Die Welt am Sonntag posaunt heute auf der Titelseite: Dörfer im Osten sollen in die Städte umgesiedelt werden. (mT)

DT @, Sonntag, 16.06.2019, 23:51 vor 2413 Tagen 5973 Views

bearbeitet von unbekannt, Montag, 17.06.2019, 00:28

https://www.welt.de/wirtschaft/article195323629/Stadtflucht-Oekonomen-wuerden-Bevoelker...

"Staatliche Umsiedelung soll Niedergang des Ostens stoppen"


Es wäre "zu teuer", die Dörfer zu subventionieren. Machen wir doch einfach ein "Vertreibungsprogramm". Damit sollen wohl die Ossis auf "Städterlinie" gebracht werden, von AfD zu Grün. Ist das mit "Niedergang" in der Schlagzeile gemeint? Die AfD Wahlstimmen?

Anstatt wie früher die Pendlerpauschale anständig anzupassen und eine Abschreibung für Häuslebauer zu genehmigen, sollen die verbliebenen Dörfler aus dem Osten einfach in die überquellenden Städte des Westens gebracht werden, wo kein Bauland ausgewiesen wird und wo Erikas "Fachkräfte" bereits die Wohnungen besetzen. Und die SBahnen und UBahnen werden dann noch voller und quellen noch mehr über und haben noch mehr Störungen als jetzt schon. Wie in Beijing oder in Singapore, wo auch die Dorfbewohner in die Stadt strömen, weil sie dort "alles haben". Und die Städte an den Rand des Verkehrsinfarktes bringen.

Unfassbar. Angeblich gäbe es Dörfer im Osten, wo 4 Todesfälle auf 1 Geburt kämen, und die gälte es abzuwickeln. Selbst nach der Wende kamen solche verqueren Ideen nicht auf.

Autor der Studie: Reint Gropp, Präsident des Leibniz-Instituts für Wirtschaftsforschung, Halle.

Immer mehr Dörfer im Osten bluten aus – und „es wird Dörfer geben, die sterben“, sagen namhafte Ökonomen. Sie fordern jetzt, Subventionen für diese Regionen einzustellen. Stattdessen würden sie Betroffenen den Umzug in die Stadt finanzieren.

Die Abwanderung aus Ostdeutschland und das damit einhergehende Verschwinden ganzer Dörfer sind nicht mehr zu verhindern, glauben namhafte Ökonomen. Sie fordern daher ein Ende der Förderung des ländlichen Raums durch den Staat.

„Es wird Dörfer geben, die sterben“, sagte Reint Gropp, der Präsident des Leibniz-Instituts für Wirtschaftsforschung in Halle (IWH), WELT.

Joachim Ragnitz, stellvertretender Leiter der Niederlassung Dresden des Münchner Instituts für Wirtschaftsforschung (ifo), erwartet ebenfalls, dass „kleinere Siedlungen verschwinden“ könnten.

Er forderte als eine mögliche Antwort auf diese Entwicklung, den betroffenen Anwohnern Angebote zur Umsiedlung zu machen. Man müsse die Frage stellen, ob man statt Subventionen „den Menschen in sterbenden Siedlungen nicht besser den Umzug in die nächstgrößere Stadt bezahlt, in der sie dann eine moderne Infrastruktur nutzen können, die alle Bedürfnisse des täglichen Lebens erfüllt“, sagte der ifo-Forscher dieser Zeitung.

„Anstatt um jedes Dorf zu kämpfen, sollten die zuständigen Politiker lieber versuchen, den Prozess der Abwanderung auf diese Art zu beeinflussen“, forderte der Volkswirt. <<<

Sowas gab es meines Wissens noch nicht mal unter Mao oder Stalin, daß ganze Dörfer ausgerottet wurden. Stalin hat die Deutschen von der Wolga (wo sie seit Katharina II waren) nach Sibieren "umgesiedelt". Die Grünenbande wird diese Diktatoren unter dem Deckmantel des Antifaschismus, der Ökologie und Demographie mit ihrem Ökostalinismus noch toppen.

