Die Generationenschuld in der Geschichte (ein persönliches Statement)

helmut-1 @, Siebenbürgen, Sonntag, 21.06.2026, 07:18 vor 31 Tagen 2500 Views

Ich habe das erst in einem meiner kürzlichen Artikel angesprochen, aber eher nur gestreift. Deshalb will ich es noch einmal aufgreifen und klar beim Namen nennen. Es dreht sich dabei um die Verantwortung jedes Einzelnen, die Verantwortung für sich selbst, aber auch für seine Familie und für diejenigen, die nach ihm kommen. Und damit meine ich nicht die Verantwortung, damit die ihm Nahestehenden was zu beißen haben, sondern, was sie von der Zukunft zu erwarten haben, in welcher Welt sie weiter leben sollen und wie die zukünftigen politischen Rahmenbedingungen aussehen werden, und wie man mit denen leben soll.

Ich werde das Gefühl nicht los, dass es da viel zu viele Ignoranten gibt, zu viele „Vogel Strauß und Kopf in den Sand-Politik“, und die vermeintlichen Besserwisser, die die Meinung vertreten: „Wir haben ja damals auch sehen müssen, wie wir damit zurechtkommen und haben es geschafft. Ihr müsst halt auch sehen, wie Ihr das in der Zukunft hinkriegt“.

Jetzt will ich das einfach aus meiner persönlichen Sicht beschreiben, was mich bewegt. Fangen wir einmal in den 60er Jahren an:

Damals war ich ein Jüngling, ein Teenager. Trotzdem habe ich mich schon mit 15 und 16 dafür interessiert, was damals so gelaufen ist, in Österreich und in Deutschland. Es war noch deutlich vor den 68er Demos, und ich habe laufend die Fragen der Generation der Erwachsenen gehört, die in die Richtung an die damalige Erlebnisgeneration der Kriege und der Hitlerzeit gingen: „Warum habt ihr geschwiegen, warum habt ihr das alles zugelassen, warum seid ihr nicht aufgestanden, als noch Zeit dafür war?“

Es hat mich sehr nachdenklich gemacht, und deshalb habe ich mich intensiv mit dieser Zeit auseinandergesetzt, zumal auch mein Großvater im Widerstand damals umgekommen ist. Natürlich habe ich sehr viele Details erfahren, weil ich mich mit der Generation unterhalten habe, die das alles selbst erlebt hat. Meine Gesprächspartner waren auf der gesamten Bandbreite vertreten, vom KZ-Insassen bis zum SS-Mann.

Vieles habe ich dadurch erfahren, was die meisten gar nicht wissen. Auch über den Feldzug in Russland habe ich Dinge erfahren, die man nirgends nachlesen kann. Auch über die Hölle von Stalingrad. Unterm Strich habe ich die Erkenntnis gewonnen, dass es weder ein „Weiß“ noch ein „Schwarz“ gibt, sondern Grauschattierungen in allen Nuancen. Hier von Schuld der Generation unserer Großeltern zu sprechen, wäre verfehlt, weil sich unsereiner wohl kaum die Zustände vorstellen kann, in dieser Zeit, als diese Vorfahren gelebt haben.

Was aber keine pauschale Entlastung von der Schuld sein kann, von der die Nachkriegsgeneration gesprochen hat. Was war denn deren Schuld:

Sie hatten mit dem täglichen Existenzkampf zu tun, mit dem Überleben, und wie man der Familie was auf den Teller bringen kann. Soziale Systeme, wie wir sie kennen, gab es ja damals nicht. Das aber bewirkte ein Verhältnis zur Politik, das man in etwa so beschreiben kann:

- Es wird ja schon gut gehen
- Wir Kleinen können sowieso nichts machen
- Es ist besser, zu schweigen
- Die da oben werden sicher wissen, was sie machen
- Mir geht die Diskussion mit der Politik auf den Wecker, ich will nichts mehr davon hören

Und noch viele andere Argumente. Wenn die Nachfolgegeneration des Krieges dann derartige Fragen gestellt hat, nach der Verantwortung für die Kinder und Enkel, etc., dann hat man schon bei mehreren die Betroffenheit gemerkt, und auch den Versuch, das Gespräch auf anderes zu lenken.

