Hedge-Fund-Legende kauft Bitcoin als Absicherung gegen Inflation

CalBaer @, Donnerstag, 07.05.2020, 22:46 vor 2091 Tagen 3217 Views

bearbeitet von CalBaer, Donnerstag, 07.05.2020, 22:52

Paul Tudor Jones:

- seit Februar sind 3,9 Billionen Dollar gedruckt worden
- Bitcoin passe den Test auf 4 Kriterien: purchasing power, trustworthiness, liquidity und portability
- “Bitcoin reminds me of gold when I first got into the business in 1976"

Paul Tudor Jones Buys Bitcoin as a Hedge Against Inflation
https://www.bloomberg.com./news/articles/2020-05-07/paul-tudor-jones-buys-bitcoin-says-...

--
Ein ueberragender Teil der Oekonomen, Politiker, Banker, Analysten und Journalisten ist einfach unfaehig, Bitcoin richtig zu verstehen, weil es so revolutionaer ist.
Info:
www.tinyurl.com/y97d87xk
www.tinyurl.com/yykr2zv2

Hoffen wir auf den Durchbruch!

mabraton @, Freitag, 08.05.2020, 08:45 vor 2091 Tagen @ CalBaer 2685 Views

Hallo CalBear,

die aktuelle Lage bietet beste Voraussetzungen für die Vorteile und Alleinstellungsmerkmale von BitCoin.
Im Umkehrschluss bedeutet das, wenn Bitcoin nicht jetzt durch die Decke geht, wann dann?

Beste Grüße
mabraton

Mein Problem mit Bitcoin

BerlinWedding, Freitag, 08.05.2020, 10:35 vor 2091 Tagen @ CalBaer 2979 Views

bearbeitet von BerlinWedding, Freitag, 08.05.2020, 10:40

Vorweg: Es ist gut möglich, dass ich auch zu denen gehöre, die Bitcoin noch gar nicht richtig verstanden haben. [[top]]

Denn ich habe mich bisher auch nicht wirklich bemüht, in die Details zu gehen. Das für mich entscheidende (KO-)Kriterium sehe ich in der Möglichkeit, dass Bitcoin eines nicht allzu fernen Tages verboten und/oder von staatlich lizensierten Coins verdrängt werden könnte.

Das halte ich sogar für recht wahrscheinlich, und zwar umso mehr, als BTC zu einem ernst zu nehmenden Konkurrenten für real existierendess FIAT-Money wird. Bei der Vorstellung von "Libra" durch Facebook konnte man ja sehr schön (und schnell!) sehen, dass die Regierungen und Notenbanken dieser Welt gar nicht daran denken, sich in der Geldpolitik auf den Zuschauer-Status zurück zu ziehen.

Meines Wissens nach gibt es ja auch immer noch nicht so richtig dolle viele Möglichkeiten, mit BTC reale Dinge zu kaufen, sondern es wird in der Regel zuvor immer in "echtes" Geld hin- und hergetauscht. Es ist also nach wie vor fast ausschließlich ein Spekulationsobjekt, was (für mich) ein weiteres KO-Kriterium darstellt.

Falls das von mir erwartete Szenario eintritt, wird man sich dann mit seinen Bitcoins im Darknet vielleicht noch was zu rauchen kaufen können, aber das wars denn auch schon. [[zigarre]]

Richtig. Kryptowährungen sind auch nur Fiatgeld, allerdings mit Inflationsschutz. (oT)

rodex, Freitag, 08.05.2020, 12:32 vor 2091 Tagen @ BerlinWedding 2302 Views

(oT)

Kryptos sind überhaupt kein Geld, so lange sie nicht von einer Zentralbank ausgegeben und als Steuerzahlungsmittel akzeptiert werden. (oT)

Naclador @, Göttingen, Freitag, 08.05.2020, 12:36 vor 2091 Tagen @ rodex 2713 Views

Geldfunktionen

valuereiter @, Freitag, 08.05.2020, 13:02 vor 2091 Tagen @ Naclador 2379 Views

ich habe in der 7. oder 8. Klasse gelernt, dass sich Geld durch DREI wesentliche Funktionen auszeichnet:

- Zahlungsmittel

- Wertaufbewahrungsmittel

- Messgröße für ökonomische Werte/Rechengröße

1947 auf dem Bauern-/Schwarzmarkt war die Reichsmark also kaum noch als Geld zu gebrauchen/bezeichnen ... amerikanische Zigaretten eher ...

