Freunde von Robert warten auf die Kohlen und man lässt sich was Neues einfallen, man nennt es "Stromumlage" ...

Mirko2 @, 404, Mittwoch, 10.07.2024, 12:11 vor 11 Tagen 4685 Views

bearbeitet von Mirko2, Mittwoch, 10.07.2024, 12:54

Das ZDF meldet:

Gaskraftwerke sollen Erneuerbare Energien ergänzen. Für den Bau und Umbau soll eine Umlage auf den Strompreis erhoben werden.

Quelle: https://www.zdf.de/nachrichten/wirtschaft/strom-umlage-teurer-energie-preis-100.html


Der Irrsinn ist doch, ich melde meinen günstigen Hausanschluss ab, weil ich in Zukunft Energie von meinem Nachbarn beziehen will, dazu finanziere ich ihm seine neue Anlage mit einem Vertrag, dass ich nur noch von ihm Energie kaufe für XX-Jahre.


Verrückt? Nein! Das ist die Energiewende in Deutschland.

Habe mal KI dazu befragt und hier die Antwort:

Ihre Analogie zum Hausanschluss veranschaulicht einige der Herausforderungen der deutschen Energiewende treffend. Die Energiewende in Deutschland läuft in mehreren Aspekten nicht optimal.

Es verdeutlicht das Problem der Abhängigkeit von externen Energiequellen und die damit verbundenen Kosten. Ähnlich wie in Ihrem Beispiel macht sich Deutschland zunehmend von Energieimporten abhängig, während es gleichzeitig die eigene konventionelle Energieerzeugung reduziert. Dies führt zu höheren Kosten und potenzieller Versorgungsunsicherheit.

Die Probleme der Energiewende, die niemals alleine mit Sonne und Wind (aktuell) ausgeräumt werden können.

Die derzeitigen erneuerbaren Energiequellen reichen bei weitem nicht aus, um den Gesamtenergiebedarf Deutschlands zu decken. Selbst wenn alle verfügbaren Flächen für Photovoltaik genutzt würden, könnte damit nur etwa 15% des Energiebedarfs gedeckt werden. Um den Bedarf durch Windenergie zu decken, wären etwa 330.000 Windräder nötig - zehnmal mehr als derzeit in Betrieb sind. Auch wenn man 1.000.000 Windräder hinstellt (je mehr, desto mehr Windschatten), würde das nicht funktionieren (siehe Video unten), nicht ohne Grund hat man an den Küsten Wind und Wellenbrecher installiert, weil man nämlich das Hinterland schützen will und damit Energie entnimmt, also alles schon seit Jahren bekannt.

Die verfügbaren Speicherkapazitäten für erneuerbare Energien sind unzureichend, um Schwankungen in der Erzeugung (z.B. "Dunkelflauten") auszugleichen. Die geplante Erweiterung auf 100 TWh bis 2030 würde immer noch nicht ausreichen. Roberts Reise nach China hat sein Übriges getan, ich weiß nicht, wo er die Rohstoffe hernehmen möchte, wenn die EU ein Wirtschaftskrieg anzettelt (Zölle auf E-Autos).

Eine massive Umstellung auf erneuerbare Energien wurde zu schnell vorangetrieben, ohne dass die notwendige Infrastruktur vorhanden ist. Eine schrittweise Umstellung über mehrere Jahrzehnte wäre realistischer als der derzeitige Ansatz. Wenn bedenkt, wo 70 % Stromkosteneinnahmen hinfließen und das ist nicht in Deutschland. Einnahmen der Windkraftanlagenbetreiber werden dennoch generiert, wenn das Netz und Abnahme nicht möglich ist, weil wieder mal zu viel EE (Netzüberlastung u.a. Sonnenenergie hat Vorfahrt).

Es fehlt an einer umfassenden Strategie, die alle Aspekte der Energiewende berücksichtigt, einschließlich des Netzausbaus und der Auswirkungen auf konventionelle Kraftwerke.

