Schwester Christine verteilt Schlaftabletten und legt gleichzeitig eine Tellermine unter's Bett..
Auf der Webseite der BIZ gibt es einen Link zu einem aktuellen Interview von Le Parisien mit der neuen EZB-Chefin Christine Lagarde.
Das ist schon spannend, was die Frau so zu berichten hat.
Frage LP: Wie unterscheidet sich die aktuelle Krise von der vorhergehenden?
Antwort L: Die Ursprünge der Krise von 2008 waren finanzieller Natur. Die aktuelle Krise ist in erster Linie eine Krise des Gesundheitswesens. Wenn man darüber nachdenkt, kann sie auch auf das ökologische und biologische Chaos der Welt zurückgeführt werden. In gewisser Weise ist es die Rache der Lebenden! Die wirtschaftlichen Folgen sind schwer zu beziffern, aber sie werden sicherlich schwerwiegend sein. Heute geht es nicht darum, die Wirtschaft anzukurbeln, wie wir es 2008 getan haben, sondern sie für die Zeit auf Eis zu legen, die nötig ist, um das Virus einzudämmen, um den Weg für eine schnelle und funktionierende Erholung zu ebnen.
Quelle: https://www.bis.org/review/r200414a.htm
Das kommt von der aktuellen EZB-Chefin.
@dottore wäre im Dreieck gesprungen.
Sie will die Wirtschaft auf Eis legen, so wie einen Sonntagsbraten, der erst in 3 Wochen auf den Tisch kommen soll.
Danach kommen ein paar prozentuale Schätzungen zum Wirtschaftseinbruch, für die aber niemand seine Hand ins Feuer legen kann, daher gibt es dazu auch nichts zu sagen.
Danach läuft sie wieder zur Hochform auf.
Frage LP: Aber wenn die Verschuldung in die Höhe schießt, könnten dann bestimmte europäische Länder in Verzug geraten? Besteht die Gefahr eines Domino-Effekts?
Antwort L: Nein. Die Architektur des Euroraums wurde gerade deshalb gestärkt, um dieser Fragmentierungsgefahr zu begegnen. Darüber hinaus gibt es die Europäische Zentralbank (EZB); sie verfügt über ihr gesamtes Instrumentarium und wird den notwendigen Schutzschild zum Schutz der Euro-Zone bereitstellen.
Vor März sagte man mir: "Der Werkzeugkasten ist leer, Sie haben nichts mehr, Sie können die monetäre Waffe nicht einsetzen" - und dann taten wir es!
Das ist total irre – und dennoch ist es wahr.
Der Markt ist kaputt und dennoch tut man so, als wäre es eine Lüge.
Was Verbraucher und Kunde nicht haben wollen (Staats- und Unternehmensanleihen) kaufen die Wahnsinnigen aus Mainhattan und dem Höllenloch (Copyright by Donald Trump) ohne Not auf.
Sie machen also genau das, was bundesdeutsche Landesbanken vor ca. 13 Jahren mit viel Sachkunde und Strategie getan haben.
Erinnert sich noch jemand an diese famosen „Geschäftsideen“? ![[[ironie]]](images/smilies/ironie.gif)
Doch weiter zu Madame.
Frage LP: Die von der EZB verwendete "Panzerfaust" besteht aus einem Fonds von 750 Milliarden Euro. Wie funktioniert er?
Antwort L: .. Wir sind ein bisschen wie ein Kontrollturm: Wir greifen dort ein, wo die Gefahr einer Fragmentierung besteht. Insgesamt stehen uns mehr als 1.000 Milliarden Euro an Feuerkraft zur Verfügung, um die Finanzierungsbedingungen und damit Unternehmen und Arbeitsplätze zu unterstützen.
Gleichzeitig können wir 3.000 Milliarden Euro an Liquidität mobilisieren. Wenn heute eine Bank einen Kredit vergibt, sei es an einen Selbständigen, ein kleines Unternehmen, einen kleinen oder mittleren Betrieb oder ein Großunternehmen, kann sie diese Kredite als Sicherheit zu uns bringen und sagen: "Bitte sehr, ich brauche Finanzierung". Und die Finanzierung ist da, zu sehr günstigen Zinssätzen.
Werte Madame Lagarde,
wenn eine Bank einen Kredit als Sicherheit zu Ihnen bringen muß, warum macht sie das überhaupt? Warum finanziert sie dieses „Risiko“ nicht selbst?
Vermutlich hängt das mit der mehrfach erwähnten Fragmentierung zusammen.
Ein Fragment ist übrigens ein Bruchstück bzw. ein unvollendetes Werk. ![[[freude]]](images/smilies/freude.gif)
Doch lassen wir das, denn jetzt geht es zum wirklich interessanten Teil des Interviews.
Frage LP: Aber wer wird letztendlich die Rechnung bezahlen?
Antwort L: So etwas wie ein kostenloses Mittagessen, wie man sagt, gibt es nicht.
