Deflationsspirale und Immobilienmarkt - hier konkret mal von Tim Mälzer

Herzdame ⌂ @, Dunkeldeutschland, Montag, 11.05.2020, 10:31 vor 2086 Tagen 5333 Views

Guten Morgen allen,

in den Tagesthemen sprach Herr Mälzer aus, was - hier mal stellvertretend für die Gastro - anläuft. Kann man 1:1 auf fast alle Branchen umlegen.
Er fordert bei ca. 50% Umsatzeinbruch ein Gesetz, welches die Miete an die Gegebenheiten anpasst.

"Abschließend forderte der Unternehmer, dass die Senkung der Mehrwertsteuer auf mindestens drei Jahre und auf Getränke ausgeweitet werden müsse. Darüber hinaus plädierte Mälzer für einen Rettungsfonds, der tatsächliche Fehlsummen ausgleiche oder eine gesetzliche Verpflichtung zur Minderung der Miete."

https://www.tageskarte.io/politik/detail/tim-maelzer-fordert-in-den-tagesthemen-rettung...

Gehen wir mal einen Schritt weiter.
Der durchschnittliche Nettolohn in der Gastro dürfte sich um den Mindestlohn herum bewegen +10-20%.
Damit haben wir ein Kurzarbeitergeld von 600-800 Euro.
Dass man davon die Miete nicht mehr bezahlen kann ist klar, vor allem bei Alleinstehenden.
Zu ebenso niedrigen Löhnen arbeitet ein Großteil des Dienstleistungssektors und Einzelhandels.

Aus Kurzarbeitern werden ALG1-Empfänger und aus diesen H4er nach 12 Monaten.
Die "bedarfsgerechte" Wohnung bemisst ca. 40m² für eine bzw. 60m² für 2 Personen und orientiert sich an der Untergrenze des jeweiligen Mietspiegels.
Solche Wohnungen gibt es derzeit nicht auf dem Markt.

Noch tönt es, sich selbst Mut machend, in den Medien, dass es keinerlei nachhaltige Auswirkungen auf die Immopreise geben wird, denn Geld muss irgendwohin.

Da es nicht nur die Niedriglöhner sind, deren Jobs flöten gehen, sondern es auch viele trifft, die in den hochpreisigen ETW-Citywohnungen und frischen Speckgürtelhäusern leben, frage ich mich, ob sich das Elend nicht nach oben durchfrisst.
Wenn unten nicht konsumiert und produziert, gibt es oben auch weniger zu holen.

Trailerparks und Suppenküchen long?

Schrebergärten long

Ulli Kersten, Montag, 11.05.2020, 10:54 vor 2086 Tagen @ Herzdame 4104 Views

Zu deiner letzten Bemerkung. Leute, von denen ich das nie erwartet hätte, fragen nach Tipps für Gemüseanbau, aber auch nach Pachtgarten. Letztere bringen leider nichts Substantielles in den Geldbeutel.

Schrebergarten short

Prophet @, Montag, 11.05.2020, 11:39 vor 2086 Tagen @ Ulli Kersten 3876 Views

bearbeitet von Prophet, Montag, 11.05.2020, 11:43

Wer Zeit und Energie verplempern will, braucht einen Schrebergarten!

Immerhin muss so etwas in einer Krise - denn mit so einer wird hier ja gerechnet - auch bewacht werden. Sonst bist du deinen Kohlrabi, die Tomaten, den Spaten und die Regenwasserpumpe schneller los als du gucken kannst. Und ich bezweifle, dass damit genügend Kalorien erwirtschaftet werden. Schrebergarten für die Krise klingt nach Minusgeschäft und Hirngespinst.

Sehr geil, 2021: Security nicht nur beim Aldi, sondern auch für Schrebergärten. [[top]]

Ich dachte nicht, dass der "Systemcrash" so amüsant wird und mit einer Mundschutzpflicht begleitet wird.


Über den Eigenanbau von Gemüse kannst du dir Gedanken machen, wenn du auf dem Land wohnst, jeder so etwas hinter dem Haus macht und du das Schlafzimmerfenster "nach hinten raus" hast und noch ein paar Gänse auf dem Hof schnattern und der Wachhund an der langen Kette liegt.

In der Stadt empfehle ich wie hier genannt das Anstellen an der Suppen- und Armenküche. Auch das "auf das Land pilgern" für Bettelbesuche empfehle ich nicht. Das wird auf jeden Fall ungemütlich für alle Streuner und Halunken die keine Tauschware mitbringen. Wir sind allerdings nicht mehr im Jahre 1946, also bringt Tauschware mit, die brauchbar ist. Zigaretten, Schnaps und Perserteppiche sind völlig ungeeignet, das war vor hundert Jahren modern.

