Zur Diskussion: Sind Verbote ein Konjunkturprogramm?

der_Chris @, Nördl. Ruhrgebiet, Montag, 04.03.2019, 12:52 vor 2510 Tagen 4011 Views

Am Wochenende hatte ich ein wenig Zeit, die Gedanken kreisen zu lassen.

Dabei ist mir so eine Theorie durch den Kopf gegangen, die mich schlußfolgern ließ, dass der Debitismus sehr wohl in den Köpfen der verkommenen Elite rumspökt…

Schaut man sich das ganze Hysteriethema zur Umwelt an, stößt man auf Punkte wie Glühlampenverbot, Strohhalm- und Wattestäbchenverbot, Verteufelung des Diesel, Rußpartikelfilter, Grüne Plakettepflicht und der ganze andere Kram, der nichts aber auch gar nichts an irgendeinem Klima ändert.
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Aber: In der EU leben 500 Mio. Menschen und ich kenne einige, die sich Glühlampen bis ans Ende ihrer Tage in den Keller gepackt haben. Ebenso höre ich aus meinem Umfeld bereits die Erkenntnis, sich auch mit Plastikstrohhalmen und Wattestäbchen eindecken zu wollen.

Ähnliches aus dem Automobilsektor, hektische Beschaffung und Umrüstung eines VW Bus auf Euro 4 mit grüner Plakette, Eigenkosten fast 2.000.-€, Abwrackprämie und Neuanschaffung von ein paar Jahre alten PKW, Austausch guter Autos gegen Euro 6 Karren, usw.
Die Liste lässt sich beliebig fortsetzen.[[top]]

In der Annahme, nur 5% der EU Bürger springen auf die länderspezifischen Vorgaben auf (wobei der Deutsche offensichtlich als Frankensteins Experiment mit jedem Scheiss beglückt werden muss…), dann haben wir erstmal 25 Mio. Bürger, die unverzüglich tätig werden.

25 Mio x 50.-€ für Glühlampen im Keller, das Gleich für Wattestäbchen, Sparbuch geplündert, Kredit aufgenommen für die neue Karre usw.
Zack hab ich „mal eben“ 1,25 Mrd.€ für Glühlampen in den Markt gesteckt.

Nochmal 1,25 Mrd.€ für Zahnbürsten und 1,25 Mrd.€ für Wattestäbchen und mal eben 2.000.000 neue, resp. fast neue Autos durch die Abwrackprämie.

Unterstellen wir mal, dass auf die 2.500€ Staatskohle noch 10.000€ von privat drauf gepackt wurden, waren in Deutschland alleine im Jahr 2009 urplötzlich 20 Mrd. € eingekippt worden.
Natürlich argumentieren viele Ökonomen dahingehend, dass das an Schwachsinn kaum zu überbieten war, weil die Nachfrage in den nächsten 4 Jahren zusammengebrochen ist, aber genau der gewünschte Effekt, kurzfristig Geld zu mobilisieren hat ja den erwarteten Erfolg gebracht.

Hinterher ist man schlauer. Nicht 20 Mrd. auf einmal, nein viel perfider – keine 30er Schrauben drehen, 5 x ne 6er Schraube geht ja auch.
[[freude]]
Die Liste der Schweinereien lässt sich beliebig fortsetzen (Kaminverbot, Ölheizungsverbot, etc…).

Ist es also demnach abwägig, die gesamte Diskussion über allerlei Verbote nicht unter dem Aspekt eines gigantischen Konjunkturprogramms zu sehen?

Alles Geld, was sonst vielleicht nicht in der Form oder Konzentration adhoc nachfragewirksam wird?
Ich rätsel noch, ob die 50.-€ sonst anderswo ausgegeben werden, oder im Sparstrumpf verschwinden.

Wir sprechen über zig Mrd.€, die grundlos auf den Tisch kommen. Mit jeder neuen Einschränkung findet unnötige Substitution oder Hortung statt. Damit ziehe ich jetzt hochdosiert Kohle aus der Tasche, die sonst verzögert über viele Jahre erst in den Markt sickert.

Man kann natürlich argumentieren, daß dieses Geld so oder so den Weg auf den Markt findet, weil eben doch regelmäßig Zahnbürsten gekauft werden, aber eben auf längere Zeit und nicht im großen Schwung, sobald das Verbotsschild in der tagesschau aufgestellt wird.

Kann es sein, dass man damit „das System“ weiter am Leben erhält (wenn auch wenig nachhaltig und sehr kurzfristig)? Oder ist das nur ein Hirngespinst, welches sich aus Langeweile festgesetzt hat?[[hae]]

--
Gruß
Der_Chris

Verhaltensregeln gegenüber deutschen Politkern:
*Verachten* Auslachen* Verhöhnen* Ignorieren*
Und niemals Aufmerksamkeit schenken!