Soviel zu der Zeit der 30er und 40 er Jahre. Gehen wir in die 80er und 90er Jahre und halten wir Rückschau:

In dieser Zeit war schon an manchen Beispielen festzustellen, dass sich da etwas zum Negativen verändert, zum Nachteil der Bevölkerung. Spätestens in den 90er Jahren, obwohl in Deutschland und auch überhaupt in Europa vieles von der Euphorie des Falls des Eisernen Vorhangs überdeckt wurde.
Aber jeder, der die Politik im Land und auch in Europa verfolgt hat, konnte das feststellen. Da aber passierte bei den meisten Leuten etwas Seltsames, - nämlich der Selbstbetrug. Diejenigen, die in der Mitte des Lebens standen, sagten sich immer wieder vor, dass es sich um einen zeitlich begrenzten Durchhänger handelt, der sicher wieder in den nächsten Jahren repariert wird. Man hatte noch die Amtszeit bis 1982 im Hinterkopf, als es einen Kanzler mit dem Namen Helmut Schmidt gab, in einer Zeit, als noch die Anständigkeit in der Politik überwog.

Es gab ja auch Ansätze, als sich die Demos zum NATO-Doppelbeschluss in den Jahren 1980 – 1983 formierten. Damals setzte man auf die Grünen, die sich immer als Friedenspartei darstellten. Aber spätestens beim illegalen NATO-Feldzug gegen Jugoslawien im Jahre 1999 löste sich die Tarnkappe in Luft auf und man konnte klar die Verwandlung der Grünen vom Paulus zum Saulus, also zur Kriegspartei, erkennen. Außerdem war die Bezeichnung „Verteidigungsbündnis“ für die NATO nur mehr Schnee von gestern, weil sie sich zum Angriffsbündnis gemausert hatte.

Zurück zu meiner Generation, die das sehr wohl beurteilen konnte. Was haben wir gemacht? Haben wir den Fuß in den Türrahmen gestellt und gesagt: „Bis hierher und keinen cm mehr weiter?“ Nein, wir haben geschwiegen und gehofft, dass wieder die Vernunft in den Vordergrund kommt. Aber wir haben umsonst gehofft und tatenlos zugesehen, ohne etwas zu unternehmen.

Ich bezeichne das als unsere Generationenschuld, die wir auch einmal in unser Grab mitnehmen werden. Denn jeder war in der Lage, die Zeit der 70er Jahre mit der Zeit um die Jahrtausendwende zu vergleichen, und zu sehen, wie sich vieles zum Negativen entwickelt.

Unsere Generation hat ein großes Glück: Die Jüngeren, die die 70er Jahre nicht erlebt haben, also die Generation, die nach uns kam, wissen nicht, wie wir damals gelebt haben. Wir hatten Ziele, und sahen immer ein „Morgen“. Per Autostopp war ich in Skandinavien unterwegs, und oftmals haben mich Frauen mitgenommen, - ohne Angst. Es gab keine Kriminalität, zumindest nicht in dem Ausmaß, wie wir sie heute erleben.

Geld hatten wir genügend, in den Semesterferien am Bock (damit ist der Fernlaster gemeint) hatte ich monatlich 2.650 DM bar auf die Kralle, als höchster Steuerpflichtiger (Lohnsteuerklasse I/0). Die Mieten waren bezahlbar, genauso wie die Nebenkosten. Ein Teil meines Studiums wurde staatlich finanziert, und zwar nicht über BaFög, sondern über AFG, was damals 60% vorherigen des Bruttoeinkommens bedeutete. Als Zuschuss, ohne Rückzahlungsverpflichtung.

