Wie sieht die Lage eigentlich derzeit in Russland aus?

Plancius @, Donnerstag, 04.08.2022, 12:24 vor 117 Tagen 4876 Views

Während wir mittlerweile doch ziemlich viel über die Situation in der Ukraine erfahren, sowohl von russischer als auch von ukrainisch-westlicher Seite, wissen wir doch sehr wenig zur Situation in Russland.

Ich lese eigentlich sehr gern den anti-spiegel vom Thomas Röper und schaue auch regelmäßig seine Sendung "Tacheles" auf Nuoviso. Leider ist er vor lauter Jubelmeldungen über Russland von einem ernsthaften journalistischen Anspruch, relativ unparteiisch über die Lage in Russland zu berichten abgekommen. Auf diese Weise ist sein Kanal zu einem einseitigen russischen Propagandainstrument verkommen. Gerade von ihm hätte ich mir gewünscht, da er ja nun schon viele Jahre in Russland wohnt, zu beschreiben welche Auswirkungen die Sanktionen auf die russische Wirtschaft und das Leben im Alltag haben.

Ich habe noch regelmäßig Kontakt zu einem Freund aus Moskau. Trotz eines starken Rubels hat Russland derzeit mit einer Inflationsrate von 20% (also höher als bei uns) zu kämpfen.

In russischen Betrieben kommt es wegen fehlender Teile aus dem Westen zu Produktionsengpässen, die auch zu Angebotsverknappungen im russischen Einzelhandel führen.

Die Produktivität der russischen Wirtschaft sinkt mit einer damit verbundenen Unterbeschäftigung vieler russischer Arbeitnehmer. Ein sprunghaftes Ansteigen der Arbeitslosigkeit wird nur durch massiver Subventionen der russischen Unternehmen seitens des Staates unterbunden.

Insbesondere die junge bis mittlere, woke Generation in den russischen Großstädten ist von den Sanktionen ziemlich angepisst. Sie sind stark konsumorientiert und können nun keine italienische Mode mehr kaufen oder ihr Bad mit deutschen Fliesen ausstatten. Viele mögen den billigen Plunder aus China oder der Türkei nicht.

Da nicht absehbar ist, wann sich die Versorgungslage und die Konsummöglichkeiten in Russland bessern, kam es seit Beginn des Krieges zu einer verstärkten Abwanderung von jungen, mobilen Fachkräften - vorwiegend im IT-Bereich - in den Westen, insbesondere in Richtung USA.

Die Rückenhalt zu Putins Politik ist nach wie vor groß, auch bei den woken Großstädtern, selbst bei den Auswanderern in den Westen, die Arbeit an der Front soll aber bitte der arme Mushik aus Sibirien machen. Genauso sieht's in der Ukraine aus. Die ukrainischen Männer strotzen zwar nur vor Patriotismus und Zustimmung zu Selenskis Politik, aber wenn es möglich ist, setzen sie sich mitsamt der ganzen Familie nach Deutschland ab und führen sich als die neuen Herren Europas auf, indem sie mit ihren protzigen Audi Q7, Porsche Panameras und BMW X6 vor teuren Hotels und Restaurants posieren und dem deutschen Michel zeigen, was sie von ihm halten. Er soll gefälligst die Schnauze halten und zahlen. Und wenn er sich auch nur verbal aufmuckt, wird ihm seitens der Ukraine ein Nürnberger Tribunal 2.0 angedroht.

Gibt's also irgendwo noch seriöse Berichte zur Lage in Russland?

Gruß Plancius

--
Der Königsweg zu neuen Erkenntnissen ist nach wie vor der gesunde Menschenverstand.

Was sind das eigentlich für Q7 - Leute aus UKR

solstitium @, Donnerstag, 04.08.2022, 22:20 vor 117 Tagen @ Plancius 3324 Views

Sowas wie Oligarchen, denen aber das Geld für ein Schiff und einen Fußballverein fehlt?

Wer von denen kann allen Ernstes auch nur ein Auto mit ehrlicher Arbeit verdient haben?

Ich war neuerlich in der Stadt in den Bereichen wo die Fußballprofis einkaufen.

Dort sah ich Familien alle mit Gold und Plunder behangen sämtlicher Rassen aber keine Deutschen.

oder sind Deutsche einfach das billigste Arbeitsvolk des Planeten - selbst jeder Fisch-Norweger aus der Tundra hat mehr als wir.

