Das oekonomische Zitat (109); heute: S. Wenzel zum Ende der DDR

Zandow @, Heidenau/Sachsen, Dienstag, 29.09.2015, 12:48 vor 2252 Tagen 6123 Views

Hallo Gemeinde,


tja, so kann man sich täuschen. Es ist immer wieder erhellend, sich die Quellen und Zahlen anzuschauen, statt irgendeiner Propaganda hinterherzulaufen.

Zum Ende der DDR und der so oft (auch von mir über lange Zeit) propagierten Pleite der DDR nun dies:

"Es gibt zwei Kriterien, wann man von der Pleite einer Volkswirtschaft eines Staates sprechen kann: Das erste Kriterium besteht darin, daß der Staat seinen Zahlungsverpflichtungen gegenüber dem Ausland nicht mehr nachkommen kann. Das zweite entscheidende Kriterium besteht darin, daß er seine Zahlungsverpflichtungen gegenüber seinen Bürgern nicht aufrechterhalten kann. Keiner der Faktoren traf auf die DDR zu. Ich möchte die vielleicht provakatorische Feststellung treffen: Die DDR war im Jahr 1989 weder wirtschaftlich am Ende noch war sie pleite."
(fett von mir)

Quelle: Siegfried Wenzel bei einer Podiumsdiskussion der Veranstaltungsreihe "Forum Berlin" der Friedrich-Ebert-Stiftung (Termin unklar)
Gefunden im Vorwort von Prof. Dr. Jörg Roesler zum Buch: Siegfried Wenzel "Was war die DDR wert?" Verlag 'Das Neue Berlin', Berlin 2015, 2. Auflage


Gruß in die Runde, Zandow

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Nuclear power? Yes please!

Wer es erlebt hat, wird dem nicht zustimmen können.

Griba @, Dunkeldeutschland, Dienstag, 29.09.2015, 15:14 vor 2252 Tagen @ Zandow 4462 Views

Wenn der Mangel (nicht nur an Konsumgütern) die Produktion stocken ließ oder aus ScheiXX Gold gemacht werden mußte, damit es überhaupt weiter ging ...,
dann handelte es sich zumindest verbrämt um einen Staatskonkurs, der nur immer weiter verschleppt wurde.

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Beste Grüße

GRIBA

Die DDR lief in die Konsumfalle

Piter @, Dienstag, 29.09.2015, 16:03 vor 2252 Tagen @ Zandow 4409 Views

bearbeitet von unbekannt, Dienstag, 29.09.2015, 16:08

Hallo Zandow,

die DDR Bürger wollten ein besseres Leben. Darum hat man viele Westprodukte eingekauft.
Dadurch konnte man die Bevölkerung kurzzeitig beruhigen. Der DDR Staat wurde auch deshalb von den Krediten abhängig. Es mussten immer mehr Dollars und Deutsche Mark beschafft werden.

Ein besonders sichtbares Zeichen war der Dreck.

In der DDR hat es im Winter überall nach Kohle gestunken. Wegen der Heizungen. Die ehemals in der DDR stationierten Sowjetsoldaten berichteten mir, dass die Luftverschmutzung in der DDR wesentlich dramatischer war, als vergleichsweise in Russland.

In einer Dokumentation sah ich einmal, dass die DDR, das Rohöl aus der Sowjetunion raffinierte (Leuna Werke) und gegen Deutsche Mark in den Westen verkaufte. Im Inland wurden alle Ölheizungen auf Kohle umgestellt.

Dennoch waren die DDR Produkte in der Sowjetunion sehr beliebt. Textilien aus der DDR, Möbel und vieles mehr. Dafür waren dann die Ladas in der DDR beliebter als der Trabant.

Es gab demnach schon einen blühenden Handel innerhalb des Ostblocks, bei dem die DDR und Russland führend waren.