Das entscheidende Merkmal von Geld ist das "Haben müssen zum Termin". Bitcoin muss ich nicht haben, jedenfalls noch nicht. (oT)

Naclador @, Göttingen, Freitag, 08.05.2020, 13:34 vor 2091 Tagen @ valuereiter 2232 Views

Demnach gab es in den USA vor 1913 gar kein Geld

CalBaer @, Freitag, 08.05.2020, 19:28 vor 2091 Tagen @ Naclador 2235 Views

Wie gesagt der Begriff "Geld" ist ausserdem ein Wieselwort.

Klarer waere in diesem Zusammenhang der Begriff "Fiat-Geld".

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virtuelle Tulpenzwiebeln?

valuereiter @, Freitag, 08.05.2020, 12:57 vor 2091 Tagen @ BerlinWedding 2388 Views

Denn ich habe mich bisher auch nicht wirklich bemüht, in die Details zu gehen. Das für mich entscheidende (KO-)Kriterium sehe ich in der Möglichkeit, dass Bitcoin eines nicht allzu fernen Tages verboten und/oder ... werden könnte.

das wäre eher eine lokale und vor allem TEMPORÄRE "Marktstörung"

(haben nicht die Chinesen vor einiger Zeit BTC verboten, weil zu beliebt bei der Korruption?)

Heroin und Kokain sind sogar weltweit verboten und haben ihren Wert ...


entscheidend ist eher, wie dauerhaft die Akzeptanz ist?

manch einer hat mit seinen Tulpenzwiebeln bis heute nicht wieder seinen Einstandspreis wiedergesehen ...


PS:
Tulpenzwiebeln wurden nicht verboten ;)

Tulpenzwiebeln fehlt der eingebaute Inflationsschutz. Insofern sind Bitcoin besseres Geld. (oT)

rodex, Freitag, 08.05.2020, 13:10 vor 2091 Tagen @ valuereiter 2250 Views

(oT)

Bitcoin ist Bargeldverbot

Mephistopheles, Freitag, 08.05.2020, 13:22 vor 2091 Tagen @ BerlinWedding 2604 Views

bearbeitet von Mephistopheles, Freitag, 08.05.2020, 13:29

Vorweg: Es ist gut möglich, dass ich auch zu denen gehöre, die Bitcoin noch gar nicht richtig verstanden haben. [[top]]

[[trost]] [[top]]

Das halte ich sogar für recht wahrscheinlich, und zwar umso mehr, als BTC zu einem ernst zu nehmenden Konkurrenten für real existierendess FIAT-Money wird.

Wie denn das? Zahlen die Bitcoinhersteller ihre Stromrechnungen etwa mit Bitcoins?

Bei der Vorstellung von "Libra" durch Facebook konnte man ja sehr schön (und schnell!) sehen, dass die Regierungen und Notenbanken dieser Welt gar nicht daran denken, sich in der Geldpolitik auf den Zuschauer-Status zurück zu ziehen.

Akzeptiert Facebook etwa Bitcoins als Vergütung für seine Dienstleistung?

Meines Wissens nach gibt es ja auch immer noch nicht so richtig dolle viele Möglichkeiten, mit BTC reale Dinge zu kaufen, sondern es wird in der Regel zuvor immer in "echtes" Geld hin- und hergetauscht. Es ist also nach wie vor fast ausschließlich ein Spekulationsobjekt, was (für mich) ein weiteres KO-Kriterium darstellt.

Ach ne? Vielleicht sind Bitcoins ja gar kein echtes Geld, sondern Spekulationsobjekte wie Gold? Auch mit Gold kannst du keine realen Dinge kaufen, sondern du musst es es zuerst in echtes Geld "umtauschen".

Falls das von mir erwartete Szenario eintritt, wird man sich dann mit seinen Bitcoins im Darknet vielleicht noch was zu rauchen kaufen können, aber das wars denn auch schon. [[zigarre]]

Man wird es bei einem Stromausfall bemerken. Du wirst mit Bitcoin dann nichts, aber auch gar nichts kaufen können. Auch nicht im Darknet.
Das einzige Geld, mit dem du was kaufen können wirst, ist Bargeld. Darum wäre ein Bargeldverbot auch so gefährlich. Wenn du etwas für Gold kaufst, dann bis du zwar Besitzer, aber nicht Eigentümer der Ware.