Natürlich habe ich Anfang der 70er als Österreicher auch die Heiratsprämie „mitgenommen“ (damals ca. 15.000 Schilling) und auch die staatliche Geburtenförderung (auch als „Bockprämie“ bezeichnet), die einige tausend Schilling ausmachte. Das Gesundheitssystem war in Ordnung, monatelange Wartezeiten für einen Facharzttermin waren damals unbekannt.

Es ist gut, dass sich die Jüngeren gar nicht dafür interessieren, wie ihre Eltern damals gelebt haben. Denn dadurch wissen sie nicht, was ihnen alles entgangen ist, was ihnen vorenthalten wurde. Sie leben in ihrer „Jetzt-Zeit“ und glauben, dass das richtungsweisend ist. Der Hund, der schon nach der Geburt an die Kette kam, weiß ja auch nicht, was Freiheit ist. Er himmelt aber seinen Herrn an, der ihn täglich füttert.

Wüssten die Jüngeren das und würden sie das entsprechend bewerten, - wahrscheinlich wäre das nicht gut. Denn heute kann man nicht nur Kalaschnikows am Schwarzmarkt kaufen, sondern noch ganz andere „Spielzeuge“, ermöglicht durch den Ukrainekrieg. Die Bataillone, die sich als Security um die Politiker bei öffentlichen Auftritten zeigen, sind ja kein Zufall.

Gehen wir in die „Jetzt-Zeit“. Das, was wir seit dem Jahre 2015 erlebt haben, hätte auch kein Orwell noch 10 Jahre davor als mögliche Realität in Erwägung gezogen. Hat sich jemand dagegen gewehrt? Ausländerüberfremdung durch andere Kulturen, Corona-Repression, usw. usw. – es gab kaum Widerstand. Die Regierung mit Unterstützung der von ihr bezahlten Medien hat da ganze Propagandaarbeit geleistet, ein Dr. Goebbels wäre da richtig neidisch geworden.

Soll ich mir die Frage stellen, wohin das alles noch führen wird, bei den Politikern, die in der Verantwortung stehen? Nein, es sind keine Flaschen, keine Holzköpfe, - es sind willige Marionetten, die das alles ausführen, was ihnen von hinter den Kulissen vorgegeben wird. Dazu werden sie ja fürstlich belohnt, was man ja parteienübergreifend sieht. Beispiel Merz und Blackrock, weil das Politikergesetz keine Offenlegung derartiger Bezüge fordert, wenn sie die Marke 5% nicht überschreitet. Aber nicht nur die CDU, auch Sigmar Gabriel von der SPD ist ja mittlerweile im Aufsichtsrat von Rheinmetall, dem Champion in der Kriegswaffenproduktion.

Wie sehe ich das alles im Rückblick? Einfache Antwort: Es erleichtert mir den Schwund der Jugend. Nein, ich wollte nicht noch einmal jung sein, so schön das auch damals war. Ich muss meinem Schöpfer auf Knien danken, dass ich meine Jugendzeit in den 70ern erleben durfte, in einer einzigartigen Zeit. Ich sehe, wohin das alles nun führen wird, und ich beneide die jüngere Generation nicht.

Aber ich mache mir Sorgen um diejenigen, die noch im Kinderwagen herumkutschiert werden oder im Sandkasten spielen. Was erwartet diese Generation, wenn die einmal erwachsen werden? Machen sich deren Eltern überhaupt Gedanken darüber? Sehe ich Gespenster, wenn ich die Reaktion der Generation der 60er Jahre auf die Zukunft umlege? Die Kids, die sich jetzt noch ihren Spielsachen widmen, werden nämlich dann, wenn sie mal 30 oder 40 sind und in diesem Desaster leben müssen, das sich ja bereits jetzt abzeichnet, ihren Eltern dieselben Fragen stellen: Warum habt ihr das zugelassen? Warum habt ihr nicht in der Zeit, als man noch dagegen etwas tun konnte, wirksam eingegriffen? Usw. usw.