Wir Europäer werden dieses Geld letztendlich zurückzahlen müssen - Aber anstatt auf die Rechnung zu schauen, sollten wir zuerst darüber nachdenken, warum wir tun, was wir tun. Es geht darum, die Wirtschaft zu unterstützen, Arbeitsplätze zu erhalten, so dass Menschen, die einen Arbeitsplatz haben, Kurzarbeitergeld erhalten können - Wenn wir die Krisenerholung angemessen steuern, werden wir zu einem Wachstum zurückkehren, das im Laufe der Zeit die Rückzahlung der neuen Schulden ermöglicht.
Sie hat dem Patienten zumindest mitgeteilt, daß die Behandlung auch bezahlt werden muß. Aber das wird schon werden, weil ja bald wieder Wachstum angesagt sein wird.
Für eine Überraschung ist sie aber allemal gut.
Frage LP: Stehen Ihnen andere Optionen zur Verfügung, wenn sich die Situation verschlechtert?
Antwort L: Ja, aber ich werde Ihnen nicht sagen, welche das sind, denn - seien wir ehrlich - ihre Wirkung wird zum Teil von einem Überraschungsmoment abhängen. Aber ich kann Ihnen versichern: Unserem Engagement für die Euro-Zone sind keine Grenzen gesetzt. Die EZB wird in der Lage sein, ihre Instrumente weiterzuentwickeln und sie in der für die Erfüllung ihres Auftrags am besten geeigneten Weise einzusetzen.
Was heißt das im Klartext?
Es wird alles angekauft, was irgendwo ein Preisschild mit sich herum schleppt.
Selbst wenn die Ware komplett verdorben ist.
Alle Leichen werden zu Lebenden erklärt und grell geschminkt.
Und dazu wird noch das große Zelt „Wiederaufbaufonds“ aufgebaut.
Schließlich spricht sie von fairen Preisen.
Da der Reporter von Le Parisien offenbar erheblich klarer denkt als Will, Kleber und Miosga in Summe, fragt er natürlich auch sofort nach.
Frage LP: Was verstehen Sie unter "fairen Preisen": Werden die Lebenshaltungskosten in der Welt nach der Krise höher sein?
Antwort L: Nicht alle Produkte werden teurer sein. Aber wir hoffen derzeit, dass wir für unsere Lieferungen, zum Beispiel bei Medikamenten, nicht mehr abhängig sein werden. Das würde unweigerlich die Preise in die Höhe treiben. Die Verlagerung von Produktionsketten nach Frankreich, die jetzt von den extrem niedrigen Produktionskosten in Asien profitieren, wo Arbeitskräfte billig sind, wird Auswirkungen haben. Aber wir müssen Entscheidungen treffen!
Sie hat also sehr wohl in ihrer Handtasche ein paar Handgranaten mitgebracht, aber sie verkauft sie uns zunächst noch als harmlose Knallerbsen.
![[image]](http://1.bp.blogspot.com/-MlVfaTJPmxs/VIG48PHoYmI/AAAAAAAArzI/vuumDgoYPPg/s1600/Screen%2Bshot%2B2014-12-04%2Bat%2B5.40.07%2BPM.png)
Quelle: http://mybirkinblog.blogspot.com/2014/12/christine-lagarde.html
Eine wird schon mal vorab gezündet und man muß sich jetzt schon entscheiden, wie man das Geräusch zu hören hat.
Frage LP: Sollten die Wettbewerbsregeln nicht überprüft werden, um das Entstehen europäischer Giganten zu beschleunigen, die in der Lage wären, unsere Autonomie in anderen strategischen Sektoren zu gewährleisten?
Antwort L: Ja, auf jeden Fall. Ich glaube sogar, dass die Ausnahmen von den Regeln für staatliche Beihilfen, die jetzt umgesetzt werden, diese Überprüfung beschleunigen werden. Es ist ein Thema, an dem die Kommission bereits arbeitet.
Europäische Giganten!
Hört genau zu liebe Mittelständler, was da im Hexenkessel für ein neuer Trank zubereitet wird.
Was sagt die Chefin am Schluß?
Frage LP: Unsere Landsleute sind besorgt über die Solidität der europäischen Banken im Allgemeinen und die der französischen Banken im Besonderen. Viele Leser fragen sich, ob ihre Ersparnisse sicher sind? Sind sie sicher?
Antwort L: Die europäischen Banken sind viel stärker als 2008. Ihre Kapitalquoten haben sich praktisch verdoppelt. Ihr regulatorischer Rahmen wurde gestärkt, und ihre Aufsichtsbehörden sind viel wachsamer und gewissenhafter als damals.
Der Bankensektor ist so stark, wie man es sich nur wünschen kann. Die Sparer können beruhigt sein.
Dazu eine Abschlussbemerkung in einfacher Sprache.
Alles wird gut. ![[[zwinker]]](images/smilies/zwinker.gif)
mfG
nereus