Corona als Tatortreiniger bei den Zombie - Firmen?

bolte @, Dienstag, 28.04.2020, 09:43 vor 2101 Tagen 2543 Views

Handelsverband erwartet 50.000 Insolvenzen
Der deutsche Einzelhandel erwartet wegen der Corona-Krise bis zu 50.000 Insolvenzen in der Branche. Während der vierwöchigen Schließungen der allermeisten Geschäfte seien rund 30 Milliarden Euro Umsatz verloren gegangen, heißt es vom Branchenverband.
https://www.epochtimes.de/wirtschaft/unternehmen/deutscher-einzelhandel-erwartet-bis-zu...
+++

Was negative Zinsen bisher verhindert haben, die Zombie - Firmen zu treffen, das hat die natürliche Auslese mit Hilfe von winzig kleinen Zellklumpen geschafft. So klein, aber schon so klug. Somit können die Zinsen wieder Schritt um Schritt angehoben werden?

Zinsen anheben? Wohl kaum!

Linder, Dienstag, 28.04.2020, 10:17 vor 2101 Tagen @ bolte 1876 Views

bearbeitet von Linder, Dienstag, 28.04.2020, 10:20

Solange das ganze emittierte Geld nicht in der Realwirtschaft ankommt, sondern lediglich in der Finanzbranche umher wabert, ändert sich an den Zinssätzen so rasch überhaupt nichts.
Im Gegenteil. Werden Schulden noch teurer, ist der Rezessions- und damit der Deflationsdruck erst recht höher als ohnehin schon.
Man stellt Investitionen zurück und Leute aus, geht auf Nummer sicher und wartet ab.
Die Preise für Waren und Dienstleistungen werden erst nach der Marktbereinigung auf breiter Front ansteigen, wenn die fälligen Insolvenzen vollzogen sind, da sich dann weniger Anbieter einen annähernd gleich großen oder nur wenig kleineren Markt teilen. Ausnahmen gibt es nur dort, wo eine temporär gleichbleibende oder höhere Nachfrage auf ein geringeres Angebot trifft, wie z.B. die letzten Wochen bei Schutzmasken. Dies gleicht der Markt jedoch von alleine aus, dafür braucht es keine geldpolitischen Maßnahmen hinsichtlich des Zinses.

Zunächst verringert sich erst einmal die Umlaufgeschwindigkeit des Geldes aus Sicht des Privaten, weil er während des Lockdowns nur eingeschränkt konsumieren konnte, von Arbeitslosigkeit oder Kurzarbeit betroffen ist, oder schlicht nicht konsumieren will, da er nicht weiß was als nächstes folgt.
All das senkt den Zins eher als dass er ihn beflügelt, die Umkehr würde erst eintreten wenn die reale Gefahr bestünde, dass das Geld (massiv) an Kaufkraft einbüßt. Dazu müsste jedoch die flächendeckende Verteilung von Helikoptergeld, o.ä. im Raum stehen. In Spanien steht dies zur Debatte, das allein reicht jedoch nicht aus.

--
◇◇◇ GENESEN - GELACHT - GELOCHT ◇◇◇

Es gab mal eine Zeit vor den nagativen Zinsen.

bolte @, Dienstag, 28.04.2020, 11:17 vor 2101 Tagen @ Linder 1601 Views

Stimmt, dass die Zinsen wieder positiv werden, so wie sich mir die Weltwirtschaft zeigt, daran glaube ich auch nicht. Als mein eigener Opponent, dann bemerke ich, wie hier und in anderen Foren, wenn es um die zukünftige Entwicklung der Ökonomien geht, dann reden die meisten von "glauben, könnte, sollte, hätte".
Auf den Punkt gefragt:
Hätten wir, hätten sich die wirklichen Kenner des Geldes und des Kapitalismus noch vor nicht allzu langer Zeit vorstellen können, dass Geld als Kredite mit negativen Zinsen ausgegeben werden? So schnell kann es gehen.

