OT: Meine Seele hat es eilig (Mario de Andrade)

tradi @, Freitag, 31.01.2020, 09:50 vor 2201 Tagen 5240 Views

Ein sehr schöner Text.

Mario de Andrade (* 9. Oktober 1893 in São Paulo; † 25. Februar 1945)


Meine Seele hat es eilig

Ich habe meine Jahre gezählt und festgestellt, dass ich weniger Zeit habe, zu leben, als ich bisher gelebt habe.

Ich fühle mich wie dieses Kind, das eine Schachtel Bonbons gewonnen hat:
die ersten isst sie mit Vergnügen, aber als es merkt, dass nur noch wenige übrig sind, begann es, sie wirklich zu genießen.

Ich habe keine Zeit für endlose Konferenzen, bei denen die Statuten, Regeln, Verfahren und internen Vorschriften besprochen werden, in dem Wissen, dass nichts erreicht wird.

Ich habe keine Zeit mehr, absurden Menschen zuzuhören, die ungeachtet ihres Alters nicht gewachsen sind.

Ich habe keine Zeit mehr, mit Mittelmäßigkeiten zu kämpfen.

Ich will nicht in Besprechungen sein, in denen aufgeblasene Egos aufmarschieren.

Ich vertrage keine Manipulierer und Opportunisten.

Mich stören die Neider, die versuchen, Fähigere in Verruf zu bringen, um sich ihrer Positionen, Talente und Erfolge zu bemächtigen.

Meine Zeit ist zu kurz um Überschriften zu diskutieren.

Ich will das Wesentliche, denn meine Seele ist in Eile.

Ohne viele Süßigkeiten in der Packung.

Ich möchte mit Menschen leben, die sehr menschlich sind.

Menschen, die über ihre Fehler lachen können, die sich nichts auf ihre Erfolge einbilden.

Die sich nicht vorzeitig berufen fühlen und die nicht vor ihrer Verantwortung fliehen.

Die die menschliche Würde verteidigen und die nur an der Seite der Wahrheit und Rechtschaffenheit gehen möchten.

Es ist das, was das Leben lebenswert macht.

Ich möchte mich mit Menschen umgeben, die es verstehen, die Herzen anderer zu berühren.

Menschen, die durch die harten Schläge des Lebens lernten, durch sanfte Berührungen der Seele zu wachsen.

Ja, ich habe es eilig, ich habe es eilig, mit der Intensität zu leben, die nur die Reife geben kann.

Ich versuche, keine der Süßigkeiten, die mir noch bleiben, zu verschwenden.

Ich bin mir sicher, dass sie köstlicher sein werden, als die, die ich bereits gegessen habe.

Mein Ziel ist es, das Ende zufrieden zu erreichen, in Frieden mit mir, meinen Lieben und meinem Gewissen.

Wir haben zwei Leben und das zweite beginnt, wenn du erkennst, dass du nur eines hast.

--
Der Preis der Freiheit ist ewige Wachsamkeit
(Thomas Jefferson)

You make my day

Oblomow, Freitag, 31.01.2020, 10:11 vor 2201 Tagen @ tradi 3333 Views

Ein sehr schöner Text.

Mario de Andrade (* 9. Oktober 1893 in São Paulo; † 25. Februar 1945)


Meine Seele hat es eilig

Ich habe meine Jahre gezählt und festgestellt, dass ich weniger Zeit
habe, zu leben, als ich bisher gelebt habe.

Ich fühle mich wie dieses Kind, das eine Schachtel Bonbons gewonnen hat:

die ersten isst sie mit Vergnügen, aber als es merkt, dass nur noch
wenige übrig sind, begann es, sie wirklich zu genießen.

Ich habe keine Zeit für endlose Konferenzen, bei denen die Statuten,
Regeln, Verfahren und internen Vorschriften besprochen werden, in dem
Wissen, dass nichts erreicht wird.

Ich habe keine Zeit mehr, absurden Menschen zuzuhören, die ungeachtet
ihres Alters nicht gewachsen sind.

Ich habe keine Zeit mehr, mit Mittelmäßigkeiten zu kämpfen.

Ich will nicht in Besprechungen sein, in denen aufgeblasene Egos
aufmarschieren.

