Neulich gab es hier Nachfragen nach dem Einfluß von Corona auf den Immomarkt und angebliche Preisabschläge von 40% in Bonn wurden kolportiert. (mT)

DT @, Samstag, 18.04.2020, 22:47 vor 2113 Tagen 3639 Views

Hier eine aktuelle und einschlägige Publikation, die ich gerade gefunden habe:

https://www.empirica-institut.de/fileadmin/Redaktion/Publikationen_Referenzen/PDFs/empi...

Corona und die Immobilienpreise
War das nun die Nadel, die den gut gefüllten Preisballon zum Platzen bringt?

(...) siehe PDF Dokument

Fazit: Deutschland hat einen gut organisierten und derzeit sogar sehr flexiblen Sozial-staat (Wohngeld, Hartz IV, Kurzarbeitergeld). Das wird Deutschland helfen, schneller als andere einen soliden Weg aus der Krise zu finden. Hinzu kommt: Gewohnt wird immer! Auch wenn kurz- bis mittelfristig die Preise und vielleicht auch die Mieten sinken wer-den, wird es dennoch keine Leerstände wie in den 1990er Jahren geben. Langfristig wird Deutschland ein sicherer Hafen für Kapitalanleger bleiben, und auch die Konsumnach-frage nach dem Gut „Wohnen“ wird spätestens durch eine nicht unwahrscheinliche neue Außenwanderungswelle aus (Süd-)Europa stabil wachsen.

Werden Wohnungen mit Gartennutzung der Renner?

Dieter, Samstag, 18.04.2020, 22:59 vor 2113 Tagen @ DT 3011 Views

Hallo DT,

besten Dank für die Info. Daraus zitiert:

Unsere aktuellen Sonder-Auswertungen zeigen, dass die Zahl der Erstinserate im ersten
Quartal 2020 ab Beginn der Kontaktbeschränkungen zum 16.März stark eingebrochen
ist.
Die neu inserierten Mieten und Preise liegen dabei signifikant höher als vor dem 16.
März.

Aufgrund der Erfahrungen mit Corona-Beschränkungen kann ich mir vorstellen, daß der eine oder andere Mieter, vor allen mit Kindern, eine Gartennutzung wieder zu schätzen weiß, auch wenn es Pflege bedeutet.

Gruß Dieter

Die Deutschen erwachen aus der Wohlstands-Illusion.

Herzdame ⌂ @, Dunkeldeutschland, Sonntag, 19.04.2020, 08:16 vor 2112 Tagen @ DT 2784 Views

Guten Morgen,

die Überschrift habe ich aus einem Artikel der NZZ gemopst, der ein anderes, umfassenderes Bild zeigt. Denn sicher muss man das große Ganze betrachten. Der Immomarkt läuft nicht ewig losgelöst als Einzelkomponente.

Kurzarbeit bedeuten 60% des letzten Nettos und damit ist viel weniger Luft für hohe Mieten. Wie Scholz sagte, könnte die Kurzarbeit (wie 2008) auch für bis zu 2 Jahren finanziert werden, da das Geld dafür aus dem gleichen Topf kommt wie ALG1.

Kurzarbeitergeld ist genauso hoch/niedrig wie ALG1 und wird höchstens den Bedarf nach einer preiswerteren Wohnung als vor Corona steigern, die jedoch nicht vorhanden ist.
Auch das mickrige Wohngeld kann das nicht auffangen.


Der Artikel ist lesenswert, Kernaussagen:

- der Normalbürger hat kaum Ersparnisse

- die schwarze Null wurde erreicht auf Kosten der Bürger, Steuer- und Abgabensenkungen
wären schon lange möglich gewesen, stattdessen in Europa die höchten Steuern und
Abgaben

- Zwei Wochen Umsatzeinbruch und drohender Verdienstausfall reichen aus, schon schnellt
die Zahl der Anträge auf «unbürokratische Soforthilfen», Kurzarbeiter- und
Arbeitslosengeld nach oben.

- künstliche Verknappung von Wohnraum durch Ökoauflagen und Zuwanderung sorgt für
zu hohe Preise, die sich aber kaum noch jemand leisten kann.

..

Man sieht ringsherum (noch) keine fallenden Preise, das ist richtig.
Aber die Armutswelle kommt zeitverzögert, sollte nicht schnell die Wirtschaft anspringen und wie vorher laufen - wobei es schon Wolken am Horizont gab auch ohne Virus.
Wenn uns keiner den teuren Krempel abkauft, wird es unseren Export hart treffen, die heilige Kuh. Und daran hängen Millionen Arbeitsplätze und damit Miet-Raten-Zahlungen.


Schönen Sonntag
Herzdame

Es geht doch erst los wenn alles wieder öffnet!