Gruß Mephistopheles

Bei ein Stromausfall kannst gar nichts kaufen

CalBaer @, Freitag, 08.05.2020, 19:03 vor 2091 Tagen @ Mephistopheles 2242 Views

Nicht mal mit Bargeld, weil die Kassen nicht funktionieren. Ausnahme vielleicht Flohmarkt und der Biobauer. Da brauchst aber erstmal Benzin um hinzukommen.

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"Spekulationsobjekt" -> Angebot / Nachfrage

Pingpong @, Freitag, 08.05.2020, 13:28 vor 2091 Tagen @ BerlinWedding 2414 Views

bearbeitet von Pingpong, Freitag, 08.05.2020, 13:44

Meines Wissens nach gibt es ja auch immer noch nicht
so richtig dolle viele Möglichkeiten, mit BTC reale Dinge zu kaufen,
sondern es wird in der Regel zuvor immer in "echtes" Geld hin- und hergetauscht.

Bitcoin ist m.E. am ehesten vergleichbar mit einem nicht beliebig inflationierbaren Gut wie physischem Gold (kein Papiergold) - auch mit Goldmünzen kannst Du im Supermarkt in der Regel nichts einkaufen und musst zuvor "in echtes Geld hin- und hertauschen", und dennoch ist Gold für viele Marktteilnehmer so wertvoll, dass sie "echtes Geld" dafür herzugeben bereit sind.
Im Gegensatz zu physischem Gold sind allerdings der Tausch, die Übertragung zwischen den Marktteilnehmern sowie die Aufbewahrung erheblich einfacherer, sicherer und günstiger - zumindestens solange allgemein Strom und Internet verfügbar sind. :)

Inwieweit Bitcoins als Tausch- und Wertaufbewahrungsmittel taugen, hängt m.E. letztlich von der Akzeptanz der Marktteilnehmer ab:
Sofern genügend Teilnehmer bereit sind, Bitcoins im Tausch für irgendetwas herzugeben, hat es für diese Teilnehmer dann auch einen entspr. Wert.
Der Wert eines Tauschmittels hängt letztlich immer von den Erwartungen der Teilnehmer ab, ob diese glauben, dass das Tauschmittel zu einem späteren Zeitpunkt wieder von anderen Teilnehmern akzeptiert wird.
Auch ein bekanntes Gut wie Gold, das seit langer Zeit von vielen Menschen als Tausch- und Wertaufbewahrungsmittel traditionell akzeptiert wird, würde in einer grossen Hungersnot oder Zombieapokalypse erheblich an Tauschkraft verlieren, ebenso wie vermutlich Euros oder Dollars.

Und natürlich:
Auch wenn die Bürger sich Gold, Bitcoins oder Schweinehälften zulegen:
Die Steuern müssen derzeit nachwievor in "echtem Geld" / Fiat wie Euros etc. entrichtet werden, der Bürger wird also gesetzlich dazu gezwungen, sich diese staatlich verordneten Zahlungsmittel zu beschaffen.

Es ist also nach wie vor fast ausschließlich ein Spekulationsobjekt,
was (für mich) ein weiteres KO-Kriterium darstellt.

Der Preis eines Bitcoins wird - wie bei jedem anderen Wirtschaftsgut - durch Angebot und Nachfrage bestimmt, der Preis wird also in einem Markt gebildet.
Wie in jedem Markt gibt es Faktoren, die den Preis beeinflussen, z.B. die Erwartungen der Teilnehmer hinsichtlich der weiteren Entwicklung.

Und im Gegensatz zu einem zentral gesteuerten (=manipulierten) Geld wie z.B. dem Euro, bei dem nicht zuletzt politische Interessen eine erhebliche Rolle spielen, folgt die Entwicklung z.B. der Bitcoinmenge etc. einem nachvollziehbaren Algorithmus und nicht der Willkür irgendwelcher Entscheidungsgremien.

Steuerzwang in Fiatgeld

CalBaer @, Freitag, 08.05.2020, 19:38 vor 2091 Tagen @ Pingpong 2191 Views

Wird per Staatsgewalt durchgesetzt. Insofern besteht ein Monopol des Fiatgeldes.

Ein freies Marktsystem will und kann niemals Monopole errichten. Es wird aber langfristig durch seine Eigenschaften einem Gewaltsystem immer ueberlegen sein.

"Der Markt hat immer recht".

"Gewalt wird immer scheitern".

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Pandemie und Elfmeter

Langmut @, Freitag, 08.05.2020, 19:53 vor 2091 Tagen @ CalBaer 2178 Views

Hallo in die Runde,

"Der Markt hat immer recht".