Ich vertrage keine Manipulierer und Opportunisten.

Mich stören die Neider, die versuchen, Fähigere in Verruf zu bringen, um
sich ihrer Positionen, Talente und Erfolge zu bemächtigen.

Meine Zeit ist zu kurz um Überschriften zu diskutieren.

Ich will das Wesentliche, denn meine Seele ist in Eile.

Ohne viele Süßigkeiten in der Packung.

Ich möchte mit Menschen leben, die sehr menschlich sind.

Menschen, die über ihre Fehler lachen können, die sich nichts auf ihre
Erfolge einbilden.

Die sich nicht vorzeitig berufen fühlen und die nicht vor ihrer
Verantwortung fliehen.

Die die menschliche Würde verteidigen und die nur an der Seite der
Wahrheit und Rechtschaffenheit gehen möchten.

Es ist das, was das Leben lebenswert macht.

Ich möchte mich mit Menschen umgeben, die es verstehen, die Herzen
anderer zu berühren.

Menschen, die durch die harten Schläge des Lebens lernten, durch sanfte
Berührungen der Seele zu wachsen.

Ja, ich habe es eilig, ich habe es eilig, mit der Intensität zu leben,
die nur die Reife geben kann.

Ich versuche, keine der Süßigkeiten, die mir noch bleiben, zu
verschwenden.

Ich bin mir sicher, dass sie köstlicher sein werden, als die, die ich
bereits gegessen habe.

Mein Ziel ist es, das Ende zufrieden zu erreichen, in Frieden mit mir,
meinen Lieben und meinem Gewissen.

Wir haben zwei Leben und das zweite beginnt, wenn du erkennst, dass du
nur eines hast.

KURT DEMMLER WAR EIN ANHÄNGER DER KONSEQUENTEN KLEINSCHREIBUNG. ICH OOCH.

Oblomow, Freitag, 31.01.2020, 12:40 vor 2201 Tagen @ D-Marker 2723 Views

Meer von der eher stonesunähnlichen Mugge.

Herzlich
Oblomow

Stones

stokk, Freitag, 31.01.2020, 12:52 vor 2201 Tagen @ Oblomow 2698 Views

Nennst Du uns Deine 3 Lieblings Stones-LPs?

Sind alle neugierig hier.

BG
stokk

Meer von der eher stonesunähnlichen Mugge.

Herzlich
Oblomow

Vertierungsvirus

Oblomow, Freitag, 31.01.2020, 16:47 vor 2201 Tagen @ stokk 2446 Views

bearbeitet von Oblomow, Freitag, 31.01.2020, 16:50

Let it bleed
Exile on main street
Beggars Banquet
Sticky Fingers

Dir das Beste!
Oblomow

Die Essenz aller Philosophie in einem Satz

Otto Lidenbrock, Freitag, 31.01.2020, 11:17 vor 2201 Tagen @ tradi 3524 Views

"Wir haben zwei Leben und das zweite beginnt, wenn du merkst, dass du nur eines hast."

Wer auch immer der tatsächliche Autor dieser Zeile war (manche schreiben ihn dem Brasilianer Ricardo Gondim zu), er hat in einem Satz die Essenz aller Philosophie ausgedrückt. Meine Hochachtung davor!

Vielen Dank für diesen Text! [[top]]

Ein Leben

Falkenauge @, Freitag, 31.01.2020, 12:30 vor 2201 Tagen @ Otto Lidenbrock 2962 Views

"Wir haben zwei Leben und das zweite beginnt, wenn du merkst, dass du
nur eines hast."

Wer auch immer der tatsächliche Autor dieser Zeile war (manche schreiben
ihn dem Brasilianer Ricardo Gondim zu), er hat in einem Satz die Essenz
aller Philosophie ausgedrückt. Meine Hochachtung davor!

Der Satz drückt aus, wie sehr es darauf ankommt, sein Leben nicht zu verplempern und bewusst zu leben. Aber für "die Essenz aller Philosophie" halte ich ihn trotzdem nicht, Otto.
Denn wenn man geistesgeschichtlich und philosophisch noch etwas tiefer gräbt, muss man darauf kommen, dass wir nicht nur ein Leben haben, sondern viele bereits hatten und viele Erdenleben noch vor uns haben. Von daher kommt erst das richtige Verantwortungsgefühl, sein jetziges Leben in der rechten Weise auszunutzen.
Viele wissen nicht, dass dieses Gesetz der Wiederverkörperung unseres Geistes ein eigenständiges Thema der deutschen Klassik, Romantik und der idealistischen Philosophie war. Alles weggerutscht. Vgl.

