Achtung, ein Beitrag zur Wirtschaft. Vorstand von Zalando meldet: "Ein Verlust von deutlich mehr als 28 Millionen Euro sei angefallen."

Skeptiker @, Donnerstag, 02.04.2020, 04:27 vor 2135 Tagen 1832 Views

Moin,

https://www.welt.de/wirtschaft/article206926305/Online-Handel-Zalandos-Verluste-beenden...

"Wer jetzt ohnehin zu Hause bleiben muss, könnte bequem online shoppen. Dass
diese Rechnung in der Corona-Krise nicht aufgeht, zeigt die schlechte
Prognose von Zalando. Der Konsumstimmungstöter ist schnell identifiziert.
Es erscheint so logisch: Wenn die Menschen in den Geschäften vor Ort wegen
der Corona-Einschränkungen keine Kleidung, Geschenke, Möbel oder Matratzen
mehr kaufen können, profitiert der andere große Handelskanal: E-Commerce.
Schließlich ist der digitale Handel vom Smartphone oder Laptop aus
weiterhin rund um die Uhr geöffnet, mögen auch die Filialen der großen
Handelsketten im Dornröschen-Schlaf der Kontaktsperre verharren. Doch die
vermeintlich einfache Gleichung geht nicht auf."

-------------------------------------------------------------

28 Millionen Miese. Das hört sich überschaubar an. Zumal Zalando bisher eh
nicht durch glänzende Gewinnaussichten auf sich Aufmerksam machte. Aber der
UMSATZ stimmte.

Ist es Naiv zu denken, jetzt, nur weil die Deutschen Zuhause hocken, wären
goldene Zeiten im e-Commerce angebrochen?
In Zeiten von 40 bis 33% weniger Einkommen durch Kurzarbeit oder dem
Ausbleiben von sämtlichen Einnahmen durch verfügte Schließung,
weiterlaufenden Kosten wie Miete, Nebenkosten und einer ungewissen Zukunft
werden Gesetze im Schnellverfahren durchgepeitscht, welche Konzerne mit
angeschlossener Justiz-Abteilung nur allzu gerne in Anspruch nehmen
(Beispiel Adidas, aber auch H&M, Deichmann).

Sicher, Amazon, musste zusätzliche Mitarbeiter einstellen, um die zusätzliche Arbeit zu bewältigen.
Aber wie nachhaltig kann diese Nachfrage sein in Zeiten von
Geschäftsschließungen, Kurzarbeit für ganze Industriezweige wie KFZ-Bau
und der Ungewissheit, ob und wann eine Normalisierung der momentanen
medizinischen Katastrophe einsetzt?

Wer hat da den längsten Atem? Ein namenloser (oder namentlich gepushter?)
Konzern, der heute Bauteile von A, produziert von B, weiterverkauft von C,
geliefert von D, über Subunternehmen E an Subunternehmen F geliefert durch
Subunternehmen G in ein Produkt von Unternehmen H eingebaut von
Zeitarbeitern von Unternehmen J, die bezahlt von Unternehmen K im
Unternehmen L für Konzern A die Arbeit tun - oder das mittelständische
Unternehmen mit 3 Filialen in der Stadt, in der der Unternehmer wohnt,
lebt und sein Geld wieder ausgibt?

Ich schaue auf den Status Quo, der so aussieht im Falle von vorgekochten
Bratkartoffeln:
Ob ich nun im "Penny" oder im "Netto" einkaufe, unterscheidet sich kaum. Und
das, obwohl Penny zum Rewe-Konzern gehört und Netto zum Edeka-Konzern. In
beiden Märkten bekomme ich ein und dasselbe Produkt zum selben Preis, mit
denselben Nährwertangaben und hergestellt am selben Ort. Warum das so ist?
Weil es ein und dasselbe Produkt ist. Es handelt sich dabei um
unterschiedliche Konzerne. Und doch, das Produkt, was ich kaufen kann, ist
bei beiden dasselbe. Zuletzt beweist es der Herstellungsort aufgedruckt,
die Chargennummer und die Telefonhotline. Einzig die Farbe der Verpackung
ist eine andere, der Inhalt ist identisch.

Wir kennen das ebenso von "Bio-Eiern", die praktisch deutschlandweit aus
dem Verkehr gezogen wurden wegen Salmonellen.

https://www.welt.de/wirtschaft/article177873664/Salmonellenwarnung-Aldi-Lidl-Penny-Kauf...

Auch Milch, ein Grundnahrungsmittel, wird anscheinend durch ein einziges
kontaminiertes Versorgungsrohr deutschlandweit abgefüllt.

https://www.merkur.de/verbraucher/rueckruf-liste-fuer-verseuchte-milch-bei-aldi-lidl-un...