Meine Gedanken teile ich mit dem Prof. aus dem Video: https://www.youtube.com/watch?v=-0emoE3SyVo

Der letzte macht das Licht aus, meint M2

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Habeck ist auch prophetisch begabt..

Centao @, Mittwoch, 10.07.2024, 14:16 vor 11 Tagen @ Mirko2 3252 Views

Hallo Mirko2,

"Wir reden jetzt von den Zeiträumen in den 30er-Jahren. Und dann wird man sehen, wie man den Strompreis von anderen Umlagen befreit."

Robert Habeck, Wirtschaftsminister

Denke ich auch, dreissiger Jahre passt ganz gut.

Gruß,
CenTao

Leserzuschrift

Mirko2 @, 404, Mittwoch, 10.07.2024, 15:05 vor 11 Tagen @ Mirko2 3145 Views

Ganz so schlimm ist es nicht: der GESAMTE jährliche Primärenergiebedarf Deutschlands liegt in der Größenordnung von 4000 TWh, die Sonneneinstrahlung bei ca. 1 TWh je km², eine gute Solaranlage kommt auf einen Wirkungsgrad von 20% -> man bräuchte also "nur" 20000 km² Solarzellen, das ist etwa die Fläche von Sachsen-Anhalt.

Da ist ein Denkfehler!

Der Primärenergiebedarf Deutschlands liegt tatsächlich in der Größenordnung von etwa 3500-4000 TWh pro Jahr. Diese Zahl ist korrekt.
Die durchschnittliche jährliche Sonneneinstrahlung in Deutschland beträgt etwa 1000 kWh/m² oder 1 GWh/km². Hier liegt der erste Fehler in Ihrer Berechnung - Sie haben die Einheit falsch angegeben. Es sind 1 GWh/km² statt 1 TWh/km².
Der Wirkungsgrad moderner Solaranlagen von etwa 20% ist eine realistische Annahme.

Wenn wir diese Zahlen korrekt anwenden, ergibt sich folgende Berechnung:

Benötigte Energie: 4000 TWh/Jahr
Nutzbare Sonnenenergie pro km²: 1 GWh/km² * 20% = 0,2 GWh/km² = 0,0002 TWh/km²
Benötigte Fläche: 4000 TWh / 0,0002 TWh/km² = 20.000.000 km²

Diese Fläche entspricht etwa der 56-fachen Größe Deutschlands (357.022 km²) und ist natürlich unrealistisch.

Und nein, ich werde kein Solarmonteur!

Ich lasse für Sie ein Grüß hier da, M2

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Rechenfehler deinerseits?

eesti @, Schwedt und Cranz(Ostpreußen), Mittwoch, 10.07.2024, 22:29 vor 10 Tagen @ Mirko2 1843 Views

Der Fehler duerfte hier liegen:
Die durchschnittliche jährliche Sonneneinstrahlung in Deutschland beträgt etwa 1000 kWh/m².
Das sind 1 MWh/m².
Das ergibt bei 1.000.000m²/km² 1TWh/km²
1TWh*0,2 = 0,2TWh/km² effektiv nutzbar, aber leider nicht kontinuierlich, sondern nur in den Sonnenstoßstunden verfuegbar.
Und dann kommen wir doch wieder auf den realistisch machbaren Milchmädchenflächenbedarf von 20.000km², oder 5-10% der BRD-Fläche.
Jetzt fehlt nur noch eine kleine Buechse, wo wir den Sonnenstrom fuer die Nacht und den Winter aufbewahren.
Dummerweise behaupten Miesmacher, daß die Sonneneinstrahlung in Deutschlands Wintersonnenwendezeiten selbst bei sonnigem Wetter gegen "Null" tendiert, und das kann bei entsprechender Wetterlage auch gern einige Wochen mal wirklich fast "Null" werden.
Solche Wetterlagen treffen dann aber auch die anderen Schlaubergerländer in Mitteleuropa, die dem deutsche Wesen nachgefolgt sind, und auch die Welt genesen lassen wollen.
Und im Zweifel wird doch jeder sich selbst der Nächste sein.

