Grundsätzliche Analyse der Möglichkeiten, ob das Covid-19 Virus im Labor von Wuhan produziert werden könnte

helmut-1 @, Siebenbürgen, Freitag, 27.03.2020, 06:34 vor 2144 Tagen 2100 Views

Die Informationen über Wiki sind gering, aber durchleuchten wir mal die Angaben:

https://de.wikipedia.org/wiki/Wuhan_Institute_of_Virology

Ich nehme die Passagen heraus, die m.E.n. bewertet werden sollten:

Struktur
Generaldirektorin ist Yanyi Wang, der Vertreter der Kommunistischen Partei ist Changcai He. Nach eigenen Angaben sind derzeit 37 Forschungsgruppen in fünf Zentren organisiert:

Molekularvirologie
Analytische Mikrobiologie und Nanobiologie
Mikrobielle Virus Stammkulturen und Anwendungen
Virus-Pathologie
Neuartige Infektions-Krankheiten.

- Aus dieser Auflistung ergibt sich klar, dass die Rahmenmöglichkeiten für die Forschung, auch zur Herstellung von Viren mit extremen Auswirkungen, vorhanden sind.

- Dass es sich um kein unabhängiges Labor, sondern um eine der Partei unterstellten Einrichtung handelt, ergibt sich durch die zu Beginn genannten Personen.

Unter Xi Jinping ist in China die Trennung zwischen ziviler und militärischer Forschung praktisch aufgehoben

- Das bedeutet in der Praxis, dass sämtliche Vorgänge in diesem Labor unter den Begriff „Verschlusssache“ fallen.

- Das aber bedeutet auch, dass man keinerlei Informationen darüber erhalten kann,
(-)worüber man aktuell in den einzelnen Forschungsgruppen beschäftigt ist
(-)welche Versuchstiere in der Zeit vor dem Ausbruch von Covid-19 beschafft wurden (Fledermäuse, Gürteltiere, etc.)

Im Januar und Februar 2020 wurde das Institut erneut als mögliche Quelle der Coronavirus-Epidemie genannt: Durch unsachgemäßes Verhalten der Forscher sei das Virus in die Umwelt entlassen worden. Dieser Darstellung widersprach Shi Zhengli, Virologin und Forscherin am WIV.

Ich messe folgenden Fakten eine gewisse Bedeutung bei:

- Nicht die Leitung des Institutes oder deren Vertreter der Kommunistischen Partei hat dem Vorwurf widersprochen, sondern eine Forscherin. Das lässt den Schluss zu, dass die KP nicht völlig ausschließen kann, dass die tatsächlichen Vorgänge irgendwann transparent werden. Und dass man die KP einer Lüge bezichtigt, dass kann sich diese Partei nicht leisten, weil dann wieder Köpfe in der Führungsriege rollen müssten.

Die Forscherin Shi Zhengli fand (gemeinsam mit Cui Jie) den Ursprung von SARS

- Ich bin davon überzeugt, dass das kein Zufall ist, dass die Person, die dem Vorwurf widersprochen hat, identisch ist mit der Person, die mit der Analyse des SARS-Virus befasst war. Denn, - für den Fall – dass Covid-19 im Labor entwickelt wurde, dann kommt dafür in erster Linie nur ein Forscherteam in Frage, das die Zusammenhänge mit SARS analysiert hat. Die Korrelation zwischen SARS und Covid-19 wurde mittlerweile ja mehrmals klargestellt.

Mehr ist aus den Angaben über dieses Institut in der deutschsprachigen Version von Wiki nicht zu entnehmen, - wie üblich. Die englische Version gibt dafür schon mehr her, gerade in diesem Zusammenhang.

Ich zitiere:

Continuing this work over a period of years, researchers from the Institute sampled thousands of horseshoe bats in locations across China, isolating over 300 bat coronavirus sequences.

Übersetzt:
Die Forscher des Instituts setzten diese Arbeit über einen Zeitraum von Jahren fort und untersuchten Tausende von Hufeisenfledermäusen an Orten in ganz China, wobei sie über 300 Fledermaus-Coronavirus-Sequenzen isolierten.

- Also waren sie im Besitz genau dieser Tiere, die später für die vermutete Entstehung des Virus genannt wurden.