"Gewalt wird immer scheitern".

Synthese: Der gewaltige Markt ist immer gescheitert, recht so.

"Elfmeter ist dann, wenn der Schiedsrichter Elfmeter pfeift." (Jörg Klupp)

Ersetze Elfmeter durch Pandemie, Schiedsrichter durch Regierung.

So einfach ist das.

1 : 0 für

Langmut

--
Die Mutter der Dummheit ist immer schwanger.

Wann wird es endlich wieder so, wie es nie war. (Joachim Meyerhoff)

Zeithorizont

Pingpong @, Freitag, 08.05.2020, 21:07 vor 2090 Tagen @ CalBaer 2224 Views

Wird per Staatsgewalt durchgesetzt. Insofern besteht ein Monopol des Fiatgeldes.

Ja:
Der Staat zwingt den Bürger dazu, das Fiatgeld benutzen zu müssen, der Bürger wird unter Strafandrohung und -durchsetzung dazu gezwungen, seine Abgaben in Fiat zu entrichten und das staatliche Zwangsmonopolgeld benutzen zu müssen.

Ein freies Marktsystem will und kann niemals Monopole errichten.
Es wird aber langfristig durch seine Eigenschaften einem Gewaltsystem immer ueberlegen sein.

Ja.
Für den Bürger gibt es allerdings - wie Du ja selbst schreibst - das Problem des begrenzten Zeithorizonts.
Auch wenn freie Marktsysteme langfristig überlegen sind, können repressive Zwangssysteme ja leider oftmals über sehr lange Zeiträume aufrechterhalten werden, der Mensch hat leider nur begrenzte Zeit, Zwangssysteme einfach auszusitzen.

Wir werden es noch erleben

CalBaer @, Freitag, 08.05.2020, 23:18 vor 2090 Tagen @ Pingpong 2238 Views

Wenn kein Wunder passiert, haben sich die ZBs in den naechsten 10 Jahren selbst zerstoert.

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Vielleicht solltest doch erstmal in die Tiefe gehen

CalBaer @, Freitag, 08.05.2020, 19:24 vor 2091 Tagen @ BerlinWedding 2257 Views

Das muss ich aus Deinen "Erkenntnissen" leider schliessen. In der Schule wuerde man sagen: voellig unvorbereitet zum Thema. Bitte nehme es nicht persoenlich. Gesteigertes Interesse gepaart mit gesunder Skepsis ist nicht falsch.

Benutze mal die Suchfunktion. Solche Fragen haben wir hier schon seit 2013 ausgiebig diskutiert.

Ich beantworte gerne technische Fragen (bin Informatiker) und kenne auch die Unterschiede zum Fiat (Dank der Geldtheoretiker und Debitisten hier im Forum).

PS: Ich benutze Bitcoin fast taeglich, z.B. zum Aufladen meines Telefons oder zum Einkaufen bei Amazon, ebay oder im Supermarkt. Das funktioniert natuerlich nicht direkt, sondern ueber Umwege. Aber selbst beim Bezahlen mit Kreditkarte macht man Umwege, man bezahlt dem Haendler nichts, sondern startet nur einen komplizierten Prozess, bis der Haendler sein Geld wirklich ausgezahlt bekommt.

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bin sehr lehrbegierig

BerlinWedding, Freitag, 08.05.2020, 21:17 vor 2090 Tagen @ CalBaer 2228 Views

bearbeitet von BerlinWedding, Freitag, 08.05.2020, 21:41

Das funktioniert natuerlich nicht direkt, sondern ueber Umwege.

Genau das ist mein Problem.

Wenn ich heute BTC kaufe, zahle ich den Preis X + fees.

Wenn ich dann morgen bei Amazon kaufe, ist der BTC-Kurs irgendwie anders, wahrscheinlich sehr volatil.

Da aber die Preise bei Amazon, soweit ich weiss, bisher immer in einer "echten" Währung ausgezeichnet sind, kann ich bei Zahlung mit BTC nicht wissen, was mir wirklich an "echter" Währung berechnet werden wird.

Warum also nicht gleich eine "echte" Währung benutzen, jedenfalls wenn man nicht spekulieren will?

Und warum auf eine "Währung" setzen, die fast auf "Knopfdruck" abgeschaltet werden kann, anders als z.B. das Verbot von Gold?

