Mit billiger Wegwerf-Mode-Kleidung meine ich folgendes:
Die Menschen (u.a.viele sehr junge Menschen) werden über "Farben und Formen", MODE und BILLIGST-Materialien zu immer neuen Käufen verleitet. "Die" machen darin keine "Drecksarbeit", bei der man dreckig wird. Die kaufen die, weil sie "nett und modisch" aussehen. Das aber nur für sehr kurze Zeit, weil das Material so billig und minderwertig ist. Früher konnte man z.B. die nicht mehr getragene Kleidung in die Altkleidersammlung geben, weil sie verwertet werden konnten. Das geht heute praktisch nicht mehr, weil die Materialien zu schlecht sind. Es handelt sich um Gebrauchskleidung, so wie sie die Menschen in den Städen oder auf den Dörfern tragen, die nicht im Bereich Handwerk oder bäuerlichem Erwerb beschäftigt sind. Die machen ihre Kleidung zumeist nicht dreckig.
Ich habe auch genügend "Arbeitskleidung". Da kommt aber kein Öl dran, höchstens Farbe, weil ich immer wieder mal etwas streiche. Wegwerfen muss ich die deshalb nicht unbedingt. Ich kann mir aber einen Wegwerf-Overall aus Papier (oder was auch immer) darüber ziehen. Im übrigen gibt es auch spezielle Arbeitskleidung.....
Was die Modebrache betrifft, so sind Teile der Firmen an der Börse zu haben. Ggf. ist der eine oder andere interessiert daran, sich "einzukaufen". Ich hätte gerne in Escada investiert als die noch klein waren und wäre ausgestiegen, als Margareta Ley starb. Mit ihr starb der Kern der Firma. Der Ehemann hat es nicht geschafft, die Firma als das zu halten, was sie einmal war. Später wurden dann die Kinder, die es möglicherweise geschafft hätten, ausgebootet.
Nun zur speziellen Funktion dieser "Trendsetter". Wenn die "nachhaltige", hochwertigere und haltbarere Kleidung anpreisen, dann werden die "Billiganbieter" folgen..... aber nicht mehr die BilliGSTanbieter, d.h. T-Short für 2-5 Euro.... 3 x anziehen und weg damit.
Ich habe heute noch Escada-Kleidung, die ich in den 90-igern gekauft habe, die immer noch tip-top ist. Margarete Ley hat das zentrale Augenmerk auf Haltbarkeit und Eleganz gelegt. Ein großer Teil der berufstätigen Frauen, die "lange Stunden" arbeiteten, haben ihre Kleider gekauft - weltweit. Man konnte die den ganzen Tag im Büro tragen und dann noch abends damit "Essen gehen" oder "auf die Reise" gehen. Das Zeugs war dann nicht "durchgesessen" oder verschwitzt oder sonst was. Etliche Kleidungsstücke von Margarete Ley sind heute noch zu höheren Preisen im Second Hand Handel zu kaufen, als sogenannte "Durchschnitts-Neuware". Jil Sander hat auch hochwertige Kleidung für berufstätige Frauen hergestellt - ohne viel Schnick-Schnack, aber qualitativ sehr hochwertig, REISETAUGLICH Und... nicht dem sogenannten "Mode-Diktat" unterworfen.
In meinen Überlegungen könnte das Wieder-Erwecken dieser Qualitäts-Kriterien (auf unterschiedlichen Niveaus) ein Weg für Europa sein. Die hatten sehr gute Kleidung (auch von der Kaufhaus-Stange) bevor die ganzen Billig-Ost-Importe den seriösen Firmen das Geschäft kaputt gemacht haben.
Da gelten die gleichen Kriterien wie für die Pharmazie, die ebenfalls "in den Osten" ausgelagert wurde und nun ein Problem nach dem anderen bringt (siehe Antibiotika-Produktion in Indien - aber auch die Produktion von "giftiger" Billig-Kleidung - alles bestens dokumentiert).
Das erinnert mich gerade an meinen ersten "Kleidungskauf" in Singapore, vmtl. Ende der 80-iger Jahre. Sah wunderschön aus, ein weiblich geschnittener Leinen-Zweiteiler in Grün. 3 x angezogen... schon war das Teil "durchgescheuert".... Das war es dann. So etwas konnte ich mir nicht leisten..... und "billig" war das Zeug auch nicht.
Qualität, Qualität, Qualität..... als ob die Deutschen diese Maßzahl für ihren internationalen Erfolg in diesen Bereichen vollkommen vergessen hätten.
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