Entwicklung durch Wiederverkörperung

Ich will aber nur zwei Leben haben und überlasse Dir meine übrigen ewigen Leben gerne

Oblomow, Freitag, 31.01.2020, 12:44 vor 2201 Tagen @ Falkenauge 2674 Views

Gedichtinterpretationen habe ich immer scheißest gefunden.

Herzlich
Oblomow

wundern

Falkenauge @, Freitag, 31.01.2020, 12:55 vor 2201 Tagen @ Oblomow 2731 Views

Gedichtinterpretationen habe ich immer scheißest gefunden.

Herzlich
Oblomow

Die übliche oberflächliche Reaktion.
Das hast Du selber nicht zu entscheiden. Du wirst Dich nach Deinem Tode noch wundern.

Du wirst Dich nach Deinem Tode noch wundern.

Oblomow, Freitag, 31.01.2020, 13:03 vor 2201 Tagen @ Falkenauge 3001 Views

Hoffentlich gibt es im nächsten Leben kein Forum mit diesem Satz.

Herzlich
Oblomow

Kommt drauf an

Falkenauge @, Freitag, 31.01.2020, 13:47 vor 2201 Tagen @ Oblomow 2565 Views

Hoffentlich gibt es im nächsten Leben kein Forum mit diesem Satz.

Das hängt ganz von Dir ab.

Gruß

Dir kann geholfen werden

Mephistopheles, Freitag, 31.01.2020, 13:27 vor 2201 Tagen @ Falkenauge 2730 Views

Gedichtinterpretationen habe ich immer scheißest gefunden.

Herzlich
Oblomow


Die übliche oberflächliche Reaktion.
Das hast Du selber nicht zu entscheiden. Du wirst Dich nach Deinem Tode
noch wundern.

nach dem siebten römischen Jubel-Calender entweder mit

mit einem vollkommenen Ablaß

oder mit

einem völligen Ablaß

oder mit

einem Ablaß durchs ganze Jahr

damit du von deinen vielen Erdenleben auch noch etwas hast.

Das ist ein über 600seitiger Wälzer, was es alles für Ablässe gibt. Ich kann die hier unmöglich alle aufführen. Es genügt jedenfalls, wenn du dich an einen katholischen Priester wendest, bei ihm beichtest und um einen Ablass bittest. Du musst gar nichts mehr bezahlen nach einem festen Tarif, sondern wirst lediglich um eine freiwillige Spende gebeten. So, ich hoffe, das war jetzt weniger oberflächlich. Viel Spass beim Blättern!

https://books.google.de/books?id=uKlkAAAAcAAJ&pg=PA610&lpg=PA610&dq=praxedi...

Gruß Mephistopheles

Der Schlaf als täglicher Bruder des Todes

Otto Lidenbrock, Freitag, 31.01.2020, 13:32 vor 2201 Tagen @ Falkenauge 2820 Views

Der Satz drückt aus, wie sehr es darauf ankommt, sein Leben nicht zu
verplempern und bewusst zu leben. Aber für "die Essenz aller Philosophie"
halte ich ihn trotzdem nicht, Otto.
Denn wenn man geistesgeschichtlich und philosophisch noch etwas tiefer
gräbt, muss man darauf kommen, dass wir nicht nur ein Leben haben, sondern
viele bereits hatten und viele Erdenleben noch vor uns haben. Von daher
kommt erst das richtige Verantwortungsgefühl, sein jetziges Leben in der
rechten Weise auszunutzen.
Viele wissen nicht, dass dieses Gesetz der Wiederverkörperung unseres
Geistes ein eigenständiges Thema der deutschen Klassik, Romantik und der
idealistischen Philosophie war. Alles weggerutscht. Vgl.