Ich verdiente auch seit den 80-er Jahren meine Brötchen als Informatiker - cannot complain any better :-)

Und es war doch bisher immer so, dass jede Software irgendwann kompromittiert wurde. Sei es, das von vorne herein ein backdoor eingebaut wurde, oder exploits entdeckt wurden, oder das die Rechner-Power bzw. -Strategie zuvor unvorstellbare Dimensionen erreicht hat.

Was würde mich also auf die Integrität des Algorithmus/Programms eines "Sakoshi Nakamoto" vertrauen lassen, der es vorzog, anonym zu bleiben (warum?), aber vielfach in US-Geheimdienst-Nähe gesehen wird?

Volatilität etc.

Pingpong @, Freitag, 08.05.2020, 23:04 vor 2090 Tagen @ BerlinWedding 2159 Views

bearbeitet von Pingpong, Freitag, 08.05.2020, 23:09

Genau das ist mein Problem.
Wenn ich heute BTC kaufe, zahle ich den Preis X + fees.
Wenn ich dann morgen bei Amazon kaufe, ist der BTC-Kurs irgendwie anders, wahrscheinlich sehr volatil.
Da aber die Preise bei Amazon, soweit ich weiss, bisher immer in einer "echten" Währung ausgezeichnet sind, kann ich bei Zahlung mit BTC nicht wissen, was mir wirklich an "echter" Währung berechnet werden wird.

Die noch hohe Volatilität des Bitcoinkurses resultiert m.E. aus der noch sehr geringen Marktgröße.
Wenn Du einen kleinen Pool hast, dann können Bewegungen von Schwimmern im Pool zu vergleichsweise großen Wellen führen.
Befindet sich der Schwimmer dagegen im Ozean, dann sind dessen Wellenschläge im Vergleich zur Gesamtgröße des Ozeans bedeutungslos.
Ähnlich verhält sich das m.E. bei Bitcoin: Der Markt ist ja sehr jung und noch sehr klein, die derzeitige Marktgröße von vielleicht 120 - 160 Milliarden US-Dollar ist ja Pipifax im Vergleich zu anderen Märkten - wenn sich Marktteilnehmer in einem kleinen Markt bewegen, kann das dann eben schnell zu deutlichen Preisveränderungen führen.
Ich vermute, je mehr Kapital im Bitcoin gebunden ist, desto weniger volatil dürfte der Preis dann werden.


Hier für Dich eine Illustration zu den Marktgrößen - die Illustration ist von 2017, ist also nicht 100%ig aktuell, vernittelt aber dennoch einen visuellen Eindruck von den Größenverhältnissen und wie winzig der Kryptomarkt noch immer ist - da ist noch sehr viel Luft nach oben:

http://money.visualcapitalist.com/worlds-money-markets-one-visualization-2017/

Warum also nicht gleich eine "echte" Währung benutzen, jedenfalls wenn man nicht spekulieren will?
Und warum auf eine "Währung" setzen, die fast auf "Knopfdruck" abgeschaltet werden kann, anders als z.B. das Verbot von Gold?

Weshalb sollte jmd. sein Vermögen in Fiat aufbewahren wollen, wenn doch die Kaufkraft (= der Tauschwert) des Fiat fortlaufend abnimmt?

Was das "spekulieren" betrifft:
Spekulieren leitet sich vom lat. speculare (= in die Zukunft schauen) ab - ich vermag daran nichts negatives zu sehen:
Jeder, der sich Gedanken über die Zukunft und mögliche Ereignisse macht, spekuliert.

Was würde mich also auf die Integrität des Algorithmus/Programms eines "Sakoshi Nakamoto" vertrauen lassen, der es vorzog, anonym zu bleiben (warum?), aber vielfach in US-Geheimdienst-Nähe gesehen wird?

Vielleicht z.B. der Umstand, dass Quellcode und Algorithmus offen und nachprüfbar sind und nicht von einer zentralen Instanz beliebig zu Deinem Nachteil manipuliert werden können?

Lese bitte als Einstieg das White-Paper (+Links)

CalBaer @, Freitag, 08.05.2020, 23:51 vor 2090 Tagen @ BerlinWedding 2190 Views

Wenn ich dann morgen bei Amazon kaufe, ist der BTC-Kurs irgendwie anders, wahrscheinlich sehr volatil.