So manchen jungen Eltern habe ich diese Frage gestellt und sie darauf hingewiesen, dass es vorteilhaft sein könnte, sich bereits jetzt eine Antwort für diesen späteren Fall zurecht zu legen. Aber die meisten kapieren ja gar nicht, was ich ihnen vorhalte. Sie leben in ihrer Zeit, sind in ihrem digitalen Gefängnis eingesperrt, das sie ständig vor sich hertragen (manche nennen es auch Smartphone) und nennen sich glücklich, wenn sie ein paar Euro Wohngeldzuschuss bekommen.

Ich aber stelle mich der von mir angesprochenen Generationenschuld, die wir uns nach den 80ern aufgeladen haben. Kritische Beobachtung der Zeit, Bedürfnis nach bereinigten Infos aus der ganzen Welt, was manchmal schon in eine Sucht ausartet, und volle Ausnützung der Meinungsfreiheit. Aber nicht nur in Foren und sozialen Netzwerken, sondern auch in Aktionen. Plakate auf dem Haus, damit Vorbeigehende auch zum Nachdenken angeregt werden, aktive Teilnahme an Demos, usw.

Diejenigen aus meiner Familie, die nach mir kommen, werden mir einmal nicht vorhalten müssen, dass ich geschwiegen habe, im Gegenteil. Sie werden sagen, - „unser Alter war nicht so blöd, der hat schon bald erkannt, wohin der Stecken schwimmt und hat das getan, was er dagegen tun konnte.“ Vielleicht werden sie sogar stolz darauf sein, wie ich mich verhalten habe, wer weiß das schon. So wie ich stolz auf meinen Großvater bin, der in der Nazizeit nicht geschwiegen hatte und dafür mit seinem Leben bezahlt hat.

Ebenfalls persönlich

D-Marker @, Rostock (MV), Sonntag, 21.06.2026, 11:06 vor 30 Tagen @ helmut-1 2185 Views

bearbeitet von D-Marker, Sonntag, 21.06.2026, 11:22

Du bist kein gebürtiger Deutscher, gelle?

Na ja, ich auch kein Rumäne.

Abba unsere „Ewige Schuld“, das haben sie uns in die Wiege geschmuggelt.


Denn mal für Dich:

Jeder lebt in seine Generation herein, worin er geboren wurde.

Weis ja nicht, wie man das in Rumänien handhabt.

Bei uns in Deutschland (Schuldkult) gab es drei Pläne.

-Kaufmann
-Hooton
-Morgenthau (Die Schwarmintelligenz des Gelben kann mir ja helfen, den Artikel zu finden, in welchem ein User sich vor vielen Jahren (Archiv?) darüber wunderte, dass zunehmend überpigmentierte (Z.B. Gambia) Nachrichtensprecher in ARD und ZDF auftauchten.

Eine Frage habe ich da noch:

Gibt es in Rumänien auch so etwas wie eine Ewigkeitsklausel im Gesetzbuch?

https://de.wikipedia.org/wiki/Ewigkeitsklausel


Tipp:

Das Wort "Israel" wurde umschifft.


LG
D-Marker (ungeimpft)

--
https://www.youtube.com/watch?v=LqB2b223mOM

Meine Sichtweise auf meine Zeit in Deutschland:

helmut-1 @, Siebenbürgen, Donnerstag, 25.06.2026, 12:22 vor 26 Tagen @ helmut-1 1457 Views

Ich bin damals von Österreich weg, habe in Deutschland meine Studien in Stgt.-Hohenheim beendet und bin in dieselbe Firma, in der ich vorher als Vorarbeiter tätig war, als Baustellenleiter zurückgekehrt.