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"...nein, wer NICHT kämpfen will, der fällt genauso!"
(Zur Erklärung, man "fällt" im Krieg, ohne Krieg hieße es man stirbt!)

nach meiner Beobachtung

Dieter @, Freitag, 05.08.2022, 11:13 vor 116 Tagen @ solstitium 2156 Views

Hallo,

nach meiner keinesfalls repräsentativen Beobachtung hier in Ostwestfalen:
Fahrzeuge mit ausländischem Kennzeichen gibt es nicht viele.
Die meisten sind Polen, deren Autos mehrheitlich zu den Kleinwagen oder der unteren Mittelklasse zählen.

Seit einigen Wochen sieht man etliche Ukrainer, die ich zuvor nie wahrgenommen hatte. Deren Autos gehören mehrheitlich der oberen Mittelklasse oder dem Luxussegment an.

Man bekommt den Eindruck, daß vorwiegend der obere Mittelstand der Ukraine das Land per Auto verlassen hat, wobei gemessen am Durchschnittseinkommen der Ukrainer diese sicherlich schon zu den Reichen des Landes zu zählen wären.

Da die Ukraine das korrupteste Land innerhalb Europas ist und somit Vorbild für Europa ist, schließlich retten wir doch diesen Staat wegen seiner europ. Werte, sollte Korruption zukünftig der Maßstab fürs Geld-verdienen auch in D. werden.

Meine polnischen Mieter sagen zu den Ukrainern: Man muß bei denen aufpassen: Wenn man denen die Hand reicht, dann bestehen sie darauf, den ganzen Arm oder noch mehr zu bekommen. Und wenn nicht freiwillig gegeben wird, dann holen sie es sich, wenn unbeaufsichtigt.

Gruß Dieter

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Von Kollaborateuren mit medialer Unterstützung regiert? Wird es Standgerichte geben?

ist doch klar

Manuel H. @, Freitag, 05.08.2022, 11:46 vor 116 Tagen @ Dieter 1831 Views

Welcher Hartz4er könnte es sich hier leisten zu fliehen? (Außerdem hat er Residenzpflicht)
Auch eine Flucht muß finanziert werden.

Da hatte sich mal cor Jahren im TV ein arabischer Clanchef beschwert. Einen hohen fünfstelligen Betrag hatte er an die NGOs von George Soros und unserer Regierung gezahlt, geschleppt wurden um die 60 Leute seines Clans.

Versprochen hatte man ihm ausreichend Mercedesse, möblierte Häuser, Blondinen und eine monatliche und lebenslange Apanage von jedem, der kommt.

Er wurde schändlich beschissen. Nur die Apanage werde ausbezahlt, aber kein Haus zur Verfügung gestellt, in der Flüchtlingsunterkunft seien die Deutschen sogar zu faul, die Klos der für teures Geld hierher Gelockten ausreichend oft zu putzen (obwohl dort Hartz4er durch das Jobcenter zwangsvermittelt werden und sich in den Klos wieder ans Arbeiten gewöhnen sollen).

Im Westen der Ukraine herrscht Frieden. Man kommt also nur hierher, wenn sich die Reisekosten dadurch tragen, dass entsprechend bedingungslos Hartz4 überwiesen wird. Das finanzielle Plus, das dabei erwirtschaftet wird, ist ja schon deswegen gerechtfertigt, weil es ja der Wunsch des Westens ist, das alles zu bezahlen.

Hierher kommen nur Leute aus der Westukraine (bis auf wenige Ausnahmen), da wo nachweisbar kein Krieg ist

Plancius @, Freitag, 05.08.2022, 12:05 vor 116 Tagen @ Manuel H. 1849 Views

Im Westen der Ukraine herrscht Frieden. Man kommt also nur hierher, wenn sich die Reisekosten dadurch tragen, dass entsprechend bedingungslos Hartz4 überwiesen wird. Das finanzielle Plus, das dabei erwirtschaftet wird, ist ja schon deswegen gerechtfertigt, weil es ja der Wunsch des Westens ist, das alles zu bezahlen.

Die Ausnahmen sind dann Leute aus Charkow und Umgebung. Die brauchen aber die lange Reise nach Deutschland nicht auf sich zu nehmen, weil die russische Grenze nur 50 km weiter weg ist. Da wären sie nämlich in Sicherheit.