Der Umzug wird bezahlt? Und die teure Wohnung oder das noch teurere Haus? Und die teuren Mieten? Die teuren Lebenshaltungskosten? Für mich gehört auch ein Gartengrundstück zum täglichen Leben dazu, wo ich TÄGLICH morgens meine frischen Himbeeren, Erdbeeren und Johannisbeeren für das Müsli hole und abends den Salat, die Kräuter, die Karotten und Kartoffeln. Kriege ich das auch nach der Zwangsumsiedlung nach München?

1178 Kommentare sprechen eine deutliche Sprache zu diesen Deportationsfantasien der "namhaften Ökonomen".

Interessant...

re-aktionaer @, Montag, 17.06.2019, 00:17 vor 2413 Tagen @ DT 4211 Views

An sich wäre diese Idee ja verständlich, würde bei allen demographieproblemen derart rigide der Sparstift angesetzt... aber er wird offenbar nur bei den Deutschen Bürgern angesetzt... für Analphabeten aller Herren Länder schüttet Angela natürlich das Füllhorn aus.

Diese "Ideen" gab es vor 10 Jahren schon und wurden allesamt wieder beerdigt. Diesmal wird es genau so sein. [ot]

Steppke, Montag, 17.06.2019, 00:21 vor 2413 Tagen @ DT 3479 Views

"Staatliche Umsiedelung soll Niedergang des Ostens stoppen"

Von Nordkorea und Ceaușescu lernen

CalBaer @, Montag, 17.06.2019, 00:50 vor 2413 Tagen @ DT 4187 Views

Programm zur Systematisierung der Dörfer

Das Programm zur Systematisierung der Dörfer (rumänisch sistematizarea satelor), auch Dorfsystematisierungsprogramm oder Dorfzerstörungsprogramm, war ein Programm zur Zwangsumsiedlung der Bevölkerung kleinerer Ortschaften mit meist unter 1000 Einwohnern in agro-industrielle Zentren und zur Schleifung ihrer Dörfer im kommunistischen Rumänien der 1980er Jahre.

Im Jahr 1971 besuchte der rumänische Machthaber Nicolae CeauÈ™escu auf einer Auslandsreise das kommunistische Nordkorea. Dabei fand er Gefallen an der dortigen Chuch’e-Ideologie, die eine Kombination aus marxistisch-leninistischer Gesellschaftsumgestaltung mit starkem Nationalismus und dem Ziel der wirtschaftlichen Autarkie darstellt. Dieses System wollte CeauÈ™escu auf die rumänischen Verhältnisse adaptieren. ...

https://de.wikipedia.org/wiki/Programm_zur_Systematisierung_der_D%C3%B6rfer

Was diese Oekonomen fordern, stammt aus den gruseligsten Kapiteln der kommunistischen Diktaturen. Ich habe es selbst mit eigenen Augen damals in den 1980ern gesehen. Damit wollte Caucescu die bis zu 800 Jahre alten, wunderschoene, meist siebenbuergendeutsch gepraegten Doerfer dem Erdboden gleichmachen. Der Hintergedanke war rein politischer Natur, es ging um mehr Macht im deutschgepraegten Siebenbuergen (die Kommunisten waren meist ethnisch Rumaenen).

--
Ein ueberragender Teil der Oekonomen, Politiker, Banker, Analysten und Journalisten ist einfach unfaehig, Bitcoin richtig zu verstehen, weil es so revolutionaer ist.
Info:
www.tinyurl.com/y97d87xk
www.tinyurl.com/yykr2zv2

Genauso ist es. Von den Rumänen lernen heißt siegen lernen. (mT)

DT @, Montag, 17.06.2019, 01:11 vor 2413 Tagen @ CalBaer 4238 Views

Es geht doch nur darum, das Recht auf eigene Meinung durch Verwässern und Umsiedeln zu zerstreuen.