Genauere Details dazu:

https://onlinelibrary.wiley.com/doi/epdf/10.1002/jmv.25748

Gleich am Anfang von Art. 2 (2. Genetische Biologie von SARS-CoV-2) kann man nachlesen (ich übersetze es gleich):

Die erhaltenen Genomsequenzen sind extrem ähnlich und zeigen mehr als 99,98% Sequenz-Identität. SARS-CoV-2 ist zu 96,2% auf der Ebene des Gesamtgenoms identisch mit einer Fledermaus-Coronavirus-Isolat RaTG13 (GISAID-Hinterlegungsnummer EPI_ISL_402131) gesammelt aus der Provinz Yunnan, China, und ist zu 88% identisch mit zwei von Fledermäusen abgeleiteten SARS-ähnlichen Coronaviren, Fledermaus-SL-CoVZC45 und Fledermaus-SL-CoVZXC21, gesammelt im Jahr 2018 in Zhoushan, Ostchina1,2,11

Trotzdem ist durch die Aussage nicht klar, ob es sich bei SARS und seinen Ableitungen um die Ursache des Virus handelt, die man bei den Fledermäusen festgestellt hat, oder ob es sich um den Zwischenwirt handelt, und die Ursache woanders zu suchen ist.


Man schreibt nämlich:

Die enge phylogenetische Beziehung zu RaTG13lässt vermuten, dass Fledermäuse wahrscheinlich natürliche Wirte für SARS-CoV-22 sind.

Diese chinesische Studie, die sicher den KP-Filter durchlaufen hat, drückt sich also - rhetorisch - in vielen Konjunktiven und Vermutungen aus, um sich für alle möglichen Fälle ein Hintertürchen offen zu halten.

Bleiben wir noch bei der englischen Version von Wiki über das Labor in Wuhan (übersetzt):

Im Jahr 2015 veröffentlichte das Institut erfolgreiche Untersuchungen darüber, ob ein Fledermaus-Coronavirus zur Infektion von HeLa hergestellt werden kann. Ein Team des Instituts entwickelte ein Hybridvirus, das ein Fledermaus-Coronavirus mit einem SARS-Virus kombinierte, das für das Wachstum in Mäusen und die Nachahmung menschlicher Krankheiten angepasst war. Das Hybridvirus konnte menschliche Zellen infizieren.

- Heißt im Klartext für mich, dass alles möglich ist, bei diesem Labor.

In der deutschsprachigen Wiki-Version zum Labor heißt es:

Die Washington Post zitierte US-Experten, die erklärten, warum das Institut nicht für die Biowaffenforschung geeignet sei; dass die meisten Länder Biowaffenforschung aufgegeben hätten und dass es keine Beweise dafür gebe, dass das Virus gentechnisch hergestellt worden sei.Im Februar 2020 zitierte die Financial Times den Virusexperten und führenden Coronavirus-Forscher Trevor Bedford: „Wir haben Beweise dafür, dass die Mutationen [im Virus] vollständig mit der natürlichen Evolution übereinstimmen.“

Dazu die Süddeutsche:

https://www.sueddeutsche.de/wissen/forschung-kuenstliche-killerviren-aus-dem-labor-1.40...

Ich zitiere daraus:
Ein solches Szenario erscheint einer Expertengruppe der US National Academy of Sciences zwar als nicht sehr wahrscheinlich, ganz auszuschließen sei es in Zukunft aber nicht. Die neuen Werkzeuge der Gentechnik machen einen Angriff mit modifizierten Probiotika theoretisch möglich.

Dazu die Passage aus der US National Academy of Sciences:

https://www8.nationalacademies.org/onpinews/newsitem.aspxRecordID=24890&_ga=2.63463...

Although some malicious applications of synthetic biology may not seem plausible right now, they could become achievable with future advances.

Weiter aus der SZ:

Mit synthetischer Biologie können Forscher Organismen im Labor erschaffen, die in der Natur nicht vorkommen.

Zwar sei keine konkrete Bedrohung bekannt, doch unter Wissenschaftlern werde die gefährliche Seite der synthetischen Biologie seit Jahren diskutiert, heißt es.