+++ Solange das ganze emittierte Geld nicht in der Realwirtschaft ankommt, sondern lediglich in der Finanzbranche umher wabert, ändert sich an den Zinssätzen so rasch überhaupt nichts.+++
Die Rettungsaktionen, die Kredite mit negativen Zinsen, die Eingriffe der ZB`s und der Geschäftsbanken waren auch darauf gezielt die Realwirtschaften mit billigem Geld zu versorgen, dort das Geld zu investieren.

Warum aber landet dann viel von dem Geld nicht in der Realwirtschaft, sondern in der Finanzbranche um reine Börsengeschäfte zu tätigen, aber auch für die vielen Ableger des Geldes wie Derivate, Warentermingeschäfte, Leerverkäufe und dergleichen mehr, wie auf der Rennbahn die Pferdewetten?

Weil die Realwirtschaft das viele billige Geld gar nicht haben will?
Weil die Realwirtschaft gar nicht weiß wohin damit, wohin in neue profitable Massenprodukte, für Rationalisierungen sie das Geld investieren soll? Rationalisierungen um des bloßen Selbstzwecks wegen, wo Rationalisierungen in das Gegenteil umschlagen, statt die Kostenseite der Firmen zu senken.

Gruß von einem an der Seitenlinie
bolte

Hohe Zinsen

Linder, Dienstag, 28.04.2020, 15:05 vor 2101 Tagen @ bolte 1229 Views

Hohe Zinsen gibt es nur bei realem Wirtschaftswachstum. Hatten wir in D schon lange nicht mehr, das gab es die letzten Jahr(zehnt)e nur in Schwellenländern, vor allem aber in China.

Dass das Geld primär im Finanzsektor versickert ist so gewollt, ansonsten hätte man sich das Schneeballsystem gleich sparen können.
Aber welcher Banker wollte je produktiv arbeiten, sprich reale Werte schaffen? Kennst du einen? Ich nicht!
Wer sich allerdings eine 100 Meter Jacht leisten will, braucht die Kohle, denn einfach so drucken und direkt in den Markt pumpen würde zwangsläufig bald auffallen.

--
◇◇◇ GENESEN - GELACHT - GELOCHT ◇◇◇

Zombie Firmen sind selten 100% privat - Skin in the game.

Centao @, Dienstag, 28.04.2020, 11:30 vor 2101 Tagen @ bolte 1604 Views

Hallo @bolte,

Zombie Firmen, ein weit verbreiteter Begriff..

Eine genauere Definition wäre hier gut.

Ist Deutsche Lufthansa eine Zombiefirma?
Sind Zombiefirmen immer von Staatsknete& Subvention abhängig?
Wer betreibt Zombiefirmen?

Viele Grüße,
CenTao

Was sind Zombies?

bolte @, Dienstag, 28.04.2020, 12:29 vor 2101 Tagen @ Centao 1379 Views

+++ Zombie Firmen, ein weit verbreiteter Begriff.+++

Stimmt, so konkret habe ich mir die Fragen noch nicht gestellt.
Der diese Zombiefirmen im Internet populär gemacht hat ist Dr. Krall mit seinen Vorträgen und Büchern. Den mal befragen? Der muss es wissen.

Wenn ich den richtig verstanden habe, sind damit Firmen gemeint, die ohne die permanente Zufuhr von Kreditgeld mit negativen Zinsen schon längst hätten Konkurs anmelden müssen. Aber die anderen, wie sollen wir sie nennen, die halbstaatlichen Konstrukte wie die Lufthansa, wie die Bundesbahn, wie die der Tatortreinigung entkommen, das ist ein weites Feld.

Wie auch andere mächtige ökonomische Strukturen und Kombinate, solche die im Bundeskanzleramt ein Büro haben, die in den USA per Drehtür aus der Rüstungsfirma, von Goldmann/ Sachs in die Regierung und wieder zurückwechseln, sind das Abgesandte von
Zombie-Firmen? Ich weiß es nicht.

