Die ersten Menschen

Kaltmeister ⌂ @, Freitag, 21.08.2020, 12:34 vor 1990 Tagen 4506 Views

bearbeitet von Kaltmeister, Freitag, 21.08.2020, 12:54

Diese wirklich hervorragende und erfreulich unideologische deutsche Dokumentation befasst sich mit der Frage, wo sich vor etwa 7 Millionen Jahren die Linie des Menschen von denjenigen der übrigen Affen getrennt hat. Neueste Erkenntnisse machen es wahrscheinlich, daß die Wiege der Menschheit in Europa lag, der älteste Fund liegt ausgerechnet in - Süddeutschland. Alle afrikanischen Funde erweisen sich als deutlich jünger und sind vermutlich das Ergebnis einer Einwanderung von Europa nach Afrika. Wir stammen nicht von "Lucy" ab, sondern von "Udo" ;)

Europa - Wiege der Menschheit


Siehe dazu auch:

https://www.welt.de/wissenschaft/article203108084/Vormensch-Der-erste-aufrecht-gehende-...

So schnell ändert sich die Meinung der "Wissenschaft", was ist aus dem Argument der größeren genetischen...

Andudu, Freitag, 21.08.2020, 13:59 vor 1990 Tagen @ Kaltmeister 2945 Views

...Heterogenität der Subsahara geworden? Wurde nicht deswegen einst die "out of africa"-Hypothese propagiert?

out-of-Africa...

Kaltmeister ⌂ @, Freitag, 21.08.2020, 16:59 vor 1990 Tagen @ Andudu 2389 Views

bearbeitet von Kaltmeister, Freitag, 21.08.2020, 17:20

...wird immer noch vehement vertreten, nämlich als Ursprung des "modernen" Menschen, homo sapiens, der vor etwa 60.000-100.000 Jahren Afrika ebenfalls verlassen und die ganze Welt erobert haben soll. Diese beiden Kategorien, homo bzw. homo sapiens werden in der öffentlichen Darstellung oft ein wenig vermischt, sind aber klar zu trennen. Hier geht es also um die Entstehung der Gattung homo vor 7 Millionen Jahren. In der traditionellen Sichtweise sollte der Mensch demnach (mindestens) zweimal, von Afrika ausgehend, die restliche Welt bevölkert haben.
Dennoch fällt auch neues Licht auf homo sapiens, denn man fragt sich, warum der Mensch erst von Europa nach Afrika gewandert sein soll, um sich dort weiterzuentwickeln und dann zurückzukehren und alle seine Artgenossen zu verdrängen. Auffällig ist ja auch, daß die Kultur anschließend nicht in Afrika aufblüht, sondern wiederum in Europa, während der schwarze Kontinent in einer Art Naturzustand verharrt - ein merkwürdiges Wechselspielchen. Plausibler wäre es, so betrachtet, daß der Mensch zweimal außerhalb von Afrika entstanden ist. Für die out-of-Africa-Theorie sind die neuen Erkenntnisse also keine gute Nachricht. Diese zweite Auswanderung ist allerdings eine Position, die zutiefst ideologisch besetzt ist, und man darf erwarten, daß sie mit äußerster Hartnäckigkeit verteidigt wird.

warum der Mensch erst von Europa nach Afrika gewandert sein soll, um sich dort weiterzuentwickeln und dann zurückzukehren....

bolte @, Freitag, 21.08.2020, 17:22 vor 1990 Tagen @ Kaltmeister 2352 Views

.... Dürre, Seuchen, Nahrungsmangel, Vertreibung, Flüchtlinge vor Gewalt und Ausrottung, Religion, Gold :-) ?
Nicht alle, aber ausreichend viele, vielleicht?
Warum wollen Menschen in einer großen Kraftanstrengung ausgerechnet auf den Mond?
Warum lassen sich Könige ein 150 m hohes Grab bauen?

[image]

Muss es überhaupt eine Ursprungsregion der Menschheit gegeben haben?

BerndBorchert @, Freitag, 21.08.2020, 21:21 vor 1990 Tagen @ Kaltmeister 1908 Views

bearbeitet von BerndBorchert, Freitag, 21.08.2020, 21:32

Wäre es nicht möglich, dass sich die Menschheit parallel in vielen Regionen in Eurasien+Afrika entwickelt hat?

Was ist die Definition einer Ursprungsregion: Es wäre eine Region, so dass es einen Zeitpunkt t gab, so dass alle Vorfahren zum Zeitpunkt t von allen 7 Mrd. lebenden Menschen in dieser Region gelebt hätten.

