BOOOOM!

Ashitaka, Sonntag, 22.03.2020, 18:31 (vor 2150 Tagen) @ Cascabel1943 Views
bearbeitet von Ashitaka, Sonntag, 22.03.2020, 19:18

Hallo Cascabel,

wir betreuen mitunter einige der stärksten gewerbesteuerzahlenden Betriebe bzw. Niederlassungen in 3 bzw. unter Berücksichtigung einer Zerlegung in 4 NRW Großstädten. Wo letzte Woche noch alle verfügbaren Kapazitäten genutzt wurden um den Betrieben bei der Anzeige von Kurzarbeit zu helfen werden ab kommender Woche nach und nach für ALLE betroffenen Betriebe (ich würde mal schätzen 80% des verarbeitenden Gewerbes / Industrie) die Neufestsetzungsanträge auf NULL Euro gestellt und mittels bereits in Arbeit befindlicher Verlustplanungen (Wochenendarbeit in all unseren Niederlassungen) so hinreichend begründet, dass das ein paar Tage verzögert mit neuen Messbescheiden in den betroffenen Städten ein schweres und unlösbares Erdbeben auslösen wird. Die bereits vereinnahmten Vorauszahlungen für das erste Quartal werden dann sofort zu erstatten sein. Da gibt es keinen rechtlichen Ausweg für die Kommunen.

Und wenn ich mich in meinen beruflichen Netzwerken so umhöre wird es bei den größeren Betrieben zeitnah überall so vollzogen. Bei den kleineren bleibt man vielleicht bei nur nach vorne gerichteten Herabsetzungsanträgen. Es gibt übrigens keine neuen Prüfungsanordnungen mehr, alle verfügbaren Finanzbeamten werden nach Abschluss der laufenden Prüfungen in die Veranlagungs- und Erhebungsstellen abgezogen. Ob sich die Kommunen der zeitnahen Auswirkungen bewusst werden wage ich zu bezweifeln. Im Mai, wenn dann alle kommunalen Einnahmen abrubt wegbrechen, ist Schluss mit der städtischen Gelassenheit und Freude an den mahnenden Social-"Stay at home!"-Videos.

Sollen sie mal sehen wie sie klar kommen. Können sie gerne die Grundsteuerhebesätze um das zehnfache erhöhen oder ihre Sozialleistungen als Sofortmaßnahme einstellen. Da stehen nämlich gar keine Finanzierungsmodelle, Kassenkredite oder sonst was für Lösungen im Raum. Die Dimensionen der zeitnahen Neufestsetzungen auf Null Euro haben weder der Bund noch die Kommunen liquiditätstechnisch auf dem Schirm, wie meine ersten Vorbanfragen in 2 Städten und Kontakte über die OFDs zeigten. Und die Betriebe bringen sich schon mit Kündigungen der SEPA-Lastschriftverfahren in Stellung. Und die Kommunen freuen sich noch, dass sie mit Steuererleichterungen helfen können.

Die bundes-, landes- und städteweite politische Übertriebenheit hat ihren Preis! Und den setzen über 87500 Wirtschaftsprüfer- und Steuerberatungsgesellschaften in den kommenden Tagen auf größtenteils Null Euro fest! Wohl wissentlich, dass man auch zur nach oben gerichteten, neufestsetzenden Mithilfe im Falle einer unterjährigen Besserung verpflichtet ist. Da werden wir aber erst wieder mit abschlussreifen Auswertungen im viertel Quartal drüber sprechen. Und auf welchem Niveau sich das ganze nach der Ausradierung der kommunalen Gewerbesteuereinnahmen bewegt, steht in den Sternen.

BOOOOM! [[zigarre]]

Herzlichst,

Ashitaka

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