Ja, ich habe viel gearbeitet, ich hatte ein Festgehalt, aber oft war ich noch nach Mitternacht im Büro bei den Abrechnungen, etc. Was mich an Deutschland als gebürtiger Wiener fasziniert hat, war die Wertschätzung der Leistung. Egal, ob alt oder jung, ob schön oder hässlich, das, was man an Leistung gebracht hat, danach wurde man eingeschätzt und auch bezahlt. Letztlich auch wertgeschätzt.

Der Herr Hofrat oder andere „Küß die Hand, gnä Frau“ – Attribute, die zählten hier nicht. Das war meine Welt, das hat mich beeindruckt und meinen Glauben an dieses Land gefestigt. Ich war in der ehrenamtlichen Jugendarbeit tätig, mehr als 20 Jahre lang, war stolz darauf, dass dadurch aufrechte und vor allem kritische Demokraten hervorgegangen sind.

Damals war aber auch eine andere Zeit, was den politischen Ablauf betrifft. Wie ich schon an anderer Stelle dargelegt habe, damals gab es noch einen Kanzler Schmidt, der zwar in einer Partei war, die ich nicht anhimmelte, aber das Tun und Lassen dieses Mannes hat mich beeindruckt.

Das alles ist Schnee von gestern, und wir alle wissen nur zu gut, in welchen Morast der Karren in Deutschland abgeglitten ist. Das Frustierende war für mich, dass die breite Mehrheit diesen Weg zur Hölle, der üblicherweise mit guten Vorsätzen gepflastert ist, durch ihr Schweigen mitgetragen hat. Ich sah längere Zeit da keine Hoffnung mehr aufkeimen, dass sich da etwas zum Guten bessern könnte.

Deshalb war ich auf dem Negativ-Trip und sah nur mehr die Chance darin, dass, wenn alles, was einmal einen Wert dargestellt hat, untergeht, dann irgendwann der Phönix aus der Asche steigt und es einen Neubeginn gibt. Als ich in den 90er Jahren erkennen konnte, dass der Stecken nicht mehr in die richtige Richtung schwimmt, bin ich mit meiner Familie ausgewandert.

Irgendwo habe ich in einem Gedicht der Vertriebenen gelesen, wie ein Lied wieder neue Kraft geben konnte, um in die Zukunft zu gehen. Nun stelle ich fest, dass es offensichtlich neuere Lieder gibt, die Hoffnung geben, mir zumindest. Einige Beispiele davon:

https://www.youtube.com/watch?v=vzKvMP6eYVA
https://www.youtube.com/watch?v=gjqebntTJd0&list=RDgjqebntTJd0&start_radio=1
https://www.youtube.com/watch?v=1T9Wd6kF1QQ&list=RD1T9Wd6kF1QQ&start_radio=1
https://www.youtube.com/watch?v=ip6PbTW1sm0&list=RDip6PbTW1sm0&start_radio=1
https://www.youtube.com/watch?v=J_6SVz6D4oc&list=RDJ_6SVz6D4oc&start_radio=1
https://www.youtube.com/watch?v=U0xYuIzGkNY&list=RDU0xYuIzGkNY&start_radio=1
https://www.youtube.com/watch?v=0T59yb12UWo&list=RD0T59yb12UWo&start_radio=1

und noch viele andere. Lieder haben eine unsagbare Kraft. Mit Liedern kann man die Welt verändern, auch politische Systeme stürzen. Soll das alles Anlass zum Aufbruch geben? Es wäre wünschenswert.

Es sind Lieder, die nicht mit irgendwelchen Attributen vor 90 Jahren zu versehen sind, sondern es sind rein patriotische Lieder. Man hat versucht, den Patriotismus kaputt zu machen, - aber offensichtlich ist es nicht gelungen. Aber dieser Patriotismus trägt uns, und er gibt auch Kraft.