Liebes Falkenauge,

ob es eine Reinkarnation der menschlichen Seele tatsächlich gibt oder nicht, weiß niemand, der sich aktuell unter den Lebenden befindet, mit Sicherheit. Es mag sein, dass er fest daran glaubt und sich nicht vorstellen kann, dass sein jetziges Sein mit dem Tod seines physischen Körpers ganz einfach ein absolutes Ende finden wird. Die meisten Menschen sehen ihre eigene Sterblichkeit lieber als weit entfernte Möglichkeit an, mit der man sich möglichst erst spät befassen sollte. Der gleichzeitige Gedanke an ein weiteres Leben im Jenseits bzw. im Diesseits ist dabei natürlich sehr tröstlich, lenkt ab und verschafft ein klein wenig trügerische Sicherheit.
Natürlich kann auch ich die Möglichkeit einer Seelenwanderung oder einer Existenz im Jenseits in meiner Eigenschaft als kleines Menschlein, das so wenig weiß, nicht mit Sicherheit ausschließen.
Ich bin da eher pragmatisch veranlagt und vertraue meinem Verstand und meinen Sinnen, auch wenn ich von beiden weiß, dass sie weder perfekt sind noch die Wahrheit abbilden bzw. erkennen können. Und da ist es eben so, dass ich noch niemals das Gefühl hatte, dass ein Teil von mir diese Welt schon jemals bewohnt haben könnte.
Wenn mein Bewusstsein des nachts während des Schlafes die Kontrolle abgibt, träume ich (so sagt die Wissenschaft jedenfalls), kann mich aber nach dem Erwachen an diese Träume nur noch unvollständig erinnern, wenn überhaupt. Den größten Teil des Schlafes verbringe ich dagegen wie einen Tod, denn mein Bewusstsein war während vieler Stunden ausgeschaltet. In diesem Zeitraum war ich also tatsächlich nicht bewusst existent und so stelle ich mir auch meinen physischen Tod vor. Ich bin einfach nicht mehr, genauso, wie ich es jeden Tag auf's Neue erlebe.

Liebe Grüße, Otto

Der Schlaf - Bruder des Todes

Falkenauge @, Freitag, 31.01.2020, 14:05 vor 2201 Tagen @ Otto Lidenbrock 2737 Views

Liebes Falkenauge,

ob es eine Reinkarnation der menschlichen Seele tatsächlich gibt oder
nicht, weiß niemand, der sich aktuell unter den Lebenden befindet, mit
Sicherheit. Es mag sein, dass er fest daran glaubt und sich nicht
vorstellen kann, dass sein jetziges Sein mit dem Tod seines physischen
Körpers ganz einfach ein absolutes Ende finden wird. Die meisten Menschen
sehen ihre eigene Sterblichkeit lieber als weit entfernte Möglichkeit an,
mit der man sich möglichst erst spät befassen sollte. Der gleichzeitige
Gedanke an ein weiteres Leben im Jenseits bzw. im Diesseits ist dabei
natürlich sehr tröstlich, lenkt ab und verschafft ein klein wenig
trügerische Sicherheit.
Natürlich kann auch ich die Möglichkeit einer Seelenwanderung oder einer
Existenz im Jenseits in meiner Eigenschaft als kleines Menschlein, das so
wenig weiß, nicht mit Sicherheit ausschließen.
Ich bin da eher pragmatisch veranlagt und vertraue meinem Verstand und
meinen Sinnen, auch wenn ich von beiden weiß, dass sie weder perfekt sind
noch die Wahrheit abbilden bzw. erkennen können. Und da ist es eben so,
dass ich noch niemals das Gefühl hatte, dass ein Teil von mir diese Welt
schon jemals bewohnt haben könnte.
Wenn mein Bewusstsein des nachts während des Schlafes die Kontrolle
abgibt, träume ich (so sagt die Wissenschaft jedenfalls), kann mich aber
nach dem Erwachen an diese Träume nur noch unvollständig erinnern, wenn
überhaupt. Den größten Teil des Schlafes verbringe ich dagegen wie einen
Tod, denn mein Bewusstsein war während vieler Stunden ausgeschaltet. In
diesem Zeitraum war ich also tatsächlich nicht bewusst existent und so
stelle ich mir auch meinen physischen Tod vor. Ich bin einfach nicht mehr,
genauso, wie ich es jeden Tag auf's Neue erlebe.