Oder Länder als Zombies, die kontinuierlich billige Kredite verlangen, um mit den neuen Schulden die alten Schulden zu bezahlen. Sind diese Länder Zombies?

Dann hast du sicher nicht die Beiträge (YT) von Dr. Krall gesehen und gehört....

ottoasta @, Dienstag, 28.04.2020, 12:06 vor 2101 Tagen @ bolte 1671 Views

...sonst müsstest du nicht das Ganze noch mal wiederkäuen!

Dr. Krall hat das sehr schön bezüglich Zombifirmen erklärt.

Such dir die entsprechenden YT aus! Wirklich sehr interessant!

Otto

--
Solange es Schlachthäuser gibt, wird es Schlachtfelder geben.
Tolstoi

Dem Dr Krall kann doch keiner entkommen der im Internet herumpaddelt :)

bolte @, Dienstag, 28.04.2020, 12:40 vor 2101 Tagen @ ottoasta 1604 Views

Seine Definition ist schon ungemein schlüssig, welche Firmen generell, aus welchen Gründen, er meint. Sich da einzelne Marktteilnehmer konkret herauspicken, das ist sicher nicht seine Option und kann nicht erwartet werden

Aber da gibt Firmen, die unterliegen den vergleichbaren Kriterien - zu viele Ausgaben, zu wenige Einnahmen - und die werden auf Kosten von Dritten gerettet. Sind das Zombies oder was?

Krall macht den Kra(wa)ll

Oblomow, Dienstag, 28.04.2020, 13:24 vor 2101 Tagen @ bolte 1722 Views

bearbeitet von Oblomow, Dienstag, 28.04.2020, 13:32

Die Unternehmen sind nicht wiederbelebte Tote, sondern Sieche, die am Leben erhalten werden. Leider ist die Wahrscheinlichkeit weg, dass die Siechen wieder gesund werden. Doch die Hoffnung stirbt zuletzt. Das Bild vom Zombie passt nicht, außer, dass es Krall passt, um Horror zu schaffen. Apropos: Kennt jemand noch den Romerozombiefilm: ich habe damals nicht schlafen können. Ein Freund hatte den auf Videocassette. Nicht übel.

Herzlich
Oblomow

Quatsch! Philosoph, bleib bei deinen Büchern aka, Schuster, bleib bei deinem...

Mephistopheles, Dienstag, 28.04.2020, 16:57 vor 2101 Tagen @ Oblomow 1283 Views

bearbeitet von Mephistopheles, Dienstag, 28.04.2020, 17:01

Die Unternehmen sind nicht wiederbelebte Tote, sondern Sieche, die am Leben erhalten werden. Leider ist die Wahrscheinlichkeit weg, dass die Siechen wieder gesund werden. Doch die Hoffnung stirbt zuletzt. Das Bild vom Zombie passt nicht, außer, dass es Krall passt, um Horror zu schaffen. Apropos: Kennt jemand noch den Romerozombiefilm: ich habe damals nicht schlafen können. Ein Freund hatte den auf Videocassette. Nicht übel.


Sieche Unternehmen sind diejenigen, die keine ausreichende Eigenkapitalrendite erwirtschaften. Diese sollte bei 20-30% liegen, allerdings sind Eigenkapitalrenditen von um die 100%, insbesondere in der Gründungsphase, auch nicht falsch. Diese Unternehmen können gerettet werden, wenn durch rechtzeitige Umstrukturierung die Eigenkapitalrendite wieder auf nachhaltiges Niveau angehoben wird.

Eine Firma, die nicht einmal ihre Kosten, und dazu gehören auch Kapitalkosten, erwirtschaften kann, ist tot, nicht siech. Da hat Krall völlig recht, wenn er diese Unternehmen als Zombieunternehmen bezeichnet.
Das sind die Unternehmen, die dann, wenn die Einnahmen mal über wenige Tage ausbleiben, sofort staatliche Hilfen in Form von Kurzarbeitergeld oder Kapitalzuschüssen benötigen. Diesen Unternehmen geht es wie https://www.gmx.net/magazine/politik/palmer-retten-menschen-moeglicherweise-sowieso-ste...