Allerdings wird der Primärenergiebedarf Deutschlands deutlich abnehmen, denn Systeme, die sich der Wirtschaftsleistung afrikanischer Länder angleichen, brauchen nicht mehr so viel Energie.
Am meisten spart schließlich der Produktionsbetrieb, der aufhört zu produzieren.
Siehe Steinzeitbedarf an Primärenergie im deutschsprachigen Raum!
Genauere Schätzungen aus dieser Zeit sind mir derzeit entfallen.

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MfG
LR

Alles ist ein Windhauch.

"Roberts Reise nach China hat sein Übriges getan" Ach was: Oh weh, VW! Auto-Riese meldet fette Probleme

Mirko2 @, 404, Mittwoch, 10.07.2024, 17:16 vor 10 Tagen @ Mirko2 3194 Views

Quelle: https://www.bild.de/politik/inland/oh-weh-vw-auto-riese-meldet-fette-probleme-668e598cc...

Die Probleme dürften deutlich höher sein als das was zugegeben wird!

So ist das nun, wenn man versucht unter Zwang, mithilfe der Politiker, Taschenlampen für überteuert zu verkaufen. Von der Werkstatt hat es nie begriffen, da war Audi und Porsche schon etwas besser!

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Die Netzbetreiber werden nervös.

Dionysos @, Mittwoch, 10.07.2024, 17:17 vor 10 Tagen @ Mirko2 3813 Views

Der Verband der Elektrotechnik und Elektronik (VDE) hatte am 28.03.24 von 11 bis 16 Uhr einen Termin beim Bundeswirtschaftsminister. Dieser Termin am Gründonnerstag vor Ostern ist höchstwahrscheinlich nicht zufällig gewählt worden. Trotzdem ist der Vorstand des Verbandes geschlossen erschienen. Gesprächsinhalt war in erster Linie das Solarpaket 2. Der Verband äußerte seine Bedenken mit der Netzverträglichkeit der Anschlussleistungen in der letzten Netzebene (400V). Es gibt keine aufschlussreiche Erhebung über die installierte Leistung von Balkonkraftwerken. Wie hoch die Dunkelziffer der nicht angemeldeten Balkonkraftwerke ist, weiß keiner. Die Argumentation wurde vom BW komplett zurückgewiesen. Ein weiteres Treffen wurde für den 30.07.24 anberaumt. Das hat der VDE abgesagt. Es gäbe keinen Gesprächsbedarf mehr. Diese Interna wurde vom VDE in einer Podiumsdiskussion unter Fachkollegen verbreitet. Das habe ich bisher noch nie erlebt. Der Frust muss schon ziemlich tief sitzen.

Derweil machen die Netzbetreiber Nägel mit Köpfen. Sie werben mit Duldung, ja sogar Förderung, des Zentralverbandes des Elektrohandwerkes, Mitarbeiter aus dem Elektrohandwerk ab. Sie finden einfach keine Fachkräfte mehr für den Ausbau ihrer Netze. Dazu zählen auch Energiepartnerschaften mit Handwerksfirmen, quasi Zeitarbeitsverträge, oder auch die Übernahme von Mitarbeitern, wenn der Firmeneigentümer in Rente geht. Die Netzbetreiber bauen ein neues Geschäftsmodell auf mit der Installation von PV-Anlagen und WP bei den Anschlussnehmern. Die Finanzierung erfolgt dann über die Bindung an den Stromliefervertrag.

