„Boccaccio: Väter und Mütter vermieden es, ihre Kinder zu pflegen“
Die Beschreibung der Folgen hat der italienische Dichter Giovanni Boccaccio (1313-1375) in die Weltliteratur eingeschrieben: „Die Pest ließ die Herzen der Menschen erstarren. Der Bruder verließ den Bruder, der Oheim seinen Neffen, die Schwester den Bruder und häufig auch die Frau ihren Gatten. Ja, was fast unglaublich ist: Väter und Mütter vermieden es, ihre Kinder zu pflegen, als ob sie Fremde wären.“
Ein Arzt aus Avignon schrieb: „Jede Liebe war tot, jede Hoffnung ausgelöscht, weder der Vater kümmerte sich um den Sohn, noch der Sohn um den Vater, ganze Geschlechter starben ohne jede Pflege, begraben wurden sie ohne Priester. Und ich nenne das Sterben ungeheuer, weil es fast den ganzen Erdkreis erfasste.“
Herzlich
Oblomow
PS: Danke für den Filmtipp neulich! Im Original "Le samouraï".