Das Volk und die Bürger haben sich das aber in Rumänien nicht bieten lassen. So sind die damaligen Umsiedelungsantreiber 1989 im Dezember geendet:

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Welch Anmut und Poesie!

re-aktionaer @, Montag, 17.06.2019, 01:58 vor 2413 Tagen @ DT 4051 Views

bearbeitet von unbekannt, Montag, 17.06.2019, 02:13

So sehr man sich auch an diesen Bildern ergötzen kann....
die Mörder des Ehepaares C. waren ebenso Kommunisten aus dem Apparat wie sie selbst. Die Rumänen hatten jedenfalls nichts zu lachen vorher wie nachher nichts.
Sehenswerter Film über die Revolution in Rumänien von Harun Farocki:
videogramme einer revolution

https://www.youtube.com/watch?v=zrQaPPETpR4

Ach ja - und dann noch ein Filmchen über den antikommunistischen Widerstand in Rumänien - die wurden von den Amis und Briten natürlich absolut hängen gelassen.
Portrait of a fighter as a young man
https://www.youtube.com/watch?v=ynbZIb76efI

Eigentlich müsste in der Welt eine andere Überschrift stehen .....

NST @, Südthailand, Montag, 17.06.2019, 03:45 vor 2413 Tagen @ re-aktionaer 4210 Views

bearbeitet von unbekannt, Montag, 17.06.2019, 04:14

An sich wäre diese Idee ja verständlich, würde bei allen
demographieproblemen derart rigide der Sparstift angesetzt... aber er wird
offenbar nur bei den Deutschen Bürgern angesetzt... für Analphabeten
aller Herren Länder schüttet Angela natürlich das Füllhorn aus.


...... etwa derart: Dorfbewohner werden umgesiedelt ..... weil,

es sich für die paar Nazis nicht lohnt, dort auch 5G Sendemasten zur Bevölkerungskontrolle aufzustellen. Die Infrastruktur zur Sozialstaatsüberwachung auf dem Lande ist nicht finanzierbar.

Darum geht es und um nichts anderes. Es müssen auch die jungen Frauen die noch auf den Dörfern leben, den neuen Facharbeitern in einer Weise nahe gebracht werden, dass das Risiko beim Kennenlernen nicht durch einen Sensenmann der Gras mäht und Unkraut jätet, unnötig gesteigert wird.

Also zusammengefasst: Es geht darum, dass der Sozialstaat alles für seine Bürger macht und das auch finanziert werden kann. In der Geflügelzucht kennt man das auch, dort gibt es Freilandhaltung und Käfighaltung. Die Dörfler dürfen dank Sozialstaat jetzt auch von der lästigen mit nur wenig Komfort überholten Freilandhaltung in die weit aus komfortablere Käfighaltung aufsteigen - quasi wie im Urlaub - all inclusiv, von der Wiege bis zur Bahre. Dort gelten dann auch die Menschenrechte voll umfänglich. Das Grüne Khmer Programm, allerdings in moderner Form - nicht die Städte werden ausradiert, sondern Obelix und Asterix, wird der Zahn gezogen. Es ist vollbracht - Demokratie für alle. [[top]]
Gruss

--
[image]
Jeder arbeitet im Ausmass seines Verstehens für sich selbst und im Ausmass seines Nicht-Verstehens für jene, die mehr verstehen!

Stimmt nicht ganz

helmut-1 @, Siebenbürgen, Montag, 17.06.2019, 05:52 vor 2413 Tagen @ CalBaer 3828 Views

Sicherlich hat das wesentlich zum Unmut in der Bevölkerung beigetragen. Aber es handelte sich nicht nur um die Dörfer der ansässigen Siebenbürger Deutschen, sondern auch um rein rumänische Dörfer. Ein orthodoxer Pfarrer, den ich irgendwann mal per Autostopp mitgenommen hatte, zeigte mir das, - in der Nähe von Beius z.B.

Drei Dinge waren es, die zusammenkamen, aber regional unterschiedlich:
- Lebensmittelversorgung
- keine Reisefreiheit
- die Schaffung von Agrarzentren auf Kosten der kleinen Dörfer

In den Städten war es in erster Linie die Lebensmittelknappheit, die lange Schlangen vor den ohnehin leeren Geschäften produzierte. Auf den Dörfern ging natürlich die Kunde um, was da an Agrarzentren geplant war. Wenn ein Bauer keine Möglichkeit mehr hat, ein Schwein oder ein paar Hühner zu halten und etwas Gemüse anzubauen, dann ist er mit dem Rücken an der Wand. Denn damit konnte man auch in der Ceaucescu-Zeit überleben.