Die Schwachstelle des ganzen Systems im Kommunismus war jedoch, dass nichts mehr investiert wurde. Die russische Ölproduktion erreichte Ende der 70er Jahre ihren Höchstpunkt. Ab da gingen Preise (extern in Dollar) und Fördermengen drastisch zurück. Ob das die Exporte der DDR nach Russland auch betraf, kann ich nicht sagen. Aber ich vermute, dass die DDR wegen des festen Rubelkurses ab den 80er Jahren nicht mehr so werthaltige Transferrubel erhielt wie noch in den 70er Jahren. Die Umorientierung nach Westen, der immerhin gute D-Mark anbot, war deshalb eine logische Folge.

Russland hätte mit höheren Ölexporten oder anderen Produkten (Stahl?) mithalten müssen. Das tat es aber nicht, weil die Idioten im ZK alles in die Rüstung leiteten. Die USA verschärften über die OPEC den internationalen Druck weiter.

Zudem sahen die Weststrategen einen guten Angriffspunkt. Kredite für die DDR, hohe Löhne und Konsum im Westen, damit der DDR Bürger neidisch wurde und massiver Aufrüstungswettlauf mit Russland.

Es waren also schon massive wirtschaftliche Schwierigkeiten in der ersten Hälfte der 80er Jahre.

Keine Pleite. Aber das Festhalten am Ostblocksystem konnte einfach nicht mehr so lange funktionieren. Die Polen und Ungarn hielten nicht mehr still, ein geteilter deutscher Staat konnte auf Dauer auch nicht aufrecht erhalten werden.

Mit Sicherheit war es so geplant und darum lief der Zusammenbruch auch in geordneten Bahnen.

Aber das der DDR Zusammenbruch 1989 und der folgende Sowjetzusammenbruch unvermeidlich waren, das glaube ich heute nicht mehr. Ohne Gorbatschow und mit ernsthaften Reformbemühungen, einer Abwertung des Rubelkurses und massiven Investitionen in die russische Ölförderung, hätte das Sowjetsystem mit Sicherheit noch weitere 20 Jahre fortbestehen können. Ob nun zum Vor- oder Nachteil sei einmal dahingestellt.

Wie wir heute sehen, werden die Bundesdeutschen auch nicht mehr viel anders behandelt, als ehemals in der DDR. Es fehlt nicht mehr viel und die Menschen wünschten sich die alte Zeit zurück.

Nicht politisch, aber von den Lebensbedingungen her.

In Russland ist das schon seit Jahren so. Es könnte auch in Deutschland ähnliches passieren. Erste Tendenzen sind schon zu sehen.

In der Sowjetunion und DDR hatte jeder eine Arbeit und eine warme Wohnung, es gab genug zu essen und zu feiern, die Menschen konnten sich noch am Abend in das Restaurant setzen und zusammen trinken und essen. Man konnte Nachts problemlos nach Hause gehen. Weihnachten oder Neujahr gab es massenhaft Geschenke für die Kinder.

Es gab Probleme, keine Frage. Aber verglichen mit der heutigen Existenznot und dem wirtschaftlich pervertierten Plutokratie-Kapitalismus, waren diese Alltagsprobleme lächerlich klein.

Das schlimmste war die Stasi und der KGB. Aber heute verlieren Menschen ihren Arbeitsplatz doch auch wegen ein paar Facebook-Einträgen. Das System ist vielleicht noch nicht so resolut, aber die Anfänge sind deutlich sichtbar.

Gruss
Piter

DDR 1989 weder ökonomisch pleite noch am Ende. STIMMT EXAKT! / Von Hopi

Leserzuschrift @, Dienstag, 29.09.2015, 17:49 vor 2252 Tagen @ Zandow 4193 Views

Sei gegrüßt @Zandow.

Wer immer Siegfried Wenzel war, er hatte RECHT. Wer & was immer die DDR ökonomisch betrachtet war, PLEITE war sie ebensowenig wie zur gleichen Zeit die BRD ... FLÜSSIG war.

Im Übrigen wäre fest-zu-halten, daß ALLE STAATEN (basierend auf bunt-bedruckten Papier-Schnitzeln) egal welcher COULEUR mit dem "ersten Ausgabetag" anbeginnend bereits de facto PLEITE waren/sind/sein werden.