Jahrelang waren bei Weiterbildungsinstituten außerhalb der Netzbetreiber Lehrgänge für die Schaltberechtigung bis 30 kV üblich. Für Unternehmen mit einer eigener Trafostation sind diese Bildungsabschlüsse meistens ausreichend. Der Lehrgangsinhalt wurde seit ca. zwei Jahren auf 110 kV erhöht. Ein mögliches Hochfahren des Netzes unter Lastbedingungen wird einmal eine besondere Herausforderung für den Außendienst darstellen. Zweck dieser Firmenpartnerschaften wird sicher auch das Schließen diese Personallücke sein.

Gruß
Dionysos

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Armut schafft Demut, Demut schafft Fleiß, Fleiß schafft Reichtum,
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"Netzbetreiber werden nervös".

Mirko2 @, 404, Mittwoch, 10.07.2024, 17:44 vor 10 Tagen @ Dionysos 3225 Views

Solange die Netzbetreiber Geld in ihre Musikbox bekommen, spielt die Musik. Man wusste, dass die "Netzentgelte" das System zum Absturz bringt. Man hatte daran festgehalten ... Der Steuerzahler zahlt für ihre "Wunschvorstellungen" Geld aus dem Nichts zu genieren, das wurde aber von der Physik niedergeschlagen.

Die Frage ist doch, wo landetet das viele Geld von Dir und mir? Es wurde nicht in Deutschland zur Energiewende investiert, es landet in den Kassen, die den Zirkus mit CO₂ verursachen!

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Balkonkraftwerke gefährden nicht die Netze, sondern die Kassen der Stromverkäufer!

Zorro @, Donnerstag, 11.07.2024, 12:08 vor 10 Tagen @ Dionysos 1860 Views

Hallo Dionysos,

die maximal 600W Stromerzeugung von Balkonkraftwerken, stellen keine Gefahr für die Netze da, selbst wenn sie millionenfach verbaut werden. Meist dümpeln sie mit ihrer Erzeugung im Bereich von 50W bis 300W rum. Diese Leistung versinkt im eignen Haushalt noch bevor der Strom die Sammelschiene des Zählerschrankes erreicht.

Die Crux ist etwas anderes!
Montieren & Anschließen "kann" jeder Laie so ein Ding. Stecker in die Dose und los geht die Party.
Mit 600W wird auch dauerhaft jeder Endstromkreis fertig. Da überhitzt nichts und wenn man nicht die billigsten Dinger mit fehlerhaftem NA-Schutz gekauft hat, braucht man sich keine Sorgen machen.

Sorgen machen sich die Netzbetreiber, bzw. Stromverkäufter, weil ihre millionenfach verbauten alten Ferraris-Zähler rückwärts laufen, wenn die Leute zu träge sind, die Anlage beim Netzbetreiber zu melden, der einen Zählertausch vornehmen müsste.

Es soll dann auch ein Elektriker kommen, eine Wieland Außensteckdose installieren, im Zählerschrank soll ein Überspannungsschutz installiert werden und gewisser Papierkrieg und Zeitaufwand ist auch damit verbunden.
Da können ruckzuck nochmal 500,- € fällig werden!

Weil da wenige Lust drauf haben und man die Balkonkraftwerke meist auch unauffällig installieren kann, kommen viele auf die Idee sich gleich 3 von den Dingern ans Geländer oder aufs Carport zu klemmen. Das sind jetzt schon nominal 1800 kWh Erzeugung im Jahr, was diese 3 kleinen Kraftwerke bringen könnten. Und damit "Nullen" sie die meisten Zähler von kleinen Haushaltsverbräuchen.

Offiziell ist das Stromdiebstahl, wird komischerweise aber von keiner Behörde ernsthaft verfolgt.
Es gibt also keine Solarpolizei, die per Drohnenüberwachung nach Balkonkraftwerken Ausschau hält.

Da diese Kisten billig sind, kann man illegalerweise nach rund 4 Jahren schon von Amortisation sprechen, danach "druckt man förmlich Geld".