"Kritischer Demokrat" ist ein Oxymoron: wäre er wirklich kritisch, hätte er die "Demokratie" als ...

neptun, Donnerstag, 25.06.2026, 20:54 vor 26 Tagen @ helmut-1 1001 Views

[ ... ] Ich war in der ehrenamtlichen Jugendarbeit tätig, mehr als 20 Jahre lang, war stolz darauf, dass dadurch aufrechte und vor allem kritische Demokraten hervorgegangen sind.

... Demokratur erkannt und wäre somit außerstande, sich zu den "Demokraten" rechnen zu wollen. [[zwinker]]
Insofern halte ich Deinen diesbezüglichen Stolz für ziemlich fragwürdig.

Das alles ist Schnee von gestern, und wir alle wissen nur zu gut, in welchen Morast der Karren in Deutschland abgeglitten ist. Das Frustierende war für mich, dass die breite Mehrheit diesen Weg zur Hölle, der üblicherweise mit guten Vorsätzen gepflastert ist, durch ihr Schweigen mitgetragen hat. Ich sah längere Zeit da keine Hoffnung mehr aufkeimen, dass sich da etwas zum Guten bessern könnte.

Daran erkennt man, wie gut "Demokratie" funktioniert.

[ ... ] Als ich in den 90er Jahren erkennen konnte, dass der Stecken nicht mehr in die richtige Richtung schwimmt, [ ... ]

Er ist im Sinne der Erfinder der Demokratie nie in die falsche Richtung geschwommen. Es hat lediglich Zeiten gegeben, wo es in ihrem Sinne war, daß es "den Deutschen" besser ging.

--
Immer daran denken: Die große Mehrheit der deutschen Bevölkerung hat Mörderparteien gewählt!

"Es zeugt nicht von geistiger Gesundheit, an eine von Grund auf
kranke Gesellschaft gut angepasst zu sein." (Jiddu Krishnamurti)

Ich hab ja gar nichts dagegen

helmut-1 @, Siebenbürgen, Donnerstag, 25.06.2026, 22:38 vor 26 Tagen @ neptun 883 Views

wenn Du mich zerpflückst. Sicher ist vieles diskussionswürdig, was ich da so von mir gebe.

Aber es befremdet mich etwas, dass Du kein Wort über die Lieder verloren hast.

Hatte vorhin absolut keine Zeit, mir die Videos anzusehen/-hören. Eines davon könnte auch was für @DT sein.

neptun, Freitag, 26.06.2026, 01:43 vor 26 Tagen @ helmut-1 981 Views

Hallo Helmut,

nun habe ich sie alle heruntergeladen - ist bei mir mit youtube am einfachsten, und Du hattest diesmal ja nur davon.
(Ich höre und sehe grundsätzlich offline.)

Es ist zwar überhaupt nicht meine Musik, aber ich habe mir dennoch fast alles angehört.

Im einzelnen:

- "Adler" von JackDE wurde hier doch neulich schon mal verlinkt, warst Du das auch? Ja, ist okay, wirft mich aber nicht um.

- "Du bist mein Land" Das hat was. Ich könnte mir vorstellen, daß besonders auch @DT was damit anfangen kann.

- Fenja ... eine Stunde diese Musik ... nee, das kann ich nicht, habe nur wenige Minuten gehört ... ist wie Adler: okay, aber wirft mich nicht um.

- "VATERLAND IM FEUER", der "Deutsche Metal Song", war eine echte Herausforderung, Metal geht bei mir eigentlich gar nicht, aber der Text überzeugt sehr, und es überrascht mich, daß die Szene insgesamt doch sehr groß zu sein scheint - täuscht das, oder weißt Du mehr?

- "Wir sind die neuen Deutschen" Ein Lied fur Deutschland, hat mich persönlich am meisten angesprochen, nicht nur wegen der wunderschönen Frau (die ist aber KI-generiert, oder?).

- "Wir sind die Stimmen die unser Land braucht"
und
- "Wir sind hier"
konnte ich beide wg der Musik nur einige Augenblicke lang hören, tut mir leid.

