Plant Italien eine Parallelwährung?

Andudu, Mittwoch, 07.11.2018, 11:08 vor 2625 Tagen 4241 Views

"Dazu könnte, so Rapp, der italienische Staat Schuldverschreibungen in kleiner Stückelung herausgeben, die im inländischen Zahlungsverkehr als alternatives Zahlungsmittel zugelassen wären. Diese sogenannten Mini-BOTs würden als Parallelwährung fungieren, die Regierung könnte auf diese Weise ohne Rücksprache mit der EZB neues Geld in Umlauf bringen. Damit schaffe das Land zum einen zusätzlich zum negativen Target-Saldo eine weitere Drohkulisse gegenüber EZB und Kommission, zum anderen einen Schutz gegen mögliche Sanktionen der EZB."
https://deutsch.rt.com/europa/78861-bereitet-italien-austritt-aus-eurozone/

Ich dachte, das könnte fürs Forum durchaus interessant sein, der Artikel ist von heute.

Wo seht ihr die Grenzen solcher Schuldverschreibungen, gibt es historische Vorbilder (Mefo-Wechsel?). Könnten die damit dauerhaft in der EWU durchkommen?

Danke, sehe ich ähnlich...

Andudu, Mittwoch, 07.11.2018, 15:51 vor 2625 Tagen @ paranoia 2910 Views

bearbeitet von unbekannt, Mittwoch, 07.11.2018, 15:57

lies' mal meine alten Kamellen:

http://www.dasgelbeforum.net/search.php?search=parallelw%C3%A4hrung&ao=and&u_na...

...wie du es für die Drachme ausgeführt hattest:

"Die Griechen führen eine Parallelwährung ein, die neue Drachme, die gegen den EUR frei floatet. Steuerzahlungen und Gehalt erfolgen in der neuen Währung.
Wer EUR-Guthaben hat, macht damit was er will, er ist frei, diese in die Währung seiner Wahl zu tauschen.
Wer jedoch EUR-Schulden hat, muß diesen nach wie vor in EUR tilgen.
Wer als Grieche und EUR-Schuldner bisher einen EUR-Einkommensstrom hatte, hat nun einen Drachmen-Einkommensstrom und damit ein Währungsrisiko.
Vermutlich wird die neue Drachme gegenüber dem EUR stark an Wert verlieren."

Prinzipiell hätte es aber den Vorteil, dass die halt im Inland investieren könnten, ohne auf die Devise "Euro" angewiesen zu sein. Sie könnten alte Euroschulden abtragen (per Tourismus und Export kommen ja trotzdem noch Euros ins Land) ohne neue machen zu müssen. Sie hätten den Verschuldungskreislauf in Euro gebrochen, zugunsten der Geldpresse für eine Art eigener Währung.


Du schreibst auch noch:

"Auch die IOUs sind keine Parallelwährung.
Es sind Schuldscheine, die auf die Binnenwährung lauten.
Statt mit Geld werden Forderungen mit weiteren Forderungen beglichen."


Bei solchen Schuldscheinen ist immer nur der Staat Schuldner. Ja, ähm, das könnte tatsächlich problematisch sein, was den Werterhalt angeht.

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