Man sehe die belieferten Märkte. Es sind hier 10 aufgeführt. Zehn Märkte,
von Lidl über Edeka bis zur Metro - ein Rohr, das die ganze Milch
kontaminierte? Was hat das mit Konkurrenz im Sinne von beste Qualität bei
niedrigem Preis zu tun?

Mich erinnert das Ganze an LPGs, gleiche Preise, gleiches Angebot und eine
Verschleierung durch bunte Verpackung des immergleichen Inhaltes. Ich
erinnere mich, als Kind durch belebte Innenstädte flaniert zu sein, in der
Innenstadt Matratzen und Bettware, Socken und Nähware kaufen zu können.
Ebenso gab es Tabakläden, Eduscho sowie Tchibo, Friseure und nicht
Barbershops, es gab Schlachter, Fleischer, Bäckereien mit Brötchen die
unterschiedlich im Geschmack waren (und noch immer gibt) und es gab außer
Mac Donalds und Döner noch andere Geschmacksrichtungen zum Mitnehmen.
Das Letztere steht meiner Meinung nach für die soziale Marktwirtschaft, in
der Leben und Leben lassen, aber bei Not, helfen ganz groß geschrieben
wird, aber auch nur dann.

Gleichzeitig denke ich, dass der Sozialismus und der ungezügelte
Kapitalismus in der Beschreibung der Systeme kaum unterschiedlicher sein
könnten, in der Praxis sich allerdings dermaßen gleichen, das es kaum
Unterschiede gibt in der Bewertung der Systeme. Zwei Sichtweisen, ein
Ergebnis! Man sieht, welchen Weg die Münze nahm, es ändert rein gar nichts
am Ergebnis.
Egal, ob Kopf oder Zahl, du verlierst.

Wir werden in Zukunft entscheiden müssen, wie wir leben wollen. Ein Staat,
eine Latte an Anweisungen; Oder ein Staat, der schlank Rahmen setzt, aber
gleichzeitig stark genug ist in katastrophalen Zeiten zu reagieren.
Was wir wohl in Zukunft nicht benötigen sind Genderdoktoren und deren
allgemein finanzierte Lehrstühle, 147 verschiedene Toiletten und eine
Klimahysterie mit Kosten, die erst 2021 wirksam werden und zum jetzigen
Zeitpunkt niemand auf den Schirm hat, denn ich lese nichts davon die
CO2-Steuer zu verschieben.

Skeptiker

Mode und Prestigeartikel haben es schwer bei Ausgangsbeschränkungen

Chris11 @, Donnerstag, 02.04.2020, 08:41 vor 2134 Tagen @ Skeptiker 924 Views

Die meisten Schuhe werden zum hingucken und nicht zum laufen gekauft. Genau so teure Autos um den Nachbarn zu beeindrucken fürs „Keep up with the Jones“. Das hat eine geringe Priorität in Zeiten von Ausgangsbeschränkung und wirtschaftlicher Unsicherheit.

Die eigentlich spannende Frage ist, wie lange diese Depression andauern wird.

Mit freundlichen Grüßen
Christian

Auswirkungen

SevenSamurai @, Donnerstag, 02.04.2020, 08:47 vor 2134 Tagen @ Skeptiker 1026 Views

Zalando verkauft Bekleidung, oder?

Im Home Office dürfte der Bedarf DEUTLICH niedriger sein.

Wir werden in Zukunft entscheiden müssen, wie wir leben wollen. Ein Staat,
eine Latte an Anweisungen; Oder ein Staat, der schlank Rahmen setzt, aber
gleichzeitig stark genug ist in katastrophalen Zeiten zu reagieren.

Der Zug ist ABGEFAHREN.

Man hat jetzt und für die nächsten 50 Jahre ein System, welches minimalste
Freiheit bei maximaler Selbstbereicherung durch 0,1 %. Dieses wird man
mit Händen und Klauen und verteidigen. Und mit horrenden Strafen, die
den kleinen Mann schnell ruinieren.

--
"Wenn ihr euch fragt, wie es damals passieren konnte:
weil sie damals (...)."
Henryk Broder

2 Probleme

valuereiter @, Donnerstag, 02.04.2020, 11:24 vor 2134 Tagen @ Skeptiker 741 Views

"Wer jetzt ohnehin zu Hause bleiben muss, könnte bequem online shoppen. ..."

blöd nur, dass die Mädels in ihren neuen Schuhen/Kleidern/was auch immer gesehen werden wollen - auf der nächsten Party oder in der Disko am nächsten WE!

und abgesehen davon:
hat das "Geschäftsmodell" von Zalando denn in guten Zeiten jemals solide Gewinne eingebracht???

Werbung