Anlässe dazu gab es immer wieder: Im Jahr 2002 hatte der Biochemiker Eckard Wimmer an der Stony Brook University in New York zusammen mit zwei Kollegen das Erbgut des Polio-Erregers vollständig im Labor hergestellt. 2012 veröffentlichte der Niederländer Ron Fouchier eine Methode, mit der er Influenzaviren mit gefährlichen neuen Eigenschaften ausgestattet hatte. Und im vergangenen Sommer beschrieb der kanadische Virologe David Evans in einem Fachaufsatz detailliert, wie man das in der Natur ausgerottete Pockenvirus aus chemisch synthetisierten DNA-Fragmenten zusammenbastelt.

Das sind meine wesentlichen Überlegungen zu der Fragestellung der Überschrift. Ich kann nicht behaupten, dass man in Wuhan dieses Virus hergestellt hat, und es aufgrund eines Unfalls/Unvorhergesehenheit dann diesen Schaden anrichten konnte.

Wenn mir aber jemand erklären will, dass die Chinesen dazu nicht in der Lage sind, dann soll er mir das schlüssig beweisen. Ich behaupte das nicht, stelle es aber auch nicht in Abrede. Es ist eine Hypothese, aber immerhin eine Möglichkeit, zumindest in meinen Augen.

Zwei Punkte sind mir nicht bekannt:

- Die örtliche Entfernung des Labors zu dem speziellen Markt in Wuhan, wo das Virus erstmals aufgetreten sein soll.

- Wie hoch die Anzahl der Personen in den 37 Forschungsgruppen dieses Labors ist, die an Covid-19 erkrankt sind.

Während man das erste vielleicht als Insider klären könnte, - auf das zweite wird man mit Sicherheit nirgends eine abklopfbare Information bekommen.

Meine abschließende Bitte:

Ich bin ein Mensch vom Bau, kein Biologe. Es wäre für mich hilfreich, wenn man meine Überlegungen in fachlicher Richtung kritisch überprüfen und auch ggf. Fehler aufdecken könnte. Ich weiß, dass hier Biologen mitlesen.

Danke!

Ich glaube kein Wort von diesen Geschichten. Am Anfang steht der "Test"

Theo Stuss @, Freitag, 27.03.2020, 09:05 vor 2144 Tagen @ helmut-1 1622 Views

Hallo Helmut,


mit diesem Test kann man doch alles behaupten. Er kann das Virus feststellen, wo es nicht es nicht ist. Je mehr man testet, desto mehr findet man, genau wie Du in meinem Gesicht mit einer Lupe haarige Berge finden wirst. Der Test weist keine Zunahme der Verbreitung des Virus nach, sondern mit der Verbreitung des Tests nimmt die Panik zu, weil die Pandemie der Test selbst ist. Es werden Leute als infiziert behandelt, die es gar nicht sind. Und wenn man dann noch den Giftcocktail aus der AIDS-Küche auf die Patienten losläßt, wie Dr. Köhnlein in seinem Gespräch mit RT Deutschland beschreibt, haben die Patienten praktisch keine Überlebenschance. Wieso spricht hier keiner von Dr. Didier Raoult, dem Leiter des Epidemiologischen Instituts an der Uni-Klinik von Marseille, der zudem Mitglied des staatlich berufenen Wissenschaftsrates zur Bekämpfung von COVID-19 ist? Der sagt ganz ähnliche Dinge wie Dr. Wodarg. Zudem ist er einer Position, wo ihm keiner dumm kommen kann.

Seltsame Frage

helmut-1 @, Siebenbürgen, Freitag, 27.03.2020, 17:19 vor 2143 Tagen @ Theo Stuss 1114 Views

Welchen Artikel hast Du von mir gelesen, was Deinem Kommentar zugrunde liegt? In dem aktuellen habe ich über was ganz anderes geschrieben, nicht über irgendwelche Tests.

Aber vielleicht wurde Deine Antwort nur irrtümlicherweise falsch zugeordnet. Mit meinem Kommentar hat das absolut nichts zu tun.

Trotzdem danke für Deine Antwort!

Anmerkungen eines nicht-Biologen

valuereiter @, Freitag, 27.03.2020, 11:40 vor 2144 Tagen @ helmut-1 1420 Views

...

