsbefürworter. Dolles Wort. Auch gut: Schrumpfbefürworter. Oder wie wäre es mit Wachstumsverweigerer. [[freude]]

Ohne jetzt im Forum danach zu suchen, hat der dottore nach meiner Erinnerung sinngemäß öfter geschrieben, der Wachstumszwang sei unumgänglich und eine gute Sache, weil er uns alle zur Leistung anspornt.

Dottore hat viel geschrieben. Du reduzierst ihn auf das, was dir in den Kram passt.

"Kein Mensch braucht Flachbildschirme oder Maybachs."

https://archiv1.dasgelbeforum.net/index.php?id=59899

Binswanger sprach aber nicht von Wachstumszwang sonder lediglich von Wachstumsdrang

Der Kapitalismus läuft aber nur rund, wenn Kreditausweitung stattfindet, sonst Deflation mit Abwärtsspirale -> deflationäre Depression mit den bekannten Folgen.

Der Wachstumsbeschränkungsbefürworter Binswanger will den Wachstumsdrang zügeln, was völlig überflüssig ist, weil er sich selbst zügelt - oder wie erklärst du dir die Zinssituation? Haben die Notenbanker auf Binswanger gehört und sich gesagt: au fein, jetzt zügeln wir das Wachstum aber endlich mal.

Es grüßt der
Rybezahl.

--
Wenn der Tag kommt, wo die Menschen über die Regierungen herrschen, werden die Menschen keine Regierungen mehr brauchen. Bis dahin sitzen wir in der Scheiße. (Charles Bukowski)

Bitte ein BIP

Amos, Sonntag, 30.08.2020, 19:29 vor 1981 Tagen @ Rybezahl 2502 Views

Hallo Rybezahl,

danke für Deine konstruktive Kritik.
Das muss ich mir tatsächlich eingestehen, dass ich mir immer das raus suche, was zu meiner Argumentation passt.

https://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/wachstumsdebatte-bitte-ein-bip-a-814615.html

Mein Angebot, dass ich Dir eine Brotzeit auf der Alm spendiere steht noch.
Kommst du mal nach Tirol in nächster Zeit? Falls ja, freue mich auf eine kleine Speedbesteigung der Pleissenspitze mit Dir und danach zischen wir ein gutes Bier.

Viele Grüße
amos

Dottore & Binswanger

Miesepeter @, Sonntag, 30.08.2020, 22:28 vor 1981 Tagen @ Amos 2634 Views

bearbeitet von Miesepeter, Sonntag, 30.08.2020, 22:45

Hi Amos,

mir ging es bei meiner Antwort an Herrn Schneider mehr darum, dass ich den Dottore für einen Wachstumsbefürworter halte.

Ich glaube, damit triffst Du nicht ins Schwarze, ich zitiere mal einige Aussagen:

> Frage: Was mir bis dato noch nicht klar ist auf welche Art und Weise es denn
[quote]präpolitisches Eigentum - also ohne Staat und das Eigentum garantierende
Herrschaftsstruktur - geben soll.[/quote]

Dottore: Nicht existent bzw. möglich.

Die erste Schuld ist die Abgabenschuld, wie oft genug und ausführlichst dargestellt, einschließlich des Debitismus-Starts in Stammesgesellschaften (Afrika) durch Einführung einer Hüttensteuer durch die Kolonialmacht.

Ob dies"natürlich" ist oder nicht, darfst Du für Dich selbst entscheiden. Zur Entstehung der Abgaben(= tributären)-Wirtschaft in extensis Bernbeck, Auflösung der häuslichen Produktionsweise, mit historischen (Mesopomtamien) und aktuellen Beispielen aus Dörfern in Mexiko, Türkei, Sri Lanka und dem Negev. Es wird detailliert beschrieben, wie aus Dörfern Tributzentren werden.

Der Staat ist ex definitione ein Killer (Kriege) und es daher für den Menschen schon aus Selbsterhalt angesagt, ihn zu beseitigen. Auch Finley/Finkelstein und Heinsohn sind Staatslakaien, da sie ex mit Gewalt und ex nihilo eingetriebenen Steuern ihr Dasein fristen. Jegliche "Wissenschaft" aus Lakaienmündern ist fragwürdig.

Der Staat muss endlich weg, der ruiniert doch alles.

