Kommt ein großer Teil der "vorübergehend" freigelassenen iranischen Gefängnisinsassen nach €uropa?

Cascabel @, Donnerstag, 05.03.2020, 02:04 vor 2170 Tagen 2658 Views

bearbeitet von Cascabel, Donnerstag, 05.03.2020, 02:55

Hallo, Forum

Was mich heute am meisten beeindruckte, war die Meldung, dass der Iran gemäß der BBC vorübergehend mehr als 54.000 angeblich negativ auf Corona-Virus getestete Gefängniseinsassen entlassen hat, um die Verbreitung des Coronavirus in überfüllten Knästen zu bekämpfen. Nachdem sich die Leichen der Coronovirus-Opfer in den örtlichen Leichenhallen stapeln, sind im Iran offensichtlich Verzweiflung und Panik ausgebrochen.

Sind die iranischen Führer innerhalb von weniger als zwei Wochen von der Leugnung der Existenz des Corona-Virus zu einem scheinbaren Versuch der Vertuschung übergegangen und in einigen Fällen sogar selbst erkrankt, so entsteht mit der Entlassung der Gefangenen die extreme Umkehr der Situation und es stellt sich die Frage, nach welchen Kriterien sich diese 54.000 Inhaftierten auf die Schnelle qualifizierten.

Bei einer Bevölkerung von 82 Millionen saßen im Iran 2019 gemäß offizieller Zahlen 240.000 Inhaftierte ein. Das entspricht einer Inhaftierungsquote von 0,29 Prozent. In "halbwegs normalen Ländern" beträgt diese Quote etwa ein Viertel dieser Menge. Wohingegen in Deutschland etwa 0,07 Prozent inhaftiert sind, ist diese Quote in den USA fast zehnmal so hoch; schlappe 2,1 Millionen sitzen dort hinter Gittern. Das liegt vor allem daran, dass in den USA viele Knäste privat sind und in diesem Zusammenhang gerne darauf hingewirkt wird, dass sowohl schwere Jungs als auch Mädchen etwas länger auf Staatskosten zu Gast bleiben und oft extreme Haftdauern verhängt werden.

Nach der Machtübernahme der Ayatollahs im Jahre 1979 wurden in den Folgejahren zig-tausende hingerichtet und im Jahr 1988 gab es eine Hinrichtungswelle von circa 30.000 politischen Gefangenen und Schwulen. Das lässt darauf schließen, dass die Gesundheit der Inhaftierten den Machthabern im Iran nicht gerade am Herzen liegt und wie wir alle wissen, hat sich seither nicht viel geändert.

Nach wie vor ist es etwas einfacher, im Iran eingeknastet zu werden und in vielen Fällen auch am Strang zu enden. Wir alle kennen alle die Fotos von Opfern, die öffentlich an Lastenkranen aufgehängt wurden, um bei politischen Gegnern Eindruck zu schinden. In Anbetracht dieser Tatsache gehe ich davon aus, dass die offiziellen Zahlen nicht der Realität entsprechen und die wirkliche Anzahl der Inhaftierten etwa drei- bis viermal höher sein dürfte.

Diese Annahme ist im Zusammenhang mit dem, was ich hier sagen will, jedoch nicht wesentlich. Viel entscheidender ist die Frage, warum die Knasties freigesetzt wurden. Gehen die Hardliner in Teheran wirklich davon aus, dass die Freigelassenen sich in Freiheit schneller erholen oder gesunden? Doch wohl kaum. Es muss viel mehr davon ausgegangen werden, dass sich Corona in den Knästen rasend ausgebreitet hat und sich mit der Freilassung dieser Leute nun noch rasender ausbreiten wird. In Anbetracht der langen Inkubationszeit ist es doch mindestens fragwürdig, ob die möglicherweise negativ getesteten wirklich gesund sind, haben die Chinesen doch ursprünglich doch genau das Gegenteil getan, indem sie Menschen in Quarantäne eingesperrt haben.

Der Verschwörungstheoretiker tendiert dazu sagen, dass die Absicht der Regierung in Teheran eher bösartig als menschenfreundlich ist. Bestünde nämlich bei einer Normalisierung der Situation die Gefahr, dass die vorübergehend Freigelassenen wieder inhaftiert würden, so ist die Annahme gerechtfertigt, dass alle, denen sich die Möglichkeit bietet, das Land zu verlassen, das auch tun werden, um sich mit den gerade bildenden Flüchtlingstracks auf den Weg ins gelobte Land Angelas zu machen, haben sie mit der zukünftigen rot-rot-roten Regierung Thüringens - stellvertretend für ganz Deutschland - beste Karten, aufgenommen zu werden... mit oder ohne Corona, denn Deutsche wollen - frei nach Nietzsche - nach wie vor die Wahrheit nicht hören, würde das doch ihre Illusion zerstören.