Durran @, Sonntag, 19.04.2020, 10:40 vor 2112 Tagen @ DT 2362 Views

bearbeitet von Durran, Sonntag, 19.04.2020, 10:44

Die Kostenlawine geht erst mit den Geschäftsöffnungen wieder los. Jetzt wo alles geschlossen ist sind ja auch die Kosten sehr niedrig. Miete wird ausgesetzt, Strom, Heizung, Personalkosten sind alle reduziert. Das kann man auch kalkulieren. Wenn geöffnet wird sind alle Kosten wieder bei 100 Prozent. Aber es wird Umsatz und somit Gewinn fehlen.

Erschreckend ist ja, dass der Onlineabsatz ebenfalls drastisch eingebrochen ist. Und es wird für den stationären Handel nicht besser werden.

Hier mal eine schöne Rechnung eines Modehändlers. Da kann man die ganze Misere mal nachrechnen.

https://www.textilwirtschaft.de/business/news/finanzierung-bei-ladenoeffnung-staatliche...

Hier werden Summen benötigt die kein Unternehmen mehr bewältigen kann.

Andere Meldungen der DeHoGa verlauten, dass mehr als 30% der Hotels und Gaststätten vor der Insolvenz stehen. Das sind rund 70.000 Geschäfte.

Kann der Staat nun alles und jeden retten? Nein!

Re: Es geht doch erst los wenn alles wieder öffnet!

valuereiter @, Sonntag, 19.04.2020, 11:05 vor 2112 Tagen @ Durran 2160 Views

... Wenn geöffnet wird sind alle Kosten wieder bei 100 Prozent. Aber es wird Umsatz und somit Gewinn fehlen.

Erschreckend ist ja, dass der Onlineabsatz ebenfalls drastisch eingebrochen ist. Und es wird für den stationären Handel nicht besser werden.

ist erstmal die Frage, WIEVIEL Nachfrage wieder da ist - ob im Textileinzelhandel die Mädels/Damen wieder Schuhe für den nächsten Discobesuch/die Oper "brauchen"?

und ob "Shopping" auch dann Spaß macht, wenn die Mädelclique nicht gemeinsam als Gruppe durch das Einkaufszentrum ziehen darf?

und wie viel Umsatz gemacht werden kann, wenn die Zahl der Kunden im Laden stark reglementiert werden muss?

Andere Meldungen der DeHoGa verlauten, dass mehr als 30% der Hotels und Gaststätten vor der Insolvenz stehen. Das sind rund 70.000 Geschäfte.

Kann der Staat nun alles und jeden retten? Nein!

"jeden": kommt auf die Rotationsgeschwindigkeit der Gelddruckerei an [[zwinker]]

praktikabel ist wohl, 70 % bis 90 % der Betriebe zu retten ...

(sprich: die, die de facto eh schon pleite waren, hops gehen zu lassen)

ALLES retten geht natürlich nicht - wenn genug Geld gedruckt wird, um JEDEN (der nicht eh schon pleite war) zu retten, dürften der Geldwert = die Ersparnisse/Altersvorsorgeillusionen unrettbar verloren sein!

Und das ist gut so, wenn man denn an den richtigen Stellen ansetzt

Linder, Sonntag, 19.04.2020, 11:37 vor 2112 Tagen @ valuereiter 2005 Views

ALLES retten geht natürlich nicht - wenn genug Geld gedruckt wird, um JEDEN (der nicht eh schon pleite war) zu retten, dürften der Geldwert = die Ersparnisse/Altersvorsorgeillusionen unrettbar verloren sein!

Zombiefirmen Pleite gehen zu lassen ist kein Fehler. Auch die unsinnig hohen Renten- und insbesondere Pensionsansprüche zu reduzieren ist überhaupt kein Fehler.

Wenn Durchschnitts-Michl dann noch lernt, in Zukunft sein Erspartes ordentlich anzulegen, steht das Land auch wieder auf einer soliden Basis.

Er macht planlos Überstunden, lässt Kohle völlig sinnlos auf dem Tages- oder Festgeldkonto liegen anstatt direkt in solide Dividendentitel zu investieren, lässtsich halbseidene Fonds und LV's aufschwatzen, pulvert zu Höchstpreisen sein Geld in renditeschwache Schimmelimmobilien und klatscht sogar noch am Bahnhof für inkompetente Neubürger Beifall, die ihn nicht nur Netto Schotter kosten, sondern obendrein auch noch den Lohn stagnieren lassen.

Dermaßen viel Dummheit MUSS zwingend bestraft werden, sonst wacht er niemals auf und kommt aus seiner fingierten Wohlstandsblase nicht heraus.
Vielleicht wäre es doch von Vorteil noch Eurobonds einzuführen, damit allen die Augen geöffnet werden, weil damit endgültig der letzte Sargnagel für sämtliche EU-weiten Papiervermögen der Gegenwart und relativ nahen Zukunft eingeschlagen wird.

--
◇◇◇ GENESEN - GELACHT - GELOCHT ◇◇◇

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