Die letzten beiden Aussagen sind einige der wenigen präskriptiven Postulate, die Dottore hinterlassen hat. Er hat dies in dem klaren Bewusstsein geäussert, dass es ohne Staat/Organisierte Gewalt weder Eigentum noch Wirtschaften gibt!

Damit denke ich, ist ausreichend belegt, dass er weder Wachstumsideologe, noch Wachstumsbefürworter gewesen sein kann.


Ohne jetzt im Forum danach zu suchen, hat der dottore nach meiner Erinnerung sinngemäß öfter geschrieben, der Wachstumszwang sei unumgänglich

Das hat er in der Tat geschrieben, denn es ergibt sich aus dem Debitismus.

und eine gute Sache, weil er uns alle zur Leistung anspornt.

Dafür wirst Du 100% keine Quelle finden. So eine Aussage gibt es nicht, da lehne ich mich aus dem Fenster. Zumindest nicht nach 1990. Der frühe PCM hatte viele Phasen durchlaufen: Monetarist, Goldbug, Antikeynesianer mit gewisser Nähe zu Hayek und Mises. Nichts von alldem ist übergeblieben, nachdem er die Gewalt anstatt des Tauschens als den Ursprung des Wirtschaftens identifiziert hatte.

Das mit dem Geldsystem als Leistungserzwinger, ist eine Aussage, von der ich nicht weiss, ob Dottore sie so je gemacht hat. Es ist vielleicht auch meine kompakte Zusammenfassung des Ganzen, denn ich verwende die Formulierung häufig. Auch das ist allerdings beschreibend, nicht wertend, gemeint.
Ob man Leistungserzwingung befürwortet, oder vehement ablehnt (wie Dottore), das muss ein jeder mit sich selbst ausmachen.


Das sehen Prof. Binswanger, einige andere und ich ebnen nicht so.

Einige Zitate von Binswanger:

Aus Spiegel:
Ohne Wachstum funktioniert das ganze System nicht. Firmen brauchen Geld - entweder Eigen- oder Fremdkapital. Banken und Investoren sind aber nur bereit, Geld vorzuschießen, wenn das Risiko, das sie dabei eingehen, bezahlt wird. Darum muss der Unternehmenssektor in seiner Gesamtheit Gewinne machen. Und schon braucht man Wachstum.
Frage: Wie viel Wachstum braucht die Welt?
Binswanger: 1,8 Prozent pro Jahr, nach meinen Berechnungen. Angesichts eines weltweiten Wachstums von gegenwärtig fünf Prozent ist das wenig. Aber so wie jetzt kann es nicht weitergehen. Europa, auch Deutschland, muss künftig ganz langsam wachsen, die Schwellenländer dürfen etwas schneller sein.
Frage: Wie bremst man das Wachstum, ohne die Wirtschaft abzuwürgen?
Binswanger: Vor allem dürfen die Banken nicht mehr die Schaltzentrale der Wirtschaft sein. Aktuell können sie Geld schöpfen, so viel sie wollen. Künftig muss die Zentralbank wieder das Monopol auf die Kredit- und damit die Geldschöpfung haben. Und diese muss ihre Ziele erweitern: keine Inflation der Vermögenswerte und Aktien, keine Spekulationsblasen, und die Ressourcen unserer Erde dürfen nicht überbeansprucht werden.


Aus FAZ, mit Ackermann:
Binswanger: Mephistopheles hatte Faust auf den Gedanken gebracht, dem Kaiser die Papiergeldschöpfung vorzuschlagen. Als „Teil von jener Kraft, die stets das Böse will und stets das Gute schafft“', erwartet er, dass dies letztlich zu Inflation führen wird. Doch nutzt Faust das Geld, um Neuland zu erschließen, die Wirtschaft in Schwung zu bringen. Neu geschaffenes Geld muss investiert, in Wertschöpfung umgesetzt werden. Das ist die Alternative zur Inflation.

Zurück zum „Faust“: Verändert die Schöpfung von Papiergeld, ganz allgemein das Geld, den Charakter des Menschen oder der Gesellschaft insgesamt? Wie stellt Goethe das dar?
Binswanger: Ambivalent. Auf der einen Seite ermöglicht die Geldschöpfung Investitionen, sie löst Wachstum, wirtschaftlichen Elan aus, ermöglicht die schöpferische Tat. Auf der anderen Seite lässt Goethe im „Faust“ die drei wilden Gesellen Raufebold, Habebald und Haltefest auftreten. Sie stehen für nackte Gewalt, Gier und Geiz.