PS: Ja, selbstverständlich wird es auch die "Reichen" treffen, wenn die "Armen" nicht mehr konsumieren und plötzlich gemerkt haben, dass das kaufen von wertlosem Scheißdreck keine dauerhafte Befriedigung verschafft. Alles schrumpft jetzt wieder zusammen, und das ist gut so. Ich halte es auch für äußerst bedenklich, wenn irgendwelche adipösen Schwachköpfe für's Saufen 2 x im Jahr nach Mallorca fliegen können, weil's bloß 29.- gekostet hat. Es ist gut, dass dieser abartige Unfug aufhört. Niemand braucht das. Und dass die daran fettgefressenen Schmarotzer (Gastwirte, Ferienwohnungsvermieter, Hoteliers) die dachten, dass es immer so weitergehen würde, jetzt das Bibbern bekommen, ist nur recht und billig: Pech gehabt, springt aus dem achten Stockwerk wenn euch das geistig belastet und euer Lebensstil jetzt schrumpfen wird und ihr damit nicht klarkommt. Haferbrei löffeln anstatt Schampus mit Kaviar im Bentley ist eben nicht jedermenschs Sache. Manche Gehirne kommen auch nicht damit klar, dass sie mal eine Milliarde auf dem Konto hatten und jetzt nur noch 18 Millionen. Also quasi fast pleite sind, höhö, und deswegen die Selbstentleibung bevorzugen. Solche fehlgeleiteten Köpfe braucht diese Welt aber nicht, niemand wird ihnen hinterhertrauern, außer jene, die sich ebenfalls parasitär daran vollgesaugt haben und auf irgendeine Art und Weise selbst davon profitiert haben. Letztlich trauern die Hinterbliebenen dann also nur um sich selbst, weil jeder Mensch ein Egoist ist. Und es keinen anderen Menschen, kein Lebewesen auf dieser Welt gibt, das etwas anderes wäre.

Schrebergarten - Grundrechenarten

Mephistopheles, Montag, 11.05.2020, 13:04 vor 2085 Tagen @ Prophet 3258 Views

bearbeitet von Mephistopheles, Montag, 11.05.2020, 13:53

Wer Zeit und Energie verplempern will, braucht einen Schrebergarten!

Immerhin muss so etwas in einer Krise - denn mit so einer wird hier ja gerechnet - auch bewacht werden. Sonst bist du deinen Kohlrabi, die Tomaten, den Spaten und die Regenwasserpumpe schneller los als du gucken kannst. Und ich bezweifle, dass damit genügend Kalorien erwirtschaftet werden.

2- 400 Kal/d. Das ist etwa 500gr. bzw. 1 kg Obst und Gemüse pro Tag. Der Mensch benötigt 2.500 Kal/d Energienachschub.

Schrebergarten für die Krise klingt nach Minusgeschäft und Hirngespinst.

Ja, aber nicht, weil es nicht möglich wäre, aus einem Schrebergarten, entspr. Größe vorausgesetzt, 2.500 Kal/d zu ernten, sondern weil niemand das essen kann. Mit 500gr. Obst und Gemüse am Tag ist genug, sogar, wenn man die heutigen Verbrauchsziffern berücksichtigt, mehr als genug. Mehr Obst und Gemüse kann man auch gar nicht essen.

Aber, zum Glück wissen wir, dass die früher alle dumm waren. [[wut]] [[ironie]]

Warum hatten die früher alle keine Schrebergärten - die Vorläufer waren die Klostergärten, die hatten aber einen anderen Grund -, aber jeder hatte ein paar Hühner oder Enten oder Gänse. Oder ein Schaf oder eine Ziege. Im Mittelalter hatten fast alle Städter ein Schwein. Die Vertriebenen hielten sich alle Kaninchen.
Kann einer 5kg Gemüse essen am Tag? Dann hat er nämlich seine 2.500 Kal. 500gr. Gemüse + 500 gr. Fleisch? Dann hat er nämlich seine 2.500 Kal auch + ausreichend Eiweis + Fett.

Warum Kaninchen, Hühner, Enten, Gänse? Dazu braucht man kein Land. Das Futter kann man vom Wegrand sammeln.

Schrebergärten gibt es erst seit 19. Jh. und die waren für die Arbeiter. Nicht, weil sie wegen der Ernährung notwendig waren, sondern zum körperlichen und seelischen Ausgleich. Außerdem entwickelten sich da Sozialkontakte, was in der Fabrik nicht der Fall ist.

Sehr geil, 2021: Security nicht nur beim Aldi, sondern auch für Schrebergärten. [[top]]

Ich dachte nicht, dass der "Systemcrash" so amüsant wird und mit einer Mundschutzpflicht begleitet wird.

In der Stadt empfehle ich wie hier genannt das Anstellen an der Suppen- und Armenküche. Auch das "auf das Land pilgern" für Bettelbesuche empfehle ich nicht. Das wird auf jeden Fall ungemütlich für alle Streuner und Halunken die keine Tauschware mitbringen. Wir sind allerdings nicht mehr im Jahre 1946, also bringt Tauschware mit, die brauchbar ist. Zigaretten, Schnaps und Perserteppiche sind völlig ungeeignet, das war vor hundert Jahren modern.

Benzin + Dieselals Tauschware. V.a. Diesel. Bist du überall willkommen.

PS: Ja, selbstverständlich wird es auch die "Reichen" treffen, wenn die "Armen" nicht mehr konsumieren und plötzlich gemerkt haben, dass das kaufen von wertlosem Scheißdreck

==> Chinaimporte. Must have. Metoo.

keine dauerhafte Befriedigung verschafft. Alles schrumpft jetzt wieder zusammen, und das ist gut so.

Schrumpfen geht nicht. Vergiss es. Es geht nur Zerstörung + Wiederaufbau auf einem niedrigeren Level.

Ich halte es auch für äußerst bedenklich, wenn irgendwelche adipösen Schwachköpfe für's Saufen 2 x im Jahr nach Mallorca fliegen können, weil's bloß 29.- gekostet hat.

Gibt`s in Zukunft für 19,99. Trotzdem fliegen weniger.