Preise in einer Marktwirtschaft sind immer volatil. Rohstoff- oder Devisenkurse schwanken jeden Tag, manchmal sogar stark. Das haelt aber niemanden vom Wirtschaften in Fiat ab. Es ist nur eine Quantitaet, keine Qualitaet. Mit der steigenden Verbreitung wird auch die Volatilitaet abnehmen.

Da aber die Preise bei Amazon, soweit ich weiss, bisher immer in einer "echten" Währung ausgezeichnet sind, kann ich bei Zahlung mit BTC nicht wissen, was mir wirklich an "echter" Währung berechnet werden wird.

Das Kurs ist doch transparent, oder nicht?

Und warum auf eine "Währung" setzen, die fast auf "Knopfdruck" abgeschaltet werden kann, anders als z.B. das Verbot von Gold?

Bitcoin kann man nicht so leicht verbieten, weder technisch noch gesetzlich.
Wenn man etwas tiefer eingestiegen ist, wird man das verstehen. Technisch ist es praktisch unmoeglich, es sei denn man schaltet das Internet ab. Gesetzlich gibt es viele Huerden (zumal der Staat es schon eine Weile legitimiert), und ein gesetzliches Verbot kann man schwer durchsetzen und haette andere, schwerwiegendere Nachteile.

Ich verdiente auch seit den 80-er Jahren meine Brötchen als Informatiker - cannot complain any better :-)

Und es war doch bisher immer so, dass jede Software irgendwann kompromittiert wurde. Sei es, das von vorne herein ein backdoor eingebaut wurde, oder exploits entdeckt wurden, oder das die Rechner-Power bzw. -Strategie zuvor unvorstellbare Dimensionen erreicht hat.

Du musst Dich mit der Technologie auseinandersetzen, um zu verstehen, dass Bitcoin eine voellig neue Technologie ist (manche sprechen sogar respektvoll von Alien-Technologie). Dieses System ist gegen den Einbau von Backdoors resistent, die einzige Gefahr geht von Quantencomputern aus, aber ob und wann jemals ein leistungsfaehiger Quantencomputer gebaut werden kann, ist voellig ungewiss. Sollten diese irgendwann drohen aufzutauchen, laesst sich das Protokoll auch quantenresistent machen.

Was würde mich also auf die Integrität des Algorithmus/Programms eines "Sakoshi Nakamoto" vertrauen lassen, der es vorzog, anonym zu bleiben (warum?), aber vielfach in US-Geheimdienst-Nähe gesehen wird?

Nein, Du musst niemand vertrauen, denn der Algorithmus ist doch 100%ig transparent (Open Source) und somit fuer jeden Informatiker verstaendlich. Wenn Du den Binaries der Nodes/Wallets nicht traust, kannst Du den Source Code (da gibt es sogar etliche diversitaere Implementierungen) selber kompilieren. Da gibt es ueberhaupt nichts geheimnisvolles oder mystisches in der Technologie, das wird nur von etlichen Wirrkoepfen hinterher behauptet.

Bitcoin Whitepaper (Original):
https://bitcoin.org/bitcoin.pdf

Bitcoin Whitepaper (in Deutsch):
https://bitcoin.org/files/bitcoin-paper/bitcoin_de.pdf

Die m.M.n. beste Sammlung zum Thema:
https://www.lopp.net/bitcoin-information.html

Siehe auch hier:
https://bitcoin.org/en/resources

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Ein ueberragender Teil der Oekonomen, Politiker, Banker, Analysten und Journalisten ist einfach unfaehig, Bitcoin richtig zu verstehen, weil es so revolutionaer ist.
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www.tinyurl.com/yykr2zv2

Interessant, dass das Forum aufwacht!

Weiner, Freitag, 08.05.2020, 13:35 vor 2091 Tagen @ CalBaer 3000 Views

Die wahre Vermögens-Elite hat die Blockchain-Technologie in Verbindung mit einem Geld-Verfahren (Tauschmittel, Speicher, Wertmesser) aufgegriffen, um intern - und nur intern! - ihre eigenen wichtigen Geschäfte vertrauensvoll abwickeln zu können. Chaos in der Politik, Chaos in den Geld- und Währungssystemen. Für die wahren Herren wird es deshalb protected-money-areas geben, sozusagen als Club, zu dem Andere dann keinen Zutritt haben werden. Die Ära der Zentralbanken etc. ist vorbei. Man sattelt um. Wer mehr wissen will, kann mit guckeln anfangen: Rothschild, Ripple, Vanguard; einige einführende Beiträge auf dem Youtube-Kanal von S.P.Q.R., Gruss, Weiner

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