Ich kann verstehen, daß es Dich befremdet hat. Auch ich selbst hatte beim Absenden der Nachricht ein Gefühl der "Unvollständigkeit".
Aber wie gesagt, es fehlte die Zeit. :-)

LG neptun

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O.k. - und die Quintessenz???

helmut-1 @, Siebenbürgen, Freitag, 26.06.2026, 06:10 vor 26 Tagen @ neptun 892 Views

Könnten diese Lieder einen Ruck in den Köpfen von denjenigen bewirken, die immer noch den Grünen glauben, dass sie bei Sommerhitze von 32° todgeweiht sind?

Keine - leider. (mkT)

neptun, Samstag, 27.06.2026, 00:12 vor 25 Tagen @ helmut-1 842 Views

Selbst wenn die "Bewegung" bis zu 10 Mio. stark sein sollte, dann bleiben immer noch 'zig Mio., die dumm gemacht wurden und vor allem mit groben, feinen und feinsten Mitteln der Beeinflussung dumm gehalten werden.

Es mag eventuell eine Handvoll Ausnahmen geben, der Rest wird diese ganze Szene ablehnen, eben weil sie für Deutschland ist.

Vergiß nicht, daß das Gutmenschentum und die Klimaspinnerei religiösen Charakter haben. Für die dürften solche Lieder "böse" sein und nicht gehört werden.

Was sollen sie da also bewirken?

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Immer daran denken: Die große Mehrheit der deutschen Bevölkerung hat Mörderparteien gewählt!

"Es zeugt nicht von geistiger Gesundheit, an eine von Grund auf
kranke Gesellschaft gut angepasst zu sein." (Jiddu Krishnamurti)

Bin da nicht so ganz Deiner Meinung

helmut-1 @, Siebenbürgen, Sonntag, 28.06.2026, 12:05 vor 23 Tagen @ neptun 743 Views

Ich versuche mal das etwas detaillierter zu analysieren. Wir alle haben den Fehler gemacht, wortlos zuzusehen, was man mit unseren Kindern gemacht hat. Damit meine ich die Schule. Ich erinnere mich an meine Zeit in der Volksschule. Da gabs mehrere Anlässe, wo wir Kinder mit der gesamten Klasse die Bundeshymne gesungen haben, alle drei Strophen. Allerdings in Österreich.

Das hat sich mit der Zeit abgeflacht, und alles, was irgendwie mit Patriotismus zusammenhängt, wurde in den Topf des Nationalismus geworfen. Haben wir was dagegen gemacht? Nein, weder Du noch ich. Nun müssen wir die Suppe auslöffeln.

Ein Beispiel aus Rumänien. Da wird ja landläufig immer das Wirt „Zigeuner“ und „Klauen“ verwendet. Die echten Rumänen sind anders. Diese spezielle Volksgruppe, die uns auch hier das leben schwer gemacht hat, die hat sich zumindest für den Teil, der bespickt mit negativen Eigenschaften war, verabschiedet. Auch ich habe dabei mitgeholfen, und jedem, der es hören oder auch nicht hören wollte, klargemacht, dass für ihn Deutschland das Paradies wäre, wo man auch viel Geld bekommt, wenn man nichts arbeitet.

Den Effekt spüre ich seit Jahren, ich brauche mein Fahrrad schon lange nicht mehr abzuschließen, wenn ich zum Supermarkt oder anders wohin fahre, und wenn ich mein Auto vor unserm Haus parke (nachts kommt es in den Hof) dann steht es oft mit offenem Fenster und unabgeschlossen. Kein Mensch klaut mir da was, nicht einmal das Navi von der Windschutzscheibe. War früher anders, da hat man sogar die Scheibenwischer von den abgeschlossenen Autos geklaut.