Es ist gut, dass dieser abartige Unfug aufhört. Niemand braucht das. Und dass die daran fettgefressenen Schmarotzer (Gastwirte, Ferienwohnungsvermieter, Hoteliers) die dachten, dass es immer so weitergehen würde, jetzt das Bibbern bekommen, ist nur recht und billig:

Gruß Mephistopheles

Für wahr, da klingt viel Frust aus deinen Zeilen!

FOX-NEWS @, fair and balanced, Montag, 11.05.2020, 13:06 vor 2085 Tagen @ Prophet 2956 Views

Statt sich am kommenden oder auch nur herbeigewünschten Elend anderer zu ergötzen, wäre es da nicht sinnvoller, sich Gedanken über die eigene Zukunft zu machen? Ich fände Vorschläge und Ideen, die einen in den Bentley mit Kaviar + Champus bringen könnten, viel anregender.

Grüße

--
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Afuera!

"Manche Gehirne kommen auch nicht damit klar, dass sie mal eine Milliarde auf dem Konto hatten und jetzt nur noch 18 Millionen."

Oblomow, Montag, 11.05.2020, 14:23 vor 2085 Tagen @ Prophet 2735 Views

Wen meinst Du konkret? Wie ist das passiert? Wer also 1 Mio hatte, hat jetzt nur noch Achtzehntausend und wer Hunderttausend hatte, hat jetzt nur noch Eintausendachthundert und wer Zehntausend hatte, hat jetzt noch Hundertachtzig usw. Das ist schlimm.

Ich könnte stundenlang dem Apfelbaum beim Blühen zugucken. Hier in der ehemaligen DDR war der Garten auch der Ort, wo man über dies und das sprach. Das könnte wieder von Vorteil sein, vielleicht auch im sog. Westen. Kurz und gut, ein Schrebergarten hat durchaus Kollateralnutzen. Ne Himbeere direkt vom Strauch naschen, ist einfach ein kleines Glück. Auch in der Hängematte Candide lesen, kann beglücken.

Herzlich
Oblomow

Das musst du dir folgendermaßen vorstellen

Mephistopheles, Montag, 11.05.2020, 16:48 vor 2085 Tagen @ Oblomow 2426 Views

bearbeitet von Mephistopheles, Montag, 11.05.2020, 16:57

Wen meinst Du konkret? Wie ist das passiert? Wer also 1 Mio hatte, hat jetzt nur noch Achtzehntausend und wer Hunderttausend hatte, hat jetzt nur noch Eintausendachthundert und wer Zehntausend hatte, hat jetzt noch Hundertachtzig usw. Das ist schlimm.

(...)

Auch in der Hängematte Candide lesen, kann beglücken.

Was einst 18,99 € kostete, wird dir jetzt für 0,99 € nachgeschmissen. Davon werden dann die, die nur auf die finanzielle Wertsteigerung spekulierten und den ideellen Wert nicht erkannten, ganz traurig.

[image]
https://www.amazon.de/dp/B00I80TAGY?tag=amz-mkt-fox-de-21&ascsubtag=1ba00-01000-a00...

Gruß Mephistopheles

Herr Mälzer ist ein verkappter Kommunist

Linder, Montag, 11.05.2020, 12:08 vor 2085 Tagen @ Herzdame 3376 Views

Bloß bemerkt hat er es selbst noch nicht...
Gewinne privatisieren, Verluste sozialisieren und als Topping das neudeutsche "Personal Pricing".

Glückwunsch Herr Mälzer, Sie sind auch Jemand, der nur in goldenen Zeiten ein Geschäft aufbauen und am Laufen halten kann. Sind eben doch mehr Koch als Ökonom, ansonsten würden Sie nicht mit solch sozialistischem Schmonzes ums Eck kommen. Es geht nicht immer nur aufwärts, das hätte Ihnen der Steuer- oder Finanzberater durchaus einmal stecken können. Von allein sind Sie anscheinend nicht drauf gekommen.
Um es in Ihrer Sprache auszudrücken: Wer vorisst, der muss nachhungern!

--
◇◇◇ GENESEN - GELACHT - GELOCHT ◇◇◇

Der hat unser Wirtschaftssystem nicht kapiert.

Dieter, Montag, 11.05.2020, 12:21 vor 2085 Tagen @ Herzdame 3468 Views

"Darüber hinaus plädierte Mälzer für einen Rettungsfonds, der tatsächliche Fehlsummen ausgleiche oder eine gesetzliche Verpflichtung zur Minderung der Miete."

Was für ein Schwachsinn. Wenn Gastronomen die Miete nicht mehr bezahlen können, dann entsteht entweder Leerstand oder es kommen andere Gewerbe rein, die zahlen können. Und ansonsten regelt der Markt einen Leerstand indem die Mieten fallen, bis ausreichend Mieter zu den gefallenen Preisen vorhanden sind.

Die meisten Gastronomen, die ich kenne, sind gewohnt, von der Hand in den Mund zu leben. Die wenigsten bauen Reserven auf, um nachhaltig am Markt Krisen zu überstehen. Die meisten scheitern schon nach Steuerprüfungen und machen den Laden unter dem Namen von Verwandten wieder auf, bis alle Verfügbaren durch sind.

Gruß Dieter

nicht ganz fair

Manuel H. @, Montag, 11.05.2020, 13:29 vor 2085 Tagen @ Dieter 2952 Views

Die meisten Pächter gehen langfristige Pachtverträge ein, die sie einhalten müssen.

Nun geht einseitig der Staat hin und macht aus der renditestarken Immobilie eine kostenträchtige Unnützfläche.

Wer trägt den Schaden?

Einseitig der Pächter?