Nichts für ungut!
Gruß Mephistopheles

Italien, Provinz Treviso: Todeszahlen in Krankenhäusern sind ähnlich wie 2019.

Steppke, Dienstag, 28.04.2020, 16:20 vor 2101 Tagen @ bolte 1452 Views

bearbeitet von Steppke, Dienstag, 28.04.2020, 16:25

In den Krankenhäusern der italienischen Provinz Treviso, in denen es eigentlich ca. hundert Corona-Todesopfer gegeben haben soll, zeigen die Todeszahlenstatistiken keine Auffälligkeiten zu den Vorjahren.

Ein Anstieg der Todeszahlen ist nicht zu erkennen.

Soll sich jeder ein eigenes Urteil dazu bilden. Den Artikel kann jeder mit Google-Translate übersetzen lassen.
https://corrieredelveneto.corriere.it/treviso/cronaca/20_aprile_01/coronavirus-treviso-...

Todeszahlenstatistiken aus anderen Regionen (relativ zu den Vorjahren) würden mich sehr interessieren.

Todeszahlen in Krankenhäusern sind ähnlich wie 2019. Das sind jetzt die Corona-Toten. Die früher im Krankenhaus Verstorbenen, sterben jetzt zu Hause.

Zürichsee, Dienstag, 28.04.2020, 17:36 vor 2101 Tagen @ Steppke 1325 Views

Damit sind die Todeszahlen in den Krankenhäusern natürlich "ähnlich".

Um eine einigermassen richtige Aussage zu erhalten, muss man die
beiden Gruppen zusammen vergleichen. Der Bestatter könnte da sicher
etwas Licht in's Dunkel bringen.

LG Zürichsee

Das stimmt nicht! Wer an Corona verstorben ist, der kann nicht mehr an Herzinfarkt, Schlaganfall, Krebs, Demenz, Sepsis, Lungenentzündung oder Multiorganversagen sterben.

Mephistopheles, Dienstag, 28.04.2020, 19:08 vor 2100 Tagen @ Zürichsee 1132 Views

Damit sind die Todeszahlen in den Krankenhäusern natürlich "ähnlich".

Das sagt einem schon Adam Riese. 2*sterben geht nicht.

Um eine einigermassen richtige Aussage zu erhalten, muss man die
beiden Gruppen zusammen vergleichen. Der Bestatter könnte da sicher
etwas Licht in's Dunkel bringen.

Die Bestatter haben keine Ahnung, woran einer verstorben ist und es interessiert sie auch nicht. Tot ist tot.

Gruß Mephistopheles

Rechtsmediziner Püschel aus HH sieht es genau andersrum: alle >100 obduzierten "Corona-Toten" seien an schweren Krankheiten gestorben, nicht an Corona (mV)

BerndBorchert @, Dienstag, 28.04.2020, 19:21 vor 2100 Tagen @ Mephistopheles 1112 Views

Da Treviso nicht besonders stark von Corona betroffen war, wurden Schwerstkranke ganz sicher nicht "nach Hause zum sterben" geschickt. [ot]

Steppke, Dienstag, 28.04.2020, 20:00 vor 2100 Tagen @ Zürichsee 976 Views

bearbeitet von Steppke, Dienstag, 28.04.2020, 20:08

Zumindest ist das so in der Deutschschweiz. Alles leergeräumt und auf Corona-Patienten umgestellt. Diese Patienten blieben zum Glück aus. (OT)

Zürichsee, Dienstag, 28.04.2020, 20:17 vor 2100 Tagen @ Steppke 998 Views

Auch in der Deutschschweiz werden Schwerstkranke, die ohne Behandlung sterben könnten, nicht nach Hause geschickt. Nur leichte/moderate Fälle! [ot]

Steppke, Dienstag, 28.04.2020, 20:21 vor 2100 Tagen @ Zürichsee 945 Views

Werbung