Mit Autarkie und Sicherheit bei Stromausfall hat das alles nichts zu tun. Bei Stromausfall schaltet das BKW sofort ab und in Sachen Autarkie kann man keinen Blumentopf gewinnen, da brauchts fette Speicher und massig Module auf dem Dach!

Fazit: Mit jedem Balkonkraftwerk gehen Netzentgelte & Steuern flöten und die Stromverkäufer werden ihren zur Mittagszeit im Überfluss vorhandenen Strom noch schlechter los.

Wer ernsthaft an Eigenversorgung denken will und einen satten Stromverbrauch hat, kann mich gerne anschreiben.

Grüße Zorro

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"kann mich gerne anschreiben"

Mirko2 @, 404, Donnerstag, 11.07.2024, 12:27 vor 10 Tagen @ Zorro 1566 Views

Ich gehe dein Weg mit, wenn jeder, der eine Solaranlage auf dem Dach hat, ein Speicher dazwischen klemmt. Was jetzt ist, das ist nur irre!!

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Balkonkraftwerke gefährden die Stabilität des Stromnetzes

paranoia @, Die durchschnittlichste Stadt im Norden, Donnerstag, 11.07.2024, 12:37 vor 10 Tagen @ Zorro 1867 Views

Hallo Zorro,

Balkonkraftwerke gefährden die Stabilität des Stromnetzes, aber in einem anderen Sinne als Du meintest!

Balkonkraftwerke sind Zufallsstromerzeuger.
Die Verbraucher brauchen aber keinen Zufallsstrom, sondern verlässlichen Strom.

Dies funktioniert nur solange, wie herkömmliche, also konventionelle Kraftwerke vorhanden sind, die bei Ausfall der Zufallsstromerzeuger einspringen können.

Dabei ist aber nicht nur die Leistung der konventionellen Kraftwerke eintscheidend, sondern auch ihre Regelbarkeit, denn die konventionellen können nicht von einem Moment auf den anderen ihre Leistungsgabe maximieren.

Das Balkonkraftwerk kann aber in seiner Leistungsabgabe innerhalb von Sekunden von Nullleistung auf Maximalleistung ansteigen und ebenso wieder fallen.

Die finanzielle Attraktivität der Balkonkraftwerke beschert einen Zuwachs an neu installierter Erzeugungsleistung, deren plötzliches Verschwinden im Falle von Saharastaub, Morgennebel, Durchzug einer Gewitterfront oder einer Wolkenfront nicht durch neu zu errichtende konventionelle Kraftwerke kompensiert werden kann.

Jeder Euro, den der Verbraucher einspart, verursacht Gewinnrückgänge oder Verluste bei den Erzeugern. Die dürfen aber ihre Kraftwerke nicht einfach dauerhaft abschalten, sondern müssen subventioniert weiterbetrieben werden, weil ansonsten der Blackout droht, weil die konventionellen die Schwankungen der Zufallsstromerzeuger ausgleichen müssen.

So kommt jeder für den einzelnen gesparte Euro auf uns alle in Form einer Steuer oder Umlage auf den Tisch und wird dem Verbraucher abgenommen.

Das teuflische dabei ist, dass der Einzelne ökonomische Anreize bekommt, sich zu Lasten aller anderen zu verhalten.

Das kann auf die Dauer nicht gut gehen.

Ich will die Balkonkraftwerke nicht schlechtreden, schließlich können diese Bestandteil einer Inselsolaranlage mit Akku sein um bei Blackout dann hoffentlich noch etwas elektrische Energie ernten zu können.

Gruß
paranoia

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Ich sage "Ja!" zu Alkohol und Hunden.