Gepachtet hatte der Pächter eine konzessionierte Immobilie mit Schallschluck, Abluft usw, was auch den hohen Preis rechtfertigt.

Nun hat der Pächter einen Pachtgegenstand, der, wenn er ihn vertragsgemäß nutzt, hohe Ordnungsstrafen verursacht.

Der Vertragsgegenstand „konzessionierter Laden“ ist entfallen, das Ding produziert nur noch Kosten und kann selbst bei einer eingeschränkten Neukonzessionierung (2 Meter Abstand, Reservierungspflicht, Mundschutzpflicjt, Registrierungspflicht) nicht mehr kostendeckend genutzt werden.

--
Deutschland das neue Troja?
http://www.trojaeinst.wordpress.com

Das stimmt

rodex, Montag, 11.05.2020, 16:30 vor 2085 Tagen @ Manuel H. 2246 Views

Statt gesetzlicher Verpflichtung zur Minderung der Miete dann besser Sonderkündigungsrecht für Mieter, denen Corona-bedingt die Nutzungsgrundlage entfallen ist.

Somit ist die Immobilie wieder frei und der Vermieter findet entweder einen anderen Mieter oder geht freiwillig mit der Miete runter.

Zudem könnte man über eine staatliche Entschädigung für den Vermieter nachdenken, dessen Mieter aufgrund des Sonderkündigungsrechts vorzeitig seinen Vertrag verlassen konnte.

"Höhere Gewalt" das Gastgewerbe ist nicht das einzige Gewerbe, dem so etwas passiert. DAS ist ja genau das, was mit dem "unternehmerischen Risiko" gemeint ist. Sonst würde es doch jeder machen...

Olivia @, Montag, 11.05.2020, 16:42 vor 2085 Tagen @ Manuel H. 2233 Views

bearbeitet von Olivia, Montag, 11.05.2020, 16:48

wenn es "abgesichert" wäre. Auch solche Dinge wie "Corona" passieren. Was meinst Du, was mit den Firmen passiert ist, als "politische Eiszeiten" mit dem Ostblock über Nacht in Handlungen resultierten, die einige Unternehmer, die dort produzierten oder kauften völlig auf den linken Fuß erwischt haben. Ich habe zwei solche kennengelernt. Die waren Pleite, konnten dann HartzIV beantragen. Tragisch ist es dann eben, wenn die Ehefrau und die Kinder so verwöhnt sind, dass sie dann "das Weite" suchen. Ist den beiden Herren übrigens auch noch passiert. Auch "so etwas" wird man wegstecken müssen.... oder man gibt auf.

Homm sagt übrigens, er sei mithilfe der Religion über seinen Tiefstpunkt hinweggekommen. Es kann übrigens auch jedem (jederzeit und jeden Tag) ein Unfall mit kompletter Berufs- oder Arbeitsunfähigkeit passieren. Hochinteressante Erfahrung für "Selbständige" die an solche Dinge nie gedacht haben und "von der Hand in den Mund" lebten. Aber, wie gesagt, in D gibt es ja immer noch HartzIV. Deshalb kommen sie ja aus allen Weltgegenden hier nach Deutschland angereist.

Einen kompletten "Crash" haben viele Menschen erlebt, die sich dann entscheiden
mußten, ob sie wieder "aufstehen" wollten oder nicht!

Ich erinnere mich auch noch sehr gut, an die britischen Opfer der Pfund-Manipulationen von Herrn Soros. Die mußten Haus und Hof in Spanien verlassen, weil sie die Betriebskosten nicht mehr zahlen konnten. Sind dann "arm wie die Kirchenmäuse" nach GB zurück. Auch die vielen Jugendlichen in GB, die ihre Arbeit verloren und auf der Straße schliefen sind mir noch sehr gut im Gedächtnis. Und wenn man an 2008 denkt, dann darf man auch an die vielen Griechen denken, die über Nacht "ohne alles" und dastanden und nicht zu vergessen, dass "Hotel Mama" einen Grund hatte: Massenarbeitslosigkeit der jungen Menschen!

--
For entertainment purposes only.

Das liegt an der falschen Beratung. Sagt einem kleiner. Dazu gäbe es eigentlich Foren wie dieses hier. Genosse @Falkenauge fragen

Mephistopheles, Montag, 11.05.2020, 18:08 vor 2085 Tagen @ Olivia 2057 Views

wenn es "abgesichert" wäre. Auch solche Dinge wie "Corona" passieren. Was meinst Du, was mit den Firmen passiert ist, als "politische Eiszeiten" mit dem Ostblock über Nacht in Handlungen resultierten, die einige Unternehmer, die dort produzierten oder kauften völlig auf den linken Fuß erwischt haben.

Als Ug gründen oder, wenn noch nicht geschehen, sofort in eine umwandeln und akkurate Buchführung betreiben. Bei Überschuldung SOFORT Insolvenzantrag stellen. In diesem Magazin wurde mal ein solcher Fall geschildert. Es ging um eine drei(!)-stellige Summe Überschuldung. Allerdings muss man sagen, dass der betreffende Unternehmer das System begriffen hat.

Ich habe zwei solche kennengelernt. Die waren Pleite, konnten dann HartzIV beantragen.

Keksdose. Genau dass sagt einem keiner. Das sollte man für sich bereits vor Unternehmensgründung festlegen und einen immer gleichen Prozentsatz des Umsatzes in eine Keksdose stecken. Die Summe sollte so groß sein, dass es unter "Privatentnahme" laufen kann. Von der Keksdose sollte man Niemanden, wirklich Niemand, etwas erzählen.