Zitat dottore:
“Die Wirtschaft kann niemals im Gleichgewicht sein. Die entsprechenden Modelle sind schlicht primitiv, weil sie – wie auch Prof. Binswanger ausführt? – auf dem Tauschparadigma basieren. Sog. „Tauschwirtschaften“ hat es nie gegeben (vgl. Dalton, Polanyi, u.a.), sieht man von Geschenken oder dem Protztausch zwischen antiken Herrschern ab.”

Zitat Binswanger: Stimmt! Die heutige Weltwirtschaft funktioniert ganz anders als die neoklassischen Gleichgewichtsmodelle, die im Grunde eine bäuerliche Tauschwirtschaft beschreiben; gleichwohl hantieren die meisten Ökonomen noch heute vorzugsweise mit diesen Modellen.

Binswanger sprach aber nicht von Wachstumszwang sonder lediglich von Wachstumsdrang:

https://www.deutschlandfunk.de/oekonom-binswanger-man-muss-den-wachstumsdrang-maessigen...

Ich denke, zu dem Thema gibt es sehr interessante Diskussionen, insbesondere mit den Teilnehmern Onkel Otto, Political Economy und Bill Hicks im Archiv1 des DGF, welche die Frage des Wachstumzwanges auf tiefgehende Weise beleuchten, ich weiss nur leider nicht, ob die Suchfunktion noch funktioniert.....

Dottore hat den Zins grundsätzlich für im System nichtexistent angesehen, und daher als unausweichlichen Treiber monetären Wachstums: es muss neues Geld in die Welt, um den Zins abzubilden. Diesen Wachstumszwang des Geldsystems kann man auch in Frage stellen (was passiert bei Negativzins? Oder: Der Zins ist auch nur eine Forderung, was passiert, wenn die Forderungen insgesamt trotz Zins nicht steigen, oder mit einer niedrigeren monetären Basis ( = höheren "Geldumlaufgeschwindigkeit") glattgestellt werden?) Insbesondere aber ist monetäres Wachstum nicht streng an materielles Wachstum gebunden. Es gibt zudem keinen Grund, warum a priori nicht beispielsweise das realwirtschaftliche Wachstum sich nicht auch im immateriellen Bereich abspielen könnte. Oder auch, wie es der grüne Traum ist, im Umweltschutz, gewissermassen im Anti-Wachstum, wo also effektive Schrumpfung mit Wertsteigerung belohnt wird - was vermutlich nur durch Gewalt und Zwang dekretiert werden kann, aber vielleicht auch durch starken Glauben, oder sogar im Einzelfalle Einsicht).

Gruss,
mp


Nochmal Binswanger, ich weiss nicht, ob er ein guter Kronzeuge gegen Wachstumszwang ist?:

Damit alle Unternehmungen zusammen im Saldo Gewinne erzielen können, müssen also die Einnahmen aller Unternehmungen zusammen stets grösser sein als ihre Ausgaben. Wie ist das möglich?

Es ist offensichtlich nicht möglich, wenn das Geld, das die Unternehmungen
den Haushalten für ihre Produktionsleistungen bezahlen, das zu deren Einkommen
wird, einfach wieder von den Haushalten dazu verwendet wird, um die Produkte
zu kaufen, die die Unternehmungen mit ihrer Hilfe hergestellt haben, wenn also das
Geld nur im Kreis läuft. Denn dann würden sich Einnahmen und Ausgaben der Unternehmungen nur immer gerade ausgleichen. Es gäbe also im Saldo keine Unternehmungsgewinne.