Aussetzbetrieb vs. Dauerbetrieb (edit. Hager link)

Zorro @, Donnerstag, 11.07.2024, 13:27 vor 10 Tagen @ paranoia 1573 Views

bearbeitet von Zorro, Donnerstag, 11.07.2024, 14:07

Hallo paranoia :-)

vom Grundgedanken hast du Recht, somit müsste man jeden Solaranlagenbesitzer als parasitär bezeichnen, wenn er sich nicht 100%! stromautark versorgen kann.
Das Problem ist immer die Vorratshaltung an Regelenergie der Kraftwerke. Strom soll ja auch im Dezember und Januar fließen, wo mit Solarenergie kaum ein Start zu machen ist.

Allerdings zählen Balkonkraftwerke im elektrischen Sinne nicht als Anlage mit Dauerbetriebsstrom, wenn man tiefer gräbt, zählen sie noch nicht mal als "Anlage". Sie haben einen Geräte-Schuko-Stecker!

Auch wird bei Taxierung von Haushaltsanschlüssen im Regelfall 63A pro Phase im Aussetzbetrieb angenommen, während nur 44A pro Phase im Dauerbetrieb genehmigt werden. Die Regelleistung der Kraftwerke für Aussetzbetrieb war und ist schon immer vorhanden. Da bewegen wir uns am unteren Ende der Belastungsskala. Mag sein, dass die berühmte "Gänsebratenspitze" jedes Jahr für eine Schlagzeile sorgt, passiert ist aber weiterhin nix!

https://hager.com/de/wissen/hager-tipps
(siehe pdf, Tipp 44, Seite 8, Bild und Textinhalte)

Will sagen: Diese gut verteilten Balkonmodule sind von der Leistung eine Lachplatte, im Vergleich zu 15 Millionen Backöfen am 25. Dezember, welche gleichzeitig um 11:30 Uhr angeschaltet werden.

Schlimmer - und das stellt die Netzbetreiber tatsächlich vor Probleme - sind Anlagen mit Dauerbetriebsstrom wie Wallboxen, Wärmepumpen oder leistungsstarke PV-Anlagen.
Hier wird nahezu alles was an Technik die letzten 60 Jahre verbaut wurde überfordert, sofern es sich nicht um ein Neubaugebiet handelt.

Tatsächlich ist es so, dass schon in einem alten Zählerschrank die Verdrahtung und Absicherung zu schwach ist, wenn stundenlang mit 11kW eine Wallbox läuft, oder noch heftiger, eine große PV-Anlage im Sommer ihre 30.000W an Überschüssen stundenlang ins Netz drückt.
Ich habe schon Fälle gesehen, da hebt es die Spannung auf einzelnen Phasen durch einspeisende große "Guerilla-Anlagen" in kleinen Käffern dermaßen an, dass bei benachbarten PV-Anlage-Besitzern der NA-Schutz anspricht, weil die Spannung über 253V steigt!

Wir sind beieinander, dass die Zeche der Bürger zahlt und Strom immer teurer werden muss, je mehr PV-Anlagen an den Start gehen. Der Netzausbau wird Fantastillarden verschlingen, wenn Dauerstrom-Anlagen flächdeckend betrieben werden sollen. Praktisch muss jede Straße, jeder Bürgersteig, jeder Zählerschrank aufgerissen und erneuert werden.

Gruß Zorro

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Im Vergleich zur Netzbelastung durch Solarparks ist die der Balkonkraftwerke so gut wie vernachlässigbar.

Plancius @, Donnerstag, 11.07.2024, 14:38 vor 10 Tagen @ paranoia 1397 Views

Wenn man hier so durch die Lande fährt, baut fast jede Gemeinde einen mehr oder weniger großen Solarpark vor die Tore der Stadt / des Dorfes.

Innerhalb weniger Sekunden gibt es hier immense Netzschwankungen, wenn Sonne und Wolken sich abwechseln.

Da wir hier so gut wie keine Industrie haben, welche den Strom abnimmt, können sich die Netzschwankungen hochschaukeln und gefährden die Stabilität des Stromnetzes.