Tragisch ist es dann eben, wenn die Ehefrau und die Kinder so verwöhnt sind, dass sie dann "das Weite" suchen. Ist den beiden Herren übrigens auch noch passiert. Auch "so etwas" wird man wegstecken müssen.... oder man gibt auf.

Soll froh sein und ihnen alles Gute wünschen. Es wird ihnen jetzt mit Sicherheit besser gehen.

Homm sagt übrigens, er sei mithilfe der Religion über seinen Tiefstpunkt hinweggekommen. Es kann übrigens auch jedem (jederzeit und jeden Tag) ein Unfall mit kompletter Berufs- oder Arbeitsunfähigkeit passieren. Hochinteressante Erfahrung für "Selbständige" die an solche Dinge nie gedacht haben und "von der Hand in den Mund" lebten.

Wollten diese Selbständigen wirklich selbständig sein oder wollten sie nur keine Angestellten sein?

Aber, wie gesagt, in D gibt es ja immer noch HartzIV. Deshalb kommen sie ja aus allen Weltgegenden hier nach Deutschland angereist.

Musst du Genosse Falkenauge fragen. Wir haben einem eine Demokratie. Sie wollen es so.

Einen kompletten "Crash" haben viele Menschen erlebt, die sich dann entscheiden
mußten, ob sie wieder "aufstehen" wollten oder nicht!

Ich erinnere mich auch noch sehr gut, an die britischen Opfer der Pfund-Manipulationen von Herrn Soros.

Ach, das war damals der Vorsitzende der BoE?

Die mußten Haus und Hof in Spanien verlassen, weil sie die Betriebskosten nicht mehr zahlen konnten.

Hätten sie sich halt an die spanische Regierung gewandt wegen Unterstützung.

Sind dann "arm wie die Kirchenmäuse" nach GB zurück. Auch die vielen Jugendlichen in GB, die ihre Arbeit verloren und auf der Straße schliefen sind mir noch sehr gut im Gedächtnis.

Muss man ihnen erklären. Das ist Demokratie. Da sind doch alle dafür? Die Repräsentanten sind alle gewählt. Warum haben sie nicht angerufen, dass die Regierung die Royal Navi schickt, um Mallorca von den Spaniern zu befreien so wie damals bei den Falklands?

Und wenn man an 2008 denkt, dann darf man auch an die vielen Griechen denken, die über Nacht "ohne alles" und dastanden.

Auch in Griechenland haben sie eine Demokratie.

und nicht zu vergessen, dass "Hotel Mama" einen Grund hatte: Massenarbeitslosigkeit der jungen Menschen!

Einfach Genosse Falkenauge fragen. Der schlägt dann vor, einfach demokratisch zu beschließen, die alle zu einem ausreichenden Lohn einzustellen.

Gruß Mephistopheles

Unternehmerische Risiken

Dieter, Montag, 11.05.2020, 18:58 vor 2085 Tagen @ Manuel H. 1950 Views

Hallo,
Es gibt unternehmerische Risiken in allen möglichen Branchen, auch größere als mal 1/2 Jahr keine oder nur geringe Umsätze machen zu können.

Gastwirte und Kneipers sind bislang weitgehend davon verschont geblieben. Anders als andere Branchen. Von daher ist es vermutlich in der Gastronomie-Branche üblich, auch keine Vorsorge zu treffen.

Wenn ein Start-up oder ein junges Unternehmen noch nicht genug Eigenkapital aufgebaut hat, dann kann ich die Sorgen verstehen.
Aber nicht bei Selbständigen und Unternehmern, die schon länger am Markt sind. Wenn sie es nicht schaffen, ausreichend Eigenkapital oder Reserven aufzubauen, anstatt zu konsumieren, dann gehören sie auch abgeschossen als Unternehmer und sollten den Weg frei machen für andere.

Das gilt auch für einen Tim Mälzer und seinen Restaurants. Allerdings vermute ich, daß er ohne Probleme ausreichend Eigenkapital nachschießen könnte, wenn er wollte, so wie es in anderen Branchen üblich ist.

Gruß Dieter

Mälzer ist auf der "Kochwelle" hochgeschwemmt worden. Ein "frisches, anderes Gesicht". Jetzt kann er zeigen, was er drauf hat.

Olivia @, Dienstag, 12.05.2020, 22:57 vor 2084 Tagen @ Dieter 1523 Views

Sollte sich doch freuen. Eine Chance! Die ganzen "Köche" und "Kochshows" die gibt es doch langsam zum Schweinefüttern. Mich würde es eher interessieren, wie der Schubeck damit umgeht, denn der hat wirklich einen Apparat dahinter stehen. Von dem hört man aber bisher keinerlei mediales Gejammere. "Kontakte" wird er genügend haben und ich vermute, dass die Bayern auf den nicht verzichten wollen.... also werden sie sich etwas überlegen.

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Jammern auf hohem Niveau von Mälzer. Jeder Selbständige/Firmeninhaber, der etwas älter ist, hat bereits einige solcher "Krisen" hinter sich. Allerdings ohne "Geld vom Staat". Das ist ein Novum.

