Gedanken zur Statistik bei Covid-19
Moin Gelbes,
hier ist mehrfach die Frage gestellt worden, warum die Sterblichkeitsrate bei Covid-19 so unterschiedlich ausfaellt.
Dazu sei angemerkt: Statistik funktioniert nur, wenn man gute Daten hat.
Die besten Daten duerfte dazu die Volksrepublik China haben, denn dort haben Sie ganze Stadtviertel zur Blutuntersuchung geschleift, nach dem was man hoert. Ausserdem ist die Datenbasis die beste, weil es dort die meisten Faelle gibt. Ob China diese Zahlen unverfaelscht veroeffentlicht, sei mal dahingestellt.
In allen anderen Laendern ist die Anzahl der Erkrankten schlicht nicht bekannt. Die meisten Covid-19-Patienten mit milden Verlaeufen werden es fuer einen grippalen Infekt halten und gar nicht beim Arzt aufkreuzen. Die meisten, die zum Arzt gehen, werden mangels Test Kits nicht auf Spahnsche Grippe getestet. Die Schnelltests sind auch nicht allzu zuverlaessig. Zu allem Ueberfluss kommt noch die lange Inkubationszeit hinzu: Selbst wenn wir wuessten, wie viele Menschen jetzt Symptome von Covid-19 zeigen, wuerde uns das nur sagen, wie viele Menschen sich vor etwa zwei Wochen infiziert hatten. Seit dem haben diese Leute natuerlich weitere angesteckt.
Letztlich kann man maximal die Zahl der hospitalisierten Faelle mit der Anzahl der Todesfaelle korrelieren. Selbst das sagt wahrscheinlich mehr ueber die Qualitaet der medizinischen Versorgung aus, als ueber den Erreger.
Also, traut keiner Statistik, die Ihr nicht selbst gefaelscht habt.
Gruss,
Naclador
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