Abrupte Richtungswechsel möglich
Hallo Heraklit,
an den Wertpapiermärkten ist jederzeit alles möglich. Auch das Gegenteil. Und alles kann erst recht in so einer massiven Krise passieren. Mit abrupten Richtungswechseln ist zu rechnen. Der "sichere Hafen" Bonds kann schnell unter Druck geraten. Auffällig ist, dass nach der Zinssenkung in den USA die Hypothekenzinsen dort um einen halben Prozentpunkt nach oben gingen, und in D am Freitag nach der Bazooka-Ankündigung der Bundesregierung die Umlaufrendite untypisch deutlich gestiegen ist.
Natürlich ist es zu früh, den Ausgang dieses Kampfes David gegen Goliath zu prognostizieren. Wer ist David, wer ist Goliath? Hier kämpft der Markt gegen die Zentralbanken. Die Zentralbanken mit ihrer unbegrenzten Feuerkraft könnten theoretisch alle Anleihen aufkaufen, um so die Renditen unten zu halten, falls sich die privaten und institutionellen Investoren zurückziehen. Das wird aber nur so lange funktionieren, wie keine Inflation entsteht. Bei Inflation gehen zumindest die Privaten voll in Cash und vielleicht auch in die Aktien (Aktien = Sachwerte mit positiven Renditen, zumindest mittel- und langfristig), alle Anleihen wären dann mit Null- oder Minusrendite bei den Zentralbanken.
Ich geb zu, dass ich mir nicht sicher bin hinsichtlich des bevorstehenden Anleihencrashs. Mein Bauchgefühl hat mir die steigenden Renditen aka abstürzenden Anleihenkurse zugeflüstert, aber ich bin ein Blender.
Meine Antwort als Investor bleibt daher quotal (alle Asset-Klassen quotal halten!). Das ist ein fauler Kompromiss, aber der beste, den ich in dieser Situation erkennen kann.
Gruß
Stagflati