Olivia @, Montag, 11.05.2020, 16:24 vor 2085 Tagen @ Dieter 2290 Views

Ich zumindest habe einige solche Situationen hinter mir, wo über Nach plötzlich alle Aufträge "verschwanden" und keine neuen hinzu kamen. Die Kunden, die ich anrief (gut aufgestellte, innovative Unternehmen), sagten mir: Frau X wir würden sehr gerne weitermachen, ABER wir wissen nicht, wie wir die Gehälter zahlen sollen". Genauso ging es mir auch... ich wußte auch nicht, wovon ich die Gehälter zahlen sollte. Schwierig, wenn man lang laufende Mietverträge hat und fest angestelltes Personal (keine Näherinnen). Die "Kurzarbeit" ist auch erste eine "späte Erfindung". Erinnern kann ich mich daran, dass ich um 4.00 Uhr raus bin und durch die ganze Republik "gerast" um neue Aufträge zu bekommen. Dann wurden ALLE Reserven aktiviert, alles was machbar war und alles reduziert, was sich reduzieren ließ. Zum Schluss mußten wir im "fliegenden Wandel" umstrukturieren. Neue Standbeine aufbauen immer in Unsicherheit, ob es uns nicht komplett umhauen wird. Entweder man übersteht das und ist BEREIT, sich dem mörderischen Stress auszusetzen und es zu "überstehen".... oder aber man übersteht es nicht. Im zweiten Falle gibt es ja noch HartzIV.... jedenfalls in Deutschland.

Die "Unternehmer" sollten sich - bevor sie beginnen zu unternehmen - ernsthaft damit beschäftigen, was es heißt FIXKOSTEN zu haben. Allerdings unter der Bedingung, dass man auch nicht bereit ist, diese Kosten mithilfe einer "gekonnten Pleite" loszuwerden. Denn das machen die "Superschlauen". Die "entschulden" sich dann über eine Pleite.

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Der Vergleich hinkt: Jeder Selbständige/Firmeninhaber, der etwas älter ist, hat bereits einige solcher "Krisen" hinter sich. Allerdings ohne "Geld vom Staat". Das ist ein Novum.

valuereiter @, Montag, 11.05.2020, 16:45 vor 2085 Tagen @ Olivia 2217 Views

Ich zumindest habe einige solche Situationen hinter mir, wo über Nach plötzlich alle Aufträge "verschwanden" und keine neuen hinzu kamen. ... Erinnern kann ich mich daran, dass ich um 4.00 Uhr raus bin und durch die ganze Republik "gerast" um neue Aufträge zu bekommen. ...

und was hilft in einer SOLCHEN Situation = wenn Du Dein Geschäft wegen einer plötzlichen Notverordnung NICHT betreiben DARFST ne Akquise-Aktion?

was Du schreibst wäre gültig gewesen, wie Ende 2008 plötzlich dutzendweise Weihnachtsfeiern abgesagt wurden/Catering-Aufträge wegen Finanzkrise ausblieben - aber nicht bei einem BetriebsVERBOT!

(und sei es "nur" dass bei 90 % der Kosten nur noch der halbe Umsatz generiert werden darf)

Ja. Genau das sind die Probleme, die dann "gemeistert" werden müssen. Die sehen jedes Mal anders aus! Bei jeder Krise!

Olivia @, Montag, 11.05.2020, 16:56 vor 2085 Tagen @ valuereiter 2122 Views

Das einzige Vergleichbare ist: Es kommt überraschend/plötzlich... über Nacht und es ist lebens-/existenzbedrohend! Etliche Leute bekommen darüber auch einen Herzinfarkt. Das ist kein Spiel! DAS ist Realität! Die Bundesbürger gehören zu den wenigen Menschen auf diesem Planeten, die so etwas NICHT gekannt haben. Willkommen im CLUB!

Es geht noch weiter: Wenn die öffnen und die Leute haben nicht mehr genügend Geld im "Säckel", dann ist der Laden auch leer! Auch so etwas, vollkommen ohne Corona kann täglich passieren. Nur in Deutschland hält man so etwas nicht für möglich und schreit nach dem Staat.

Der Mälzer... oh Gott, Knäblein.... Alle anderen "enteignen", damit es ihm besser geht.
Dabei sollte er doch gerade lernen: ER wird nicht gebraucht! NIEMAND wird gebraucht!
Es ist einzige die Entscheidung jedes Einzelnen, ob er die Mühe auf sich nimmt und weiterleben/arbeiten will ... oder nicht!

Meine Tochter stammt aus Asien. Die hat oft den Kopf geschüttelt, über die unfassbare, mentale "man muss mich versorgen"-Mentalität der Deutschen und vor allen Dingen der jungen Deutschen.

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stimmt nicht ganz

valuereiter @, Montag, 11.05.2020, 17:06 vor 2085 Tagen @ Olivia 2090 Views

Es geht noch weiter: Wenn die öffnen und die Leute haben nicht mehr genügend Geld im "Säckel", dann ist der Laden auch leer! Auch so etwas, vollkommen ohne Corona kann täglich passieren.

dann ist EIN TEIL der Läden/Restaurants leer - diejenigen, die (nach welchen Kriterien auch immer) das beste Preis-Leistungs-Verhältnis bieten sollten nur mäßige Einbussen haben!

wer z.B. die Schwankungen eines "normalen" Konjunkturzyklus nicht übersteht ... oder wer ABSEHBARE politische Risiken ignoriert (z.B. mit einem Hauptkunden im Iran) ... der ist selber schuld, wenn er auf die Fresse fliegt ...

extern eintreffende Jahrhundert-Ereignisse zu antizipieren ist aber vielleicht etwas viel verlangt [[zwinker]]

Krisenmanagement. Antizipieren kannst du das nicht. Aber du bist gezwungen zu handeln.... oder zu weinen.... oder zu weinen und dann zu handeln.