Der größte Teil möchte auch auf Dauer in Deutschland siedeln. Es kommen ja ganze Sippschaften hierher, und die Männer sind natürlich immer mit dabei.

Es handelt sich aber um den Querschnitt der ukrainischen Bevölkerung - von kinderreicher ukrainischer, bildungsferner Unterschicht über die Mittelschicht mit gekaufter Militärunfähigkeitsbescheinigung bis zum mehr oder weniger reichen Bisnessmen in besagtem Audi Q7.

Gruß Plancius

Damit hast Du absolut recht

helmut-1 @, Siebenbürgen, Freitag, 05.08.2022, 12:10 vor 116 Tagen @ Plancius 1678 Views

Ich hab das nicht kommentiert, hab das vergessen. Aber es ist die Wahrheit.

Der größte Teil möchte auch auf Dauer in Deutschland siedeln.

Diese Leute sehen nun ihren Vorteil darin, auf elegante Weise eine Eingliederung in die EU ihrer Familie zu ermöglichen, was vorher mit weitaus größeren Schwierigkeiten verbunden war.

Leider habt Ihr wenig Ahnung, - aber das liegt schon alleine an der Distanz.

helmut-1 @, Siebenbürgen, Freitag, 05.08.2022, 12:07 vor 116 Tagen @ Dieter 1988 Views

Das, was solstitium sagt, ist mehr als vage, Dieter trifft es schon eher, auch die Meinung von Manuel. Wir haben den direkten Kontakt und ich habe auch meine persönlichen Beobachtungen.

Die Fakten:

Man hat Videos gezeigt, wo die ukrainischen Grenzpolizisten die "armen Ukrainer" mit ihren SUVs an der kilometerlangen Warteschlange an der ukrainisch/rumänischen Grenze vorbeigeschleust haben, mit der MP im Anschlag.

Man hat Berichte gelesen, wo man Personen an der ukrainisch/rumänischen Gerenze mit Unmengen von Bargeld aufgegriffen hat, dasselbe auf der ukrainisch/ungarischen Grenze. Es handelt sich nicht um Peanuts, es ist die Rede von Millionen von Dollar und Euro in Koffern. Es ist die Rede von ehemaligen Abgeordneten des Janukewitsch-Regimes, und noch vieles andere mehr.

Man hat Reportagen gelesen, einschl. Fotos und Videos, wo man dokumentiert hat, dass die ukrainische Zigaretten-Mafia nun ihre Aktivitäten auch auf Spirituosen (Wodka, etc.) und das Gebiet der EU ausgeweitet hat und die Gunst der Stunde aus ganzem Herzen begrüsst hat.

Nun ist es still geworden. Der sogenannte Notfallexperte, der die ganzen Maßnahmen bei der Tante Corona landesweit erlassen hat, wurde damit beauftragt, eine Gesetzesvorlage zu erstellen, nach der "fake-news", die der Regierung schaden, unter Strafe gestellt werden. Ich war immer so stolz darauf, dass wir in Rumänien noch eine uneingeschränkte Meinungsfreiheit haben.

Das beginnt, sich bei der unabhängigen Berichterstattung der Medien in Zukunft anders darzustellen. Die Medien bekommen nun einen Maulkorb, so wie in der Corona-Zeit (damals aber mit deren Einverständnis und aufgrund der enormen Geld-Zuwendungen von seiten der Regierung), und gerade noch der einfache Bürger darf das Maul aufmachen. Wie lange noch, das steht in den Sternen. Die NATO ist schlimmer, was die freie Berichterstattung betrifft, als es die Nazis vor 1945 waren.

Aus meinen Gesprächen mit den Ukrainern (da gibts auch einige wenige, die rumänisch sprechen, ansonsten nur englisch) geht klar hervor, dass es sich nur die Familien aus der "oberen Schicht" erlauben können, ihren Clan in den Westen und dadurch in Sicherheit zu bringen.Otto Normalo in der Ukraine versteckt sich in Bunkern und hofft, dass der Spuk bald vorbei geht. Aber die NATO-Regierungen veruchen, uns immer einzubläuen, dass man die armen Ukrainer mit ihren SUVs finanziell unterstützen muss.