Gruß

Cascabel

China vs. Iran

Linder, Donnerstag, 05.03.2020, 08:12 vor 2170 Tagen @ Cascabel 1974 Views

bearbeitet von Kleine Rechtschreibkorrektur, Donnerstag, 05.03.2020, 11:05

In China sperrt man freie Menschen ein, verbarrikadiert deren Wohnungstüren. Im Iran öffnet man Gefängnisse.
Finde den Fehler.

--
◇◇◇ GENESEN - GELACHT - GELOCHT ◇◇◇

Re: Kommt ein großer Teil der "vorübergehend" freigelassenen iranischen Gefängnisinsassen nach €uropa?

valuereiter @, Donnerstag, 05.03.2020, 14:14 vor 2170 Tagen @ Cascabel 1335 Views

bearbeitet von valuereiter, Donnerstag, 05.03.2020, 14:24

Was mich heute am meisten beeindruckte, war die Meldung, dass der Iran gemäß der BBC vorübergehend mehr als 54.000 angeblich negativ auf Corona-Virus getestete Gefängniseinsassen entlassen hat, um die Verbreitung des Coronavirus in überfüllten Knästen zu bekämpfen. ...

Sind die iranischen Führer innerhalb von weniger als zwei Wochen von der Leugnung der Existenz des Corona-Virus zu einem scheinbaren Versuch der Vertuschung übergegangen und in einigen Fällen sogar selbst erkrankt, so entsteht mit der Entlassung der Gefangenen die extreme Umkehr der Situation und es stellt sich die Frage, nach welchen Kriterien sich diese 54.000 Inhaftierten auf die Schnelle qualifizierten.

Bei einer Bevölkerung von 82 Millionen saßen im Iran 2019 gemäß offizieller Zahlen 240.000 Inhaftierte ein. Das entspricht einer Inhaftierungsquote von 0,29 Prozent. In "halbwegs normalen Ländern" beträgt diese Quote etwa ein Viertel dieser Menge. Wohingegen in Deutschland etwa 0,07 Prozent inhaftiert sind, ...

Nach der Machtübernahme der Ayatollahs im Jahre 1979 wurden in den Folgejahren zig-tausende hingerichtet und im Jahr 1988 gab es eine Hinrichtungswelle von circa 30.000 politischen Gefangenen und Schwulen. Das lässt darauf schließen, dass die Gesundheit der Inhaftierten den Machthabern im Iran nicht gerade am Herzen liegt und wie wir alle wissen, hat sich seither nicht viel geändert.

...

Der Verschwörungstheoretiker tendiert dazu sagen, dass die Absicht der Regierung in Teheran eher bösartig als menschenfreundlich ist. Bestünde nämlich bei einer Normalisierung der Situation die Gefahr, dass die vorübergehend Freigelassenen wieder inhaftiert würden, so ist die Annahme gerechtfertigt, dass alle, denen sich die Möglichkeit bietet, das Land zu verlassen, das auch tun werden, ...


ich würde nicht so "schwarz-weiß" denken:

klar sind die Ayatollahs und ihre Nachfolger/heutigen Machthaber keine "Guten" in unserem Sinne!

fallen aber auch nicht in die Kategorie der Massen- und Völkermörder vom Schlage eines Hitler/Stalin/Pol Pot ...

sprich:
es sind ***istische Autokraten, die keine Opposition/offen sich zeigende Abweichler im Land haben wollen - und denen ein paar Blutspritzer an den Stiefeln nix ausmachen - die aber deswegen nicht gleich bis zu den Knien in Blut und Gedärmen waten wollen!

denen also ein Massensterben in den Knästen des Landes (also in Verantwortung der Herrschenden) doch etwas zu heftig wäre ...

und wenn die Querköpfe ihre Freiheit nutzen, um sich nach Europa abzusetzen, dann ist das Problem IM LAND auch gelöst ;)


PS:
eine nicht unwesentliche Frage für uns als potentielles "Gastland" wäre ggfs., welche "Bevölkerungsgruppen" da kommen?!