- Aus dieser Auflistung ergibt sich klar, dass die Rahmenmöglichkeiten für die Forschung, auch zur Herstellung von Viren mit extremen Auswirkungen, vorhanden sind.

sonst wäre es ne Kfz-Werkstätte oder eine Baumschule - keine High end-Forschungseinrichtung im Bereich der Virologie!

und im Blick auf die SARS-Epidemie 2002/´03 ist auch naheliegend, dass in so einem Labor an einem Impfstoff gegen SARS bearbeitet wurde - um für den nächsten NATÜRLICHEN Seuchenausbruch besser gerüstet zu sein!
(zumal Anfang der 2010er Jahre bei den Arabern mit MERS ein ähnliches, ebenfalls recht tödliches Corona-Virus entdeckt wurde!)

WENN es eine Panne bei der SARS-Impfstoff-Entwicklung war, wären m.E. zwei Szenarien für den Ausbruch denkbar:

Option 1:
Ein Mitarbeiter hat sich versehentlich mit dem nicht ausreichend "entschärften" bzw. passivierten Virus infiziert.

Option 2:
Man dachte, man hätte einen (harmlosen) Impfstoff ... hat dessen Verträglichkeit nach chinesischen Standards am Menschen getestet ... und der vermeintliche Impfstoff hat ein dynamisches Eigenleben entwickelt ...

... mir nicht bekannt:

- Die örtliche Entfernung des Labors zu dem speziellen Markt in Wuhan, wo das Virus erstmals aufgetreten sein soll.


dürfte irrelevant sein!

WENN SARS-CoV-2 (versehentlich) freigesetzt wurde - also eine "Panne" vermutlich bei der Impfstoffentwicklung vorliegt - dann hat sich dieses erstmal einige Wochen oder Monate "undercover" verbreitet

auf dem Großmarkt hat das Virus dann halt einige super "Multiplikatoren" erwischt - z.B. Garküchenbetreiber oder Händler - so dass aus dem Schwelbrand dort ein offen ausloderndes Feuer wurde!


PS:
und dass die Chinesen ihr Gesicht in der Welt wahren wollen, sollte jedem klar sein!

PS2:
Stuss - der Name ist Programm?

Nachvollziehbare Gedanken

helmut-1 @, Siebenbürgen, Freitag, 27.03.2020, 17:47 vor 2143 Tagen @ valuereiter 1109 Views

die Du da von Dir gibst. Nachvollziehbar.

Lediglich hier noch ein Nachtrag:

dürfte irrelevant sein!

WENN SARS-CoV-2 (versehentlich) freigesetzt wurde - also eine "Panne" vermutlich bei der Impfstoffentwicklung vorliegt - dann hat sich dieses erstmal einige Wochen oder Monate "undercover" verbreitet


Das ist sehr wahrscheinlich, wie Du das beschreibst. Ich will Dir ein anderes, - vielleicht blödes - Beispiel geben, das wir in unserer Sturm- und Drangzeit öfters in der Stadtbahn in Wien exerziert haben.

Da waren wir, so 3 - 4 Jungs zusammen, und hatten Böses im Sinn. Wir suchten uns einen Buchhaltertypen aus, der so mit Ärmelschoner seiner Tätigkeit nachgeht. Einer von uns hatte immer was drauf, was schlecht riechende Ausdünstungen aus dem Hinterteil betrifft. Da stöhnte dann kurz der Anus,- und es verbreitete sich ein unangenehmer Geruch. Während dieses Vorganges hielten wir uns alle in der unmittelbaren Nähe des "Buchhalters" auf.

Daraufhin alterierten wir uns in der Form, in dem wir mit Abscheu den Finger in Richtung des Buchhalters hielten und unserem Missfallen lauthals Ausdruck gaben. "Pfui, wie kann man denn nur, können Sie sich nicht beherrschen", usw.

Fazit: Der Mann stieg bei der nächsten Haltestelle aus.

Soweit die heitere Variante. Stellt sich die Frage, inwieweit das Plebs in China sich nach dem Ausbruch der Krankheit Gedanken macht, von wo der ganze Mist kommt. Um da keine dummen Gedanken aufkommen zu lassen, wäre es das nicht sinnvoll, - in dem Fall, dass dieses Virus tatsächlich seinen Ursprung im Labor in Wuhan hatte, - dann irgendeinen "Schuldigen" zu suchen, der sich in unmittelbarer örtlichen Nähe aufhält?