Liebe Grüße, Otto

Lieber Otto,

Du hast das schöne alte Bild vom Schlaf als Bruder des Todes nicht zu Ende gedacht.
So wie wir im Schlaf (vom Tagesbewusstsein aus gesehen) in Bewusstlosigkeit versinken und nach einiger Zeit wieder mit frischen Kräften erwachen und unsere Arbeit dort wieder aufnehmen, wo wir sie am Tag zuvor unterbrochen haben, so versinken wir nach dem Tode (von hier aus gesehen) in die Bewusstlosigkeit des nachtodlichen Lebens, aus dem wir nach einiger Zeit wieder mit frischen Kräften zu einem neuen Erdenleben erwachen und unsere Arbeit (an uns selbst) dort wieder aufnehmen, wo wir sie unterbrochen haben.

Das ist, meine ich, der eigentliche tiefere Sinn des Bildes vom Schlaf als kleinem Bruder des Todes.

Man kann dazu stehen, wie man will, aber man kann dem eine tiefere Logik nicht absprechen. Vor allem ist es zumindest viel wahrscheinlicher als die Sinnlosigkeit des absoluten Endes eines einmaligen Lebens, das wie Rauch aufsteigt und dann in nichts zerfällt. Wozu?

Wie hast Du Dich denn informiert?

mabraton @, Freitag, 31.01.2020, 14:15 vor 2201 Tagen @ Otto Lidenbrock 2604 Views

Hallo Otto,

Liebes Falkenauge,

ob es eine Reinkarnation der menschlichen Seele tatsächlich gibt oder
nicht, weiß niemand, der sich aktuell unter den Lebenden befindet, mit
Sicherheit.

Ich bin mir zu 99,99% sicher. [[zwinker]]
Ob das gut ist, steht auf einem anderen Blatt!
Wie hast Du Dich denn damit befasst?

Vielleicht wirst Du hier fündig,
https://www.near-death.com/reincarnation/research/ian-stevenson.html

Oder hier
Reincarnation, the amazing story of a scottish child, Part 1
Das könnte natürlich manipuliert sein. Es gibt aber inzwischen viel empirisches Material.

Es mag sein, dass er fest daran glaubt und sich nicht
vorstellen kann, dass sein jetziges Sein mit dem Tod seines physischen
Körpers ganz einfach ein absolutes Ende finden wird. Die meisten Menschen
sehen ihre eigene Sterblichkeit lieber als weit entfernte Möglichkeit an,
mit der man sich möglichst erst spät befassen sollte. Der gleichzeitige
Gedanke an ein weiteres Leben im Jenseits bzw. im Diesseits ist dabei
natürlich sehr tröstlich, lenkt ab und verschafft ein klein wenig
trügerische Sicherheit.

Sicherheit wovor?
Geh mal in die psychatrischen Krankenhäuser und frag rum ob es tröstlich ist, dass das Bewusstsein weiter geht.

Wenn mein Bewusstsein des nachts während des Schlafes die Kontrolle
abgibt, träume ich (so sagt die Wissenschaft jedenfalls), kann mich aber
nach dem Erwachen an diese Träume nur noch unvollständig erinnern, wenn
überhaupt. Den größten Teil des Schlafes verbringe ich dagegen wie einen
Tod, denn mein Bewusstsein war während vieler Stunden ausgeschaltet. In
diesem Zeitraum war ich also tatsächlich nicht bewusst existent und so
stelle ich mir auch meinen physischen Tod vor.

Das man im Schlaf etwas erlebt, bewusst oder unbewusst ist ja klar. Wenn Dir das nicht konstistent mit Deinem Bewusstsein am Tage vorkommt ist das doch eher ein Indiz dafür, dass es mit Deinem Körper und Deinem täglich erlebten Selbstverständnis wenig zu tun hat. Oder?

Beste Grüße
mabraton

Auf den 1. Blick: Du mich auch

D-Marker @, Rostock (MV), Freitag, 31.01.2020, 12:28 vor 2201 Tagen @ Oblomow 2784 Views

https://www.youtube.com/watch?v=etJ9wwnYGlY

Herzlich

Ich hab mich nochmals mit meinem Hund unterhalten.