Oppositionelle gehören ja oftmals eher den gebildeteren Kreisen an - sollten also auch eher fähig sein eine (weitere) Fremdsprache zu lernen ... sich eine neue Existenz aufzubauen ... sich zu integrieren ...

im Gegensatz zu z.B. den sogenannten "Nafris" = "nordafrikanischen Intensivtätern", also Kleinkriminellen die sich gezielt ein lukrativeres Umfeld mit lascherer Strafverfolgung suchen als im Heimatland!
oder im Gegensatz zu mehrheitlich "bildungsfernen" libanesischen Bürgerkriegsflüchtlingen - aus denen die heutigen "Araberclans" hervorgegangen sind!

siehe hierzu beispielsweise
ASYLBEWERBER
Aus Iran und Türkei kommt Elite, aus Syrien und Irak nicht
Veröffentlicht am 11.08.2019
Der Bildungsgrad der Migranten aus zwei Ländern, die in Deutschland Asyl beantragen, liegt weit über dem Durchschnitt. ... Aus anderen Regionen kommen weit weniger Gebildete.



PS:
noch zu früheren "Flüchtliungswellen" aus dem Iran
Laut einer repräsentativen Studie von 2008 sind weniger als die Hälfte der iranischstämmigen Migranten muslimisch (49 Prozent), 38 Prozent sind konfessionslos und 13 Prozent gehören sonstigen Religionen an.

Islamisten/Salafisten/usw. sind unter den Persern, die das Weite suchen bzw. denen es unter der Knute der Ayatollahs nicht gefällt, also eher weniger vertreten [[zwinker]]

NS-Staat

Socke ⌂ @, Donnerstag, 05.03.2020, 19:35 vor 2170 Tagen @ valuereiter 996 Views

ich würde nicht so "schwarz-weiß" denken:
klar sind die Ayatollahs und ihre Nachfolger/heutigen Machthaber keine "Guten" in unserem Sinne!
fallen aber auch nicht in die Kategorie der Massen- und Völkermörder vom Schlage eines Hitler/Stalin/Pol Pot ...

Hier liegt eine ganz kapitale Fehleinschätzung vor:
Der Mullahstaat ist bis auf Massen- und Völkermord eine genaue Kopie vom NS-Deutschland.
Den Massen- und Völkermord lassen sie halt (noch) weg, weil das international keine Punkte bringt und ihnen daher Schwierigkeiten bereiten würde.
Aber sonst ist das ein knallharter NS-Staat. Und die Burschen haben die Geschichte sehr genau studiert und ihren Staat exakt nach dem alten "Vorbild" NS-Deutschland aufgebaut.

--
Notquartier für das Gelbe:
http://derclub.xobor.de/
(Im Falle von Störungen beim Gelben soll dies nur als "Info-Kanal" dienen, bis das Gelbe wieder erreichbar ist, siehe hier)
https://www.dasgelbeforum.net/index.php?id=509208

ist der Ruf erst ruiniert ...

valuereiter @, Donnerstag, 05.03.2020, 23:04 vor 2170 Tagen @ Socke 936 Views

Hier liegt eine ganz kapitale Fehleinschätzung vor:
Der Mullahstaat ist bis auf Massen- und Völkermord eine genaue Kopie vom NS-Deutschland.


ich habe explizit geschrieben "***istische Autokraten"

und Regime, die sich einem "***ismus" verschrieben haben, sind in der Regel totalitär!

Den Massen- und Völkermord lassen sie halt (noch) weg, weil das international keine Punkte bringt und ihnen daher Schwierigkeiten bereiten würde.


international ist der "Ruf" so ruiniert, dass es DARAUF nicht mehr ankommt!

entscheidend ist eher die Wirkung im Inneren:
auch ein totalitäres - sei es faschistisches, sei es islamistisches - Regime braucht ausreichend begeisterte Anhänger, die das Regime stützen
sagen wir 10 % bis 30 % in allen wesentlichen Bevölkerungsgruppen ...

und eine breite Masse an 50 % oder mehr "Mitläufern"
die zumindest keinen Sand ins Getriebe streuen ...

sprich:
DAUERHAFT kann nur eine zahlenmäßig kleine Opposition niedergeknüppelt werden - und zu viele Tote verstören auf Dauer die breite Masse der Mitläufer!
(da jeder "Revoluzzer" ein Dutzend oder mehr Eltern/Onkel und Tanten/Cousins/usw. hat, die zwar die Flausen, die der "Bub" im Kopf hat, nicht nachvollziehen können, sich aber immer noch erinnern was der "Bub" für ein süßes Kind war)

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