Die fehlende Meinungsfreiheit aufgrund der Diktatur sowie die fehlende Reisefreiheit betraf alle, - sie wurde aber mehr von der mittleren und oberen Schicht in den Städten als Manko empfunden. Im Kommunismus war es - nach meiner Beobachtung - so, dass sich die Hälfte der Bevölkerung irgendwie durchmogelte, - auf Kosten der anderen Hälfte, die tatsächlich nichts hatten und ums Überleben kämpften. Ca. 5 % hatten alles, sie waren Parteifunktionäre.

Die in den anderen Kommentaren angesprochenen links von Videos sind interessant, - aber nur ein Video ist authentisch. Genau das finde ich nicht. Es war von einem kleineren französischen Sender gedreht, - vielleicht France 3 oder sowas. Die hatten das genau aufgedeckt, wie die Agenten der US-Geheimdienstes die Fäden gezogen haben, damit diese sog. "Revolution" stattfand.

Weil in Rumänien war es alles andere als eine vom Volk ausgebrochene Revolution. Es war ein Unmut vorhanden, auf den man von Seiten der Amis gesetzt hat. Aber alles andere war eine Farce, eine Inszenierung. Der französische Film dauerte knapp eine Stunde, er lief auch mal in Bayern drei und auch einmal auf arte, - vielleicht finde ich ihn noch (oder es weiß vielleicht jemand im Forum hier).

Fest steht für mich, dass - im Rückblick gesehen - die Revolution den Rumänen nichts gebracht hat. Hätte man die drei von mir genannten Punkte in Ordnung gebracht, wäre das System, - wahrscheinlich in reformierter Form, immer noch vorhanden, und das Volk würde besser leben als heute. Hab mal vor Jahren in einem anderen Forum was über Rumänien geschrieben:

https://www.nachrichtenspiegel.de/2013/11/25/rumaenien-vor-dem-abgrund/

Dort hat man mich aber rausgeworfen, - das ist ein linker Klub mit Scheuklappen, dieser Nachrichtenspiegel.

Genau das Gegenteil ist doch der Fall.

Durran @, Montag, 17.06.2019, 07:56 vor 2413 Tagen @ DT 3756 Views

Wir sind vor 15 Jahren von der Nürnberger Südstadt nach Sachsen Anhalt aufs Land gezogen. Die Häuser gab es damals fast umsonst.

Ich beobachte wie hier junge Familien zuziehen weil die Häuser günstig sind, Kindergärten und Schulen verfügbar sowie absolut ausländerfrei sind.
Die dörflichen Kindergärten haben einen wahnsinnig hohen Qualitätsstandard.
In dem KiGa von meiner Tochter gibt es 2 Erzieherinnen für 12 Kinder, einen Pool und einen Wald zum Spielen. Mit Nutzgarten zum lernen. Toll!

Also Kinderboom und Zuzug.

Mittlerweile kommen die Häuser fast nicht mehr auf den Markt, weden meist örtlich angeboten und sind dann in 2 Wochen verkauft. Preise zwischen 10 - 20000€ für ein bezugsfertiges Haus sind keine Seltenheit.

Und heute, in Zeiten des Internets ist es fast völlig egal wo man wohnt. Ich fahre sowieso nicht mehr in die Stadt zum shoppen. Dem Amazon ist es egal wohin geliefert wird.

Ja, natürlich verdient man weniger. Aber man brauch auch weniger. Ich arbeite noch Teilzeit, sitze früh um 8 auf der Terrasse und freue mich. Kein stundenlanger Stau mehr, keine Hektik und die Vögel zwitschern.

Also keine Angst, der Osten funktioniert sehr gut. Hier wird nichts umgesiedelt.