Versteh ich auch irgendwie, denn die Spritkosten sind im Westen bedeutend höher als in der Ukraine, und die armen Ukrainer mit ihren SUVs haben das nicht erwartet.

Dafür wird es Märchen geben - Ukrainische Flüchtlinge beschenken Deutsche!

solstitium @, Mittwoch, 10.08.2022, 23:01 vor 111 Tagen @ helmut-1 541 Views

Nun ist es still geworden. Der sogenannte Notfallexperte, der die ganzen Maßnahmen bei der Tante Corona landesweit erlassen hat, wurde damit beauftragt, eine Gesetzesvorlage zu erstellen, nach der "fake-news", die der Regierung schaden, unter Strafe gestellt werden. Ich war immer so stolz darauf, dass wir in Rumänien noch eine uneingeschränkte Meinungsfreiheit haben.

Das beginnt, sich bei der unabhängigen Berichterstattung der Medien in Zukunft anders darzustellen. Die Medien bekommen nun einen Maulkorb, so wie in der Corona-Zeit


....und früher wohl auch schon mal, weshalb man es in Märchen verpackte.

Ein Zwischending, sind die Till Eulenspiegel - die Narrenfreiheit nutzenden, da gibts nur aktuell NIEMAND, ausser vielleicht Sandra Bennet.

Ansonsten also die Märchenbücher der Neuzeit sind am entstehen.

Du kannst alles schreiben, musst es nur als Märchen deklarieren, und gut ist es!


Hatte gestern eine Begegnung zwischen Ukrainern (Flüchtlingen) und Deutschen beobachtet.

Kinder beider Nationen spielen im Sandkasten.
Die Ukrainischen beschenken die Deutschen beim weggehen, weil die Spielzeug dabei hatten - die Deutschen nicht!

Ernsthaft!

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(Zur Erklärung, man "fällt" im Krieg, ohne Krieg hieße es man stirbt!)

Amüsant, wie Du das beschreibst

helmut-1 @, Siebenbürgen, Donnerstag, 11.08.2022, 05:17 vor 111 Tagen @ solstitium 464 Views

Kann natürlich ein Zufall, resp. auch ein Einzelfall sein. Aber es gilt generell, dass die Ukrainer finanziell gut gestopft sind, die da über die Grenze kommen. Die meisten sind sich auch ganz komisch vorgekommen, als sie nach dem Eintritt auf rumänischen Boden Zelte gesehen haben, wo man Lebensmittel verteilt hat. Sie hatten ja Dollars und Euro bei sich, womit sie sich alles kaufen konnten.

Grenzkontrollen oder Beschlagnahmung von Bargeld, solange es nicht in schwindelnde Höhen ging und in den Koffern statt Kleidern nur mehr Geld drin war, gab es in der Regel nicht. Die in der Ukraine brauchen die Lebewnsmitteln. Deshalb fahren auch so manche freikirchliche Organisationen regelmäßig rüber und bringen denen was.

Mein Eindruck deckt sich nicht mit Deinen Einschätzungen/Beobachtungen.

eesti @, Schwedt und Cranz(Ostpreußen), Freitag, 05.08.2022, 11:44 vor 116 Tagen @ Plancius 2382 Views

bearbeitet von eesti, Freitag, 05.08.2022, 11:54

Während wir mittlerweile doch ziemlich viel über die Situation in der Ukraine erfahren, sowohl von russischer als auch von ukrainisch-westlicher Seite, wissen wir doch sehr wenig zur Situation in Russland.

Oh, gibt es denn kein Internet mehr bei Dir?


Gerade von ihm (Thomas Röper) hätte ich mir gewünscht, da er ja nun schon viele Jahre in Russland wohnt, zu beschreiben welche Auswirkungen die Sanktionen auf die russische Wirtschaft und das Leben im Alltag haben.
Was solle er schreiben? Das Leben in Rußland geht unverändert weiter, zumindest für die überwiegende Mehrheit der Russen. Die Sanktionen gibt es ja mittlerweile seit 10 Jahren und man hat sich adaptiert.

Ich habe noch regelmäßig Kontakt zu einem Freund aus Moskau. Trotz eines starken Rubels hat Russland derzeit mit einer Inflationsrate von 20% (also höher als bei uns) zu kämpfen.

Nein, die Inflationsrate sinkt derzeit leicht und beträgt um die 15%. Die Differenz zu uns sinkt jeden Monat etwas weiter.