Ein positiver Saldo kann somit nur entstehen, wenn Geld zufliesst.
Wie fliesst aber in der modernen Wirtschaft Geld zu? Wir wissen es bereits:
indem die Unternehmungen bei den Banken Kredite aufnehmen, die die Banken
mindestens zum Teil durch Geldschöpfung bereitstellen, also durch Vermehrung der
Geldmenge auf dem Kreditweg. Wozu braucht aber die Unternehmung Kredite? Ich
wiederhole: um zu investieren, um das aufgenommene Geld, zusammen mit dem
reinvestierten Reingewinn für den Kauf von zusätzlichen Arbeits- und anderen Produktionsleistungen
der Haushalte zu verwenden. So steigen die Einkommen der
Hausalte mit dem Wachstum der Produktion. Die Haushalte geben ihr Einkommen
sofort aus, denn die Haushalte müssen ja überleben. Sie werden daher sofort zu
Einnahmen der Unternehmungen. In diesem Zeitpunkt können die Haushalte aber
nur die Produkte kaufen, die schon produziert worden sind, die also die Unternehmungen
vor der neuen Investition hergestellt haben, für deren Herstellung sie also im
Betrag der neuen Investitionssumme weniger Geld ausgegeben haben. Das bedeutet
aber auch, dass die Einnahmen der Unternehmungen vor den Ausgaben für die
Produkte, die sie verkaufen, steigen. So können im Wachstumsprozess gesamthaft,
also im Saldo, stets Gewinne entstehen.

Auf diese Weise hält sich der Kapitalisierungs- und Wachstumsprozess mit Hilfe der
Schulden, die zu Geld werden, selbst im Gange. Er wird zu einem perpetuum mobile.
Indem sich der Wirtschaftskreislauf zu einer Wachstumsspirale ausweitet, entstehen
die Gewinne, die nötig sind, damit sich diese Spirale immer weiter ausweiten kann.
Das ist die Essenz der modernen Magie. (Bild: Die Wachstumsspirale)

Allerdings hält sich der Kapitalisierung- und Wachstumsprozess im Sinne der Wachstumsspirale
nicht nur selbst im Gange, sondern er muss auch immer weiter gehen,

denn wenn nicht immer neues Kapital gebildet wird, also neue Investitionen aufgrund
immer neuen Ausweitungen der Geldmenge erfolgen, die eine neue zusätzliche
Nachfrage erzeugt, fällt die aus der letzten Investition nachrückende Angebotserhöhung
sozusagen ins Leere, d.h. es steht kein entsprechender Zuwachs der Nachfrage
dem Zuwachs des Angebots gegenüber. Entsprechend sinkt die Gewinnrate.
Wenn auch in Zukunft weitere Investitionen ausbleiben, sinkt die Gewinnrate
schliesslich unter die Höhe, welche die Unternehmungen bzw. die Kapitalgeber im
Minimum für das Eingehen des Investitionsrisikos erwarten. Das Risiko ist nicht mehr
gedeckt. Dann werden die Unternehmungen nicht mehr für Ersatzinvestitionen sorgen
und so allmählich die Produktion auslaufen lassen. Ein immer grösserer Teil der
Unternehmungen wird Verluste machen und daher durch Bankrott aus dem Produktionsprozess
ausscheiden. An die Stelle des Wachstums der Wirtschaft tritt dann eine
fortlaufende Schrumpfung der Wirtschaft. (Bild: Wachstum oder Schrumpfung)
Daraus ergibt sich ein Wachstumszwang in dem Sinne, dass die Alternative zum
Wachstum Schrumpfung ist. Das heisst: Stabilität und Null-Wachstum sind in der
modernen Wirtschaft nicht möglich. Es darf kein Ende des Wachstums geben.

http://www.ivwl.uni-kassel.de/forschungskolloquium/binswanger-vortrag-0607.pdf

Binswanger fordert, Wirtschaftspolitik darf nicht allein auf maximale Wachstumsraten ausgerichtet sein.

Amos, Montag, 31.08.2020, 08:30 vor 1981 Tagen @ Miesepeter 2409 Views

Hi Miesepeter,

da hast Du Dir ja ganz schön viel Arbeit gemacht, vielen Dank hierfür.

Binswanger fordert: Wirtschaftspolitik darf nicht allein auf maximale Wachstumsraten ausgerichtet sein.

Eventuell differenziere ich zu wenig zwischen dem User Silke und dem User dottore.
Denn Aussagen zu: "die ständige Erhöhung der Schulden, sei super", finde ich in der Tat nur beim Silke Account und Silke hatte für sich den Anspruch geltend gemacht, die reine Lehre des dottore nachzureden.