Diese Diskussion ist notwendig und längst überfällig - Danke Herr Gropp

Plancius @, Montag, 17.06.2019, 08:28 vor 2413 Tagen @ DT 3754 Views

Ich wohne im ländlichen Mecklenburg-Vorpommern und fordere schon seit Jahren einen Plan der Landesregierung zur Neuordnung des ländlichen Raumes unter Berücksichtigung des wirtschaftlichen Strukturwandels seit der Wende.

Fährt man durch Mecklenburg, stellt man fest, dass das Land sehr stark zersiedelt ist. Es gibt eine Menge an Klein- und Kleinstdörfern. Viele Dörfer haben keine historische Tradition, sondern sind erst mit den Programmen zur Aufsiedlung des Landes im 19.Jahrhundert und im Dritten Reich entstanden. Im Dritten Reich hat man abseits bestehender Ortschaften noch Ansammlungen von 10 bis 20 Bauernhäusern geschaffen, die man "Ausbau" oder "Siedlung" nennt. Die damalige Siedlungsplanung ging von der landwirtschaftlichen Prägung und den damaligen landwirtschaftlichen Produktionsmethoden aus. Bis in die Mitte des 20.Jahrhunderts war das Pferd die entscheidende Kraftquelle für Feldbearbeitung und Transport. Zur großflächigen landwirtschaftlichen Erschließung des Raumes musste man die Bauern also nahe an den Feldern ansiedeln.

Heute sieht die Situation ganz anders aus. Die Landwirtschaft wird weitestgehend von quasi industriellen landwirtschaftlichen Großbetrieben betrieben und die ehemaligen Bauernhäuser üben nur noch eine reine Wohnfunktion aus. Selbst die Nebenerwerbslandwirtschaft ist seit der Wende fast völlig zum Erliegen gekommen. Aber die Bewohner in den Klein- und Kleinstdörfern möchten an der modernen Lebensweise genauso partizipieren wie die Bewohner der größeren Siedlungen. Dazu gehören nun mal, ein Bad mit Dusche, Waschmaschine, Internet, Mobilfunk, Straßenbeleuchtung, Schule, Arzt, Einkaufsmöglichkeiten usw.

Insbesondere für schulpflichtige Kinder gibt es beim Weg zur Schule wegen der langen Anfahrtswege unerträgliche Situationen. Meine Frau wohnte z.B. in der 90er Jahren noch in einem meckelnburgischen Dorf. Ihre Tochter war z.B. 1 1/4 Stunden zur 7 km entfernten Schule unterwegs, ehe die ganzen Gehöfte abgeklappert waren, die heute gar keinen wirtschaftlichen Sinn mehr ergeben.

Nach der Wende wurde auch im ländlichen Mecklenburg viel investiert, als das Füllhorn des "Gemeinschaftswerk Aufbau Ost" über der Ex-DDR ausgeschüttet wurde.

- Straßen wurden saniert
- Wasserleitungen und Kanalisation wurden gebaut
- Klärwerke wurden errichtet
- Telefon- und Gasleitungen wurden verlegt

Heute mit stark abnehmender Bevölkerungszahl sind die Kommunen jedoch nicht mehr in der Lage, die ganzen Wasser- und Abwassernetze mit wirtschaftlich vertretbarem Aufwand zu erhalten. Alle Bürger haben daher unter ständig steigenden Wasser- und Abwasserpreisen zu leiden, die hohen Fixkosten der Netze bleiben schließlich erhalten und müssen auf die weniger Einwohner umgelegt werden. Weiterhin ist der Ausbau der Telekommunikation, des Highspeed-Internets und des Mobilfunks praktisch zum Erliegen gekommen. Welche private Firma investiert schon in einen sich leerenden Raum?

In unserem Landkreis (ärmster Landkreis Deutschlands) kommt zur Zeit im Durchschnitt auf 3 Sterbefälle eine Geburt. Deshalb hat sich die Einwohnerzahl vieler Städte und Dörfer seit der Wende um 1/3 bis auf die Hälfte halbiert. Z.B. ist die Einwohnerzahl von Malchin in den letzten 15 Jahren von 11.000 auf jetzt 7.500 zurückgegangen.