Nun hat sich das Problem mit der „Creme de la creme“ dieser dunkelhäutigen Gesellen nach Duisburg, Dortmund, Frankfurt und Berlin verfrachtet. Die Leute, die in diesen Stadtvierteln wohnen, wissen das sicher zu schätzen, mit mehr als einer halben Million von dieser Ethnie. Aber ich lebe dadurch hier besser, und das ist mir wichtig.

Nun zu den echten Rumänen, wie ich sie vorher genannt habe. Da wurde einem Poeten, der übrigens auch im Parlament in der Moldaurepublik vertreten war, anlässlich seines Todestages gedacht. Es sind schöne patriotische Verse, die dieser Mann geschrieben hat, und in eine angenehme Tonfolge gereiht.

Ich weiß nicht einmal, ob diese Kinder das im Osten Rumäniens oder im Westen der Moldaurepublik gesungen und aufgeführt haben, - aber es sind Rumänen. Die nationale Zusammengehörigkeit geht über die Grenze zwischen Rumänien und Moldawien drüber.

https://www.youtube.com/watch?v=FnIosie4lUE

Ich übersetze den Text, was bei dieser Lyrik nicht ganz einfach ist:

Solange wir auf dieser Erde leben, - haben wir noch etwas Heiliges.
Ein Feld, ein Heimatdorf, - einen Glockenturm auf dem Hügel.
Solange wir ein heiliges Land haben, - und eine Panflöte, die noch spielt.
Solange unsere Eltern leben, - gibt es noch etwas Heiliges.
Solange wir Schmerz empfinden, - oder ein Lied verklingt,
solange wir noch etwas Heiliges haben, - werden wir auf dieser Erde leben.
Solange wir uns nach den Wäldern sehnen, - haben wir noch eine Zukunft.
Solange wir uns an die Vergangenheit erinnern, - gibt es noch heilige Dinge.
Solange der Stern aufgeht, - und im Himmel gefeiert wird,
und Frieden auf Erden herrscht, - gibt es noch etwas Heiliges.
Solange wir Schmerz empfinden, - oder ein Lied verklingt,
solange wir noch etwas Heiliges haben, - werden wir auf dieser Erde leben.
Solange wir ein Dorf in der Ferne haben, - und eine Sprache, die nicht stirbt,
solange man Eltern hat, - gibt es noch heilige Dinge.
Solange wir Schmerz empfinden, - oder ein Lied verklingt,
solange wir noch etwas Heiliges haben, - werden wir auf dieser Erde leben.

Nun ist es m.M.n. wichtig, mit den Kindern das bis in die Tiefe zu besprechen, ihnen zu erklären, worum es bei diesem Text geht, und auch deren Fragen zu beantworten. Dadurch festigt sich das im Bewusstsein der Kinder, und darauf kann man dann später aufbauen. Übrigens wird man da keine Roma-Kinder sehen können, die würden bei derartigen Veranstaltungen gar nicht zugelassen werden. In Deutschland würde man das sofort als Verstoß gegen das Minderheitenrecht bezeichnen. Hier ist es normal.

Das alles hat man in Deutschland versäumt, und nun muss man froh sein, wenn zaghafte musikalische Neuerungen in Form eines aufkeimenden Patriotismus festzustellen sind. Stellt sich die Frage, woher das Aufkeimen kommt, denn wir haben in der überwiegenden Mehrheit den Samen dazu nicht gesät. Aber wenn es nun diese neuen Klänge und vor allem Texte gibt, dann sollten wir wenigstens Patenstellung dazu beziehen.

Es braucht sehr lange, weil eben der Boden dafür nicht vorher beackert wurde. Aber es könnte sich mit entsprechender Verspätung dann doch der Erfolg einstellen. Alleine die Tatsache, dass bereits 350.000 Unterschriften beim Kanzleramt vorliegen, denen die Petition für die Abdankung von Merz zugrunde liegt, sollte das Bewusstsein für eine Veränderung stärken.

Nun ja, die Hoffnung stirbt zuletzt, wie man sagt. Aber sie sollte wirklich das Letzte sein, was stirbt.

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