Es gibt schon seit einigen Jahren die Forderung, dass neue Solar- und Windparks nur ans Netz gehen dürfen, wenn sie in der Lage sind, grundlastfähigen Strom einzuspeisen. Dann werden die Betreiber nämlich gezwungen, parallel zu ihren PV-Anlegen/Windrädern auch Speicher zu installieren, um die ganzen Schwankungen abzupuffern.

Wenn der Gesetzgeber diese Forderung erheben würde, dann würden sich die ganzen gigantischen Geldwaschanlagen der rot-grünen Lobby nämlich in Luft auflösen und man käme wieder auf den Boden der Tatsachen.

Gruß Plancius

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"Natürlicher Verstand kann fast jeden Grad an Bildung ersetzen, aber keine Bildung den natürlichen Verstand." ARTHUR SCHOPENHAUER

"Netzbelastung" für Mitleser

paranoia @, Die durchschnittlichste Stadt im Norden, Donnerstag, 11.07.2024, 14:58 vor 10 Tagen @ Plancius 1736 Views

Liebe Mietleser,

in dieser Diskussion hat das Wort "Netzbelastung" zweierlei Bedeutung.
Zum einen ist damit erhöhter Stromtransport gemeint, die Leitung schließlich heiß werden könnte (bis eine Schutzeinrichtigung die Leitung abschaltet).

Zum anderen geht es darum, dass Stromerzeugung und Verbrauch immer im Gleichgewicht sein muss. Wenn bei gleichen Verbrauch plötzlich die (solare) Erzeugung wegbricht, müssen Ersatzerzeuger heran und zwar sofort!
Für dieses Zwecke gibt es im Netz die Primär-, Sekundär- und Tertiärregelung. Diese Funktion nehmen Kraftwerke wahr, die ihre Erzeugung sehr schnell hoch und herunterfahren können.


Hallo Plancius,

Wenn man hier so durch die Lande fährt, baut fast jede Gemeinde einen mehr oder weniger großen Solarpark vor die Tore der Stadt / des Dorfes.

bin hier kaum auf dem Lande unterwegs. Auf dem Dach des Batterie-, besser Akkukraftwerks Leinhausen befindet sich eine "Bürgersolaranlage." Wie ich gerade lese, auch auf dem Dach "meiner" Stadtbibliothek:

https://www.oekostadt.de/erste-buergersolaranlage-in-hannover-hat-ausgedient/

Ich sehe keine Riesensolarparks, bin aber auch kaum über Lande unterwegs.


Innerhalb weniger Sekunden gibt es hier immense Netzschwankungen, wenn Sonne und Wolken sich abwechseln.

Da wir hier so gut wie keine Industrie haben, welche den Strom abnimmt, können sich die Netzschwankungen hochschaukeln und gefährden die Stabilität des Stromnetzes.

Es gibt schon seit einigen Jahren die Forderung, dass neue Solar- und Windparks nur ans Netz gehen dürfen, wenn sie in der Lage sind, grundlastfähigen Strom einzuspeisen. Dann werden die Betreiber nämlich gezwungen, parallel zu ihren PV-Anlegen/Windrädern auch Speicher zu installieren, um die ganzen Schwankungen abzupuffern.

Wenn der Gesetzgeber diese Forderung erheben würde, dann würden sich die ganzen gigantischen Geldwaschanlagen der rot-grünen Lobby nämlich in Luft auflösen und man käme wieder auf den Boden der Tatsachen.

Gruß Plancius

Die Idee ist super! Allerdings kann selbst unser Speicherkönig Zorro es nicht durch den Winter in Deutschland schaffen. In Südfrankreich oder Spanien sähe es für ihn - wenn er denn da wohnte - ganz anders aus.

Die Forderung nach kontinuierlicher Stromeinspeisung finde ich sehr gut, weil Sie den privaten Balkonkraftwerkbetreiber näher an die Versorgungsrealität heranführt!

Gruß
paranoia

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Ich sage "Ja!" zu Alkohol und Hunden.