Trotz der sinkenden Bevölkerungszahl wird auch in M-V im ländlichen Raum rege gebaut. Topseller ist der Scanhaus - Bungalow für ca. 140.000 EUR auf Bodenplatte. Die niedrigen Zinsen locken auch den mecklenburgischen Mindest- und Niedriglöhner ins Wohneigentum. Viele Bungalows werden jetzt auf den Grundstücken der Eltern oder Großeltern in den Kleinstdörfern gebaut, weil zusätzliche Grundstückskosten von ca. 25-35 EUR/qm in der nächstgelegenen Stadt den finanziellen Rahmen sprengen würden. Viele Familien hier haben keinen einzigen Euro Eigenkapital. Da die Banken ein Grundstück, was man nicht käuflich erwerben muss, aber als Eigenkapital ansehen, wird die Finanzierung eines Scanhauses auch bei zwei Geringverdienern ohne Eigenkapital bewilligt.

Ich habe 20 Jahre im Rheinland gewohnt und konnte mir trotz eines sicher 3fachen Gehalts wie hier kein Haus leisten. Es ist einfach auch unsolidarisch, dass über den Länderfinanzausgleich der gutverdienende schwäbische Daimler-Arbeiter dem mecklenburgischen Niedriglöhner hilft, seinen Traum vom Haus zu verwirklichen, während er selbst nur eine Kleinwohnung zur Miete bewohnen kann.

Eine zweite Klientel, die noch in den Dörfern baut, sind Kinder oder Enkel, die nach Rostock abgewandert sind und sich die dorten Hauspreise nicht mehr leisten können und dann 60 km zur Arbeit pendeln.

Über den Daumen gepeilt verfallen 3 Häuser, wenn ein Haus neu gebaut oder eines saniert wird.
Insgesamt kann man sagen, dass die derzeitige Siedlungsstruktur in M-V der heutigen Lebensweise und demografischen Situation in keiner Weise mehr entspricht. Die Aufrechterhaltung der Infrastruktur ist mit wirtschaftlich vertretbarem Aufwand nicht mehr zu gewährleisten. Anstatt zielgerichtet zu investieren, wird in der Fläche sowohl in der Stadt als auch auf dem Dorf nur noch Flickschusterei betrieben. Letztendlich verlieren dabei alle.

Sinnvoller wäre es daher, einen Plan vorzulegen, in welche Dörfer nicht mehr investiert wird und dort dann auch einen Baustopp zu verhängen. Alles dem Selbstlauf zu überlassen ist eines einst hochentwickelten und blühenden Industrielandes wie Deutschland schlicht unwürdig.

Gruß Plancius

--
"Natürlicher Verstand kann fast jeden Grad an Bildung ersetzen, aber keine Bildung den natürlichen Verstand." ARTHUR SCHOPENHAUER

Anstatt das alte Besatzerspiel "divide et impera" zu spielen, sollte man lieber dafür sorgen, daß (mT)

DT @, Montag, 17.06.2019, 08:53 vor 2413 Tagen @ Plancius 3697 Views

die gigantischen Überschüsse, die die fleißigen deutschen Babyboomer in den letzten 20 Jahren dank der größten Expansion des Wohlstandes der Menschheit (hauptsächlich in Asien, aber auch in Südeuropa dank Reparationszahlungen Dtlds) erwirtschaftet haben, im Land bleiben. Man kann die Infrastrukturmaßnahmen dann einfach so verteilen, wie sie erwirtschaftet wurden.

Also nicht den gesamten Transfer an die Bereicherer, an die faulen Berliner-Politsäcke und Linksgrünen, sondern das Geld einfach dort lassen, wo es herkommt. Man nennt es föderales Prinzip bzw. Subsidiaritätsprinzip.

Wir brauchen keinen Berliner Wasserkopf mit den Grüninnen, die über allen möglichen das Füllhorn ausschütten. Wir brauchen Föderalismus, was heißt, daß die Daimlerarbeiter, die wesentlich härter und länger schuften als die Partygänger in Berlin eben auch was davon haben, sowohl lohnmäßig aber auch infrastrukturmäßig als auch Kita-mäßig.