Warum sollte es so eine Region gegeben haben? Mathematisch gibt es keinen Grund dafür. Gibt es einen zwingenden biologischen?

Wenn es keine zwingende Begründung dafür gibt, sollte man nicht viel besser annehmen, es gibt keine Ursprungsregion, sondern die Menschheit hat sich parallel in 100rten Regionen in Eurasien und Afrika entwickelt?

Bernd Borchert

Amerika kann man ausschließen, oder?

Vielleicht kommt die Idee einer "Wiege der Menschheit" aus den Religionen? Gemäß Bibel gibt nicht nur eine Region, sondern ein Pärchen Adam+Eva, das die alleinigen Vorfahren zum Zeitpunkt t aller 7 Mrd. Menschen gewesen sind. Das ist sozusagen die verschärfte Version von Ursprungsregion. Und ich meine schon mal gehört zu haben, dass Biologen denken, es gäbe so eine Eva.

Mir kommen übrigens die Europäer eher vor wie hell gewordene Inder, als umgekehrt.

In der Logik der Evolutionstheorie...

Kaltmeister ⌂ @, Freitag, 21.08.2020, 21:38 vor 1990 Tagen @ BerndBorchert 1933 Views

...sind Parallelentwicklungen unwahrscheinlich, weil die Weiterentwicklung ja auf zufälligen Mutationen beruht. Zwar kann dieselbe Mutation zufällig an zwei Orten der Welt auftreten, aber die Entstehung neuer Arten erfordert tausende von Mutationen, und die passieren nicht gleichförmig an unterschiedlichen Orten. Sobald eine entsprechende Ausdifferenzierung stattgefunden hat, sind zwei aus demselben Stamm hervorgegangene Gruppen nicht mehr paarungsfähig, sie treten sich dann als zwei unterschiedliche Arten gegenüber. Parallelentwicklung geht also nur so lange, bis diese Grenze erreicht ist.
Wenn man den betrachteten Sachverhalt nimmt, die Entstehung der ersten Vormenschen, so ist es demnach viel, viel wahrscheinlicher, daß irgendwo, also an einem bestimmten Ort, ein neuer Typus entstanden ist, der sich dann weltweit ausgebreitet hat.

Wie wird unterschieden? Die Entstehung einer Art, das gesuchte Missink Link, von den Varianten innerhalb einer Art?

bolte @, Freitag, 21.08.2020, 22:51 vor 1990 Tagen @ Kaltmeister 1690 Views

Ausspruch von Konrad Lorenz, der auf die Frage, wie das »missing link«,
das bisher unentdeckte Zwischenglied zwischen Tier und Mensch, eigentlich ausgesehen habe, einmal die Antwort gab:
»Das Missing Link? Das sind wir!«

Das wäre eine biologische Begründung für eine einzige Ursprungsregion

BerndBorchert @, Freitag, 21.08.2020, 23:08 vor 1990 Tagen @ Kaltmeister 1761 Views

bearbeitet von BerndBorchert, Freitag, 21.08.2020, 23:39

Ich verstehe Dich so, dass die offenbar gerichtete Entwicklung der Menschheit (aufrechter Gang - daran machen die Tübinger ja das Menschsein fest, Vordergliedmaßen frei zum Handwerken, aber vor allem die geistigen Fähigkeiten sprechen, rechnen, planen, etc.) nicht an verschiedenen Stellen parallel durch Mutation/Zufall entstehen konnten.

Was du aber nicht beachtest, sind Wanderungen zu benachbarten Regionen (oft nicht gerade friedlich...), so dass Ostchina durch sagen wir nur 20 Regionen mit Spanien verbunden war. Durch solche Wanderungen könnten sich vorteilhafte Mutationen in alle Himmelsrichtungen auch in ferne Regionen ausbreiten, und sich mit den dort ansässigen Genen verbinden. Es könnten auch solche Vorteils-Wanderlinien zusammenlaufen und sich genetisch verbinden, beispielsweise Singen/Musik (Vorteil?) aus Afrika und Fingerfertigkeit aus China. Wir sprechen ja über Tausende von Jahrtausenden, in denen die Wanderungen (und einhergehend sozusagen die Wanderungen der vorteilhaften Gene) stattgefunden haben können.

Wie schnell führen denn Weiterentwicklungen zur Unmöglichkeit des Fortpflanzens? ich würde schätzen, dass ein Schwarzafrikaner und eine Chinesin mindestens 1000 Generationen ( = 25.000 Jahre) keine gemeinsamen Vorfahren hatten - aber Kinder können sie bekommen. Es dauert also lange, bis Fortpflanzung zwischen Gen-Linien nicht mehr möglich ist.

Bernd Borchert

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