Viele Grüße
amos

Wenn es Dir weiterhilft, kannst Du von mir aus alles zur Ideologie erklären.

trosinette @, Donnerstag, 27.08.2020, 07:55 vor 1985 Tagen @ Amos 2668 Views

bearbeitet von trosinette, Donnerstag, 27.08.2020, 08:01

Guten Tag,

Dr. Martin hatte einen Doktortitel der Philosophie und war ein Hardcore Wachstumsideologe -

Dottore war darum bemüht, mir zu erklären, wie die geldwirtschaftliche Lebenswirklichkeit ist. Ein Ideologe erklärt mir, wie die geldwirtschaftliche Lebenswirklichkeit zu sein hat, z.B. Nachhaltig. Das Du zum Schutz Deiner Idee von der nachhaltigen Geldwirtschaft Dottore zum Idiologen erklärst ist verständlich.

Das wir für die Erklärung der Welt Ideen brauchen und beim Hinterfragen aller Erklärungen irgendwann in Erklärungsnot geraten, ist klar. Bei Dottores Erklärung der Geldwirtschaft scheiden sich z.B. die Geister an der Idee der Urschuld.

Im Grunde kannst Du auch die Mathematik als Ideologie einstufen, weil die Mathematik auf der Idee beruht, dass 1 plus 1 gleich 2 ist. Offensichtlich beschreibt diese Ideologie unsere Lebenswirklichkeit so gut, dass niemand auf die Idee kommt, eine konkurrierende Idee in den Ring zu werfen.

Die geistige Durchdringung des Debitismus ist in unserer Gesellschaft in etwa so weit, wie die Geistige Durchdringung der Mathematik bei den Urwaldindianern. Die Urwaldindianer zählen bis fünf und dann ist Schluss. Alle was nach 5 kommt ist nur noch „viel“.

Mit freundlichen Grüßen
Schneider

Das ist Trend. Als neu aufgefallen ist mir auch der "Verschwörungsideologe" (der Theoretiker ist out) ... alles Ideologen, wohin man auch schaut. (owT)

FOX-NEWS @, fair and balanced, Donnerstag, 27.08.2020, 08:20 vor 1985 Tagen @ trosinette 2689 Views

.

--
[image]

Afuera!

Für mich bist Du bis auf Weiteres ein weiterer hoffnungsloser Fall.

trosinette @, Donnerstag, 27.08.2020, 09:28 vor 1984 Tagen @ Amos 2730 Views

dass Du zum Schutz Deiner Lebenswirklichkeit mich als Ideologen erklärst, ist verständlich.

Was soll der Quatsch? Wir haben es voraussichtlich alle mit der gleichen Lebenswirklichkeit zu tun.

Und was soll der Quatsch in deiner Replik auf den Hausmeister?

Der Debitismus mit seiner Zentralmachts-Hypothese ist in meinen Augen eine marktfundamentalistische Ideologie. Der heutige Marktfundamentalismus ist m.E. eine wesentlich größere Bedrohung für die offene und nachhaltige Gesellschaft als jede andere totalitäre Ideologie.

Du meinst also, dass der Debitismus, der wartungsfrei den Versuch unternimmt, zu beschreiben, was ist und da draußen vollkommen unbekannt ist, die offene und nachhaltige Gesellschaft bedroht? Und später in den Geschichtsbüchern zu lesen steht: „Die Ideologie des Debitismus, von Paul C. Martin ließ die offene Gesellschaft scheitern“ ? – Glaubst Du doch wohl selbst nicht.

Dieser Kapitalismus heutiger Form ist aber erst seit ca. 1760 existent und die "Urschuld" ist von ihrem Anspruch her völlig universell.

Ja meine Fresse, die Photosynthese ist auch universell und die Ausprägung der Pflanzenwelt überall unterschiedlich.

Wo ist bei der Urschuld das exakt spezifizierte Fälligkeitsdatum?

Was erwartest Du eigentlich?? Du solltest Deinen Erwartungshorizont dem anpassen, was dem Menschen möglich ist.

Aber wieviel taugt sie wirklich als Erklärung des "Kapitalismus"?

Dann liefre eine Erklärung die mehr taugt, oder bist Du auch nur ein Schmalspurintellektueller, der es bei Kritik belässt?