Ganz einfach: wenn Berlin nix erwirtschaftet, können dort die Kitas auch nicht kostenlos sein. Wenn aber der fleißige Daimlerarbeiter den ganzen Tag rödelt, dann muß seine Infrastruktur entsprechend sein: gute, geteerte und ausgebaute Straßen, genügend saubere und häufige SBahnen und Züge, genügen Baugebiete die ausgewiesen sind, kostenlose Kitas (da ja schließlich das Geld dort erwirtschaftet wird usw).

Wer unbedingt im sexy aber armen und industrielosen Berlin, wo nur das Geld anderer Leute verteilt wird, leben möchte, bitte, aber dann auch den Preis dafür zahlen.

Der gelebte Föderalismus war die Stärke der Bonner Republik. Seit Schäuble an den Verteilungsschrauben gedreht hat, zerfallen die Kommunen und die Länder.

Laßt Euch nicht auf das Spiel der Propagandamäuler der Besatzer ein:
Jung gegen alt, Stadt gegen Land, arm gegen reich. Und immer verdienen die Finanzhaie der Besatzer. FUCK YOU BESATZER! FUCK YOU PROPAGANDAHxxxx der Spalter!

Damit beschreibst Du, was sich in ein paar Jahren überall in Dt. abspielen wird, ..

Dieter, Montag, 17.06.2019, 09:56 vor 2413 Tagen @ Plancius 3735 Views

bei Fortführung der derzeitigen Politik, dessen Perspektiven nicht besser werden, schaut man auf eine potenzielle zukünftige Sitzverteilung im Bundestag.

Es ist eine riesige Welle der De-Industrialisierung der BRD angeschoben worden.
Ohne Industrie = Abwanderung, zuerst die Jungen und Leistungsfähigen, zum Schluß die staatlich Alimentierten, solange der noch was zu verteilen hat.

Gruß Dieter

wird die Kohle knapp knurrt der Magen

Balu @, Montag, 17.06.2019, 11:22 vor 2413 Tagen @ DT 3084 Views

und ein knurrender Magen stellt auch schon mal den Länderfinanzausgleich infrage!

Einige Versuche gab´s ja schon, wäre allerdings für einige Bundesländer heftig, weil die würden quasi zu Bundesmüllkippen werden, bspw. Brämen, Bärlin....

schade drum - NÖ!

Sollen sich die Nach-baby-boomer daran versuchen.

--
Nie wieder CDU, SPD, Grüne, FDP, Linke.
Die wahren Feinde eines Volkes sind seine Terroristen, die sich als Politiker, Richter, Staatsanwälte, Polizei und Verwaltungsangestellte tarnen. Der Staat als einziger Hort allen Terrors.

Die Welt verkündet, was, wir längst wissen: NWO

SevenSamurai @, Montag, 17.06.2019, 16:22 vor 2412 Tagen @ DT 3027 Views

"Staatliche Umsiedelung soll Niedergang des Ostens stoppen"

Erst Flora/Fauna Habitat, dann Agenda 21, dann Agenda 2030:

http://www.bmz.de/de/ministerium/ziele/2030_agenda/index.html

Es geht um die NWO.

Die Welt betätigt sich als Ideologe.

In den USA wird das schon länger diskutiert:

https://www.democratsagainstunagenda21.com/

http://www.defendruralamerica.com/DRA/Home.html

Und:

Local Agenda 21 and Ecological Urban Restructuring

A European Model Project in Leipzig*

Findet man als pdf-Datei in der Google-Suche.

--
"Wenn ihr euch fragt, wie es damals passieren konnte:
weil sie damals (...)."
Henryk Broder

Der Plan klingt nett!

Otto Lidenbrock, Montag, 17.06.2019, 17:41 vor 2412 Tagen @ SevenSamurai 2614 Views

Nur das kapitalistische Wirtschaftssystem gekoppelt mit dem debitistischen Zwang, ständig neue Nachschuldner zu finden, haben sie leider nicht auf der Rechnung.

Aber die Armut beseitigen, für Gerechtigkeit sorgen und dazu noch den Planeten retten - das klingt doch nach einem netten Plan! Würde ich jederzeit unterschreiben. [[euklid]]

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