In russischen Betrieben kommt es wegen fehlender Teile aus dem Westen zu Produktionsengpässen, die auch zu Angebotsverknappungen im russischen Einzelhandel führen.

Das mit den fehlenden Zulieferteilen stimmt in einigen Bereichen (Landmaschinen...).
Allerdings sind selbst im immer wieder blockierten Königsberg i.Pr. die Läden/Baumärkte... voll, es gibt keine leeren Regale.

Die Produktivität der russischen Wirtschaft sinkt mit einer damit verbundenen Unterbeschäftigung vieler russischer Arbeitnehmer. Ein sprunghaftes Ansteigen der Arbeitslosigkeit wird nur durch massiver Subventionen der russischen Unternehmen seitens des Staates unterbunden.

Das schätze ich auch so ein, aber viele Betriebe verzeichnen andererseits einen Wegfall der europäischen Konkurrenz, wodurch die Produktion hoch gefahren werden kann. In vielen Bereichen gibt es angenehme Förderungen dazu vom Staat.

Insbesondere die junge bis mittlere, woke Generation in den russischen Großstädten ist von den Sanktionen ziemlich angepisst. Sie sind stark konsumorientiert und können nun keine italienische Mode mehr kaufen oder ihr Bad mit deutschen Fliesen ausstatten. Viele mögen den billigen Plunder aus China oder der Türkei nicht.

Das ist doch eher ein Problem der Moskauer Schickeria. Du wirst es nicht glauben, aber die russischen Fliesen sehen oft besser aus, als die westliche Importware, und aus China habe ich in Königsberg noch keine Fliesen gesehen, allerdings sind wirklich die italienischen Designerfliesen aus den Baumärkten verschwunden und auch Laminat aus Deutschland, das qualitativ deutlich besser (und teurer) war, als die russische Ware.

Da nicht absehbar ist, wann sich die Versorgungslage und die Konsummöglichkeiten in Russland bessern, kam es seit Beginn des Krieges zu einer verstärkten Abwanderung von jungen, mobilen Fachkräften - vorwiegend im IT-Bereich - in den Westen, insbesondere in Richtung USA.

Das betraf nahezu ausschließlich die vielen IT-Firmen, die wegen den Sanktionen ihre russischen Zentren schließen mußten und nach Möglichkeit den Angestellten anboten, im Westen weiter zu arbeiten. Das darf man nicht als "Abstimmung mit den Füßen" werten. Der IT-Bereich war ein Sonderfall.

Die Rückenhalt zu Putins Politik ist nach wie vor groß.
Das betrifft alle Länder, bei denen keine einseitige Propaganda für die Ukraine bezahlt wird.
Die Welt stellt sich nicht gegen Putin, sie sehen ganz genau hin, was vor und während des Konfliktes passierte.

Gibt's also irgendwo noch seriöse Berichte zur Lage in Russland?
Das Leben verläuft ganz normal, es gibt nichts reißerisches zu berichten.
Nur für mich als Fremdstaatler mit der neuen Weichwährung als Lohn, dem Euro, wird in Rußland durch den starken Rubel alles teurer.
Der Russe sitzt zu für mich zu hohen (muß mit meinem Arbeitslohn ja 7 Mäuler stopfen) Gaststättenpreisen im Restaurant und läßt es sich gut gehen.
Der Krieg kommt nur in den Nachrichtensendungen vor, aber eher wie ein Bericht aus anderen Ländern, manchmal mit Bildern von Gefallenen oder mit Orden versehenen Soldaten. Rußland ist groß und da sind die menschlichen Verluste kaum zu spüren, ökonomisch ist Rußland eh fast autark und wo es nicht autark ist, da kommen die Waren jetzt vermehrt aus Cnina, ohne daß teilweise auf die chinesischen Waren ein europäisches Herstellerschild aufgebracht wird, oder es erfolgen so genannte Parallelimporte (Käufe im Ausland, die dann mehr oder weniger schwarz nach Rußland importiert werden).


Bei spezielleren Fragen zu Rußland werde ich gern ins Detail gehen, wenn erwünscht, kann aber nur aus Königsberg (Cranz) berichten, im Kernland war ich vor 40 Jahren das letze Mal.

--
MfG
LR

Alles ist ein Windhauch.

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