"Haltet den Dieb!" - schreien die Diebe. Die beste Methode, von sich abzulenken. Von einem Bekannten, der sich in Übersee mit meiner Frage der Distanz zwischen Labor und Markt befasst hatte, erfuhr ich nun die genaue Entfernung:

Es sind 277.73 Meter Luftlinie. Ich denke, dass diese Zahl schon im Hinblick auf die Gesamtfläche der Stadt Wuhan mit 1557 km² (1557000000 m²) gewissermaßen als Nachbarschaft bezeichnen lässt.

Aber vielleicht ist auch alles nur Zufall.

Danke für deine Auflistung.- hier die Gegenmeinung von Biologien

SchlauFuchs ⌂ @, Neuseeland, Samstag, 28.03.2020, 06:20 vor 2143 Tagen @ helmut-1 1082 Views

https://www.livescience.com/coronavirus-not-human-made-in-lab.html

Hier die Uebersetzung:

Das Coronavirus ist nicht aus einem Labor entwichen. Woher wir das wissen, ist Folgendes.
Von Jeanna Bryner - Live Science Chefredakteurin

Der hartnäckige Mythos kann zu Grabe getragen werden.

Viren wie das neuartige Coronavirus sind Hüllen, die genetisches Material enthalten.

Da sich das neuartige Coronavirus, das COVID-19 verursacht, über den ganzen Globus ausbreitet und heute (20. März) weltweit mehr als 284.000 Fälle verzeichnet, verbreitet sich die Fehlinformation fast ebenso schnell.

Ein hartnäckiger Mythos ist, dass dieses Virus, genannt SARS-CoV-2, von Wissenschaftlern hergestellt wurde und aus einem Labor in Wuhan, China, entkommen ist, wo der Ausbruch begann.

Eine neue Analyse von SARS-CoV-2 könnte letztere Idee endgültig entkräften. Eine Gruppe von Forschern verglich das Genom dieses neuartigen Coronavirus mit den sieben anderen Coronaviren, von denen bekannt ist, dass sie den Menschen infizieren: SARS, MERS und SARS-CoV-2, die schwere Krankheiten verursachen können; zusammen mit HKU1, NL63, OC43 und 229E, die normalerweise nur leichte Symptome verursachen, schrieben die Forscher am 17. März in der Zeitschrift Nature Medicine.

SCHLUSS
"Unsere Analysen zeigen deutlich, dass SARS-CoV-2 kein Laborkonstrukt oder ein absichtlich manipuliertes Virus ist", schreiben sie in dem Zeitschriftenartikel.

Kristian Andersen, ein außerordentlicher Professor für Immunologie und Mikrobiologie bei Scripps Research, und seine Kollegen haben sich die genetische Vorlage für die Spike-Proteine angesehen, die aus der Oberfläche des Virus herausragen. Das Coronavirus nutzt diese Spikes, um die Außenwände der Zellen seines Wirts zu greifen und dann in diese Zellen einzudringen. Sie untersuchten insbesondere die Gensequenzen, die für zwei Hauptmerkmale dieser Spike-Proteine verantwortlich sind: den Greifer, die so genannte Rezeptor-Bindungsdomäne, die sich an die Wirtszellen anhängt, und die so genannte Spaltstelle, die es dem Virus ermöglicht, sich zu öffnen und in diese Zellen einzudringen.

Diese Analyse zeigte, dass der "Haken"-Teil des Spike-Proteins sich so entwickelt hat, dass er auf einen Rezeptor an der Außenseite der menschlichen Zellen abzielt, der ACE2 genannt wird und an der Blutdruckregulierung beteiligt ist. Dieser Rezeptor ist so wirksam, dass die Forscher sagten, die Spike-Proteine seien das Ergebnis einer natürlichen Selektion und nicht von Gentechnik.