Olivia @, Montag, 11.05.2020, 18:31 vor 2085 Tagen @ valuereiter 2063 Views

Krisen zeichnen sich ja speziell dadurch aus, dass du sie nicht antizipieren kannst.

Und sie kommen jedes Mal anders daher. In Deutschland ist man das lediglich nicht mehr gewöhnt. Natürlich können alle mit Krisen umgehen. Wenn das laute "Wehklagen" nicht mehr so gut bezahlt wird, dann geht das.

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Olivia, bin ganz Deiner Meinung, entspricht auch meiner Erfahrung! owT

Dieter, Montag, 11.05.2020, 19:05 vor 2085 Tagen @ Olivia 1819 Views

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... und sei es "nur" dass bei 90 % der Kosten nur noch der halbe Umsatz generiert werden darf...

Olivia @, Montag, 11.05.2020, 17:04 vor 2085 Tagen @ valuereiter 2157 Views

Unsinn! Niemand verbietet denen, Umsatz zu generieren! Die müssen den Umsatz unter VERÄNDERTEN Bedingungen generieren!

D.h. sofort den Kundenstamm aktivieren und in die Akquisition. Exklusiver Lieferdienst! Muss er sich halt etwas umstellen und ein paar Köche müssen "Fahrer" werden. So what?

Hier stehen vor den Lokalen überall große Schilder: WIR sind für Sie da! Rufen Sie uns an, wir lieferen Ihnen alles nach Hause!

Wozu haben wir eigentlich das Internet? Und wenn die Kneipen nur örtlich besucht werden und man die Namen nicht weiß, dann macht man halt eine Postwurfsendung.
Habe mich sehr gefreut über die Postwurfsendungen und konnte mir auf diese Art und Weise einiges bestellen, ohne dass ich lange suchen mußte.

Aber... die müssen aktiv werden.... nicht zum "Heulen" ins Fernsehen gehen. Da wird keiner von seinen Gästen "Mitleid" haben. Ich meine diejenigen, die ihr Geld selbst erarbeitet haben, nicht deren "mitessenden Anhang". Warum? Nun, die meisten werden existenzbedrohende Situationen alle selbst kennen! Von nix kommt nix Und "festhalten" kann man auch nix...

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funktioniert nur in ausgewählten Marktsegmenten

valuereiter @, Montag, 11.05.2020, 17:12 vor 2085 Tagen @ Olivia 2146 Views

Unsinn! Niemand verbietet denen, Umsatz zu generieren! Die müssen den Umsatz unter VERÄNDERTEN Bedingungen generieren!

... Exklusiver Lieferdienst! Muss er sich halt etwas umstellen und ein paar Köche müssen "Fahrer" werden. So what?

Hier stehen vor den Lokalen überall große Schilder: WIR sind für Sie da! Rufen Sie uns an, wir lieferen Ihnen alles nach Hause!

das funktioniert (halbwegs) in den Segmenten der Gastronomie, wo es um das Essen an sich geht!

nicht bei Discos oder Bars, wo die Leute primär flirten/jemanden aufreissen willen - nicht bei ner Pilskneipe (das Bier aus dem Getränkemarkt kostet nur ein Viertel --> WIE soll da ein Lieferservice funktionieren?) - nicht bei Ausflugslokalen - und nicht in der "High End-Gastronomie", wo das personalintensive 5 Gänge-Menü gerade mal kostendeckend ist, und an den Getränken (Flasche Wein für 120 Euro, die im Handel 45 Euro kostet) verdient wird!

Ja, stimmt. Die wo es geht, die sollten sich dann wenigstens bewegen. Die Discobesitzer haben aber sofort CASH vom Staat bekommen.....

Olivia @, Montag, 11.05.2020, 18:37 vor 2085 Tagen @ valuereiter 2059 Views

Insofern waren die Schmerzen erträglich. Woher ich das weiß? Einer meiner Neffen hat so ein Ding in D'dorf. Ganz unbürokratisch bekam er einen ordentlichen Batzen Cash..... vom fürsoglichen Staat.

Meine Nachbarn sind auch in Sachen "Disco" oder ähnliches investiert. Bisher habe ich noch keine Klagen gehört. Keine Ahnung, woher die ihre "Gelder" nehmen. Möglicherweise hatten die ja eine "Keksdose", so wie Meph das beschreibt oder sie hatten auch einen guten Draht zum Staat. - Das dürfen "wir" dann demnächst alles bezahlen.

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For entertainment purposes only.

So schaut's aus!

Ashitaka @, Montag, 11.05.2020, 18:55 vor 2085 Tagen @ Olivia 2415 Views

bearbeitet von Ashitaka, Montag, 11.05.2020, 19:23

Hallo Olivia,

Unsinn! Niemand verbietet denen, Umsatz zu generieren! Die müssen den Umsatz unter VERÄNDERTEN Bedingungen generieren!

So schaut's aus. Zumindest bei den meisten Betrieben die nicht in den letzten Jahren alles auf Pump renoviert haben und sich bei 08/15 Küche einen teuren 5 Sterne-Saal geleistet haben. Hoteliers mit Gastronomie ist ein anderes Thema. Da sieht es wirklich sehr mau aus.

Aber 90% der mittelständigen Gastronomieetriebe mit warmer Küche sitzen nicht im berliner, kölner oder münchner Stadtzentrum, haben treue Kundschaften und keine Laufkundschaft wie am Flughafen.

D.h. sofort den Kundenstamm aktivieren und in die Akquisition. Exklusiver Lieferdienst! Muss er sich halt etwas umstellen und ein paar Köche müssen "Fahrer" werden. So what?