Man kommt nicht umhin wieder & wieder auf die universale Weisheit @CrisisMaven`s hinzuweisen :-).

"Mit 40 DM pro Kopf begann die Marktwirtschaft, mit 400.000 Euro Schulden pro Kopf wird sie enden." (CrisisMaven)


Mit Inthronisierung der DDR-TREU-HAND-ANSTALT (= Euphemismus) wurde einer der größten Raubzüge seit 1945 ganz ungeniert & OFFEN vor unseren AUGEN durchgezogen in dessem Verlauf einige "Hochgestellte" Ihr Leben verloren, aka Alfred Herrhausen, Carsten D. Rohwedder ... et cetera.

Mit Inthronisierung der kommenden BRD-ABWICKLUNGS-ANSTALTS-GMBH manifestiert sich derzeit ein gigantischer "Mega-Raubzug", der bereits in vollem Gange ist und im Nachgang als "historisch einzigartig" um-schrieben werden wird.

S C H L U S S B E M E R K U N G E N

Eines muß man den "Ossis" lassen, Sie verfügen über den besseren & tiefgründigeren HUMOR als die "Wessis". Erich Maria Remarque beschrieb es treffend: "Im Westen nichts Neues"! Daraus folgt zwingend, daß wenn den Wessi überhaupt noch EINER aus seinem TIEF-SCHLAF aufwecken kann, dann der/die/das "Ossi", d.h. "Im Osten was Neues"!


Mein NEUES VOLK!

https://www.youtube.com/watch?v=YZSPtl4bWGs


DIE beliebteste KANZLERIN EUROPAS!

https://www.youtube.com/watch?v=1lmg6MtyMrs


RAMMSTEIN feat. BEACH BOYS - Surfin` YouÄsÄ:

https://www.youtube.com/watch?v=8Hhh9PnELRE

.......................... was hat der durch & durch weich-gechannelte & weichge-genderte Wessi noch anzuführen in puncto Film, Funk, Kultur u. Musik?


ATEMLOS - Helene (Menschen)Fischer -:

https://www.youtube.com/watch?v=7ZkejDqTuSM


FINALMENTE eine EHRUNG/LANZE für Harlad Schmidt!, einige der letzten freien Sendeminuten im West-Fern-Sehen?

Das LEBEN des Joschka (Menschen)Fischer in PLAYMOBIL:

https://www.youtube.com/watch?v=FD27HvXQqKc


Nachdenklichst,
Hopi

Ich kann die Hopi beruhigen. Diesesmal wird niemand fragen, wie es dazu kommen konnte

Mephistopheles @, Datschiburg, Mittwoch, 30.09.2015, 11:36 vor 2251 Tagen @ Leserzuschrift 3596 Views

bearbeitet von unbekannt, Mittwoch, 30.09.2015, 11:40

ganz einfach, weil es niemanden geben wird, der diese Frage stellen wird.

Genau so wie es niemanden gibt, der die Frage stellt, wie es dazu kommen konnte, dass die blühende Kultur der Hopi verschwand.

Sei gegrüßt @Zandow.

Wer immer Siegfried Wenzel war, er hatte RECHT. Wer & was immer die DDR
ökonomisch betrachtet war, PLEITE war sie ebensowenig wie zur gleichen
Zeit die BRD ... FLÜSSIG war.

Im Übrigen wäre fest-zu-halten, daß ALLE STAATEN (basierend auf
bunt-bedruckten Papier-Schnitzeln) egal welcher COULEUR mit dem "ersten
Ausgabetag" anbeginnend bereits de facto PLEITE waren/sind/sein werden.


Man kommt nicht umhin wieder & wieder auf die universale Weisheit
@CrisisMaven`s hinzuweisen :-).

"Mit 40 DM pro Kopf begann die Marktwirtschaft, mit 400.000 Euro Schulden
pro Kopf wird sie enden." (CrisisMaven)

Das wäre unsere einzige Chance - wenn es bald dazu kommt.