Hier ist der Grund dafür: SARS-CoV-2 ist sehr eng mit dem Virus verwandt, welches das schwere akute respiratorische Syndrom (SARS) verursacht, das sich vor fast 20 Jahren weltweit verbreitet hat. Wissenschaftler haben untersucht, wie sich SARS-CoV von SARS-CoV-2 unterscheidet - mit mehreren wichtigen Buchstabenveränderungen im genetischen Code. Doch in Computersimulationen scheinen die Mutationen in SARS-CoV-2 nicht sehr gut zu funktionieren, um dem Virus zu helfen, sich an menschliche Zellen zu binden. Hätten die Wissenschaftler dieses Virus absichtlich konstruiert, hätten sie sich nicht für Mutationen entschieden, von denen die Computermodelle nahe legen, dass sie nicht funktionieren. Aber es stellte sich heraus, dass die Natur schlauer ist als die Wissenschaftler, und das neuartige Coronavirus fand einen Weg zur Mutation, der besser - und völlig anders - war als alles, was Wissenschaftler hätten entwickeln können, wie die Studie ergab.

Ein weiterer Nagel in der Theorie des "Entfleuchen aus dem teuflischen Labor"? Die gesamte molekulare Struktur dieses Virus unterscheidet sich von den bekannten Coronaviren und ähnelt stattdessen am meisten den Viren, die in Fledermäusen und Schuppentieren gefunden wurden, die bisher wenig untersucht wurden und von denen nie festgestellt wurde, dass sie Menschen gefährden.

"Wenn jemand ein neues Coronavirus als Krankheitserreger entwickeln wollte, hätte er es aus dem Rückgrat eines Virus konstruiert, das bekanntermaßen Krankheiten verursacht", so eine Aussage von Scripps.

Woher kam das Virus? Die Forschungsgruppe entwarf zwei mögliche Szenarien für die Entstehung von SARS-CoV-2 beim Menschen. Das eine Szenario folgt den Entstehungsgeschichten für einige andere neuere Coronaviren, die in der menschlichen Bevölkerung zu Schäden geführt haben. In diesem Fall haben wir uns direkt von einem Tier angesteckt - Zibetkatzen im Falle von SARS und Kamele im Falle des MERS (Middle East Respiratory Syndrome). Im Fall von SARS-CoV-2 vermuten die Forscher, dass es sich bei dem Tier um eine Fledermaus handelte, die das Virus auf ein anderes intermediäres Tier (möglicherweise ein Schuppentier, wie einige Wissenschaftler sagten) übertrug, welches das Virus auf den Menschen brachte.

In diesem möglichen Szenario wären die genetischen Merkmale, die das neue Coronavirus so wirksam bei der Infektion menschlicher Zellen machen (seine pathogenen Kräfte), bereits vorhanden gewesen, bevor es auf den Menschen übersprang.

In dem anderen Szenario hätten sich diese pathogenen Merkmale erst entwickelt, nachdem das Virus von seinem tierischen Wirt auf den Menschen gesprungen ist. Einige Coronaviren, die von Pangolinen abstammen, haben eine "Hakenstruktur" (diese Rezeptor-Bindungsdomäne), die der von SARS-CoV-2 ähnlich ist. Auf diese Weise hat ein Schuppentier sein Virus entweder direkt oder indirekt auf den menschlichen Wirt übertragen. Dann, wenn es einmal in einem menschlichen Wirt ist, könnte sich das Virus zu seiner anderen Tarnung entwickelt haben - der Spaltstelle, die es ihm ermöglicht, leicht in menschliche Zellen einzudringen. Sobald es diese Fähigkeit entwickelt hätte, so die Forscher, wäre das Coronavirus noch besser in der Lage, sich zwischen Menschen zu verbreiten.

All diese technischen Details könnten den Wissenschaftlern helfen, die Zukunft dieser Pandemie vorherzusagen. Das Virus könnte immer noch in der Tierpopulation zirkulieren und wieder auf den Menschen überspringen, bereit, einen Ausbruch zu verursachen. Aber die Chancen solcher zukünftiger Ausbrüche sind geringer, wenn das Virus erst in die menschliche Population eindringen und dann die pathogenen Eigenschaften entwickeln muss, sagten die Forscher.

Danke auch Dir für die umfangreiche Antwort!

helmut-1 @, Siebenbürgen, Sonntag, 29.03.2020, 09:45 vor 2142 Tagen @ SchlauFuchs 956 Views

Ergebnis: Überzeugt mich nicht.