Und alle die man nicht braucht in Kurzarbeit schicken. Läuft bei Familienbetrieben nach eigenen Erfahrungen bestens, vorausgesetzt die Kundenfrequenz und Kundentreue bzgl. warme Speisen passte auch schon vorher. Für reine Pinten ist es gerade die Hölle!

Hier stehen vor den Lokalen überall große Schilder: WIR sind für Sie da! Rufen Sie uns an, wir lieferen Ihnen alles nach Hause!

So funktionierts bei vielen ohne dass sie verlustig unterwegs sind. Zwar wird wegen der wegbrechenden Getränkeumsätze der Rohertrag niedriger ausfallen, dafür sind die fixen Kosten / Liquiditätsbelastungen der Gastronomen im Schnitt wirklich ein Witz. Auch die Mieten sind bis auf die Stadtregionen nicht das Problem.

Mit Essensauslieferungen schaffen sie 45% Rohertrag. Die Personalkosten sinken auf max. 10% statt der üblichen 22%. Da muss der Chef mal selbst die Küche leiten. Die Aushilfen fürs Wochenende und die Veranstaltungen fallen weg. Miete im Schnitt 6%-8% (die meisten zahlen keine 4TEUR Pacht im Monat, viele Familienbetriebe haben Eigentum und dafür Rücklagen), Fahrzeugkosten steigen geringfügig auf 4-5%, wenn überhaupt. Werbekosten kann man sich dank sozialer Medien schenken und die übrigen Kosten schlagen im Schnitt ca. mit 10% Punkten zu buche (Verwaltung, Telefon, Buchführung, Betriebsbedarf etc. ohne Reinigungskosten, Beiträge).

Bleiben 12% Betriebsergebnis über. Schafft man es noch Getränke auszuliefern sieht die Rechnung deutlich besser aus (Rohertrag würde ich dann mit 60% statt den üblichen 70% ansetzen).

Ertragssteuerbelastungen bis auf weiteres erst mal auf Null fahren, falls gesetzlich versichert auf Mindestbeitrag runter gehen (zieht jede gesetzliche Krankenkasse mit geändertem Einkommensteuervorauszahlungsbescheid sofort mit).

Planungen und Hilfen leistet der Steuerberater umsonst, sofern er es checkt die bis zu 4 TEUR BAFA-Mittel zu beantragen und die Voraussetzungen dafür erfüllt.

Bleiben zwischen 12 und 27% Betriebsergebnis = vorläufiges Ergebnis (vor übrigen Zins- und Tilgungsdiensten) über. Wenn man da keine 3-4 TEUR Umsatz die Woche / 2.500 bis 3.420 € mtl. Ergebnis schafft und sich nicht mit den 15.000 Soforthilfe plus verfügbarer KfW-Mittel und tilgungsfreien Jahren über Wasser halten kann, dann soll es halt so sein.

Ich bin erstaunt, wie viele Gastronomen das seit Wochen schaffen und baff wie gutgelaunt sie es meistern. Dass viele jammern hat auch mit der fehlenden Begeisterung und Initiative der Geschäftsführer zu tun. Da hab ich schon alles erlebt (letztes Jahr noch AWD oder Vermögensberatung, heute exklusive Küche mit Aldieinkauf). Oder 900 € AMG vor der Tür, immer an der Überziehungsgrenze und jedes dritte Jahr Betriebsprüfungen bei denen die Kassenführung auch nach dem hundertsten Hinweis ein Fremdwort bleibt. Da konnte ich früher ein Liedchen von singen und bin heilfroh wenn sie nun alle vom Markt verschwinden. Dieses Möchtegernunternehmertum, dass jeden Monat anruft und fragt weshalb die Umsatzsteuer so hoch ist, ist in den Städten leider keine Seltenheit.

Der Fisch stinkt vom Kopf.

Herzlichst,

Ashitaka

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Der Ursprung aller Macht ist das Wort. Das gesprochene Wort als
Quell jeglicher Ordnung. Wer das Wort neu ordnet, der versteht wie
die Welt im Innersten funktioniert.

Das meintest Du bestimmt umgekehrt: ("Rohertrag würde ich dann mit 60% statt den üblichen 70% ansetzen")

el_mar, Montag, 11.05.2020, 20:14 vor 2085 Tagen @ Ashitaka 1944 Views

bearbeitet von el_mar, Montag, 11.05.2020, 20:22

Weil der Rohertrag bei Getränken höher ist!

Nein

Ashitaka @, Montag, 11.05.2020, 21:40 vor 2085 Tagen @ el_mar 1971 Views

bearbeitet von Ashitaka, Montag, 11.05.2020, 21:45

Hallo el_mar,

vielleicht etwas verquer von mir ausgedrückt. So schaut's aus:

70% ist der übliche Roheertrag für Getränke und warme/kalte Speisen in der Gastronomie (NRW weit zumindest).

45% können es für die Auslieferung/Abholung von warmen/kalten Speisen aktuell werden. Durch verringerte Sortimente und dadurch weniger Verschnitt/Schwund ist das in vielen Gastronomien sicher machbar. Die meisten Betriebe machen kleinere Karten, auch um den Kunden nicht zu überfordern.

60% könntens im Schnitt aktuell werden, wenn neben warme/kalte Speisen auch Getränke geliefert werden. An die 70% kommt niemand dran. Nicht alle werden die Getränke mit ihrem guten Aufschlag bei Bestellungen mit nachfragen.

Herzlichst,

Ashitaka

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