Natürlich war die Dädärä weder pleite, noch am Ende; nur die Bevölkerung spielte nicht mehr mit.
Und die BRD ist ebenso ab dem Moment am Ende, wenn die Bevölkerung nicht mehr mitspielt.
Allerdings ist es so, dass die Bevölkerung der BRD erst dann nicht mehr mitspielen wird, dann aber konsequent nicht mehr mitspielen wird, wenn die BRD pleite ist.
Pleite in dem Sinne, wie das Wort normalerweise gebraucht wird, nämlich nicht zahlungsfähig.

Bis dahin ist noch etwas Zeit, die man nutzen könnte, z.B. zum Studium der Geschichte.

Das große Karthago verlor 3 Kriege.
Es war noch mächtig nach dem ersten (1914-18)
https://de.wikipedia.org/wiki/Erster_Punischer_Krieg

Noch vorhanden nach dem zweiten (1939-1945)
Den zweiten punischen Krieg haben die Römer den Karthagern trotz Friedenssschluss nie verziehen, weil er brachte Rom an den Rand des Zusammenbruchs
https://de.wikipedia.org/wiki/Zweiter_Punischer_Krieg

Den 3. punischen Krieg sollten wir uns näher ansehen.
Karthago hatte sich nach dem Zusammenbruch im 2. Punischen Krieg wirtschaftlich erstaunlich gut erholt, stand sogar besser da als Rom.
Das weckte die Begehrlichkeit der umwohnenden Barbaren.

Karthago hatte natürlich alle Verträge mit Rom bis aufs I-Tüpfelchen genau erfüllt, aber als es sich gegen den Barbarensturm zur Wehr setzte, wurde das von Rom als Vorwand benutzt, um Karthago endgültig zu zerstören.
https://de.wikipedia.org/wiki/Dritter_Punischer_Krieg

Es gab damals niemanden, an den Karthago sich wenden konnte, bzw. die griechischen Staaten der Diadochen, die neban Rom und Karthago die einzigen Mächte waren, die im Mittelmeer noch etwas zu bestellen hatten, hatten kein Interesse, Karthago zu stützen.

Dafür wurden sie etwa 100 Jahre später selber von Rom geschluckt.


Gruß Mephistopheles

--
Wenn wir nicht das Institut des Eigentums wiederherstellen, können wir nicht umhin, das Institut der Sklaverei wiederherzustellen, es gibt keinen dritten Weg. Hillaire Belloc

Warum ist denn die DDR untergegangen? wer hat das wo entschieden? das wurde in Moskau entschieden, no?

BerndBorchert @, Dienstag, 29.09.2015, 19:36 vor 2252 Tagen @ Zandow 3748 Views

bearbeitet von unbekannt, Dienstag, 29.09.2015, 19:40

wobei es ja Verschwörungtheoretiker gibt, die davon ausgehen, dass das eigentlich in London oder New York von den NWO Paten entschieden wurde, und Gorbatoshov dann zur Umsetzung mitgeteilt wurde. Eine interessante VT ...
Bernd Borchert

Nordkorea wird wirtschaftlich auch nie am Ende sein

CalBaer @, Dienstag, 29.09.2015, 20:23 vor 2252 Tagen @ Zandow 3660 Views

... weil man die Bevoelkerung einsperrt und mit selbsgedrucktem Papier abspeist. Klar, unter solchen Bedingungen kann man irgendwie produzieren, aber das ist kein Wirtschaften. So kann man eben wirtschaftlich auch nie pleite gehen, weil man das Wirtschaften erst gar nicht hat.

Zur Oekonomie gehoert auch die Freiheit der einzelnen Wirtschaftssubjekte und die gab es in der DDR einfach nicht, jedenfalls nicht bis 1989. Die DDR ging vor allem politisch pleite, als sie anfangen musste zu wirtschaften.

--
Ein ueberragender Teil der Oekonomen, Politiker, Banker, Analysten und Journalisten ist einfach unfaehig, Bitcoin richtig zu verstehen, weil es so revolutionaer ist.
Info:
www.tinyurl.com/y97d87xk
www.tinyurl.com/yykr2zv2

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