Ich will das auch begründen, - hab mich da eingelesen, deshalb hat meine Antwort auch länger gedauert.

Grundsätzlich fasse ich die Infos, denen eine publizistische Basis zum Erhalt eines Einkommens zugrunde liegt, mit spitzen Fingern an. Das bedeutet im Klartext, auf Jeanna Bryner - Live Science Chefredakteurin bezogen, dass diese Dame wohl kaum vom Fach ist, sondern dass es deren Interesse ist, den Umsatz ihres Blattes zu heben.

Was natürlich nicht ausschließt, dass da auch nachweisbare Erkenntnisse drinstehen. Aber, - wie gesagt, ich bin vorsichtig.

Nachdem ich da bereits Aussagen gefunden habe, die so nicht stimmen, habe ich das Ganze genau durchforstet und bin da auf was draufgekommen.

Was nicht stimmt?

Einfach, - diese Aussage:

Die gesamte molekulare Struktur dieses Virus unterscheidet sich von den bekannten Coronaviren und ähnelt stattdessen am meisten den Viren, die in Fledermäusen und Schuppentieren gefunden wurden, die bisher wenig untersucht wurden und von denen nie festgestellt wurde, dass sie Menschen gefährden.

Eindeutig falsch. Gerade in den chinesischen Berichten ist immer wieder davon die Rede, wie intensiv man im Zusammenhang mit SARS die Fledermäuse untersucht und für experimentielle Zwecke verwendet hat, - u.a. auch in dem benannten Labor.

Und worauf bin ich draufgekommen?

Kennst Du Sache mit der "Stillen Post", die wir als Kinder gespielt haben? Genauso verhält es sich hier.

Da stellt einer was fest, veröffentlicht das als Studie. Der nächste verwendet das in einer Publikation und bezieht sich auf den Vorgenannten. Er gibt das aber nicht genauso wieder, sondern verändert/ergänzt das mit seinen Auslegungen. Der nächste macht dasselbe. Usw, usw.

Was kommt dann dabei heraus?

So etwas wie in dem link, den Du angegeben hast. Es ist eine Mischung aus wissenschaftlichen Erkenntnisse, aus Halbwahrheiten und aus Falschaussagen. Wäre ich in diesem Fach (Mikrobiologie, Virologie) versiert und das wäre meine Spielwiese, könnte ich so manches innerhalb einer Stunde widerlegen, was zwar - isoliert betrachtet - richtig ist, aber im Zusammenhang dann zu einer veränderten Meinung führt. So aber müsste ich mich damit tagelang beschäftigen, immer wieder die fachlichen Zusammenhänge eruieren, usw.

Ich bin das auf dem Rückwärtsgang, -wie der Krebs - durchgegangen, wer da von wem abgeschrieben hat und habe versucht, die Ursprungsversion zu finden. Da kommt man letztlich auf Folgendes:

Man stößt dabei auf das Magazin "Naturemedicine"
https://www.nature.com/articles/s41591-020-0820-9

Da schreibt man als Überschrift:

The proximal origin of SARS-CoV-2

Na, jetzt erklär mir mal, was in diesem Zusammenhang "proximal" bedeutet. Das Wort passt überhaupt nicht hierher. Es wird im Körperbau verwendet, und bedeutet in der Übersetzung: näher zur Körpermitte / zum Körperzentrum hin

Ich gehe davon aus, dass eigentlich das andere Wort "proximativ" verwendet werden sollte, - aber es gibt immer wieder orthografische und grammatikalische Fehler in solchen Fachzeitungen.

Proximativ bedeutet soviel wie "angenähert", "ungefähr", "in etwa". Aber mit Sicherheit keine abgeklopfte und nachgewiesene Erkenntnis. Daher ist der Ursprung dieser wissenschaftlichen Studie als Möglichkeit und nicht als gewonnene Erkenntnis zu bewerten.

Deshalb sehe ich das als Behauptung an, die nicht nachgewiesen ist, wenn man schreibt:
"Unsere Analysen zeigen deutlich, dass SARS-CoV-2 kein Laborkonstrukt oder ein absichtlich manipuliertes Virus ist", schreiben sie in dem Zeitschriftenartikel.

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