Lebenswirklichkeit

Amos, Donnerstag, 27.08.2020, 10:22 vor 1984 Tagen @ trosinette 2690 Views

bearbeitet von Amos, Donnerstag, 27.08.2020, 10:32

Hallo Schneider,

bleib so wie Du bist, ich will hier niemanden umpolen, sondern lediglich meine ganz subjektive Meinung zum Ausdruck bringen. Wer sie für Quatsch hält, bitte einfach ignorieren.

Insofern sich die Sätze einer These auf die Wirklichkeit beziehen, müssen sie falsifizierbar sein, und insofern sie nicht falsifizierbar sind, beziehen sie sich nicht auf die Wirklichkeit.

Das teste ich jetzt gleich mal in meiner Wirklichkeit bei einem Bad im wunderschönen Kiesweiher.

https://t.me/plainoldreality

Auch Dir einen schönen Sommertag in Deiner PlainOldReality :-)

Viele Grüße
amos

Erklaere es ihm

Oblomow, Donnerstag, 27.08.2020, 10:28 vor 1984 Tagen @ trosinette 2707 Views

Wenn Du gleich mit Quatsch beginnst, wird @amos sicherlich sofort Deine Autoritaet anerkennen und allen Deinen Gedanken folgen. Ich vermute, Dir geht es auch so, dass, wenn ich schreibe: So ein Quatsch, den Du schreibst, Du sofort denkst: Da hat er Recht, der Oblomow.

@amos haelt Debitisten fuer Verteidiger der Logik des Debitismus'. Er meint, die Ueberbringer der Botschaft verteidigen die Botschaft. Das ist wie bei Machiavelli, der als Hoellenhund angesehen wird (z.B. von @DL). Dabei ist da eher eine Traurigkeit, das es so schlimm ist. Es geht um Desillusionierung, was eben schmerzt. So lese ich @dottore als grossen Entzauberer. Kein Ausweg, nirgends. Nachhaltigkeit nur ein weiterer Jux.

Alles Quatsch!
Oblomow

Der "Hoffnungslose Fall" ging doch eher @Amos, oder? [korrigiert, HM]

FOX-NEWS @, fair and balanced, Donnerstag, 27.08.2020, 13:45 vor 1984 Tagen @ trosinette 2653 Views

bearbeitet von Hausmeister, Donnerstag, 27.08.2020, 17:49

Daß bei mir jede Hoffnung vergebens ist, das weiß schließlich jeder hier, und muss nicht extra betont werden. [[freude]]

Grüße

--
[image]

Afuera!

Da ist mir wohl was verrutscht.

trosinette @, Donnerstag, 27.08.2020, 14:07 vor 1984 Tagen @ FOX-NEWS 2609 Views

Der "Hoffnungslose Fall" ging doch eher @Amos, oder?

Ähm ja, richtig, tschuldigung.

Mit freundlichen Grüßen
Schneider

Seit wann meditiertst du denn ....

NST @, Südthailand, Donnerstag, 27.08.2020, 14:54 vor 1984 Tagen @ FOX-NEWS 2654 Views

Daß bei mir jede Hoffnung vergebens ist, das weiß schließlich jeder hier, und muss nicht extra betont werden. [[freude]]

[image]

[[zigarre]]

--
[image]
Jeder arbeitet im Ausmass seines Verstehens für sich selbst und im Ausmass seines Nicht-Verstehens für jene, die mehr verstehen!

Wenn es Dir weiterhilft, kannst Du von mir aus in Deiner Lebenswirklichkeit leben :-)

Amos, Donnerstag, 27.08.2020, 08:37 vor 1985 Tagen @ trosinette 2658 Views

Hallo Schneider,

dass Du zum Schutz Deiner Lebenswirklichkeit mich als Ideologen erklärst, ist verständlich.
Die geistige Durchdringung der Mathematik ist mir leider noch nicht gelungen.
Dass für die Erklärung der Welt Ideen gesucht werden, darf den vielen Suchenden m.E. nicht angelastet werden.

Die Sache mit der Urschuld des dottore war ein netter Versuch, es fehlte eben m.E. nur die Saldierung mit dem Surplus.

Viele Grüße
amos

Noch was

trosinette @, Donnerstag, 27.08.2020, 09:40 vor 1984 Tagen @ Amos 2700 Views

Dass für die Erklärung der Welt Ideen gesucht werden, darf den vielen Suchenden m.E. nicht angelastet werden.