Völkermord und so.

Er gab mir zu verstehen, daß das nix mit Rassismus zu tun hat.

Er mag eben alles was ihm schmeckt und von der Gewichtsklasse her kaum auf Gegenwehr stößt.

Und überhaupt, er hätte da aus demokratischer Sicht kaum Mitsprachrecht bei seinem Futter, und er müsse z.B.Kotzen ehe ihn da jemand ernst nimmt.

Und überhaupt, die Götter sind wohl für höhere Lebewesen gemacht.


Hat mich an eine Geschichte erinnert.


Eisbär fragt Mutti:
Bin ich wirklich ein Eisbär?
Ja, mein Kind.
Und war Papa ein richtiger Eisbär?
Ja, mein Kind.
Und bist Du eine richtige Eisbärin?
Ja, mein Kind.


Aber, warum fragst Du?

Ich frier wie ein Hund.

Armee (Wenk) Greta wird kommen


und lG
D-Marker

--
https://www.youtube.com/watch?v=LqB2b223mOM

Schöner Text, auch wenn...

Andudu, Freitag, 31.01.2020, 12:36 vor 2201 Tagen @ tradi 2701 Views

...ich mittlerweile nicht mehr überzeugt davon bin, dass wir tatsächlich nur ein Leben haben.

Im Urwald gibt es mehr Bildung und Kultur als in der amerikanisierten BRD

Tempranillo @, Freitag, 31.01.2020, 13:22 vor 2201 Tagen @ tradi 2925 Views

Mario de Andrade (* 9. Oktober 1893 in São Paulo; † 25. Februar 1945)

Wikipedia: *Mário Andrade schloss zwar später das Klavierstudium ab, gab jedoch keine Konzerte und begann Gesang und Musiktheorie zu studieren, mit der Absicht Musiklehrer zu werden. Gleichzeitig betrieb er autodidaktische Studien in Geschichte, Kunst und französischer Literatur. Er war ein eifriger Leser der Gedichte von Arthur Rimbaud und der bedeutenden Symbolisten.*

Der Braslilianer, in gewisser Weise also Urwaldmensch Andrade wäre ein sehr instruktives Beispiel, welches Ausmaß an Barbarei und Vertierung inzwischen um sich gegriffen hat.

Ein mehr berüchtigter als berühmter Literaturprofessor hat über den von Mario de Andrade geschätzten Rimbaud ein Buch geschrieben (Hat man Rimbaud gelesen?) und eines der vertracktesten Gedichte, Voyelles, geknackt, nachdem sich 80 Jahre lang viele sehr gebildete Experten darum bemüht hatten.

Um den allgemeinen Verfall zu illustrieren, zwei Tweets.

Renaud Camus: *Deutsch-Studentin: « In meiner Umgebung assoziiert man unglücklicherweise häufig die Sprache Goethes mit Nazismus. Das gilt als häßlich und wird nicht gern gesehen. Eine Mehrheit bleibt gegenüber der deutschen Kultur blockiert und verschlossen. Trotzdem gibt es auf Netflix ausgezeichnete Serien und gute Rap-Gruppen ».*

Européiste anti-cosmopolites: *Armes Deutschland! Innerhalb von zwei Jahrhunderten von Goethe und Hölderlin zum Rap ... Der "Fortschritt" mit dem man uns dauernd in den Ohren liegt kann spektakuläre Formen annehmen.*

Er führt dann auch dazu, daß sich die beiden vielleicht wichtigsten Völker Europas bei Gelegenheit wieder aufeinanderhetzen lassen. Im Irrenhaus Deutschland wissen sie nicht einmal von wem, denn dafür müßten sie ihren Schädel erstmal aus der angloamerikanischen Latrine herausziehen, von deren Dämpfen sie derart benebelt sind, daß sie nicht mehr wissen, wo Oben und Unten, Rechts und Links ist.

Tempranillo

https://twitter.com/EurIdentitaires/status/1222634953416069123

--
*Die Demokratie bildet die spanische Wand, hinter der sie ihre Ausbeutungsmethode verbergen, und in ihr finden sie das beste Verteidigungsmittel gegen eine etwaige Empörung des Volkes*, (Francis Delaisi).

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