Eine (längere) Geschichte zur Matratzenfindung

Frances FreeToBe, Mittwoch, 22.04.2020, 19:12 (vor 2117 Tagen) @ tar2222 Views

Hallo tar,

Was für jeden Einzelnen die beste Matratze darstellt kann meiner Meinung nach nur durch Ausprobieren (Rückgabemöglichkeit?) herausgefunden werden oder pures Glück spielt eine nicht unerhebliche Rolle dabei DIE Richtige zu finden.

So war ich früher durchaus der Meinung, denn die Werbung sagte es mir, min. 5, besser 7 Zonen wären das Nonplusultra für guten und demzufolge gesunden Schlaf.
Matratzen, die sich durch Körperwärme deiner Kontur anpassen, wodurch du dich zwar nicht mehr im Schlaf drehen kannst wurden genauso wärmstens empfohlen wie Kaltschaum mit allerei Zonen, die dir den traumhaftesten Schlaf versprachen.
Meist nicht ganz Billig wurden und werden diese Matratzen angepriesen und die Leute kaufen.

Ich hatte bereits in meiner Jugend Rückenschmerzen, denn leider legten meine Eltern genau 0 Wert auf körpergerechtes Schlafen. So schlief ich bis zum ungefähr 17 Lebensjahr im Jugendbett, welches weder über einen Lattenrost verfügte und die Matratze aus einem ca 12-14 cm dicken Schaum bestand.
Das war zu Kindzeiten mit 5-40 Kilo bestimmt ganz Ok, danach allerdings nicht mehr. Die Matratze war also im Grunde so alt wie ich.
Vom ersten ausreichend gespartem Geld kaufte ich mir eine simple Federkernmatratze und die Rückenschmerzen liessen Schlagartig nach.
Spätestens mit der ersten eigenen Wohnung stellte sich die Frage nach dem Bett, der Grösse und der Matratze dazu. Es wurde eine Mehrzonenmatratze in 140cm Breite.
Meine Rückenschmerzen kehrten wieder und tatsächlich gab ich in der Folge recht viel Geld aus um DIE Matratze zu finden.
Aus 5 wurden 7 Zonen, aus der Taschenfederkern wurde Kaltschaum oder Viskose, das Lattenrost wuchs mit der Matratze vom Rollrost und 15 Brettern bis zum Luxusmodell mit 40 Brettern und ebenfalls 7 Zonen, welche zusätzlich auch noch einstellbar waren.

Tja, nichts half wirklich. Manchmal war ich so verzweifelt, das ich die ein oder andere Nacht auf dem harten Teppichboden schlief um zu testen, ob eine superextraharte Matratze vielleicht Abhilfe schaffen könnte. Es war immer die Becken-Kreuzgegend, die schmerzte. Also die Region, die bei den Zonen das "Eintauchen" am meisten unterstützte.


Der Glücksfall

Ein Urlaub mit der Liebsten in Tunesien. Der Strand auf Djerba war wie im Prospekt versprochen "wie in der Karibik". Superweiss und min. 15-20 bis zu 40m in der Breite.
Nur leider war der Rest so, dass ich nach 6-7 Tagen einen Heisshunger auf gutes knochenfreies Essen bekam und meine Rückenschmerzen brachten mich fast um den Verstand auf einer Matratze, die anscheinend älter als die Anlage selbst war.
So bezahlte ich gerne ein Taxi zu jenem Restaurant, das mir das leckerste und grösste Rumpsteak aller Zeiten servierte, jedenfalls kam es mir so vor. Auch meine Liebste, die, wie Frauen so sind, lieber das Filet bestellte bekam grosse Augen und ich musste mein Steak teilen.
Am nächsten Tag rief ich bei der Reiseleitung an und verlangte in eine andere Anlage verlegt zu werden. Auch den Aufpreis akzeptierend. Nur weg dort!
Die neue Anlage hatte praktisch gar keinen Strand, nur einen Zugang über den Steg ins Meer, und selbst da musste man aufpassen wegen der Steine bei Seegang.
Das Essen dort war OK und angemessen für die Sterne. Halt nicht der Hundefrass wie im vorigen Hotel.

Warum diese ganze Geschichte?
Unser Zimmer hatte ein Boxspringbett. Das klingt erstmal ziemlich luxuriös, allerdings war es ein Boxspring mit einer schlichten Federkernmatratze. Kein Taschenfederkern.
Und ich schlief ganz hervorragend und wurde am nächten Tag wach ohne Rückenschmerzen. So blieb das die weiteren paar Tage. Es war so unglaublich schön und ja geradezu erlösend nach all den Jahren mit den Schmerzen im Becken-Kreuz nach dem wach werden.

Zurück Zuhause kamen die Rückenschmerzen wieder, die Liebste ging und die Rückenschmerzen blieben.
Ich erinnerte mich an das Boxspringbett und baute es zuhause ganz simpel nach, indem ich zwei Matratzen übereinander legte, nämlich die aus dem "Ehebett", bestehend aus einer 7-Zonen-Taschenfederkern und einer 7-Zonen-Kaltschaummatratze. Das versuchte ich jeweils eine Woche mit mal der einen, dann der anderen als Auflage und Unterbau.
Ich dachte nämlich, das Boxspringprinzip aus dem Urlaub wäre der Grund warum meine Schmerzen nach dem Aufwachen verschwanden.
Das war allerdings nicht so. Und so erinnerte ich mich daran, das dieses Boxspringbett im Urlaub zwar luxuriös daherkam, allerdings die einfache Federkernmatratze obenauf dagegen sprach. So durchkämmte ich sämtliche Matratzenanbieter in der Gegend und war ziemlich enttäuscht. Es gab im Grunde nur die 16cm Matratzen als Federkern ohne Alles und Wendbar. Dickere Matratzen waren dann immer min. 5-Zonen-Taschenfederkern, die ich schon kannte.

Bis ich bei IKEA fündig wurde!
Eine 21 cm dicke - nicht wendbare "normale" - Federkernmatratze, die deshalb auch ganz ordentlich gepolstert auf der Liegeseite daherkam.
Das für ganze 100€.

Seitdem schlafe ich seit fast 8 Jahren ganz ausgezeichnet, werde wach ohne Schmerzen im Rücken oder im Becken-Kreuzbereich!
Da diese Matratze nicht wendbar ist, und jede Matratze im Laufe der Zeit ihre Elastität verliert, kaufe ich mir spätestens nach 2 Jahren eine neue.
Bisher habe ich es nie bereut, habe eine andere Person davon überzeugt und bis heute überzeugt mich diese Matratze.
Ich weiss: Billig! IKEA! Wirklich Billig! Und nicht Prestigeträchtig.
Aber: Meine Schmerzen sind seitdem Geschichte und solange es diese Matratze gibt, werde ich es so halten wie geschrieben.


Ich weiss, deine Fragen drehen sich um ganz andere Matratzen in ganz anderen Preisregionen. Allerdings bietet IKEA eine Rücknahme von Matratzen an soweit ich weiss. Es wäre also ein Versuch wert der im Grunde entweder sehr Günstig zu bewerkstelligen ist oder aber sogar ganz kostenlos, wenn die Rücknahme noch gilt (weiss ich grad nicht).


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