Nee ja, schon klar, nur Dottore ist die Ausnahme, den darf man der totbringenden Marktradikalität bezichtigen.

Ich gehöre übergings nicht zu den Suchenden. Ich habe festgestellt, dass es nur sehr wenigen vergönnt ist, die Welt mit ihren Ideen zu bereichern und ich gehöre höchstwahrscheinlich nicht dazu. Deshalb lasse ich lieber suchen.

Die Aussage zum Öl ist nicht eindeutig und nicht logisch

Ankawor, Mittwoch, 26.08.2020, 21:44 vor 1985 Tagen @ Jacques 2759 Views

Sind die Ressourcenpreise (Öl) hochmanipuliert (nach oben manipuliert) oder hochmanipuliert (hochgradig manipuliert)? Ich habe im Interview nochmal nachgehorcht und sie meint hochgradig manipuliert, sagt aber nicht, von wem.

Im Gesamtzusammenhang ihrer Rede nehme ich an, dass sie eine Manipulation nach unten meint.

Auch wenn ich von Brot, Nudeln und Bier lebe, so lebe ich indirekt wie wir alle in Wirklichkeit zu drei Vierteln von Öl und Gas. Ohne gibt es keine Infrastruktur, keine Arbeitsteilung, keinen Kunstdünger und daher auch nur ein Viertel zu beißen. Bzw. drei Viertel von uns müssten für immer ganz aufs Beißen verzichten. Deagel ist vielleicht doch nicht so absurd wie viele glauben, denn die Länder, die in der Deagel-Liste besser wegkommen, haben bereits heute schon weniger zu beißen.

Wie kann der Preis dieser Ressource, unserer Lebensgrundlage, manipuliert werden? Jedenfalls langfristig, und nicht nur für ein paar Wochen? Und von wem?

Welcher Förderer lässt sich den Preis nach unten manipulieren und liefert ein knappes Gut dauerhaft für weniger Geld als er braucht?

Keiner. Vorher schließt der Förderer seine Pforten, es sei denn, er kann ausreichend Einnahmen generieren, indem er Investitionen von Naiven für erträumte Gewinne in der Zukunft eintreibt, wie beim Fracking.

Ohne Fossile geht es nicht (mehr), wie es auch die Nachhaltigen erfahren werden, wenn sie in der Dunkelflaute Sonnen- und Windtänze aufführen.

Krieg manipuliert die Preise nach unten.

aprilzi @, tiefster Balkan, Donnerstag, 27.08.2020, 08:38 vor 1984 Tagen @ Ankawor 2717 Views

Hi,

die USA führen Kriege, da wo es Öl gibt. Damit bleibt diesen Staaten nichts übrig, als ihr wertvollstes Gut das Öl zu verkaufen.
Deutschland will bei diesen Kriegen nicht mitmachen. Trump aber sagt, wenn ihr nicht mitmacht, habt auch keinen Anspruch auf das billige Öl. Deutschland aber braucht Energie, um ihre Exportwirtschaft zu fahren.

Also was bleibt Deutschland übrig, wenn es nicht in Kriege hineingezogen werden will? Nun es muss die Folgen dieser Kriege sich aufbürden, also die Migranten der ganzen Welt aufnehmen. Die andere Alternative ist Schulter an Schulter mit den Amis die Iraker, die Syrer und wer auch sonst reihenweise abzuknallen. Das reine Gewissen, nicht wieder als Angriffskrieger beschimpft zu werden, bedeutet die Migranten der ganzen Welt aufzunehmen. Da gibt es keine Alternative.

Trump will diesen Zustand ändern. Entweder zahlen und sterben die Deutschen bei den Kriegen mit oder aber Deutschland hat nicht das Recht, das für ihr günstigste Angebote anzunehmen, wie jetzt gesicherte Gaslieferungen aus Russland. Denn es könnte sein, dass die USA nun kämpfen müssen, wie in Syrien und Amis sterben werden durch russische Kugeln.

Krieg ist ja bekanntlich definiert als Erpressungstat. Ohne Gewalt und Erpressung verkauft kein Staat der Welt sein wertvollstes Gut.

Gruß

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