Ergänzung bzw. neuester Stand ->

kontiki @, Freitag, 12.07.2024, 09:28 vor 9 Tagen @ Zorro 1240 Views

bearbeitet von kontiki, Freitag, 12.07.2024, 09:35

Hallo Zorro,
- mittlerweile sind (meines Wissens nach) 800W Balkonkraftwerke zulässig
- Wieland Steckdosen sind keine Pflicht mehr
- die Bundesländer fördern Balkonkraftwerke - z.B. in Sachsen pauschal mit 300 Euro (bei Selbstabholung bekommt man schon entsprechende Anlagen zu diesem Preis)
- alte Zähler ohne Rücklaufsperre werden vorläufig bzw. übergangsweise geduldet
- Vermieter dürfen nur begründet ablehnen, wenn ein Mieter eine solche Anlage installieren möchte

Meine Einschätzung: es dürften in nächster Zeit noch etliche Anlagen hinzukommen.

Gruß kontiki

Wird die Anbringung kontrolliert?

Ankawor @, Freitag, 12.07.2024, 12:21 vor 9 Tagen @ kontiki 1028 Views

Hallo Kontiki,

das wird ja nun langsam interessant.

- die Bundesländer fördern Balkonkraftwerke - z.B. in Sachsen pauschal mit 300 Euro (bei Selbstabholung bekommt man schon entsprechende Anlagen zu diesem Preis)

Heißt das, ich kann mir für Null eines holen? Dann auf den Anhänger und damit mein Grundstück in Südeuropa versorgen? Oder muss ich nachweisen, dass ich das auf meinem Balkon in Deutschland angebracht habe (ich habe dort gar keinen Balkon)?

Das ging mir gerade durch den Kopf, als ich das von dir las [[freude]]

MFG
Ankawor

PS: Ich werde solche Überlegungen am Rande der Illegalität natürlich nicht umsetzen. Könnte mir allerdings vorstellen, dass kreative Geister daraus ein Geschäftsmodell machen.

Bei mir in der Umgebung gibt es einige, die gerne Strom hätten, aber die Verlegung von Kabel in die Abgelegenheit (hier mal ein Bild) würde viele Tausender kosten. Sonne gibt es aber ausreichend.

Förderung nur mit Foto der Installation und deutschem Händler, danach ...

kontiki @, Samstag, 13.07.2024, 20:36 vor 7 Tagen @ Ankawor 526 Views

bearbeitet von kontiki, Samstag, 13.07.2024, 20:43

Hallo Ankawor,
ja, man bekommt die Anlage quasi geschenkt. Der Antragsprozeß läuft komplett online, aber wie oben schon erwähnt nur mit Rechnung eines deutschen Händlers und einem Foto der Installation mit Standort-Adresse im fördernden Bundesland. Bis jetzt kam noch niemand zur Kontrolle vorbei. [[zwinker]]

Gruß kontiki

PS: Anbringung - es muss kein Balkon sein, die Panele können z.B. auch flach auf einem Schuppendach liegen.

Peter @ Leserzuschrift

Mirko2 @, 404, Mittwoch, 10.07.2024, 18:02 vor 10 Tagen @ Mirko2 3417 Views

Ich mag die neuen EE nicht verteufeln! Was mir persönlich auf die Nerven geht, ist der Fakt, dass man aus allem Kohle macht ---> Essen gegen Strom. Bauern verkaufen oder verpachten das Grundstück für Windmühlen, wenn diese nicht gewillt sind, dann macht man den Sack zu, indem man Beschränkungen einführt. Um dass die Bauern überleben können, verkaufen sie Grundstücke an diese Typen!

Der Gesetzgeber hat doch dafür gesorgt, dass diese Geld bekommen, dass diese ohne Zutun Geld bekommen. Ist wie in Ostzeiten, vorne für 8 Mark Erdbeeren aufgekauft und im Verkauf für 2,50-Mark verkauft ...

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