Gut erkannt.

Naclador @, Göttingen, Montag, 04.03.2019, 13:22 vor 2510 Tagen @ der_Chris 3106 Views

Hallo der_Chris,

nur den VT-Teil kann man wegrationalisieren (gemäß Occams Rasiermesser). Unsere Entscheider haben ja Berater, und die sind verzweifelt, weil ihre Arbeitgeber zunehmend schlechtere Geschäfte machen. Entsprechend kreativ fallen dann die Politikempfehlungen aus.

All der Irrsinn, mit dem man und tagein tagaus traktiert, Abwrackprämie, Dieselfahrverbote, Dämmwahn, Stuttgart-21, BER, das alles ist Ausdruck der immer verzweifelter werdenden Nachschuldnersuche in der aktuellen Spätphase des debitistischen Kapitalismus. Zum immer schneller wachsenden Schuldendruck kommt noch der Effekt der "diminishing returns": Investitionen bringen immer weniger Rendite.

Wenn wir nicht bald einen geordneten Reset hinbekommen, sieht es düster aus.

Gruß,
Naclador

Scheinheilige Marionettentruppe - ein Ablenkungsmanöver von ...

Mandarin @, Montag, 04.03.2019, 14:57 vor 2510 Tagen @ der_Chris 2966 Views

z.B. der gleichzeitige Erhöhungen des Grenzwertes für Quecksilber im Fisch um 200 Prozent, da der bisherige Grenzwert, der auch schon viel zu hoch war von 50 % des Fisches übertroffen wurde.

Scheinheilig Plastik wegen der Fisch verbieten und fleissig weiter Quecksilber in die Umwelt pusten und verklappen, daß Fische elendig verenden und Menschen weltweit chronisch krank werden u./o. früher sterben (Genozid)

Wer jetzt noch Fisch ist, auch Süßwasserfisch ist lebensmüde.

Aber es gibt viele andere Beispiele ...

Alles Gute

Nach Fukushima

SevenSamurai @, Montag, 04.03.2019, 18:24 vor 2510 Tagen @ Mandarin 2688 Views

Wer jetzt noch Fisch ist, auch Süßwasserfisch ist lebensmüde.


Nach Fukushima wurden auch viele Grenzwerte für Strahlenbelastung bei Lebensmitteln angehoben. Zum Teil drastisch.

Und?

Haben die Grünen protestiert?

Hat überhaupt jemand protestiert?

--
"Wenn ihr euch fragt, wie es damals passieren konnte:
weil sie damals (...)."
Henryk Broder

aber ja, so ist es

Frances FreeToBe, Montag, 04.03.2019, 22:16 vor 2510 Tagen @ der_Chris 2369 Views

Aber ja, genauso ist es!

Deutschland ist arm an Rohstoffen, verkauft nur endmontierte Produkte, Ideen und Ideologien.

Der neueste Schrei ist der "Green new Deal-Kommunismus".
Altbekanntes, Verlässliches und jahrzentelang gewachsener Fortschritt ist nun nicht mehr fortschrittlich genug.
Es bringt nicht genug in die Kassen.

Ob ich durch Krieg alles einreisse oder durch wirtschaftlichen Suizid die Verschuldung aufrecht erhalte, so what?

Wichtig ist nur, das Spiel muss weitergehen, koste es was es wolle, und wenn der Preis der Tod einer jungen, fröhlichen, in die Zukunft blickenden Teenagerin mit dem Hang den Falschen kennenzulernen und den Preis dafür zu zahlen das Madame weiterhin im Kanzleramt sitzen darf - jawohl, diesen Preis zahlt nicht die Kanzlerin persönlich, dann wird irgendjemand diesen Preis bezahlen müssen und er wird es tun.

Die Deutschen sind überwiegend egoistisch bis ins Mark.
Nicht so blöd, gutmütig, aber selbstherrlich und ichbezogen.
"Solange es mich persönlich nicht trifft...", ohne gross in die Zukunft schauend und erkennend, das ihr Schicksal dadurch nur verschoben wird, keinesfalls Erlösung zu erwarten ist.

Folgen bis in den drohenden Tod, dem Tod ein Schnippchen schlagen zu können dadurch, dem Teufel seine Seele nach dem Tode zu vermachen, in der Hoffnung, es gäbe keine Verantwortung zu tragen dafür, was zu Lebzeiten verbrochen und im Angesicht des Unterganges in Zukunft auf ein jeden wartet.
Die Deutschen spielen Lotto, nur nehmen sie die restliche Gemeinschaft in Haftung, und wie immer wird es nicht gut ausgehen.

Scheiss Egoisten!

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